Empowerment und Diversität in der Sozialarbeit. Der neu gegründete Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege findet großen Anklang

VIW Vorstand und KassenprüferInnen 2014-16

Am Diversity-Day der Charta der Vielfalt wurde am 03. Juni 2014 am Sitz des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration in Berlin-Mitte der „Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege, Empowerment und Diversity“ (VIW) gegründet.[1] Zu den Sprecher/-innen des VIW wurden Olga Sperling (Bundesverband russischsprachiger Eltern), Kenan Kolat (Türkische Gemeinde in Deutschland) und Kien Nghi Ha (korientation – Asiatische Deutsche) gewählt. Im Vorstand des VIW sind außerdem Amaro Drom, Bund der spanischen Elternvereine, Bundesverband Deutsch-Arabischer Vereine, Bundesverband der Vietnamesen, Kroatischer Weltkongress in Deutschland, Polnischer Sozialrat, Verband griechischer Gemeinden und der Zentralrat der afrikanischen Gemeinde vertreten (genaue Auflistung unten). Der neue von elf bundesweit tätigen Migrantenselbstorganisationen und postmigrantischen Netzwerken ins Leben gerufene Verband versteht sich als interkulturelle Ergänzung zu den etablierten Trägern der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege.[2] Gegenwärtig sind Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, das Deutsche Rote Kreuz, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland dort Mitglied. Im März 2014 wurde auf der Islamkonferenz ein muslimischer Wohlfahrtsverband angekündigt, der sich jedoch noch im Abstimmungsprozess befindet. Der VIW begrüßt ausdrücklich die Gründung des muslimischen Wohlfahrtverbands als ebenfalls wichtigen Schritt bei der interkulturellen Neuordnung der Wohlfahrtspflege und freut sich auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.

VIW Vorstand und KassenprüferInnen 2014-16
VIW Vorstand und KassenprüferInnen 2014-16

Die Gründung des VIW geht auf die Initiative der Türkischen Gemeinde zurück, die zu einem erheblichen Teil eigene Mittel eingesetzt hat, um die verschiedenen Vorbereitungstreffen der Gründungsmitglieder zu organisieren und zu fördern. Martin Gerlach, ihr Bundesgeschäftsführer, aber genauso auch Ayşe Demir, Safter Çinar und Kenan Kolat von der Türkischen Gemeinde gebührt der Verdienst, dass sie diesen interkulturellen Selbstfindungsprozess durch eine umsichtige Vorarbeit wie gleichberechtigte und transparente Moderation begleitet haben. Der Bundesverband russischsprachiger Eltern war als Gastgeber eines wichtigen Meetings beim Gründungprozess ebenfalls sehr behilflich. Wie Kenan Kolat offenbarte, geht die Idee zur Schaffung eines interkulturellen Wohlfahrtsverbandes auf eine Anregung von Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning (Migrationsforscherin und frühere Rektorin der Universität Essen) aus dem Jahre 1996 zurück, die als geistige Mutter des VIW gelten kann. Das zeigt, wie interkulturell und innovativ der VIW tatsächlich ist, dessen Gründung, obwohl überfällig, aufgrund der begrenzten Eigenressourcen für alle Beteiligte auch einen enormen Kraftakt darstellt. Der Schritt in die Öffentlichkeit erfordert Mut, da der Wunsch auf eigenen Beinen zu stehen manchmal auf Widerstände trifft.

Staatsministerin Aydan Özoğuz und der Sachverständigenrat unterstützen diesen Schritt

Feierliche Unterzeichnung der Satzung des VIW
Feierliche Unterzeichnung der Satzung des VIW

Wie Staatsministerin Aydan Özoğuz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, in ihrem Grußwort feststellte, kommt die Gründung des VIW nicht nur wegen des Diversity-Tages zum richtigen Zeitpunkt. Die Gründung des VIW sei ein wichtiger Schritt, weil er ein Zeichen des sich wandelnden Umgangs mit Migration und Diversität sei. Das Zustandekommen des VIW zeige die Entwicklung zu mehr gesellschaftlichen Heterogenität auf, die die früher gefühlte Homogenität aufbreche. Beeindruckt zeigte sich Staatsministerin Özoğuz von der interkulturellen Bandbreite, der im VIW vertretenen Gründungsmitglieder. Diese Vielfalt bezeichnet sie als bisher historisch einmalig und stellt gleichermaßen eine „echte Chance wie Herausforderung“ dar. Als Pionier, der schon durch seine bloße Existenz für den interkulturellen Umbau der Wohlfahrtpflege steht, müsse der VIW bei seiner Aufbauarbeit Ausdauer und Kraft mitbringen. Zugleich würdigte sie auch die Arbeit der etablierten Akteure der freien Wohlfahrtspflege, die mit ihren sozialen Einrichtungen viel für die Gesellschaft getan und große Verdienste erworben haben. Trotzdem sei der VIW durchaus ein Vorbild für die gesellschaftliche Entwicklung, so dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten Unterstützung für den Aufbau des VIW ankündigte. Auch Josip Juratovic, amtierender Integrationsbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion, zeigte sich bei seiner spontanen wie emotionalen Rede von den zentralen Anliegen des VIW überzeugt und stellte sich als Ansprechpartner zur Verfügung.

Dr. Cornelia Schu, Geschäftsführerin des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration, würdigte in ihrer Rede die Gründung des VIW als einen „wichtigen und mutigen Schritt, um zivilgesellschaftliches Engagement zu fördern“. Wie die Forschungen des Sachverständigenrates zeigen, leisten Migrantenselbstorganisationen –entgegen der weitverbreiteten Meinung – für die gesellschaftliche Teilhabe migrantischer Gruppen einen wichtigen Beitrag. Daher plädierte sie dafür die Bedeutung und Leistungen migrantischer Vereine anzuerkennen.

Der ebenfalls vom VIW eingeladene Harald Löhlein, Leiter der Abteilung Migration und internationale Kooperation des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, stellte in seiner Rede die Leistungen und die fortgeschrittene Integrationsarbeit seines Verbandes heraus. Er betonte, dass die Paritätischen schon seit langer Zeit mit migrantischen Vereinen zusammenarbeiten, ein gut vernetztes Forum der Migranten eingerichtet haben und als Verband sich der Aufgabe der interkulturellen Öffnung stellen. Insgesamt hätten die etablierten Wohlfahrtsverbände viel für die Förderung und Qualifizierung der häufig ehrenamtlich arbeitenden migrantischen Organisationen getan. Dabei würden natürlich auch Konflikte und Probleme auftreten, die nicht abgestritten werden sollen. Gleichzeitig stellte Harald Löhlein klar, dass die Paritätischen für sich keinen „Exklusivvertretungsanspruch“ für Migrantenselbstorganisationen aufgestellt hätten und eine solche Wahrnehmung verfehlt wäre. Trotz der etwas skeptischen Grundhaltung signalisierten die Paritätischen ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem VIW und hoben die gemeinsamen migrationspolitischen Ziele hervor.

Abschließend wurde das Gründungsstatement des Verbandes für interkulturelle Wohlfahrtspflege präsentiert, dass an dieser Stelle dokumentiert wird.

Gründungsstatement der Sprecher_innen des VIW (03.06.2014)

Kenan Kolat, Olga Sperling und Dr. Kien Nghi Ha

Sehr geehrte Staatsministerin Aydan Özoğuz, sehr geehrte Mitglieder des Sachverständigenrats der deutschen Stiftungen für Integration und Migration, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste und Freunde,

da Sie in unserem Positionspapier ausführlich informiert werden über das Selbstverständnis und die Ziele unseres Verbandes für interkulturelle Wohlfahrtspflege, Empowerment und Diversity, möchten wir in unserem Gründungsstatement nur einige kurze Schlaglichter werfen, die deutlich machen, worum es uns geht.

Beginnen wir mit unserem Staatsoberhaupt, dem Bundespräsidenten Joachim Gauck und seiner Rede im Rahmen der feierlichen Einbürgerung von 23 Neudeutschen, einen Tag vor dem 65. Geburtstag unseres Grundgesetzes. Folgendes berichtete unser Bundespräsident am 22. Mai 2014:

„Vor ein paar Wochen saßen hier auf der Bühne im Schloss Bellevue drei Journalistinnen: junge Frauen mit polnischen, vietnamesischen und türkischen Familiengeschichten, allesamt – wie es so schön heißt – „bestens integriert“. Sie sprachen von ihrem Verhältnis zu Deutschland, von zwiespältigen Emotionen. Ich zitiere: „Wut, weil wir das Gefühl haben, außen vor zu bleiben; weil es ein deutsches ‚Wir‘ gibt, das uns ausgrenzt. Und Stolz, weil wir irgendwann beschlossen haben, unsere eigene Identität zu betonen.“ Solche Worte treffen mich, und sie freuen mich zugleich. Sie treffen mich, weil sie bedeuten: Menschen, die hier geboren, aufgewachsen und heimisch sind, fühlen sich immer wieder aufs Neue zu „Anderen“ gemacht.

Das darf nicht sein. Hören wir auf, von „wir“ und „denen“ zu reden. Es gibt ein neues deutsches „Wir“, die Einheit der Verschiedenen. Und dazu gehören Sie genauso selbstverständlich wie ich. Die Worte der drei Frauen freuen mich zugleich, denn ich erkenne dahinter auch Selbstbewusstsein. Sie wollen mitgestalten. Und etwas Besseres kann unserem Land nicht passieren. Denn sie bringen ihre Erfahrungen und ihre Träume mit. Sie erschließen Räume zwischen unterschiedlichen Traditionen und Lebenseinstellungen – und erweitern damit unseren gemeinsamen kulturellen Raum.“

Warum zitieren wir diesen Teil, der zu Recht viel beachtete Rede des Bundespräsidenten?

Die hier und heute als Gründungsmitglieder angetretenen Organisationen bzw. die Menschen, die diese repräsentieren, sind wie diese drei jungen Frauen. Sie treten mit ähnlichen Erfahrungen an und arbeiten unter dem Dach eigener Organisationen zum Teil seit Jahrzehnten daran, dass die Verschiedenheit der hier lebenden Menschen einem gemeinsamen und vielleicht neuem „Wir“ nicht im Wege steht.

Auch wir wollen mitgestalten und unseren Beitrag leisten zu der jetzt schon viel zitierten „Einheit der Verschiedenen“. Was braucht dieses neue Wir?

Wir teilen die weitverbreitete Auffassung, dass Bürgerengagement der Kitt ist, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Im jüngsten Gutachten des Sachverständigenrates der deutschen Stiftungen für Integration und Migration wird in Bezug auf die Selbstorganisationen der Migrantinnen und Migranten von einem Paradigmenwechsel berichtet in Bezug auf die Frage, wie Migrantenverbände die Integration beeinflussen, ob sie also als förderlich oder hemmend gesehen werden. Im Gutachten heißt es:

„Die neuere sozialwissenschaftliche Forschung zu Netzwerken und zur Bedeutung von Sozialkapital zeigt aber, dass die Stärkung sozialer Beziehungen die Teilhabe auch in anderen Bereichen wie Arbeitsmarkt oder Bildung grundsätzlich positiv beeinflussen kann – unabhängig davon, ob diese Sozialbeziehungen in inter- oder in intraethnischen Zusammenhängen stattfinden.“

Diese Erkenntnis ist eigentlich nicht besonders überraschend. Das Engagement z.B. in Fußballvereinen hat dieselben positiven Auswirkungen, ganz gleich ob es in einem migrantischen Verein stattfindet oder in einem deutschen, ob es nun überwiegend in deutscher Sprache oder in Kroatisch, Türkisch oder Englisch stattfindet. Es ist Engagement von Mensch zu Mensch, und es kommt der Gesellschaft zu Gute.

Wenn die Äußerungen der hier versammelten Migrantenverbände in der Vergangenheit den weitverbreiteten Vorstellungen von einer gelungenen Integration zuwiderliefen, kann das durchaus auch an den bisherigen Vorstellungen von Integration liegen, so etwa der Vorstellung, das Neue müsse sich einfügen lassen in etwas Bestehendes.

Immer wieder die Notwendigkeit zu betonen, dass dies nicht ausreichend ist, dass es mehr braucht um sich einzubringen, um sich zu Hause zu fühlen, das war unser Beitrag zur Gestaltung der Gesellschaft, zu einem neuen WIR.

Unser Bundespräsident Joachim Gauck hat in seiner Rede betont, wie wichtig Aushandlungsprozesse bei der Entstehung eines neuen Wir´s sind, wie wichtig die Bereitschaft ist, sich zu bewegen, etwas Neues zuzulassen, auch mal etwas auszuhalten. Damit etabliert sich eine neue Herangehensweise an das Thema Integration als eine Herausforderung sowohl für das Neue als auch für das Bestehende bei der Entstehung von etwas ganz Neuem mitzuwirken. Die hier versammelten Verbände sprechen in diesem Kontext schon seit einigen Jahren lieber von „Teilhabe“ und „Partizipation“ als von „Integration“.

Ehrenamtliches soziales Engagement setzt Orte voraus, an denen die Menschen Wertschätzung erfahren und auf andere Menschen treffen, denen sie sich nahe fühlen, das ist naheliegend.

Migrantinnen und Migranten engagieren sich nur zum Teil in eingesessenen Vereinen und Verbänden, aber zu einem beträchtlichen Teil tun sie dies auch in eigenen Vereinen oder außerhalb jeglicher Strukturen im eigenen Sozialraum oder der eigenen Community.

Um aus der vorhandenen Vielfalt des Engagements einen gesellschaftlichen Nutzen zu ziehen, ist es notwendig, alle Formen des Engagements gleichermaßen zu würdigen und zu fördern. Interkulturelle Öffnung der bestehenden Institutionen ist dabei ebenso wichtig wie die Förderung des Engagements in migrantischen Organisationen (Sport-, Kultur-, Elternvereinen etc.).

Der Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege tritt an, um in diesem Sinne auch in der Zukunft für den Kitt zu sorgen, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Er versteht sich als ein Netzwerk von bundesweit tätigen migrantischen Vereinen, gegründet mit den Zielen:

  • die Diversitykompetenz im Bereich der Wohlfahrtspflege zu erhöhen und
  • das ehrenamtliche Potential in den Minderheitengruppen durch Empowerment sichtbar und wirkungsvoll zu machen.

Die heutige Verbandsgründung ist unser deutliches Ja bezogen auf die Bereitschaft, unser Land und unsere Gesellschaft mitzugestalten.

Wir freuen uns sehr, dass wir diesen Schritt gewagt haben und dass heute der Verband für interkulturelle Wohlfahrtpflege, Empowerment und Diversity (VIW) gegründet wurde. Ein wichtiges Anliegen des VIW ist es, die bundesweite Arbeit seiner Mitgliedsorganisationen in der Wohlfahrtspflege gemeinsam besser zu strukturieren und auf eine neue Ebene zu stellen. Wir wollen in diesem Bereich zukünftig mit einer Stimme sprechen, um als überregionaler Ansprechpartner für andere Wohlfahrtsverbände, für Verwaltung und Politik auf Bundesebene zu fungieren. Daher sind wir bestrebt, die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen Migrantenselbstorganisationen, mehrheits­deutschen Nicht-Regierungsorganisationen und staatlichen Institutionen zu intensivieren. Langfristig wollen wir die Qualität der sozialen und kulturellen Dienste durch das Einbringen unserer Kompetenzen erhöhen und gemeinsam mit allen Interessierten einen neuen institutionellen Rahmen für diese Zusammenarbeit schaffen. Deutschland ist schon seit Jahrzehnten Einwanderungsland. Die kulturelle, genauer gesagt transkulturelle Pluralität ist längst eine zentrale Säule der deutschen Gesellschaft. Alles spricht dafür, dass sich diese Entwicklung zukünftig noch verstärken wird. Daher ist es unseres Erachtens nach umso wichtiger, die soziale und kulturelle Regelversorgung in der Wohlfahrtpflege grundlegend als interkulturelle Querschnittsaufgabe zu definieren und zu konzipieren. Wir sehen es als eine zentrale Aufgabe des VIW an, diesen Prozess zu verbreitern und zu verstetigen, und wollen uns daran mit innovativen Ideen und Projekten beteiligen.

Vor diesem Hintergrund ist die heutige Gründung des VIW daher ein wichtiger Schritt in Richtung interkulturelle Gesellschaftsarbeit. Die Arbeit des VIW zielt darauf ab, die interkulturelle Öffnung in den bestehenden Institutionen und Organisationen der deutschen Mehrheitsgesellschaft zu unterstützen und zu beschleunigen. Wir sind sehr am konstruktiven Dialog und an der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit allen etablierten Akteuren interessiert. Wir sind davon überzeugt, dass uns das gemeinsame Interesse eint, diese Gesellschaft lebenswerter und durchlässiger zu gestalten, sozial gerechter und kulturell vielfältiger zu machen. Das ist eine große Aufgabe, die niemand alleine bewältigen kann. Das kann nur gelingen, wenn wir auf Zusammenarbeit, Bündelung der Kräfte und Ausbau der Kompetenzen wie gegenseitige Befruchtung setzen. So wie andere Verbände aufgrund ihrer Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte spezifische Eigenheiten und Stärken haben, so bringt auch der VIW aufgrund der interkulturellen Zusammensetzung seiner Mitglieder besondere Kompetenzen und langjährige Arbeitserfahrungen mit. Wir laden alle Interessierten ein, unseren Verband und unsere Ideen kennenzulernen. Wir wollen und suchen aktiv die Zusammenarbeit mit Allen, die sich für interkulturelle Wohlfahrt, Sozialarbeit und Bildung stark machen.

Der VIW ist ein offener Verband, der von bundesweit tätigen Migrantenselbstorganisationen und postmigrantischen Vereinen getragen wird. Obwohl die Gründungsmitglieder bereits eine beachtliche interkulturelle Kompetenz repräsentieren, ist es unser Ziel, in den nächsten Jahren weitere interessierte Verbände und Vereine aufzunehmen. Diese Offenheit ist uns wichtig und wir werben offensiv für Kooperationen zwischen Migrantenselbstorganisationen. Die heute etablierte Verbandstruktur stellt nur einen bescheidenen Anfang dar. Unser Ziel ist es, über uns selbst hinauszuwachsen und die migrantischen Communities durch unser interkulturelles Engagement zu empowern. Unser Verband steht für Empowerment und Diversity in der interkulturellen Wohlfahrt.

Im Namen des VIW danken wir der Staatsministerin Aydan Özoğuz sehr herzlich für ihre Unterstützung dieser Verbandsgründung. Ihre wohlwollenden Grußworte stellen nicht nur eine große Ehre und ein bedeutsames Signal dar, sondern zeugen auch von der Zuversicht und politischen Notwendigkeit, die mit dem Anliegen des VIW verbunden sind. Genauso gilt unser großer Dank dem Sachverständigenrat der deutschen Stiftungen für Integration und Migration, der durch seine großzügige Gastfreundschaft die feierliche Gründung in seinen Räumen ermöglicht hat. Vielen Dank! Wir werden diese tolle Erfahrung in guter Erinnerung behalten und hoffen, uns möglichst bald mit einer Einladung in eigenen Räumlichkeiten revanchieren zu können. Genauso wünschen wir uns eine gute und enge Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und würden uns über eine baldige Einladung sehr freuen.

Bis wir als Institution strukturell verankert sind und eine flächendeckende Organisierung auf Bundes- und Landesebene etabliert haben, ist noch ein weiter Weg zu gehen. Zweifellos haben wir noch viel zu tun. Aber heute haben wir einen hoffnungsvollen Grundstein für die oben skizzierte Zukunftsvision gelegt. Wir hoffen, dass Sie uns weiterhin auf diesem Weg unterstützen werden und wir auf Ihr Engagement und Wohlwollen vertrauen dürfen.

 

Mitglieder und Zuständigkeiten im VIW*

Gründungsmitglieder

Amaro Drom, Bund der spanischen Elternvereine in der Bundesrepublik Deutschland, Bundesverband Deutsch-Arabischer Vereine in Deutschland, Bundesverband der Vietnamesen, Bundesverband russischsprachiger Eltern, korientation – Asiatische Deutsche, Kroatischer Weltkongress in Deutschland, Polnischer Sozialrat, Türkische Gemeinde in Deutschland, Verband griechischer Gemeinden in Deutschland und Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland.

Sprecher/-innen des VIW

Dr. Kien Nghi Ha (korientation – Asiatische Deutsche), Kenan Kolat (Türkische Gemeinde in Deutschland), Olga Sperling (Bundesverband russischsprachiger Eltern).

Vorstand des VIW

Nikolaos Athanassiadis (Verband griechischer Gemeinden in Deutschland)

María Luisa Criado Camarero (Bund der spanischen Elternvereine in der Bundesrepublik Deutschland)

Dr. Ali Chaaban (Bundesverband Deutsch-Arabischer Vereine in Deutschland)

Sami Dzemailovski (Amaro Drom)

Dr. Kien Nghi Ha (korientation – Asiatische Deutsche)

Moctar Kamara (Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland)

Kenan Kolat (Türkische Gemeinde in Deutschland)

Mijo Maric (Kroatischer Weltkongress in Deutschland)

Marta Neüff (Polnischer Sozialrat)

Prof. Dr. Van Thoai Nguyen (Bundesverband der Vietnamesen)

Olga Sperling (Bundesverband russischsprachiger Eltern)

 

Kassenwart des Vorstands

Mijo Maric (Kroatischer Weltkongress in Deutschland)

 

Kassenprüfer/-innen

Dr. Jean Michel Bollo (Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland)

Ayşe Demir (Türkische Gemeinde in Deutschland)

Thuy Le (korientation – Asiatische Deutsche)

 

Leiter der Gründungsmitgliederversammlung

Safter Çinar (Türkische Gemeinde in Deutschland)

Beisitzerinnen der Gründungsmitgliederversammlung

Sera Choi (korientation – Asiatische Deutsche)

* Namen in alphabetischer Reihenfolge.

[1] Die Einladung und das Programm der Gründungveranstaltung sind hier abrufbar. http://www.tgd.de/2014/05/30/grundung-verband-fur-interkulturelle-wohlfahrtspflege/

[2] Der VIW hat ein ausführliches Positionspapier über die Hintergründe und die Ziele der Verbandsgründung erarbeitet. http://www.korientation.de/wp-content/uploads/2014/05/VIW-Positionspapier.pdf

One comment

  • Sehr geehrte Damen und Herren,

    gibt es denn schon einen Kontakt an den Vorstand des neu gegründeten Verband VIW?

    mit freundlichen Grüßen
    Lena Ender
    Türkisch-Deutscher Verein zur Integration behinderter Menschen (TIM) e.V.

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