Liebe Leute in Sachsen, liebe alle, die in der Region sind, Bezüge dorthin haben und alle, die dabei sein wollen!
Wir fahren zu 👉 „Offener Prozess“ – ein Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex.
Denn wir fragen uns: Was hat es dem weitverzweigten rechtsterroristischen Netzwerk über Jahre ermöglicht, unentdeckt zu morden? Wie bauen wir eine Gesellschaft, die Rassismus und rechtem Terror den Nährboden entzieht? Und wie können wir als Communities füreinander einstehen, wenn Institutionen versagen?
Kommt mit! Wir wollen gemeinsam gedenken, lernen, erinnern, uns kennenlernen, austauschen, solidarische Netzwerke bilden, und diese vertiefen.
Übrigens: Ein paar von uns fahren anschließend nach Werdau zum 👉 Ostdeutsch-Postmigrantischen Filmfest W.I.R. zeigen Osten (8.–11.10.2026) der Werdauer Initiative gegen Rassismus und freuen sich, euch auch dort zu begegnen.
Wir freuen uns auf euch! 🫶
Jacky, Lili, Maria, Sina, Su-Ran & Vi
Kommt mit! korientation besucht „Offener Prozess“ – ein Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex
- Community-Çay-Runde und gemeinsamer Ausstellungsbesuch
📅 Wann: Donnerstag, 08.10.2026, 13.30 Uhr
📍 Wo: Johannisplatz , 09111 Chemnitz
👥 Wer: Community & Friends
🎫 Eintritt: frei, begrenzte Plätze, mit Anmeldung
📨 Anmeldeschluss: 06.10.2026
📫 Anmeldung: geschlossen
In Gedenken an
Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter.
In Solidarität mit den Angehörigen der Toten; den Überlebenden der Sprengstoffanschläge in Köln und Nürnberg und weiteren Betroffenen der Sprengstoffanschläge, die heute nicht mehr leben; den Bedrohten und Verletzten der Raubüberfälle in Chemnitz, Zwickau, Stralsund, Arnstadt und Eisenach und dem Überlebenden des Anschlags in Heilbronn.
🔎 Worum gehts?
Zwischen 2000 und 2007 ermordete der “Nationalsozialistische Untergrund” (NSU) zehn Menschen. Bei Sprengstoffanschlägen und Raubüberfällen in sechs Bundesländern wurden viele weitere Menschen verletzt und traumatisiert. Statt das neonazistische rassistische Tatmotiv anzuerkennen, verdächtigten und stigmatisierten Ermittlungsbehörden die Betroffenen. Auch der Großteil der Medien und die Mehrheitsgesellschaft übernahmen diesen Annahmen.
Erst die Selbstenttarnung des NSU offenbarte die unbekannten Dimensionen rechten Terrors, staatlichen Behördenversagens und von Rassismus. Bis heute ist der NSU-Komplex nicht vollständig aufgeklärt.
Vor allem das Engagement, die Kraft und der Widerstand der Betroffenen der Anschläge und der Angehörigen der Mordopfer haben Bewegung in die Aufarbeitung gebracht.
Wie konnte der NSU mitten in unserer Gesellschaft agieren, ohne aufzufallen? Warum hat niemand hingeschaut? Was hat das mit uns zu tun – heute, hier? Und was können wir daraus lernen, damit sich wirklich etwas ändert?
“Offener Prozess” schafft genau für diese Fragen Raum. Es ist ein Erinnerungs- und Bildungsort, der Betroffene und ihre Perspektive stärkt, die Geschichte des NSU-Komplex kritisch beleuchtet und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Der Ort dient als eine Anlaufstelle, um die Erinnerung an die Menschen wach zu halten, die durch die rechtsterroristischen Täter des so genannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) ermordet wurden. Deshalb werden auch Hintergründe, Versäumnisse und Lehren aus diesen Ereignissen aufgearbeitet.
📌 Ablauf unseres gemeinsamen Ausstellungsbesuchs
13.30 Uhr: Community-Çay-Runde
Wir kommen erstmal bei einem Glas Çay und mit Drinks zusammen an. So haben wir zum einen die Möglichkeit, uns zusammen auf den gemeinsamen Ausstellungsbesuch einzustimmen, zum anderen gibt es so aber auch Gelegenheit, sich kennenzulernen, auszutauschen und zu vernetzen. Wer ist sonst noch alles da? Welche Fragen bringen wir mit zu dem gemeinsamen Besuch?
~ 14.30 Uhr: Gemeinsame Führung durch die Ausstellung
Wir freuen uns riesig, dass uns Vân durch die Ausstellung führen wird!
~ 15.30 Uhr: Zeit zur freien Besichtigung, weitere Fragen & Ausklang
Im Anschluss könnt ihr in Ruhe, nach eigenem Tempo und auf eigene Faust die Ausstellung erkunden – oder euch spontan weiter austauschen. Falls ihr noch Fragen an das Team von Offener Prozess oder korientation habt, könnt ihr damit natürlich auf uns zukommen!
💌 Wer ist alles eingeladen?
Wir laden ein: alle Asiatisch-Deutschen und Asiatisch-diasporischen Menschen und Personen mit Bezügen zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-)Asien, sowie alle Interessierten, Friends & Allies!
Kommt vorbei, wenn…
- ihr dazu lernen wollt oder einfach neugierig seid
- erfahren möchtet, wie Angehörige der Opfer des NSU-Komplexes, Aktivist*innen und das Team von „Offener Prozess“ lebendige Erinnerungsarbeit gestalten
- ihr euch für migrantische und ostdeutsche Perspektiven, Erfahrungen und Kämpfe interessiert
- ihr euch mit anderen Interessierten und aktiven Leuten in Chemnitz und Umgebung austauschen möchtet
- ihr bei korientation aktive Menschen kennenlernen, wiedersehen und euch mit ihnen austauschen wollt
- ihr einfach dabei sein, Zeit in Community verbringen und zuhören möchtet
🤝 Barrieren und Zugänglichkeit
Wir freuen uns auf schönen und offenen Nachmittag zusammen und verstehen die Veranstaltung als gemeinsam gestalteten Raum. Das bedeutet, dass wir alle zusammen Verantwortung dafür tragen, dass sich alle wohlfühlen können, aufeinander achten, sich gegenseitig respektieren und füreinander Raum lassen.
Wenn euch etwas beschäftigt oder ihr euch unsicher seid, sprecht uns unbedingt an – oder wendet euch direkt aneinander.
Auf der Webseite von „Offener Prozess“ findet ihr Infos zu Barrieren und zur Anfahrt.
Wenn ihr noch Fragen oder Bedarfe habt, schreibt uns gerne und wir schauen gemeinsam, wie wir euch dabei unterstützen können, dass ihr gut teilnehmen könnt: info(at)korientation.de.
Übrigens: Wusstet ihr, dass das Bundesförderprogramm „Demokratie leben!“ auch in Reaktion auf die Aufdeckung der NSU-Morde entstanden ist? Trotzdem hat Familienministerin Karin Prien dieses Jahr etliche Organisationen mit dem radikalen Umbau von „Demokratie leben!“ überrascht und ihnen die Mittel für ihre auf Jahre geplante Arbeit entzogen. Hier könnt ihr nachlesen, warum wir denken, dass sich Kürzungspolitik und politische Kontrolle hier die Hand geben und hier findet ihr das Statement von „Offener Prozess“ dazu. Außerdem haben wir für euch zusammengefasst, inwiefern das die Arbeit von korientation gefährdet.
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