Interkultur Ruhr hat uns ins Ruhrgebiet eingeladen, rund um das Thema Community-Building Netzwerke lokal zu stärken und zu erweitern. Wir freuen uns über diese Einladung und diese Gelegenheit mit euch – allen, die im Ruhrgebiet sind, allen, die Bezüge dorthin haben oder denen, die einfach dabei sein wollen – vor Ort zusammenzukommen!
Regionales Community-Building stärken für Asiatisch-Deutsche & Asiatisch-diasporische Community
Filmscreening „Staatsschutz“ mit anschließendem Gespräch, danach Austausch und gemeinsames Essen
📅 Wann: Samstag, 28.11.2026, 14.45–21 Uhr
📍 Wo: Ringlokschuppen, Am Schloß Broich 38, 45479 Mülheim an der Ruhr
👯 Wer: Asiatisch-Deutsche, asiatisch-diasporische Personen mit Bezug zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-)Asien. Anmeldung erforderlich!
📨 Anmeldefrist: Mi. 25.11.2026
✍️ Anmeldung: Anmeldeformular unten
😷 Bitte testet Euch wenn möglich vorher, handelt verantwortlich und bleibt bei Symptomen zu Hause.
Worum gehts?
Oft werden wir gefragt: Wann kommt ihr zu uns? Gibt es bei uns Community-Angebote? Wie können wir bei uns Community „machen“? Es gibt dafür nicht das „eine“ Konzept. Jede Region bringt ihre eigenen Bedingungen mit und Bewährtes lässt sich nicht 1:1 übertragen. Wir können „Community“ leider nicht einfach zu euch hinbringen.
Was wir aber wissen: Community entsteht dort, wo Menschen anfangen, sich miteinander zu verbinden, gemeinsam Dinge zu bewegen und zu organisieren. Und genau solche Räume können selbst geschaffen werden. Dieses Treffen kann ein Anfang oder ein weiterer Schritt für neu entstehende Community-Räume sein.
Wir freuen uns, ins Ruhrgebiet zu kommen, euch kennenzulernen und zu hören, was euch so bewegt!
Zum Ablauf
🎬 🗪 1. Teil: Filmscreening & Gespräch




Deutschland 2026, 113 Minuten, FSK 12, deutsche Lautsprache mit englischen Untertiteln
Wir starten am Nachmittag mit dem Film Staatsschutz:
Die frisch examinierte Staatsanwältin Seyo Kim (Chen Emilie Yan) tritt ihre erste Stelle an, ermittelt zu rechter Gewalt und wird selber zur Zielscheibe. Statt auf Aufklärung stößt sie in den „eigenen Reihen“ auf eine Mauer des Schweigens: Seyo nimmt mit Verbündeten den Kampf gegen den scheinbar übermächtigen Justizapparat auf. Unter ständiger Bedrohung kämpft Seyo mit ihnen für die Integrität des Rechts – mit allen Mitteln und nicht nur vor Gericht.
Anschließendes Gespräch
Nach dem gemeinsamen Screening nehmen wir den Film als Ausgangspunkt, um im Anschluss mit zwei Drehbuchautor*innen von Staatsschutz und dem Solidaritätskreis Justice for Ibrahima Barry ins Gespräch zu kommen:

Claudia Schaefer
Hauptautorin Drehbuch Staatsschutz
Claudia Schaefer ist Diplompsychologin und studierte später an der dffb Drehbuch. Ihr Leben ist geprägt von politischem Aktivismus und so entstanden auch ihre ersten beiden Kinofilme: WEIL ICH SCHÖNER BIN (2012) und NAOMIS REISE (2017). Ihr dritter Film, nach dem Roman ELLBOGEN von Fatma Aydemir, prämierte 2024 auf der Berlinale. 2026 kehrte sie mit STAATSSCHUTZ zur Berlinale zurück. Ihr aktuelles Projekt KASCHIERT wurde für den deutschen Drehbuchpreis 2026 nominiert.
www.claudia-schaefer-drehbuch.de

Jee-Un Kim
Co-Autorin Drehbuch Staatsschutz
Jee-Un ist Gründungsmitglied und Geschäftsleitung von korientation. Sie war nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften und Kulturmanagement zunächst anwaltlich tätig, bevor sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Koreanistik Tübingen ging. Seit 2020 arbeitet sie hauptamtlich für korientation, mit einem Interesse an Selbstorganisierungen, machtkritischer Organisationsentwicklung, Aufbau von post/migrantischen Wissensbeständen und widerständigen Community-orientierten Strategien in einer zunehmend autoritären Gesellschaft.

Solidaritätskreis Justice for Ibrahima Barry
Ibrahima Barry starb am 06. Januar 2024 bei einem Polizeieinsatz in Mülheim an der Ruhr. An diesem Tag befand sich Ibrahima in einer psychischen Ausnahmesituation, weshalb der Sicherheitsdienst der Geflüchtenunterkunft, in der er lebte, die Polizei rief. Ibrahima ist durch den Polizeieinsatz gestorben. Ibrahima ist ein Opfer tödlicher, rassistischer Polizeigewalt. Alle 9 Polizist*innen, die am Einsatz beteiligt waren, wurden angeklagt. Allerdings wegen gefährlicher Körperverletzung, nicht wegen dem Tod von Ibrahima.
Der Solidaritätskreis unterstützt die Familie Barry in ihrem Aufenthalt in Deutschland, ihrer
Teilnahme am Prozess und ihrem Kampf für Gerechtigkeit und Aufklärung. Die Familie Barry ist Ende Juni 2026 nach Deutschland gereist, um als Nebenklage am Prozess gegen die Polizist*innen teilzunehmen.
https://www.instagram.com/solikreis_justiceforibrahima
Moderation

Caroline Zhu
Caroline Zhu promovierte in Elektrotechnik und arbeitet als freie Journalistin. An den Schnittstellen von Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft fragt sie danach, wie Machtverhältnisse wirken und eine gerechtere Welt aussehen könnte. Mit Projekten wie dem deutsch-chinesischen Magazin ZhongDe und dem Rice&Roots Asian Diaspora Festival in Köln gestaltet sie Räume für Begegnung und solidarische Praxis.
Bild: Hà Tố-Trinh Nguyễn
🍜👥 2. Teil: Austausch, Vernetzung & Essen
Im zweiten Teil am Abend gehts um Vernetzung und Austausch – mit guter Versorgung vom Buffet!
Wir möchten uns die Zeit nehmen, das In-Community-Sein einfach zu genießen, zusammenzusitzen, uns kennenzulernen und zu plauschen.
Uns begleiten dabei verschiedene Themen, über die wir mit euch in den Austausch gehen wollen, u.a.:
- Wie können wir gerade jetzt die wichtigen Vernetzungen aufbauen?
- Wie anfangen?
- Nachhaltigkeit von Räumen: Wie können wir langfristig verbunden bleiben? Wie können wir Verantwortung und Ressourcen sinnvoll teilen?
- Austausch zu verschiedenen Arten von Räumen: von entspannten Hangouts (einfach zusammenkommen, essen, reden) bis hin zu strukturierten oder / und politische(re)n Räumen (Organizing, Aktionen)
- Formen von Zusammenarbeit: Ehrenamt, Lohnarbeit, Kooperationen mit Institutionen, lose Vernetzung – wie kann das gestaltet werden und ggf. gut ineinander greifen?
- Kräfte im Blick behalten: Wie aktiv sein und dabei auf sich selbst und andere aufpassen?
Wir freuen uns, eure Impulse und Gedanken für unsere Arbeit mitzunehmen. Wir wollen erfahren, wie es euch aktuell geht, was euch bewegt – und wie wir dezentrales Community-Building noch besser unterstützen können!
Wer ist alles dabei?
💌 Alle Leute, die unserer Einladung an die Community folgen!
Wir laden ein: Asiatisch-Deutsche und Asiatisch-diasporische Menschen, sowie alle mit Bezügen zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-)Asien, die im Ruhrgebiet wohnen oder gerade in der Gegend sind!
Kommt vorbei, wenn…
- ihr Lust habt, andere aus der Region kennenzulernen
- ihr Lust habt, lokal etwas (mit) zu gestalten
- ihr noch nicht genau wisst, wo ihr anfangen sollt
- ihr schon aktiv seid und euch weiter vernetzen möchtet
- ihr neugierig auf Erfahrungen und Perspektiven aus anderen Städten seid
- ihr neugierig seid, wie verschiedene Menschen aus dem korientation-Netzwerk organisiert sind
- ihr einfach dabei sein möchtet, Zeit in Community verbringen und zuhören möchtet
🌱 Leute, deren Perspektiven wir für den Austausch mit-/einbringen wollten
Für den Vernetzungsteil kommen verschiedene Engagierte aus dem Netzwerk von korientation vorbei!
Bei korientation gibt es viele verschiedene Perspektiven. Zu unserem Treffen kommen ehrenamtliche Mitglieder aus Hamburg, Dresden und Frankurt, sowie hauptamtliche Team‑Mitglieder aus Köln und Berlin. Denn wir haben immer wieder erlebt, wie unterschiedlich die Bedingungen vor Ort und auch bei den jeweiligen Personen sind. An manchen Orten sind Räume, Fördermöglichkeiten oder Netzwerke leichter zugänglich, an anderen müssen Menschen vieles selbst organisieren. Wir teilen, was bei uns funktioniert hat, was schwierig war und was wir daraus gelernt haben. Nicht als Anleitung, sondern als Einladung, eigene Wege zu finden.
Alle, die vorbeikommen, bringen unterschiedliche Erfahrungen mit – von der Orga kleiner, offener Treffen und Hangouts über die Gestaltung gemeinsamer Lernräume bis hin zur Durchführung von Veranstaltungen und Workshops. Während die einen mit und in bestehenden Strukturen zusammenarbeiten, bauen andere neue, ehrenamtlich getragene Räume auf.
🎯 Veranstalter*innen / Organisator*innen
- korientation ist eine (post)migrantische Selbstorganisation und ein Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven mit einem gesellschaftskritischen Blick auf Kultur, Medien und Politik.
Den Verein gibt es nun seit 18 Jahren (s. auch unsere Vereinsgeschichte). Was korientation heute ist, ist aus unzähligen Momenten von Solidarität, ehrenamtlichem Engagement und gegenseitiger Unterstützung entstanden und keineswegs ein festes Gefüge, sondern ein wachsendes, sich veränderndes Netzwerk aus vielen kleinen und großen Ideen, Menschen und Beziehungen. Diese gemeinsame Energie hat uns hierher gebracht und ist die Grundlage für das, was wir weiter und besser ausbauen möchten: Dezentrales Community Building und Selbstorganisierung stärken, und Asiatisch-Deutsche/-diasporische Netzwerke erweitern.
Gerade in Zeiten der Faschisierung, der autoritären Umbrüche und Kürzungen (mehr dazu, wie das unsere Arbeit unmittelbar bedroht, erfahrt ihr hier.) sehen wir einen akuten Bedarf, krisenfester zu werden, indem wir besonders solidarische, unabhängige(re) und ehrenamtliche Strukturen in den Fokus nehmen.
- Interkultur Ruhr Das Ruhrgebiet ist seit Generationen von Migration geprägt. Trotzdem sind Zugänge zu Ressourcen, Förderungen und Sichtbarkeit im Kulturbetrieb noch immer ungleich verteilt. Viele Perspektiven bleiben unterrepräsentiert. Deshalb stellt Interkultur Ruhr die Fragen: Wer wird gesehen? Wer wird gehört? Und wer fehlt noch? Interkultur Ruhr ist eine Plattform für Kunst, Kultur und Vernetzung im Ruhrgebiet. Seit 2015 unterstützt Interkultur Ruhr Künstler:innen, Kulturschaffende und Projekte, die postmigrantische Perspektiven in die Kulturlandschaft bringen – initiiert vom Regionalverband Ruhr und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW. Der Förderfonds orientierte sich 2015 an der Idee, Menschen nach Flucht und Migration den Zugang zu kulturellen Netzwerken zu erleichtern und Begegnungen auf Augenhöhe zu schaffen. Heute hat sich Interkultur Ruhr weiterentwickelt und arbeitet daran, langfristige Strukturen für mehr Vielfalt im Kulturbereich aufzubauen. Mit Förderprogrammen wie der Projektförderung und dem Time To Breathe Fellowship, mit Beratung, Qualifizierung und einem Festival in wechselnden Städten schafft Interkultur Ruhr Räume für Austausch, Zusammenarbeit und neue künstlerische Perspektiven. Das Ziel ist es, einen Kulturbetrieb zu schaffen, in dem Herkunft oder Aufenthaltsstatus nicht darüber entscheiden, wer sichtbar wird und wer an Kunst und Kultur teilnehmen kann.
Interkultur Ruhr arbeitet im Ruhrgebiet – und mit den Menschen, die diese Region prägen.
Danke liebes Interkultur Ruhr Team für die Einladung, der wir gerne gefolgt sind. Danke Mina, Megha, und allen weiteren Beteiligten fürs viele Mitdenken und die gute Zusammenarbeit!
Barrieren und Zugänglichkeit
🚌Hinkommen
Adresse:
Ringlokschuppen Ruhr
Am Schloß Broich 38
45479 Mülheim an der Ruhr
- kostenfreie Parkplätze (begrenzt; Ausweichmöglichkeit: Stadthallenparkplatz)
- ÖPNV: Haltestelle Schloß Broich
ca. 20 Gehminuten vom Hauptbahnhof Mülheim
ℹ️ Fußweg von Haltestelle Schloß Broich nach Ringlokschuppen
Straßenbahn-Haltestelle Schloß Broich (Linien 102, 901) durch Aufzug oder Rolltreppen zu erreichen. Aktuelle Informationen zum Betrieb bei der ruhrbahn.
Nach Ausstieg links Straße Am Schloß Broich überqueren. Achtung! Ampel verfügt über Signal.
Dann nach links Abzweigung von Bergstraße überqueren. Achtung! Ampel verfügt über Signal.
Dann 255 Meter Am Schloß Broich Richtung Westen. Achtung! Leichte Steigung.
Nach rechts abbiegen. Achtung! Erst leichte Steigung dann leichtes Gefälle.
Nach 150 Metern rechts halten, der Ringlokschuppen liegt auf der linken Seite.
Links um das Gebäude gehen. Nach 100 Metern befindet sich der Eingang links.
➜] Reinkommen
- Bitte seht bei Erkältungs- und Grippesymptomen von einer Teilnahme ab.
- Der Zugang zu den von uns genutzten Räumlichkeiten (Eingang, Foyer, Bühnenräume, WC) ist barrierefrei, die Eingangstür lässt sich per Taster öffnen.
🤗 Klarkommen
Wir freuen uns auf schönen und offenen Nachmittag und Abend zusammen und verstehen die Veranstaltung als gemeinsam gestalteten Raum. Das bedeutet, dass wir alle zusammen Verantwortung dafür tragen, dass sich alle wohlfühlen können, aufeinander achten, sich gegenseitig respektieren und füreinander Raum lassen.
Wenn euch etwas beschäftigt oder ihr euch unsicher seid, sprecht uns unbedingt an – oder wendet euch direkt aneinander.
Weitere Infos:
- Essen und Getränke: Ihr werdet kostenfrei mit einem Buffet versorgt. Es wird vegane Optionen geben.
- Fotos: Es wird eine Fotografin anwesend sein. Falls ihr nicht auf Fotos zu sehen sein möchtet, die ggfs. im Nachgang veröffentlicht werden, kommt bitte auf uns zu.
- Raum: Screening, Panel und Essen finden in einem Saal ohne Fenster statt. Keine Sorge: Wir machen es uns trotzdem gemütlich!
- Rückzugsraum vorhanden.
- Sitzmöglichkeiten: Infos tba.
- Kinder sind willkommen! Leider gibt es keine Kinderbetreuung vor Ort.
- Sprache: Die Veranstaltung findet in Deutscher Lautsprache statt.
Sofern Übersetzungs- und Sprachkenntnisse von den Anwesenden es hergeben, können wir auch in anderen Sprachen miteinander kommunizieren. - WCs: barrierefreie All-Gender-Toiletten
Wenn ihr noch Fragen oder Bedarfe habt, schreibt uns gerne und wir schauen gemeinsam, wie wir euch dabei unterstützen können, dass ihr gut teilnehmen könnt: info(at)korientation.de.
Anmeldung
✍️ Anmeldeformular
