Vernetzungstreffen Ruhrgebiet: Screening „Staatsschutz“ + Gespräch, Austausch und gemeinsames Essen am 28.11.2026 in Mülheim an der Ruhr

Interkultur Ruhr hat uns ins Ruhrgebiet ein­ge­laden, rund um das Thema Community-Building Netzwerke lokal zu stärken und zu erweitern. Wir freuen uns über diese Einladung und diese Gelegenheit mit euch – allen, die im Ruhrgebiet sind, allen, die Bezüge dorthin haben oder denen, die einfach dabei sein wollen – vor Ort zusammenzukommen!

Worum gehts?

Oft werden wir gefragt: Wann kommt ihr zu uns? Gibt es bei uns Community-Angebote? Wie können wir bei uns Community „machen“? Es gibt dafür nicht das „eine“ Konzept. Jede Region bringt ihre eigenen Bedingungen mit und Bewährtes lässt sich nicht 1:1 über­tragen. Wir können „Community“ leider nicht einfach zu euch hinbringen.

Was wir aber wissen: Community ent­steht dort, wo Menschen anfangen, sich mit­ein­ander zu ver­binden, gemeinsam Dinge zu bewegen und zu orga­ni­sieren. Und genau solche Räume können selbst geschaffen werden. Dieses Treffen kann ein Anfang oder ein wei­terer Schritt für neu ent­ste­hende Community-Räume sein.

Wir freuen uns, ins Ruhrgebiet zu kommen, euch ken­nen­zu­lernen und zu hören, was euch so bewegt!

Zum Ablauf

🎬 🗪 1. Teil: Filmscreening & Gespräch

Wir starten am Nachmittag mit dem Film Staatsschutz:
Die frisch exami­nierte Staatsanwältin Seyo Kim (Chen Emilie Yan) tritt ihre erste Stelle an, ermittelt zu rechter Gewalt und wird selber zur Zielscheibe. Statt auf Aufklärung stößt sie in den „eigenen Reihen“ auf eine Mauer des Schweigens: Seyo nimmt mit Verbündeten den Kampf gegen den scheinbar über­mäch­tigen Justizapparat auf. Unter stän­diger Bedrohung kämpft Seyo mit ihnen für die Integrität des Rechts – mit allen Mitteln und nicht nur vor Gericht.

Anschließendes Gespräch
Nach dem gemein­samen Screening nehmen wir den Film als Ausgangspunkt, um im Anschluss mit zwei Drehbuchautor*innen von Staatsschutz und dem Solidaritätskreis Justice for Ibrahima Barry ins Gespräch zu kommen:

Claudia Schaefer
Hauptautorin Drehbuch Staatsschutz

Claudia Schaefer ist Diplompsychologin und stu­dierte später an der dffb Drehbuch. Ihr Leben ist geprägt von poli­ti­schem Aktivismus und so ent­standen auch ihre ersten beiden Kinofilme: WEIL ICH SCHÖNER BIN (2012) und NAOMIS REISE (2017). Ihr dritter Film, nach dem Roman ELLBOGEN von Fatma Aydemir, prä­mierte 2024 auf der Berlinale. 2026 kehrte sie mit STAATSSCHUTZ zur Berlinale zurück. Ihr aktu­elles Projekt KASCHIERT wurde für den deut­schen Drehbuchpreis 2026 nomi­niert.
www.claudia-schaefer-drehbuch.de


Jee-Un Kim
Co-Autorin Drehbuch Staatsschutz

Jee-Un ist Gründungsmitglied und Geschäftsleitung von kori­en­tation. Sie war nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften und Kulturmanagement zunächst anwaltlich tätig, bevor sie als wis­sen­schaft­liche Mitarbeiterin an die Koreanistik Tübingen ging. Seit 2020 arbeitet sie haupt­amtlich für kori­en­tation, mit einem Interesse an Selbstorganisierungen, macht­kri­ti­scher Organisationsentwicklung, Aufbau von post/migrantischen Wissensbeständen und wider­stän­digen Community-orientierten Strategien in einer zunehmend auto­ri­tären Gesellschaft. 



Solidaritätskreis Justice for Ibrahima Barry


Ibrahima Barry starb am 06. Januar 2024 bei einem Polizeieinsatz in Mülheim an der Ruhr. An diesem Tag befand sich Ibrahima in einer psy­chi­schen Ausnahmesituation, weshalb der Sicherheitsdienst der Geflüchtenunterkunft, in der er lebte, die Polizei rief. Ibrahima ist durch den Polizeieinsatz gestorben. Ibrahima ist ein Opfer töd­licher, ras­sis­ti­scher Polizeigewalt. Alle 9 Polizist*innen, die am Einsatz beteiligt waren, wurden ange­klagt. Allerdings wegen gefähr­licher Körperverletzung, nicht wegen dem Tod von Ibrahima.

Der Solidaritätskreis unter­stützt die Familie Barry in ihrem Aufenthalt in Deutschland, ihrer
Teilnahme am Prozess und ihrem Kampf für Gerechtigkeit und Aufklärung. Die Familie Barry ist Ende Juni 2026 nach Deutschland gereist, um als Nebenklage am Prozess gegen die Polizist*innen teil­zu­nehmen.
https://www.instagram.com/solikreis_justiceforibrahima

Moderation

Caroline Zhu

Caroline Zhu pro­mo­vierte in Elektrotechnik und arbeitet als freie Journalistin. An den Schnittstellen von Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft fragt sie danach, wie Machtverhältnisse wirken und eine gerechtere Welt aus­sehen könnte. Mit Projekten wie dem deutsch-chinesischen Magazin ZhongDe und dem Rice&Roots Asian Diaspora Festival in Köln gestaltet sie Räume für Begegnung und soli­da­rische Praxis.

Bild: Hà Tố-Trinh Nguyễn

🍜👥 2. Teil: Austausch, Vernetzung & Essen

Im zweiten Teil am Abend gehts um Vernetzung und Austausch – mit guter Versorgung vom Buffet!
Wir möchten uns die Zeit nehmen, das In-Community-Sein einfach zu genießen, zusam­men­zu­sitzen, uns ken­nen­zu­lernen und zu plauschen.

Uns begleiten dabei ver­schiedene Themen, über die wir mit euch in den Austausch gehen wollen, u.a.:

  • Wie können wir gerade jetzt die wich­tigen Vernetzungen aufbauen?
  • Wie anfangen?
  • Nachhaltigkeit von Räumen: Wie können wir lang­fristig ver­bunden bleiben? Wie können wir Verantwortung und Ressourcen sinnvoll teilen?
  • Austausch zu ver­schie­denen Arten von Räumen: von ent­spannten Hangouts (einfach zusam­men­kommen, essen, reden) bis hin zu struk­tu­rierten oder / und politische(re)n Räumen (Organizing, Aktionen)
  • Formen von Zusammenarbeit: Ehrenamt, Lohnarbeit, Kooperationen mit Institutionen, lose Vernetzung – wie kann das gestaltet werden und ggf. gut inein­ander greifen?
  • Kräfte im Blick behalten: Wie aktiv sein und dabei auf sich selbst und andere aufpassen?

Wir freuen uns, eure Impulse und Gedanken für unsere Arbeit mit­zu­nehmen. Wir wollen erfahren, wie es euch aktuell geht, was euch bewegt – und wie wir dezen­trales Community-Building noch besser unter­stützen können!

Wer ist alles dabei?

💌 Alle Leute, die unserer Einladung an die Community folgen!

Wir laden ein: Asiatisch-Deutsche und Asiatisch-diasporische Menschen, sowie alle mit Bezügen zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-)Asien, die im Ruhrgebiet wohnen oder gerade in der Gegend sind!

Kommt vorbei, wenn…

  • ihr Lust habt, andere aus der Region kennenzulernen 
  • ihr Lust habt, lokal etwas (mit) zu gestalten
  • ihr noch nicht genau wisst, wo ihr anfangen sollt
  • ihr schon aktiv seid und euch weiter ver­netzen möchtet 
  • ihr neu­gierig auf Erfahrungen und Perspektiven aus anderen Städten seid
  • ihr neu­gierig seid, wie ver­schiedene Menschen aus dem korientation-Netzwerk orga­ni­siert sind
  • ihr einfach dabei sein möchtet, Zeit in Community ver­bringen und zuhören möchtet
🌱 Leute, deren Perspektiven wir für den Austausch mit-/einbringen wollten

Für den Vernetzungsteil kommen ver­schiedene Engagierte aus dem Netzwerk von kori­en­tation vorbei!
Bei kori­en­tation gibt es viele ver­schiedene Perspektiven. Zu unserem Treffen kommen ehren­amt­liche Mitglieder aus Hamburg, Dresden und Frankurt, sowie haupt­amt­liche Team‑Mitglieder aus Köln und Berlin. Denn wir haben immer wieder erlebt, wie unter­schiedlich die Bedingungen vor Ort und auch bei den jewei­ligen Personen sind. An manchen Orten sind Räume, Fördermöglichkeiten oder Netzwerke leichter zugänglich, an anderen müssen Menschen vieles selbst orga­ni­sieren. Wir teilen, was bei uns funk­tio­niert hat, was schwierig war und was wir daraus gelernt haben. Nicht als Anleitung, sondern als Einladung, eigene Wege zu finden.
Alle, die vor­bei­kommen, bringen unter­schied­liche Erfahrungen mit – von der Orga kleiner, offener Treffen und Hangouts über die Gestaltung gemein­samer Lernräume bis hin zur Durchführung von Veranstaltungen und Workshops. Während die einen mit und in bestehenden Strukturen zusam­men­ar­beiten, bauen andere neue, ehren­amtlich getragene Räume auf.

🎯 Veranstalter*innen / Organisator*innen
  • kori­en­tation ist eine (post)migrantische Selbstorganisation und ein Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven mit einem gesell­schafts­kri­ti­schen Blick auf Kultur, Medien und Politik.
    Den Verein gibt es nun seit 18 Jahren (s. auch unsere Vereinsgeschichte). Was kori­en­tation heute ist, ist aus unzäh­ligen Momenten von Solidarität, ehren­amt­lichem Engagement und gegen­sei­tiger Unterstützung ent­standen und kei­neswegs ein festes Gefüge, sondern ein wach­sendes, sich ver­än­derndes Netzwerk aus vielen kleinen und großen Ideen, Menschen und Beziehungen. Diese gemeinsame Energie hat uns hierher gebracht und ist die Grundlage für das, was wir weiter und besser aus­bauen möchten: Dezentrales Community Building und Selbstorganisierung stärken, und Asiatisch-Deutsche/-diasporische Netzwerke erweitern.
    Gerade in Zeiten der Faschisierung, der auto­ri­tären Umbrüche und Kürzungen (mehr dazu, wie das unsere Arbeit unmit­telbar bedroht, erfahrt ihr hier.) sehen wir einen akuten Bedarf, kri­sen­fester zu werden, indem wir besonders soli­da­rische, unabhängige(re) und ehren­amt­liche Strukturen in den Fokus nehmen.

  • Interkultur Ruhr Das Ruhrgebiet ist seit Generationen von Migration geprägt. Trotzdem sind Zugänge zu Ressourcen, Förderungen und Sichtbarkeit im Kulturbetrieb noch immer ungleich ver­teilt. Viele Perspektiven bleiben unter­re­prä­sen­tiert. Deshalb stellt Interkultur Ruhr die Fragen: Wer wird gesehen? Wer wird gehört? Und wer fehlt noch? Interkultur Ruhr ist eine Plattform für Kunst, Kultur und Vernetzung im Ruhrgebiet. Seit 2015 unter­stützt Interkultur Ruhr Künstler:innen, Kulturschaffende und Projekte, die post­mi­gran­tische Perspektiven in die Kulturlandschaft bringen – initiiert vom Regionalverband Ruhr und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW. Der Förderfonds ori­en­tierte sich 2015 an der Idee, Menschen nach Flucht und Migration den Zugang zu kul­tu­rellen Netzwerken zu erleichtern und Begegnungen auf Augenhöhe zu schaffen. Heute hat sich Interkultur Ruhr wei­ter­ent­wi­ckelt und arbeitet daran, lang­fristige Strukturen für mehr Vielfalt im Kulturbereich auf­zu­bauen. Mit Förderprogrammen wie der Projektförderung und dem Time To Breathe Fellowship, mit Beratung, Qualifizierung und einem Festival in wech­selnden Städten schafft Interkultur Ruhr Räume für Austausch, Zusammenarbeit und neue künst­le­rische Perspektiven. Das Ziel ist es, einen Kulturbetrieb zu schaffen, in dem Herkunft oder Aufenthaltsstatus nicht darüber ent­scheiden, wer sichtbar wird und wer an Kunst und Kultur teil­nehmen kann.
    Interkultur Ruhr arbeitet im Ruhrgebiet – und mit den Menschen, die diese Region prägen. 

    Danke liebes Interkultur Ruhr Team für die Einladung, der wir gerne gefolgt sind. Danke Mina, Megha, und allen wei­teren Beteiligten fürs viele Mitdenken und die gute Zusammenarbeit!

Barrieren und Zugänglichkeit

🚌Hinkommen

Adresse:
Ringlokschuppen Ruhr
Am Schloß Broich 38
45479 Mülheim an der Ruhr

  • kos­ten­freie Parkplätze (begrenzt; Ausweichmöglichkeit: Stadthallenparkplatz)
  • ÖPNV: Haltestelle Schloß Broich
    ca. 20 Gehminuten vom Hauptbahnhof Mülheim
ℹ️ Fußweg von Haltestelle Schloß Broich nach Ringlokschuppen

Straßenbahn-Haltestelle Schloß Broich (Linien 102, 901) durch Aufzug oder Rolltreppen zu erreichen. Aktuelle Informationen zum Betrieb bei der ruhrbahn.

Nach Ausstieg links Straße Am Schloß Broich über­queren. Achtung! Ampel verfügt über Signal.

Dann nach links Abzweigung von Bergstraße über­queren. Achtung! Ampel verfügt über Signal.

Dann 255 Meter Am Schloß Broich Richtung Westen. Achtung! Leichte Steigung.

Nach rechts abbiegen. Achtung! Erst leichte Steigung dann leichtes Gefälle.

Nach 150 Metern rechts halten, der Ringlokschuppen liegt auf der linken Seite.

Links um das Gebäude gehen. Nach 100 Metern befindet sich der Eingang links.

➜] Reinkommen
  • Bitte seht bei Erkältungs- und Grippesymptomen von einer Teilnahme ab. 
  • Der Zugang zu den von uns genutzten Räumlichkeiten (Eingang, Foyer, Bühnenräume, WC) ist bar­rie­refrei, die Eingangstür lässt sich per Taster öffnen.
🤗 Klarkommen

Wir freuen uns auf schönen und offenen Nachmittag und Abend zusammen und ver­stehen die Veranstaltung als gemeinsam gestal­teten Raum. Das bedeutet, dass wir alle zusammen Verantwortung dafür tragen, dass sich alle wohl­fühlen können, auf­ein­ander achten, sich gegen­seitig respek­tieren und für­ein­ander Raum lassen.
Wenn euch etwas beschäftigt oder ihr euch unsicher seid, sprecht uns unbe­dingt an – oder wendet euch direkt aneinander.

Weitere Infos:

  • Essen und Getränke: Ihr werdet kos­tenfrei mit einem Buffet ver­sorgt. Es wird vegane Optionen geben.
  • Fotos: Es wird eine Fotografin anwesend sein. Falls ihr nicht auf Fotos zu sehen sein möchtet, die ggfs. im Nachgang ver­öf­fent­licht werden, kommt bitte auf uns zu.
  • Raum: Screening, Panel und Essen finden in einem Saal ohne Fenster statt. Keine Sorge: Wir machen es uns trotzdem gemütlich!
  • Rückzugsraum vor­handen.
  • Sitzmöglichkeiten: Infos tba.
  • Kinder sind will­kommen! Leider gibt es keine Kinderbetreuung vor Ort. 
  • Sprache: Die Veranstaltung findet in Deutscher Lautsprache statt.
    Sofern Übersetzungs- und Sprachkenntnisse von den Anwesenden es her­geben, können wir auch in anderen Sprachen mit­ein­ander kommunizieren. 
  • WCs: bar­rie­re­freie All-Gender-Toiletten

Wenn ihr noch Fragen oder Bedarfe habt, schreibt uns gerne und wir schauen gemeinsam, wie wir euch dabei unter­stützen können, dass ihr gut teil­nehmen könnt: info(at)korientation.de.

Anmeldung

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