AllgemeinProjekt RADARVeranstaltungen

Ein Angebot für Asians in der politischen Bildungsarbeit

Sa. 03. & So. 04. Juni 2023 in der Alten Feuerwache Köln

Wie sieht poli­tische Bildungsarbeit aus kolo­nia­lis­mus­kri­ti­scher Perspektive aus? Was haben Identität und Selbstzuschreibungen mit Kolonialismus zu tun? Wie können wir Praxen in der poli­ti­schen Bildungsarbeit schaffen und aus­bauen, die auf Solidarität mit anderen ras­si­fi­zierten und mar­gi­na­li­sierten Communities basieren? Welche Werkzeuge und Strategien brauchen wir, um den Mythos der Vorzeigeminderheit auf­zu­decken und aktiv gegen das Teile-und-Herrsche-Prinzip vor­zu­gehen? Auf welche Art und Weise ver­mitteln wir Wissen in den Lernräumen, die wir kre­ieren? Und wie kann ein gemein­samer Austausch aus­sehen, in dem wir uns in Selbstkritik und Verantwortungsübername in unserer Praxis üben?

Das Projekt RADAR von kori­en­tation lädt Anfang Juni Aktive aus der poli­ti­schen Bildungsarbeit zu einer zwei-tägigen Zukunftswerkstatt nach Köln ein. Wir werden gemeinsam diesen Fragen nach­gehen und dabei immer wieder die Verbindung zur Reflektion über Kolonialität bei­be­halten. Wir freuen uns auf euch!

Ihr könnt euch bis zum 02.04.2023 anmelden.
Zum Anmeldeformular kommt ihr weiter unten.

Ziele

  • Reflexion über Identitätskonstruktionen und eigene Verbindung zu ihnen
  • Selbstkritischer Blick auf die eigene Praxis der poli­ti­schen Bildungsarbeit
  • Methodenentwicklung zur Thematisierung vom Mythos Vorzeigeminderheit
  • Erkundung von Notwendigkeiten und Möglichkeiten zur Solidarisierung mit ver­schie­denen Positionierungen
  • Materialsammlung für eine kri­tische, deko­lo­niale poli­tische Bildungsarbeit mit Schwerpunkten auf ver­schiedene asia­tische Diasporen entwickeln


Programm

Samstag 03.06.Sonntag 04.06.
10.00- 11.30
Uhr
Ankommen, Kennenlernen,
Thematische Einführung

Thematischer Input zur Verbindung von kri­ti­schen Perspektiven auf poli­tische Bildung und wieso kolo­ni­al­kri­tische Perspektiven aus­schlag­gebend für das Netzwerktreffen sind.
Ankommen und Open Space

Möglichkeit Bedürfnisorientierte Spaces zu gestalten.


11.45- 13.45Block 1
Selbstzuschreibung und Identität

„Ich fühl mich so zwi­schen zwei Stühlen hin- und her­ge­rissen.“
Wir wollen wissen, wie diese Stühle gebaut werden und wieso Menschen sich so fühlen, als müssten sie einen guten Stuhl für sich finden.
Block 3
Interkommunale Solidarität

Bildungsräume schaffen, die posi­tio­niert arbeiten und sich gleich­zeitig in Solidarität mit anderen Positionierungen treffen.


Pause
14.45- 16.45Block 2
Mythos Vorzeigeminderheit


Gemeinsam Strategien finden, den Mythos zu the­ma­ti­sieren & auf­zu­decken, wie er die realen Gewalterfahrungen unsichtbar macht, aber auch ver­sucht Asians als Schachfiguren weißer Vorherrschaft ein­zu­setzen. Nicht mit Uns.
Block 4
Intervisions- und Reflexionsräume auf­bauen


Praxisübung zu kol­le­gialer Fallberatung und Aufbau eines regel­mä­ßigen Intervisionstreffens. Austausch zu Räumen der (Selbst-)Kritik und Verantwortungsübernahme.
Pause
17.00- 17.30Abschluss und Ausblick Tag 2Abschluss
Optionales gemein­sames Abendessen


Ressourcen nach Themenblöcken

Im Laufe der Zukunftswerkstatt werden wir die Themenblöcke behandeln und die Ressourcen darauf unter­suchen, inwiefern sie mit Theorien, Praktiken und Verständnissen zusam­men­hängen, die gewaltsam durch Kolonialismus eta­bliert wurden.

Diese Liste wird sich immer weiter mit Ressourcen füllen.

Allgemein

Block 1: Selbstzuschreibung und Identität

Block 2: Mythos Vorzeigeminderheit

Block 3: Interkommunale Solidarität

Block 4 Feedback, (Selbst-)Kritik und Reflexion


Für wen ist die Zukunftswerkstatt

Sie richtet sich an in der poli­ti­schen Bildungsarbeit aktive BIPoC, die Bezüge zu Nord-/Süd-/Ost-/Südost-/Vorder- oder Zentralasien stra­te­gisch für sich wählen (können), um ihre viel­fäl­tigen Lebensrealitäten sichtbar zu machen und Fragen von Rassismus und anderen Ausschlüssen aus einer spe­zi­fi­schen Perspektive soli­da­risch anzu­sprechen.
Wenn Du Zweifel hast und nicht weißt, ob diese Selbstbezeichnung für Dich funk­tio­niert oder Du dich dar­unter wie­der­findest, melde Dich gerne bei uns und wir sprechen darüber!

Anmeldungen

Ihr könnt Euch bis zum 02.04.2023 für die Zukunftswerkstatt in Köln anmelden.

Falls mehr Anmeldungen ein­gehen, als wir Plätze ver­geben können, wählen wir nach the­ma­ti­schen Überschneidungen mit der Praxis der poli­ti­schen Bildungsarbeit und Wohngebiet aus, da wir eine selbst­or­ga­ni­sierte Schlafplatzbörse anstoßen werden.

Die Anmeldungen sind geschlossen.

Unterkunft und Anfahrt

Die Anfahrtskosten können über­nommen werden. Schlafplätze können wir leider nicht stellen, und werden daher eine selbst­or­ga­ni­sierte Schlafplatzbörse anhand eurer Anmeldungen ein­leiten. Alle Personen, die ange­nommen werden und keine Unterkunft in Köln haben, werden einen Schlafplatz bekommen.
Für die Leute, die näher an Berlin dran sind: wir werden eine ähn­liche Zukunftswerkstatt im Herbst in Berlin anbieten, stay tuned!

Barrieren

  • Hinkommen: Die Zukunftswerkstatt wird in der Alten Feuerwache in Köln statt­finden. Die nächsten Bus- & Bahnhaltestellen sind ca. 5 Minuten zu Fuß ent­fernt. Falls du Parkplätze direkt an der Feuerwache benö­tigst, schreib uns gerne eine Mail.
  • Reinkommen: Wir werden in Räumen sein, die nur durch Treppen zugänglich sind. Die Zukunftswerkstatt ist umsonst.
  • Klarkommen: Wir werden am Anfang eine Accessibility Need Runde (Bedürfnisrunde zu Zugänglichkeit & Barrieren) machen, in der alle ihre Bedürfnisse äußern können, um gut an der Zukunftswerkstatt teil­nehmen zu können.
  • Corona: Wir werden uns alle an beiden Morgen auf Covid selbst­testen. Weitere Hygieneabstimmungen können wir gemeinsam treffen.

Schreib uns auch gerne im Vorhinein und teil uns mit, was du brauchst, um gut am Treffen teil­nehmen zu können.


Kontakt
Falls ihr Fragen oder Unsicherheiten bzgl. der Zukunftswerkstatt habt, kon­tak­tiert uns sehr gerne!
Team: radar(at)korientation.de 
Cuso Ehrich: cuso.ehrich(at)korientation.de
akiko rive: akiko.rive(at)korientation.de



Credits
Illustration RADAR Logo: Sophia Brown 


RADAR ist ein Projekt des kori­en­tation e.V.

Gefördert von der Bundeszentrale für poli­tische Bildung

Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der BpB dar.
Für inhalt­liche Aussagen tragen die Autor*innen die Verantwortung.

RAA Berlin Region Nord-Nordwest

BlogFilmKulturProjekt MEGAVeranstaltungenVereinWorkshop

kori­en­tation ist dieses Jahr 15 Jahre alt geworden! 

Wir feiern das mit einem 7‑tägigen Festival vom 20.–27. Mai 2023 in Berlin mit einer Ausstellung, Party, Workshops, Talks, Filmscreenings und Meet-ups unter dem Thema: zu(sammen)künfte! Das Festival ist für uns ein Anlass, um zusam­men­zu­kommen und Grundlagen für Verbindungen und Vernetzungen zu schaffen, aus denen etwas für die Zukunft erwachsen kann.

In der Ausstellung planen wir drei Spaces:

1) kori­en­tation – History-Space
2) kori­en­tation – NOW!-Space
3) Vernetzungs-Space für Asiatisch-Deutsche Akteur*innen

Die Ausstellungsräume sind gleich­zeitig auch unsere Veranstaltungsräume und der zen­trale Treffpunkt während des Festivals.

Galleriebesichtigung Ausstellungsräume im neurotitan © korientation
Besichtigung der Ausstellungsräume, Galerie neu­ro­titan © korientation

Open Call für den Vernetzungs-Space

Wir möchten Euch dazu ein­laden, Euch und Eure Gruppen/Initiativen/Kollektive/Projekte in unserer Ausstellung vom 20.–27.05.2023 im Vernetzungs-Space vor­zu­stellen. Der Ausstellungsbeitrag erfolgt in Form eines Posters. Optional können kleinere Objekte oder auch mediale Beiträge, aller­dings nur nach Absprache, mit aus­ge­stellt werden.

Der Vernetzungs-Space ist Bestandteil einer Ausstellung, in der wir kori­en­tation und die Arbeit des Vereins vor­stellen möchten. Gleichzeitig ist es uns wichtig, weitere Akteur*innen vor­zu­stellen und darauf zu ver­weisen, dass kori­en­tation nur ein Teil einer viel grö­ßeren, viel­fäl­tigen Asiatisch-Deutschen Community und Bewegung ist.

Für Wen ist der Open Call?

Dieser Open Call richtet sich an alle Einzelpersonen, selbst­or­ga­ni­sierte Gruppen, Kollektive und Initiativen aus ganz Deutschland, die sich
1) als Asiatisch-Deutsch*, post­mi­gran­tisch und anti­ras­sis­tisch posi­tio­nieren und
2) basis­ak­ti­vis­tisch, künst­le­risch, kulturell-medial, in der Politischen Bildung, wis­sen­schaftlich oder auf andere Weise mit gesell­schaft­lichen Verhältnissen auseinandersetzen. 

Wir freuen uns, von Euch zu hören! 

*Asiatisch-Deutsch ver­stehen wir als ein poli­ti­sches soli­da­ri­sches Label mit dem viel­fältige Lebensrealitäten sichtbar gemacht und Fragen von Rassismus und anderen Ausschlüssen aus einer spe­zi­fi­schen Perspektive soli­da­risch ange­sprochen werden. Wir möchten mit anderen Worten alle ras­si­fi­zierten Menschen ansprechen, die Bezüge zu Nord-/Süd-/Ost-/West-/Südost-/Vorder- oder Zentralasien haben. 

Was brauchen wir von Euch?

Schickt uns bitte die fol­genden Infos über das Formular weiter unten.

  • Selbstbeschreibung (max. 300 Wörter)
  • Information zu wei­teren Ausstellungsbeiträgen neben Selbstbeschreibung (optional)
  • Ansprechperson für die weitere Kontaktaufnahme mit Kontaktdaten

Falls Ihr Probleme mit dem Formular habt, könnt Ihr auch eine Email an aus­stellung AT korientation.de schicken.

Einsendungsfrist: 02. April 2023

Wir melden uns bei einer Zusage mit kon­kreten Details für die Ausstellungsbeteiligung vor­aus­sichtlich um den 07.04.2023.

Wir behalten uns vor, eine Auswahl unter den Einsendungen zu treffen, da wir natürlich nur beschränkt Platz haben. Unsere maß­geb­lichen Kriterien richten sich nach der Beschreibung „Für Wen ist der Open Call.

Kontakt

Habt Ihr Fragen, dann meldet Euch gern per Email an: aus­stellung AT korientation.de

OpenCall Formular – Teilnahme am Vernetzungs-Space

    VeranstaltungenVerein

    Mit dem Beginn des neuen (gre­go­ria­ni­schen) Jahres geht auch unser digi­taler Salon in die zweite Runde. Nach einem fan­tas­ti­schen Auftakt freuen wir uns, Euch dieses Mal unter dem Titel „Let’s make it SouthAsian for everyone!“ ein­laden zu dürfen. Eure Hosts werden die Vorstandsmitglieder Manik Chander und Sarah Naqvi sein. Eingeladen sind alle kori­en­tation Mitglieder (oder die, die es noch werden wollen und sich gern last minute anmelden können).

    Wichtig: Es sind alle ein­ge­laden zu dem Salon und nicht nur South Asians. Als Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven ist es uns wichtig, eine gemeinsame Plattform für alle zu sein, die sich als Asiatisch-Deutsch ver­stehen und auch Veranstaltungen anzu­bieten, bei denen wir von­ein­ander lernen.

    Während es beim letzten Mal um gene­relle Eigenbezeichnungen, Hürden und Empowerments ging, wollen wir dieses Mal den Fokus auf Südasien richten. Damit ver­kleinern wir zwar den geo­gra­phi­schen Fokus, aber sicher nicht die Komplexität. Wir wollen mit Euch über Eure Erfahrungen sprechen: Wie geht für Euch das Asiatisch/Deutsch- und Südasiatisch-Sein zusammen? Welche Bezüge habt Ihr zu dem Konzept Asien und der (süd)asiatischen Community (von welcher Community sprechen wir über­haupt)? Wo liegen die Wurzeln dieser Konzepte und was hat es mit Desi auf sich? 

    Wir kommen mit ein paar Ideen zu Euch in den Salon, sind aber vor allem gespannt auf Eure Erfahrungen und Input und lassen den wei­teren Verlauf des Abends davon inspirieren. 

    Wir sind uns bewusst, dass dies ein flie­ßender Prozess ist, in dem es kein Richtig und Falsch gibt. Gerne möchten wir deshalb mit Euch in Austausch treten und laden Euch herzlich ein, mit uns diesen Salon zu gestalten.

    Wann: Di. 31.01.2023 um 19 Uhr per Zoom
    Für wen: Vereinsmitglieder von kori­en­tation. Wer Mitglied werden möchte, findet alle Infos und das Antragsformular hier unter MITGLIEDSCHAFT.

    Anmeldung: Bitte meldet Euch über das Anmeldeforumar unten an.
    Sprache: Deutsche Lautsprache

    Fehler: Kontaktformular wurde nicht gefunden.

    AllgemeinProjekt MEGAVeranstaltungen

    Liebe Community, 

    der gre­go­ria­nische Kalender hat schon vor­gelegt, das Mondneujahr 🐇 steht an und auch in den kom­menden Monaten wird es mit diversen Neujahrsfesten wei­ter­gehen. 🎆✨

    Wir möchten dies zum Anlass nehmen, um das Jahr 2023 mit einem Community-Vernetzungstreffen in Berlin zu beginnen und laden Euch am 21. Januar ab 17 Uhr in den schönen BIWOC* Rising Space in Kreuzberg ein. 

    Same pro­cedure as every year: Wir möchten alle ein­laden, pot­luck­style ihre Lieblingsleckereien mit­zu­bringen. Und dann wird gegessen, gequatscht, gelacht und ver­netzt! Checkt gern die Slides auf Instagram zu den Vernetzungstreffen letztes Jahr in Köln und Berlin, dann seht Ihr was pas­siert, wenn Liebe durch den Magen geht. 🤌

    Wir werden einen Grundstock an nicht-alkoholischen Getränken stellen. Bringt gerne mit, wenn Ihr mit etwas anderem anstoßen möchtet. Super wäre auch, wenn Ihr Eure mit­ge­brachten Gerichte labelt, also z.B. veggie, vegan, mit Schweinefleisch usw. damit alle ohne Bedenken mit­essen können. Und ver­gesst nicht Eure Tupperdosen. 🤫

    Wann: Sa. 21.1.2023 ab 17 Uhr
    Wo: BIWOC* Rising, Dresdener Str. 11, 10999 Berlin (die Räume sind per Aufzug oder Treppe zugänglich, die Toiletten sind leider nicht bar­rie­refrei)

    Für wen: Das Vernetzungstreffen ist ein Community-Event und richtet sich in erster Linie an BPoC und friends
    Anmeldung: Wenn möglich, meldet Euch für unsere Planung über das u.s. Anmeldeformular an; spon­tante Teilnahme ist aber auch möglich.

    Corona-Regelung: Bitte schützt Euch und andere und kommt getestet. 

    Wir freuen uns sehr auf Euch!

    Anmeldung geschlossen.

    Das MEGA New Year Vernetzungstreffen wird im Rahmen des Modellprojekts MEGA durch das BMFSFJ im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.

    AllgemeinVeranstaltungen

    Wir wün­schen allen schöne Feiertage, einen guten Jahresausklang und einen noch bes­seren Rutsch ins neue Jahr. Bis zum 9. Januar machen wir Büropause und starten dann direkt mit ein paar schönen Angeboten ins Jahr 2023. Also merkt Euch gerne schon mal vor:

    21.01. MEGA New Year Vernetzungstreffen in Berlin
    27.01. RADAR Netzwerktreffen in Köln
    31.01. Digitaler VaryAsians Salon #2: “Make it South Asian for Everyone” hosted by Sarah & Manik aus dem Vorstand
    17.02. Filmveranstaltung mit „Bruderland ist abge­brannt“ und „Sorge87“ in Hoppegarten, orga­ni­siert von der Initiative in Gedenken an Phan Văn Toản


    Wir sagen Danke an die Community und all die tollen Leute, mit denen wir 2022 zusam­men­ar­beiten und die wir ken­nen­lernen durften und freuen uns auf ein neues Jahr mit Euch und vielen span­nenden Inhalten!

    Euer korientation-Team

    BlogKulturProjekt MEGAVeranstaltungenVerein

    kori­en­tation öffnete zum ersten Mal die schmalste Tür im Haus und gewährte der Öffentlichkeit Zutritt ins Vereinshauptquartier aka Büro. Eine Pop-Up-Ausstellung mit Arbeiten aus den lau­fenden Projekten (MEGA, RADAR, PADB usw) gewährte Einblicke in die Vereinsarbeit. Jee-Un & Sina aus dem Büro-Team sowie weitere Leuten aus dem Verein haben Euch mit einem Becher Glühwein, Tee und Keksen erwartet. Es war ein schöner Jahresausklang mit Euch, mit Vereins- und Community-Mitgliedern und friends!

    MEGA openUP!
    WANN: 10.12.2022, 14–21 h
    Ort: kori­en­tation Büro im Haus Schwarzenberg, Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin (Aufgang im 2. HH)
    Corona-Regelung: negativ getestet
    Zielgruppe: jede*r war will­kommen. Leider sind unsere Räume nicht barrierearm.

    Bei der Gelegenheit konnte auch der Rest des Hauses erkundet werden. Das MEGA openUP fand nämlich im Rahmen des UP DOWN UP des Haus Schwarzenberg statt.
    👆👇👆

    UP DOWN UP

    Die Künstler:innen des Haus Schwarzenberg stellen aus.

    Samstag 10.12.2022, 14:00–22:00 Uhr | ab 21:00 Uhr Party im Eschschloraque
    Sonntag 11.12.2022, 14:00–20:00 Uhr

    Alessandro Cemolin | Anna Wider | Anne Sophie Malmberg | Bodo Albrand | Chantal Kirch | Ceren
    Oykut
    |Fulya Erdem | Henryk Weiffenbach | Hugo de Carvalho | Janina Herhoffer | KAI | Karsten Krause
    | kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. | Lisa Smith | Many Tentacles |
    Noémi Fantôme | Peter Schütze | Safy Sniper | Sandra Becker 01 | frl.winter | Stefano Kollibay |
    Tabita Hub | VELA

    Samstag / Sonntag jeweils 19:30 h Kino Central - SCHRILLE UND STILLE HELDENein Film von Danja Schilling (Dokumentarfilm über das Haus Schwarzenberg, Berlin 2004, 30min.)

    Samstag 10.12.2022, 12–20 Uhr Galerie Neurotitan – Ausstellung: Fever - Finissage
    Samstag 10.12.2022 ab 21 Uhr Afterparty im Eschschloraque mit Superclub VJ Safy Sniper

    Die Künstler:innen des Haus Schwarzenberg stellten aus, und damit hieß es endlich wieder: Der Salon Schwarzenberg geht in die nächste Runde! Die legendäre Ausstellungsreihe führt die im unab­hän­gigen Kulturhaus ansäs­sigen Künstler:innen in einer Ausstellung zusammen – diesmal in einem Happening, das sich über zwei Tage erstreckte und durch einen Teil der viel­sei­tigen Ebenen des Haus Schwarzenberg führt: Up Down Up.

    Anders als auf einen Ausstellungsraum limi­tiert zu sein, wurden in diesem Jahr zahl­reiche Plätze des Hauses bespielt und die Besucher:innen durch die bunte Vielfalt vor Ort geführt: sei’s Up in den Werkstätten und Geschäften, in den Ateliers und in der Galerie neu­ro­titan oder Down, bei­spiels­weise im Hof, im Eschschloraque oder Kino Central – die Lebendigkeit der täg­lichen künst­le­ri­schen Fülle war zum Greifen nah – von Skulpturen, Filmen, Installationen, Performances, Illustrationen und Street Art bis hin zu Malerei, Videokunst und Musik.

    Text: Vera Fischer

    Mehr Infos: https://www.facebook.com/events/510805354314822

    Die Veranstaltung MEGA openUP! wird im Rahmen des Modellprojektes MEGA durch das BMFSFJ im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.

    BlogVeranstaltungenVerein

    Der korientation-Vorstand startet einen neuen (digi­talen) Salon für die Mitglieder von korientation! 

    Der Name des Salons – VaryAsians – ist auch eine Zielsetzung: In unre­gel­mä­ßigen Abständen möchten wir mit Euch die unter­schied­lichen Facetten des Asiatisch-Seins (in Deutschland) besprechen. In unserer Auftaktveranstaltung sprechen wir über die unter­schied­lichen Selbstbezeichnungen: Welche Begriffe prä­fe­riert ihr, welche sind soso, welche sind NoGo? Und warum? 

    Wir sind uns bewusst, dass das ein flie­ßender Prozess ist, in dem es kein Richtig und Falsch gibt. Gerne möchten wir deshalb mit Euch in Austausch treten und laden Euch herzlich ein, mit uns diesen Salon zu gestalten.

    Wann: 22.11.2022 (Di) um 19 h per Zoom
    Für wen: Vereinsmitglieder von kori­en­tation*
    Anmeldung ist erfor­derlich, siehe unten
    Sprache: Deutsche Lautsprache

    * Wer Mitglied werden möchte, findet alle Infos und das Antragsformular hier unter MITGLIEDSCHAFT.

    Projekt MEGAWorkshop

    Anmelden für „Hairy Vibes“ mit Patu & Elnaz!

    Unser 2‑tägiger krea­tiver Workshop war eine haarige Angelegenheit: Wir haben eigene Geschichten, Erfahrungen und Gedanken zu dem Thema Körperhaar durch kreative/ künst­le­rische Methoden erkundet. Welchen Urteilen und gesell­schaft­lichen Druck sind wir auf Grund von Körperhaar-Normierung aus­ge­setzt und wie gehen wir damit um? Was brauchen wir, um uns mit unseren Körpern wohl zu fühlen? Durch kreative Schreibelemente, Comics und Illustrationen haben wir ver­sucht, mehr Bewusstsein zu finden, einen eigenen Ausdruck zu formen, der sich in wütenden, trau­rigen oder auch lus­tigen Geschichten ver­ar­beiten ließ.

    WANN: 15. und 16.10.2022 jeweils von 11 Uhr – 17 Uhr
    WO: Berlin (Adresse nach
    Anmeldung); bei Leuten, die von außerhalb Berlins anreisen wurden bei Bedarf Fahrtkosten erstattet und Übernachtungskosten mit 50€ bezu­schusst.
    WER: Asiatisch-Deutsche/ Asiatisch diasporische/ BIPoC FLINTA* (Frauen, Lesben, Inter, Non-Binary, Trans und Agender Menschen) zwi­schen 17 und 27 Jahren
    ANMELDUNG: geschlossen

    Workshopleitung

    Elnaz ist ein*e queere person of colour, ist Autor*in, Dichter*in und Aktivist*in. Im Schreiben beschäftigt sich Elnaz mit den Themen Familie, Ancestors, Spiritualität, Flucht, Healing und mental Health. Elnaz hat den Master „Biografisches und Kreatives Schreiben“ an der Alice Salomon Hochschule in Berlin stu­diert, gibt Schreibworkshops und macht Bildungsarbeit zu inter­sek­tio­nalen Themen. Außerdem prak­ti­ziert Elnaz Reiki und gibt Healing Sessions.

    Insta: @elnaz.farahbakhsh_

    Patu zeichnet und schreibt Comics, die Themen wie Community, Freund*innenschaft und mul­tiple Perspektiven erkunden und reflek­tieren. Sie sind oft auto­fiktiv und mit magisch-realistischen Elementen erzählt. Inspiration dafür findet Patu im eigenen Leben als Queer of Color Person, aber auch in Träumen, in den Ecken und Kanten der Stadt, in poli­ti­schen Bewegungen und beim her­um­streunern in der Natur. Seit 2012 ver­öf­fent­licht Patu Comic Zines und ist damit auf diversen inter­na­tio­nalen Zine- und Comicfestivals vertreten.

    Webseite: www.patupatu.com // Insta: @patuparia

    Diese Veranstaltung wird im Rahmen des Modellprojekts MEGA durch­ge­führt. MEGA wird durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.

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    Projekt MEGAVeranstaltungen

    TALK #2 in der MEGA Talkreihe „Shut Up And Listen!“ 

    Youtube-Link: https://youtu.be/188ulFgiFNQ

    In Diskussionen rund um Empowerment und Widerstand gegen Unterdrückungsverhältnisse wird die Bedeutung des Körpers immer öfter her­vor­ge­hoben. Selbstverteidigungskurse wie auch Körper- und Stimmübungen aus den Bereichen Theater, Tanz, Performance und Gesang kommen als Empowermenttools in anti­ras­sis­ti­schen und queer-feministischen Bewegungskontexten im Umgang mit dem Aufgehalten- und Gestopptwerden im Alltag, in Behörden, in der Schule und anderen Bildungskontexten zunehmend zum Einsatz. 

    Frei nach dem bra­si­lia­ni­schen Theatermacher Augusto Boal, der einmal sagte 
    “It may be that theater in itself is not revo­lu­tionary, but have no doubt: it’s a rehearsal for revo­lution!” 
    “Es mag sein, dass das Theater an sich nicht revo­lu­tionär ist, aber zweifeln Sie nicht daran: Es ist eine Probe für die Revolution!” 

    haben wir für die 2. Edition unserer MEGA Talkreihe „Shut Up And Listen!” Gäst*innen ein­ge­laden, die uns erzählen, welches Potenzial sie vor allem in Tanz‑, Perfomance- und soma­ti­scher Körperarbeit für per­sön­liche und kör­per­liche Befreiungsmomente sehen, und welche bio­gra­phi­schen oder beruf­lichen Bezüge sie dazu haben. 

    Vielen Dank an Sarah Naqvi, Olivia Hyunsin Kim, Thu Hoài Trần und Shivā Amiri!

    Anmeldung geschlossen.

    Termin: 6. Oktober 2022 (Donnerstag)
    Einlass ab 19:30 h, Beginn um 20 h

    Ort: BIWOC* Rising, die Räume sind sowohl per Aufzug als auch via Treppen erreichbar. Bitte beachtet, dass es leider keine rollstuhlgerechten/barrierefreien Toiletten vor Ort gibt.
    Wenn möglich meldet Euch an, damit wir wissen, mit vielen Personen wir rechnen können. Spontane Teilnahme ist aber auch möglich.

    Für Wen: Die Talkreihe ist ein Community-Event und richtet sich in erster Linie an BPoC & friends
    ++++ Corona-Regelung: Tagesaktueller Negativ-(Selbst-)Test und Maske ++++
    Dokumentation: Das Panel wird per Video auf­ge­zeichnet und nach dem Event hier auf dieser Seite und auf Youtube zur Verfügung gestellt.

    GÄST*INNEN

    OLIVIA HYUNSIN KIM

    Fotocredits: Christian Cattelan

    Olivia Hyunsin Kim (올리비아 Hyunsin 金) geboren in Siegen, arbeitet als Künstlerin, Dozentin und Kuratorin in Berlin, Frankfurt a.M. und Seoul. Sie gewann den ersten Platz des Amadeu Antonio Kunstpreises 2019 für „Miss Yellow and Me – I wanna be a musical“. Sie schloss ihren Master in Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen und der HfMDK Frankfurt und ihren Bachelor in Germanistik mit Fokus aus Politikwissenschaften an der Seoul National University mit Auszeichnung ab. 2017 war sie danceWEB Stipendiatin beim Impulstanz, 2020–21 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya und ist 2022 Stipendiatin beim Goethe-Institut Montréal/Choreographisches Zentrum Circuit-Est und Goethe Institut Salvador Bahia.

    Unter dem Namen ddan­d­darakim arbeitet sie in wie­der­keh­renden Konstellationen mit Künstler*innen aus unter­schied­lichen Sparten an cho­reo­gra­phi­schen Arbeiten zu den Themen Körper, Identität und Feminismus. Ihre Arbeiten wurden u.a. in den Sophiensælen Berlin, im Art Sonje Center Seoul, am Mousonturm Frankfurt, im Museo Universitario del Chopo Mexiko City, in der Roten Fabrik Zürich, Rubanah Jakarta, zeit­rau­mexit Mannheim gezeigt. Ihre letze Arbeit „History has failed us, but…“ feierte im Februar 2022 in den Sophiensaelen Première. www.ddanddarakim.net

    SARAH NAQVI

    Sarah Naqvi‘s Arbeit ist situiert an den Intersektionen von Körpern, Wissen(sproduktion) und kol­lek­tiver Befreiung. Sarah biete soma­tische Körperarbeit an, welche sie macht­kri­tisch und trauma-informiert gestaltet. Sie arbeitet bei Zusammenleben Willkommen und ist Teil des Vorstands von kori­en­tation e.V.. Nebenbei ist sie in Form von Workshops und Bildungsarbeit frei­be­ruflich tätig u.a. zu Postkolonialismus, deko­lo­nialer Heilung und Antirassismus.

    THU HOÀI TRAN

    Thu Hoài Tran ist Theaterregisseur*in und arbeitet an der Schnittstelle von Theater, Wissenschaft & Empowerment. Bisherige Theaterarbeiten liegen im Bereich des partizipatorisch-politischen Theaters. Hoài ent­wi­ckelte mit einem Ensemble von BIPoC-FLINTA die Performance HALT am Berliner Ringtheater. Als Mitbegründer*in des Instituts für Affirmative Sabotage insze­nierte Hoài „Eine Erinnerung, dass wir Viele sind“ am Staatstheater Nürnberg. Wiederkehrendes Element der künst­le­ri­schen Arbeiten ist, welche Bedeutung Emotionen für Empowerment- und Solidaritätsprozesse haben. Darüber hinaus ist Hoài als freie*r Bildungsvermittler*in zu Themen wie Rassismuskritik und inter­sek­tio­naler Feminismus tätig.

    MODERATION

    Shivā Amiri ist ein*e mul­ti­me­diale Künstler*in, Theatermacher*in, Kurator*in. Shivā arbeitet künst­le­risch zu den Themen nicht-binäre queere Realitäten, Rassismus, Trauer und Healing. Shivā sehnt sich nach Orten & Residenzen, um mehr Theater zu machen. Shivā ist Empowertment- und Antidiskriminierungstrainer*in und arbeitet zu den Themen embodied social justice, Rassismus, kri­ti­sches Weißsein, Klassismus sowie Cis- und Heteronormativiät. Shivā bietet bun­desweit (Theater-)Workshops, Fortbildungen und inter­sek­tionale Prozessbegleitung an.

    ANMELDUNG geschlossen.


    Kooperationspartner

    BIWOC* Rising is an empowerment project for women*, trans­gender and non-binary people, who are facing inter­sec­tional dis­cri­mi­nation. By creating a safe® work and social club, including training pro­grams, we promote social, pro­fes­sional and eco­nomic advancement through an inter­sec­tional community.


    Zur MEGA-Talkreihe „Shut Up And Listen!“

    „Shut Up And Listen!“ ist eine Talkreihe, in der divers posi­tio­nierte Asiatisch-Deutsche Stimmen aus den Bereichen Medien, Kunst, Wissenschaft, Tanz, Aktivismus und Kultur zusammen-kommen, und über die Themen dis­ku­tieren, die uns bei unserem Projekt MEGA besonders am Herzen liegen: (medialer) Widerstand, Empowerment(-räume) und Selbstrepräsentation(en).

    Wir laden dazu ein, einfach mal still zu sein und zuzu­hören, was unsere span­nenden Gäst*innen zu sagen haben, die im deut­schen Mainstream immer noch viel zu selten mit und in ihren viel­fäl­tigen und auch wider­sprüch­lichen Perspektiven ‚gesehen‘, ‚gehört‘ und ‚gefragt‘ werden. Wir laden unsere Gäst*innen dazu ein, für sich selbst zu sprechen statt besprochen zu werden, ihre Analysen zu teilen statt ana­ly­siert zu werden, und sich in ihren unein­deu­tigen, mehr­fach­zu­ge­hö­rigen, brü­chigen, vor­läu­figen, stets in Bewegungen befind­lichen Subjektivitäten und Geschichten zu zeigen, statt in ste­reo­typen Bildern fest­ge­halten zu werden.

    Projekt MEGA

    „MEGA“ steht für „Media and Empowerment for German Asians“. Das Projekt hat zum Ziel, Asiatische Deutsche darin zu bestärken, ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen auf­zu­ar­beiten, ein­zu­ordnen, zu erzählen und sichtbar zu machen. Das (mediale) Bild von Asiatisch-Deutschen Menschen soll durch selbst­be­stimmte Bilder und Beiträge besetzt und diver­si­fi­ziert werden. Im Rahmen des Projekts MEGA wird eine Kombination von unter­schied­lichen Bildungsformaten ent­wi­ckelt, um unter­schied­liche Bereiche medialer Repräsentation abzudecken.

    Diese Veranstaltung wird im Rahmen des Modellprojekts MEGA durch­ge­führt. MEGA wird durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.


    Projekt MEGAWorkshop

    MEGA goes Hannover!


    Am Wochenende vom 24.–25. September fand ein Schreibwochenende in Hannover statt, das von Elnaz Farahbakhsh mit Schreibmethoden des Biografischen und Kreativen Schreibens ange­leitet wurde. Der Fokus des Wochenendes lag auf Empowerment: Wir haben uns gemeinsam mit unseren eigenen Geschichten befasst und Erfahrungen und Gedanken nie­der­ge­schrieben. Dabei haben Leichtigkeit und die Lust am Schreiben nicht gefehlt! 

    Enstanden sind u.a. fol­gende Texte


    Workshop
    Ich schrieb die Worte.
    Öffnete meine Herzenstür.
    Es war viel, doch gut.

    Ein Haiku von Maria Hosein


    Der per­fekte Raum

    Der per­fekte Raum zum Schreiben. Schwierig. Wenn ich ihn hätte, würde ich nicht auf der Stelle schreiben. Es geht gar nicht um den Raum.
    Doch, aber nicht aus­schließlich. Mein Arbeitszimmer ist eigentlich mein per­fekter Raum zum Schreiben. 1 Schreibtisch. 1 Drucker. Bücher, die mich inter­es­sieren. Bücher, die mich berühren in einem Regal. In zwei circa 1‑Meter hohe Regale. Nicht so hoch. Nicht erdrü­ckend.
    Alles mög­lichst weiß. Möglichst neutral. Meine Malm-Kommode mit vier Schubladen voller Kunstmaterialien. Ein umfunk­tio­nierter Kleiderschrank mit zwei Bereichen voller Kunstmaterialien sowie Skizzenbücher und die Handtaschen, Taschen und Boxen in dem anderen Bereich. Gequetscht. Hauptsache die Kunstsachen sind da. Alles, was das Künstlerinnenherz begehrt. Alles, was ich mir als Kind gewünscht habe. Alles, was ich mir nicht leisten konnte.
    Und dann sind die weißen Wände bedeckt mit meinen Malereien. In Rahmen. Bildaufhängesystem. Wie in einer Galerie. Meine eigene private Ausstellung. 365 Tage im Jahr. Der per­fekte Raum zum Schreiben ist mein Lieblingsraum. Manchmal denke ich mir: „Ja so sieht es in meinem Kopf aus“. „The Brain“. So nannte ich diesen Raum manchmal. Ich meinte aber „My Brain“.
    Ich begann mit dem Satz „Wenn ich ihn hätte, würde ich nicht auf der Stelle schreiben.“
    Jetzt merke ich. Ich habe ihn. Aber ich sah ihn nicht mehr. Ich hatte ihn ver­loren. Aber er ist da, The Brain. My Brain. Vielleicht habe oder hatte ich ja mich ver­laufen. Verloren.
    Was für eine gewinn­brin­gende Übung. Was für eine Erkenntnis.
    10 Minuten Schreiben.
    Den per­fekten Raum fand ich in 10 Minuten Schreiben.

    von Maria Hosein


    Heimatlose Heimat. Verliebt.

    Man sagt man ver­liebt sich durch Gerüche. Und ich bin ver­liebt. Verliebt in meine Kindheit. Verliebt in meine hei­matlose Heimat. Meine Heimat, die nicht an einen Ort gebunden ist. Und zugleich an so vielen Orten und Personen. Weit weg und doch so nah. Nah dran und doch so weit.
    Ich sitze in einem Raum in Hannover. In der Kornstraße. So viele Dinge auf dem Tisch. Ich schaue sie mir an, ich halte sie und leg sie zurück.
    Und nun werden Gewürze rum­ge­geben. Verschiedene. Ich rieche sie und leg sie zurück. Beutel nach Beutel. Ein Gewürz nach dem anderen.

    Und dann ist auf einmal „Ehl“ (Kardamon) da. Ich fang an zu lächeln. 

    „Ach, Schin Tschai/ Tschai Sabz (Grüner Tee). Schin Tschai mit Ehl. Lecker“. Koltschey scherin, Koltschey schor, Shirtschai. Wie sehr liebe ich diese Dinge? Darüber möchte ich schreiben. Und trotzdem schau ich weiter. „Sei mal nicht so lang­weilig! Vielleicht gibt es noch was!“
    Und da sind auf einmal Nelken. Nelken. Ich war 13. Wir saßen alle zusammen. Meine Mutter, meine Oma und meine Tante. Nelken waren in Wasser ein­gelegt. Nelke – das Wort kannte ich damals nicht. „Lawang“, so nennen war es. Ein schöner Name. „Lawang“. Ein Wort, das wie ein Gedicht klingt. Ein Gewürz. Das wie eine Blume aus­sieht, denke ich mir. Meine Mutter, meine Tante und meine Oma stechen mühsam jedes Stück Lawang mit einer Nadel und mit Faden durch. Lawang für Lawang zu einer langen Kette.
    Sie wird an jede Ecke des „Destmals“ (Ein Tuch, für eine Hochzeitszeremonie) ange­bracht, zusammen mit Perlen und Minipompons. Für die Familie des zukünf­tigen Bräutigams. Das Destmal soll schön riechen. 22 Jahre ist es her. Und ich hab noch die eine Kette. Ein Lawangkette, die sie mir gaben, weil ich nicht auf­hörte zu fragen. 22 Jahre und Lawang lässt mich zeitreisen.

    „Komm schon. Weiter. „Zeera“ (Kümmel) Es ist Zeera. Oh Gott! Ich denke sofort an Palau, an Tschalau, an Qabeli und an all das leckere Essen. Afghanisches Essen. Ich denke an meine Mutter, an meine Oma, all die Besuche bis ich rea­li­siere. Ich bin ver­liebt. Verliebt in meine hei­matlose Heimat. Das Essen. Die Menschen. Die Gefühle. Ich lächle. Ich denke an Zuhause. Nicht an meine Wohnung. Nicht an irgend­einen Ort. Ich denke an das Gefühl von zuhause. Ich bin ver­liebt in mein Zuhause.

    Bild und Text von Maria Hosein


    Wort und Raum

    Ich lese Weiße Worte auf den Weißen Seiten,
    in meinen Büchern, die auch meistens weiß erscheinen.
    Zwischen dicht gedrängtem Weiß bleib ich unsichtbar
    auf weißen Seiten, die eigentlich nur Weiße meinen.

    Die uni­forme Einheit zwi­schen Wort und Räumen,
    Wie Weiße Mauern, die sich him­melhoch auf­bäumen
    vor unsren Worten, hält uns fern und hält ver­borgen,
    Wo wir täglich kämpfen, wovon wir nächtlich träumen.

    Weiße Mauern umzingeln mich im weißem Raum
    wie weißes Rauschen durch­dringt sie oft nur leises Raunen.
    Denn wenn wir alle einzeln ein­ge­mauert bleiben,
    Hören wir durch weiße Mauern unsre Worte kaum.

    Weißes Rauschen und ein weißer Nebel, der uns umgibt,
    Zeichnen alles weiß, was sich im Inneren ver­birgt
    Zwar wirft Nebel Schleier vor die Sicht, doch wenn es
    Nur genügend stürmt, hat er sein Dasein auch ver­wirkt.

    Wenn wir dann Seiten selbst beschreiben mit Geschichten,
    Die mehr als bloß gewei­ßeltes ans Licht bringen,
    Lichtet sich der Weiße Nebel immer um ein Stück.
    Denn Räume können wir auch mau­erlos errichten.

    Denn die Sache mit den Mauern und dem Rauschen,
    Ist, wenn wir lauter werden und dazwi­schen Lauschen,
    Wir doch viele sind in den Mauern weißer Worte,
    Wir sie stürzen können, indem wir uns aus­tau­schen.

    Platzieren wir im Weiß öfter auch mal Störmomente,
    Weil das Weiß durch das weiße Wohlfühlambiente,
    Letztlich lebt, nur die Störung es viel­leicht ein mal bewegt,
    bereiten wir dem seichten Weiß in Weiß ein Ende.

    Von Hoa-Lan Gutschke


    Die Überheblichkeit der Lebkuchen

    Lebkuchengewürz – Da gehören Nelken hin. Ein mal im Jahr feiern sie hier ihren großen Auftritt. Ein mal im Jahr wird aus der ver­ges­senen Ecke des Gewürzregales das fast unbe­rührte Glas her­vor­geholt, nur damit es im Januar wieder artig seinen Platz in der hin­tersten Reihe ein­nimmt. Um mich herum stapeln sich Backwaren, die in den Supermärkten schon am Sterbebett des Sommers lauern: Zu unge­duldig um die letzten Atemzüge noch abzu­warten, zu wichtig das all­ge­gen­wärtige Konsumangebot von Zuckerwaren aufrechtzuerhalten.

    Jetzt mit Gewürz.
    Plätzchen und Lebkuchen widern mich an, wie sie mit ihrer Selbstgefälligkeit
    und Selbstverständlichkeit die Regale besetzen und einzige Fürsprecher der
    Nelken sein wollen.

    An den Geschmack von Phở erinnere ich mich noch, doch es muss jetzt schon
    ein Jahrzehnt her sein. Eine fein­kantige Blüte, leicht und harmlos in meiner
    Hand. Acht oder zehn?
    Ich weiß nicht mehr wie viele, nur waren es wohl defi­nitiv zu viele. Diese
    kleinen unschein­baren Dinger ent­falten ihre Wirkmacht und über­rollen alles,
    was da mal nach Suppe schmeckte.
    Bitter. Grauenvoll. Meine erste Phở.

    Dabei sollte ich es doch können.
    Dabei sehe ich doch aus, als sollte ich es können.
    Wer bin ich dann?
    Plätzchen und Lebkuchen?

    Bild und Text von Hoa-Lan Gutschke


    Exit through a stanger’s car

    I wanted to dis­appear – so I opened the door to a stranger‚s car”*
    Ich ließ mich in die Sitze der Rückbank fallen, unendlich erschöpft und
    unbe­rührt von der Ratlosigkeit der Person auf dem Sitz vor mir.
    Nur irgend­etwas Anderes hier fühlen als das Altbekannte, die Erschöpfung der
    stän­digen Rücksichtnahme.
    Stören – Störgefühle auch für andere und nicht nur für mich.
    Dass es nun ganz unver­hofft diesen Menschen trifft, der an einem grauen
    Dienstagmorgen an der Ampel mal wieder die Grünphase ver­passt hat, sollte
    nicht mein Problem sein. Menschen werden halt vor Probleme gestellt, um die
    sie nicht gebeten haben.
    “Es kommt einzig auf dein Verhalten an, um deinen Umgang mit diesen
    soge­nannten Problemen”.

    Dem Gesichtsausdruck meines Schräg-Gegenübers zu urteilen, scheint es
    nicht allzu ver­traut mit derart grenz­über­schrei­tenden Verhalten zu sein. “Na,
    da einfach so mit offenen Mund rum­zu­sitzen nenn ich mal Umgang und
    Lösungsstrategie.”
    Es folgen Sekunden, eine Minute ohne Worte. Bis ich selbst
    ratlos werde. Mir schaut Hilfslosigkeit ent­gegen und da setzt sie auch schon
    ein: meine wohl­trai­nierte Umsicht, meine immer ver­langte Höflichkeit.
    Ich rutsche ungelenk mit einem für die Situation zu lauten Quietschen an den
    Griff der Autotür heran. Ich öffne die Tür und ver­lasse wortlos mit ver­le­genem
    Blick den Wagen. Die Ampel schaltet grün.
    Zurück bleiben ein paar Tropen Dienstagmorgenregen auf dem Leder der
    Rückbank.
    *Ocean Vuong

    Von Hoa-Lan Gutschke


    Raum zum Schreiben

    Fände ich den Raum in mir, in meinem Kopf, zum Schreiben,
    fände ich wohl auch den Raum zum Denken über die Frage, wie
    dieser Raum in Gestalt aussähe. Ich würde beginnen bei einer
    Tür ‚die alle ver­meint­lichen Pflichten aus­sperrt, all die Stimmen
    von außen und auch von innen, die zu oft sagen, dass meine
    Worte nicht so bedeu­tungsvoll sind. Diese Tür würde auch
    den Schmerz aus­schließen, der meine Hand manchmal lähmt,
    wenn die Geschichten wieder fast zu wahr zum Ertragen ist.
    Wenn ich mich sicher hinter dieser Tür wüsste, dann wäre mein
    Raum licht­durch­flutet und der Boden würde den satten Duft
    von fri­schem Gras in die Luft des ganzen Raumes legen. Meine
    Füße würden barfuß laufen und könnten die ein­zelnen Halme
    nicht mehr aus­ein­ander halten, die in ihrer Dichte einem kühlen
    Teppich gleichen. Dort stünde auch ein Sofa oder viel­leicht noch
    mehr ein Bett, denn manchmal schreibt es sich in der trös­tenden
    Wärme einer Bettdecke am besten. Das Geräusch vom Wind, der
    durch das Blätterdach des Sommers streicht, tanzt durch die Luft.
    Hinter meiner schüt­zenden Tür ver­nähme ich noch ab und zu,
    die Anwesenheit meiner liebsten Menschen, mal ein Lachen, mal
    Wortfetzen und ein wenig Gesang, aber immer ein Zeichen, dass
    es auch ihnen gut geht.
    In meinem Raum spielt leise Musik zum Rauschen des Windes,
    die mir zu bei­läufig erscheint, um ihr länger Aufmerksamkeit zu
    widmen.

    Von Hoa-Lan Gutschke



    Wattewelt

    Schon viertel vor elf. Vor einer Viertelstunde wollte ich das Haus ver­lassen
    haben. Die Türklinke legt sich kühl in meine Handfläche. Mein Körper wendet
    sich zum Treppenhaus.
    Verdammt, ich wollte noch meine Wasserflasche auf­füllen.
    Kann ich dort auch machen.
    Vielleicht schmeckt das Wasser dort aber nicht.
    Lieber sicher­gehen. Auf eine Minute kommt es auch nicht an. Vier Stockwerke
    nach unten, aber immerhin geht es nach unten. Ich gehe in den Hof und
    bin mir nicht ganz sicher, wo ich mein Fahrrad abge­stellt habe. Aber da
    ist es. Anscheinend war ich gestern noch moti­viert genug und habe es
    ord­nungs­gemäß im Fahrradschuppen ver­staut.
    Im nächsten Moment hieve ich mein schweres Hollandrad durch das
    Treppenhausund durch die Eingangstür. Aufsteigen. Es ist 10 Uhr 52. Ein paar
    Minuten später ist nicht so schlimm. Die Welt ist ver­schwommen. Es liegen
    gerade zehn Meter hinter mir. Alles wie in Watte. Ich habe ver­gessen meine
    Kontaktlinsen ein­zu­setzen. Jetzt fällt es mir ein. Ich drehe nicht um. Muss ich
    heute sehen können? Ich ent­scheide mich für nein.

    Von Hoa-Lan Gutschke


    Vielen Dank an Elnaz und alle Teilnehmender*innen für das gegen­seitige Empowern, Geschichten mit­ein­ander teilen und den Spaß am Schreiben! 

    Workshopleitung

    Elnaz ist ein*e queere Person of Colour, ist Autor*in, Dichter*in und Aktivist*in. Im Schreiben beschäftigt sich Elnaz mit den Themen Familie, Ancestors, Spiritualität, Flucht, Healing und mental Health. Elnaz hat den Master „Biografisches und Kreatives Schreiben“ an der Alice Salomon Hochschule in Berlin stu­diert, gibt Schreibworkshops und macht Bildungsarbeit zu inter­sek­tio­nalen Themen. Außerdem prak­ti­ziert Elnaz Reiki und gibt Healing Sessions. 

    Insta: @elnaz.farahbakhsh_

    Diese Veranstaltung wird im Rahmen des Modellprojekts MEGA durch­ge­führt. MEGA wird durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.

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