Was ist MEGA?
MEGA steht für Media and Empowerment for German Asians und ist ein Projekt von korientation.
Das Projekt MEGA (2020–2024) hatte das Ziel, Asiatische Deutsche darin zu bestärken, ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen aufzuarbeiten, einzuordnen und zu erzählen, und diesen als noch unbeachteten Teil der deutschen Geschichte zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen. Das (mediale) Bild von Asiatischen Deutschen sollte durch selbstbestimmte Bilder und Beiträge besetzt und diversifiziert werden.
Was sollte im Projekt MEGA entwickelt werden?
Das Projekt bündelte unterschiedliche Formate, in denen nicht nur Wissen, Theorien und Methoden sowie technische und mediale Kompetenzen vermittelt wurden, sondern auch Räume zum Sharing, zur Vernetzung sowie Zirkulation von Inhalten entstanden. Entwickelt wurden Seminare zu Themen wie Asiatisch Deutsche Migrationsgeschichte/n und Rassismus gegen Asiatische Personen sowie Podcast‑, Film- und Schreibworkshops und themenbezogene Wochenend-Retreats. Diese Empowerment-Formate waren konzeptuell und praktisch mit öffentlichen Veranstaltungen wie Filmscreening, Spoken Word Events und dem Asian Film Festival Berlin verknüpft.
Die Entwicklung und Durchführung des Projektes wurde durch die Förderung des BMFSFJ sowie Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Programms Demokratie Leben! im Zeitraum von 2020–2024 ermöglicht. Durch diese Rahmenbedingungen war korientation in der Lage, die Projektinhalte zu entwickeln, Strukturen zu entwickeln und sich zu professionalisieren.
An wen richtete sich MEGA?
MEGA richtete sich an jede Person, die sich als Asiatisch Deutsch versteht. Seminare, Workshops und Retreats richteten sich vor allen Dingen an Asiatische Deutsche zwischen 17 und 27 Jahren, die Interesse daran hatten, die eigene Geschichte zu erforschen und an einer oder mehreren Aktivitäten in einem Zeitraum von fünf Jahren teilzunehmen. Öffentliche Veranstaltungen wie Festivals, Screenings oder Performance-Events richteten sich an alle Altersgruppen.
Asiatisch-Deutsch verstehen wir dabei nicht als Festschreibung der eigenen Identität(en) sondern vielmehr als Klammer, die BPoC mit Bezügen zu Nord-/Süd-/Ost-/Südost-/Vorder- oder Zentralasien strategisch für sich wählen (können), um ihre vielfältigen Lebensrealitäten sichtbar zu machen und Fragen von Rassismus und anderen Ausschlüssen aus einer spezifischen Perspektive solidarisch anzusprechen.
Wenn Du Zweifel hast und nicht weißt, ob diese Klammer für Dich funktioniert oder Du dich darunter wiederfindest, melde Dich gerne bei uns und wir sprechen darüber!
Wo fanden die Seminare, Veranstaltungen und Festivals von MEGA statt?
Mit MEGA waren wir in unterschiedliche Regionen Deutschlands, umdamit sowohl Kooperationen und Netzwerke mit anderen Asiatisch Deutschen Initiativen zu stärken als auch junge Menschen mit vielfältigen Lebensrealitäten zu erreichen und sie miteinander zu vernetzen.
Durchgeführt wurden unter anderem Veranstaltungen in Hamburg, Köln, Dresden, Leipzig, Heidelberg oder auch Werdau (bei Zwickau), die z.T. in Kooperation mit anderen Initiativen oder Organisationen durchgeführt wurden.
Welche Ziele verfolgte MEGA?
Das Ziel war die Förderung von Empowerment, Teilhabe sowie die Sichtbarmachung von Vielfalt in der deutschen Gesellschaft.
Förderung von Empowerment und Sichtbarmachung von Vielfalt durch mediale und kulturelle Selbstrepräsentation
Junge Asiatische Deutsche sollen befähigt und bestärkt werden, eigene Medieninhalte zu produzieren. Dazu sollen Techniken vermittelt und zur Verfügung gestellt werden, um sich medienwirksam zu artikulieren.
Förderung von Teilhabe und Empowerment durch politische Bildung und Vermittlung von theoretischem und historischem Wissen zu Asiatisch Deutschen Präsenzen
Junge Asiatische Deutsche sollen darin bestärkt werden, ihre eigenen Narrative zu besetzen und Strategien im Umgang mit rassistischer Diskriminierung zu entwickeln. Dazu gehört auch die Förderung der Artikulations- und Handlungsfähigkeit, aber auch Strategien für den intergenerationellen Austausch innerhalb der Asiatisch Deutschen Communities.
Die Förderung von Vielfalt und Teilhabe durch den Aufbau nachhaltiger bundesweiter Strukturen und Zusammenarbeit mit diversen Kooperationspartner*innen in der rassismuskritischen Bildungs‑, Vermittlungs- und Kulturarbeit.
Warum ist und war MEGA wichtig?
Asiatische Deutsche und Asiat*innen können vieles sein: integrationsfähige Migrant*innen, klischeebeladene Witzfiguren in Fernsehserien und der Werbung, Gefahren für die Weltbevölkerung (Coronavirus) oder die westlichen Wirtschaftsmächte, oder „sexy Geishas“, als die mensch sich jedes Jahr aufs Neue an Karneval kostümieren kann. Eines sind sie bisher aber noch kaum, nämlich sichtbar als Teil der deutschen Geschichte und als Individuen mit ganz besonderen Erfahrungen und Geschichten des Kampfes, des Widerstands, von Erfolgen und vom Scheitern.
Gleichzeitig beobachten wir, dass viele Asiatische Deutsche der zweiten und dritten Generationen ihre Identitäten erforschen, ihre eigenen Rollen innerhalb der deutschen Gesellschaft suchen und auch ihre Geschichten sichtbar machen möchten, dabei aber wenig über die Migrations- und allgemein Lebenserfahrungen ihrer Eltern wissen.
Mit MEGA wollten wir Impulse setzen, um das zu ändern. Für diese zunächst nur persönlich relevant erscheinende Auseinandersetzung, die jedoch ein wichtiger Bestandteil eines kollektiven Erfahrungsschatzes und deutscher Geschichte sind, wollten wir Räume zum Austauschen und Erarbeiten anbieten.
Es gibt noch so viel aus unserer Perspektive zu erzählen und in die deutsche Erzählung über Migration und sozialen Wandel, in die wissenschaftliche Forschung und mediale Berichterstattung einzuschreiben!
Bei Nachfragen und Anmerkungen zu MEGA schreibt uns an mega [at] korientation.de.
Credits
Illustrierte Version MEGA-Logo: patu


Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMFSFJ oder des BAFzA dar.
Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.






























