Auf dem Solidarischen Migrationsgipfel (13. und 14. Juni 2025) der Rosa-Luxemburg-Stiftung ging es darum, in Zeiten autoritärer Formierung und rassistischer Abschottunspolitik solidarische Perspektiven zu entwickeln, migrationspolitische Errungenschaften zu verteidigen und antirassistische Kämpfe zu stärken. Im zweitägigen Programm haben migrantische Verbände, Initiativen und Aktivist*innen, die in der Gegenwart häufig ums Überleben ringen, Raum erhalten, um gemeinsam Strategien und Visionen einer solidarischen Migrationsgesellschaft der Vielen zu entwerfen. Im Anschluss an einen Workshoptag, bei dem wir mit einem Workshop zu Asiatisch-Deutschen Solidaritäten dabei waren, fand eine öffentliche Abschlussveranstaltung statt.
📃Die gemeinsame Abschlusserklärung der teilnehmenden Referent*innen findet ihr weiter unten ⬇️.
Workshop „Asiatisch-Deutsche Solidaritäten: Strategien, Hürden, Allianzen“
Workshop „Asiatisch-Deutsche Solidaritäten: Strategien, Hürden, Allianzen“
👥 Workshopleitung: Kien Nghi Ha & Manik Chander
🗓️ Wann: Samstag, 14.06.2025, 10:40 – 12:00 Uhr
📍 Wo: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Mathilde-Jacob-Saal, Straße der Pariser Kommune 8A, 10243 Berlin
Wie können durch die Auseinandersetzung mit anti-asiatischem Rassismus auch communityübergreifende Initiativen gefördert werden?
Muss anti-asiatischer Rassismus stärker im Zusammenhang mit gesamtgesellschaftlichen Problemstellungen verstanden werden?
Unser Workshop zielte vor allem darauf ab, einen gemeinsamen Vernetzungsraum zu gestalten, der die Impulse des Tagungsprogramms nach einem solidarischen Mit- und Füreinander in einer postkolonialen und (post-)migrantischen Gesellschaft aufgreift und diese aus spezifisch rassifizierten Perspektiven diskutiert.
Workshopleitung
Manik Chander ist Sozialunternehmerin, Aktivistin und vor allem stolzes Kind von Migrant*innen. Sie ist Mit-Gründerin von „My Migrant Mama“, einem Unternehmen, das Migration feiert und eigene Narrative gestaltet – mit breiter Resonanz, u.a. als „Kultur- und Kreativpilotin“ der Bundesregierung und Stipendiatin des Think Tanks „CIRCE“. Gemeinsam mit der gemeinnützigen Tochter „much cooler than yours“ entwickelt sie mediale Formate, die intergenerationelle Gespräche in migrantischen Communities fördern. Als Vorstandsmitglied von korientation e.V. engagiert sie sich zudem für Asiatisch-Deutsche Perspektiven in Kultur, Medien und Politik.
Kien Nghi Ha ist promovierter Kultur- und Politikwissenschaftler und leitet den Arbeitsbereich Postcolonial Asian German Studies am Asien-Orient-Institut der Universität Tübingen. Er hat an der New York University sowie an den Universitäten in Bremen, Heidelberg und Bayreuth geforscht und wurde mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien ausgezeichnet. Als Kurator hat er u.a. im Berliner Haus der Kulturen der Welt, im Hebbel am Ufer-Theater und im Sinema Transtopia verschiedene Projekte über Asiatische Diaspora realisiert. Er hat mehr als zehn Bücher zu postkolonialer Kritik, Rassismus, Migration und Asian Diaspora veröffentlicht. Zuletzt sind die Sammelbände „Asiatische Deutsche Extended. Vietnamesische Diaspora and Beyond“ (Assoziation A 2012⁄2021) und „Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin“ (Assoziation A, 2024) erschienen. Als Mitherausgeber arbeitet er am Auftaktband „Rassismus. Ein transdisziplinäres Kompendium“ der neuen Buchreihe „RACISM/SOCIETY. Transdisziplinäre Perspektiven“ (Springer VS, 2025). 2026 gibt er den Band „Anti-Asian Racism in Transatlantic Perspectives“ (transcript) heraus.