Das korientation Team möchte eine weitere Entdeckung mit euch teilen und lädt herzlich zum gemeinsamen Besuch ein! Neben unserem anstehenden Besuch des 👉 Generationen-Gespräches über Heimat und Care-Migration mit WHO CARED am 24.04.2026, freuen wir uns auf einen weiteren spannenden Termin im Rahmen des Ausstellungsprogramms „Beziehungsweise Familie“ des Humboldt Forums in Berlin.
Was hält uns als Familie zusammen und wer definiert diese Verbindung eigentlich?
Mit dem Programmschwerpunkt „Beziehungsweise Familie“ wird das komplexe Geflecht familiärer Bande untersucht. Wir schauen uns gemeinsam zwei Ausstellungen des Programms an:
🔵 „An das wir uns festhalten / Nothing As Our Ground„
Die Ausstellung „An das wir uns festhalten / Nothing As Our Ground“ wurde von Minh Duc Pham und Hai Nam Nguyen kuratiert. Hier werden elf künstlerische Positionen zu Familie und Verbundenheit versammelt, die sich auf die Realitäten queerer und migrantischer Erfahrungen beziehen. Su-Ran von korientation ist dort selbst mit einer eigenen Arbeit vertreten und wird uns gemeinsam mit Minh Duc Pham in einer Gruppenführung durch die Ausstellung begleiten.
🔵„Alles unter dem Himmel„
Ein weiterer Programmpunkt ist die von Maria Sobotka und Lu Tian kuratierte Ausstellung „Alles unter dem Himmel“, die das Spannungsverhältnis zwischen Familie und Staat im China und Korea des 20. Jahrhunderts beleuchtet. Diesen Teil des Programms erkunden wir ohne externe Führung. Teil der Ausstellung ist die Arbeit „K‑Orphan Style“, in der Mirae kate-hers Rhee sich autoethnografisch mit der eigenen Adoption aus Südkorea in die USA auseinandersetzt. Anschließend wird uns Maya Härting vom Verein Koreanische Adoptierte Deutschland e.V. mehr zur allgemeinen Geschichte der koreanischen Adoptierten erzählen.
Mehr Infos zu den Ausstellungen findet ihr weiter unten.
Kommt mit!
- 🙌 Gruppenführung:
Wir besuchen gemeinsam zwei Ausstellungen des Programms „Beziehungsweise Familie“ im Humboldt Forum. Su-Ran Sichling und Minh Duc Pham führen uns durch die Ausstellung „Nothing as Our Ground/An das wir uns festhalten“, während Maya Härting uns tiefere Einblicke in die allgemeine Geschichte koreanischer Adoptierter geben wird. - 🍴🍲 Hangout:
Anschließend lassen wir den Nachmittag bei einem gemeinsamen Hangout ausklingen. Bei Sonnenschein zieht es uns natürlich in den Park. Den genauen Ort bekommt ihr am Tag des Treffens per Mail. Jede*r zahlt Essen und Getränke selbst. Wir freuen uns, wenn neue und bekannte Gesichter dazu kommen! - 📝 Anmeldung:
Bitte meldet euch vorher an, da die Plätze für die Gruppenführung begrenzt sind. Meldet euch auch an, falls ihr nur zu dem Hangout danach kommen möchtet, damit wir entsprechend planen oder ggf. reservieren können.
Besuch der Ausstellungen „Nothing as Our Ground/An das wir uns festhalten“ und „Alles unter dem Himmel“ des Programms „Beziehungsweise Familie“ im Humboldt Forum
📅Wann: Sonntag, 10.05.2026, 12.30 Uhr
📍 Wo: Foyer im Humboldt Forum, bei den Kassen
👥 Führung mit Su-Ran Sichling, Minh Duc Pham und Maya Härting
🎫 Eintritt: frei, begrenzte Plätze
📨 Anmeldeschluss: 27.04.2026
📫 Anmeldung: ⬇️unten
Community-Hangout
📅 Wann: Im Anschluss an den Ausstellungsbesuch, ab 14:30 Uhr
📍 Wo: in der Nähe des Humboldt Forums, wird nach Teilnahmebestätigung per Mail bekannt gegeben
🎟️ Wer: Alle, die Lust haben! Mit besonderer Einladung an Menschen, die sich als Asiatisch-Deutsch, asiatisch diasporisch oder BPoC mit Bezügen zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-)Asien identifizieren & Friends
Mehr Infos zu den beiden Ausstellungen
🔵 Nothing as Our Ground/An das wir uns festhalten
Die Ausstellung hinterfragt das idealisierte Bild der heteronormativen Kleinfamilie und stellt diesem die komplexen Lebensrealitäten queerer, migrantischer und diasporischer Menschen gegenüber. Während die klassische Familienstruktur historisch oft als Instrument der sozialen Kontrolle und Disziplinierung diente, untersucht diese Ausstellung alternative Formen der Zugehörigkeit und Verwandtschaft.
Minh Duc Pham und Hai Nam Nguyen vereinen hier elf Asiatisch-diasporische Künstler*innen, um Gemeinschaft nicht als statischen Zustand, sondern als aktive Praxis des Zusammenhalts zu beleuchten. Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass tiefe Bindungen und „selbstgewählte Verwandtschaften“ oft erst unter dem Druck von Exil, Vertreibung oder rechtlicher Instabilität entstehen und sich damit bewusst von staatlich garantierten Strukturen abheben. Diese Politik der Fürsorge fungiert als notwendiges Fundament dort, wo offizielle Infrastrukturen versagen und spannt ein Geflecht, das über nationale Grenzen hinweg Bestand hat.
Die Ausstellung wurde von Minh Duc Pham und Hai Nam Nguyen kuratiert und zeigt Arbeiten von George Demir, Sunil Gupta, Rana Nazzal Hamadeh, Nhu Xuan Hua, Iden Sungyoung Kim, Jaewon Kim, Cheryl Mukherji, Su-Ran Sichling, Leonard Suryajaya, Sarnt Utamachote und Vuth Lyno.
🔵 Alles unter dem Himmel
Im Zentrum dieser Ausstellung steht die Frage, wie Ideologie, staatliche Fürsorge und Kontrolle bis tief in den familiären Alltag eingreifen. Anhand verschiedener künstlerischer Positionen werden drängende soziale Themen wie die chinesische Ein-Kind-Politik, transnationale Adoption und starre Geschlechterrollen in der vergangenen wie gegenwärtigen koreanischen Gesellschaft beleuchtet.
Die Fotografien von He Chongyue dokumentieren etwa die Auswirkungen staatlicher Bevölkerungspolitik im ländlichen China, während Mao Tongqiang den strukturellen Wandel der chinesischen Familie visualisiert. Die Situation in Korea wird unter anderem durch die Videoarbeit von Jane Jin Kaisen thematisiert, die sich mit den generationenübergreifenden Traumata koreanischer Frauen infolge von Krieg und Kolonialismus auseinandersetzt. Ergänzt wird dies durch autoethnografische Reflexionen von Mirae kate-hers Rhee zur Adoptionsgeschichte sowie durch Werke von Siren Eun Young Jung, die traditionelle Rollenbilder hinterfragen und queere Perspektiven auf Identität und Zugehörigkeit eröffnen. Insgesamt verdeutlicht diese Ausstellung, wie sehr politische Systeme die intimsten Strukturen der Gesellschaft formen und verändern können.
„Alles unter dem Himmel“ ist eine Ausstellung im Museum für Asiatische Kunst im Humboldt Forum und wurde von Kuratorin Maria Sobotka und Co-Kuratorin Lu Tian begleitet.
ℹ️ Ob ihr einen Platz für die Gruppenführung bekommen habt, erfahrt ihr nach dem Anmeldeschluss am 27.04.2026. Falls sich mehr Personen anmelden als es Plätze gibt, wird es eine Warteliste geben.
💡 Hinweis zu weiteren Ressourcen
Guckt doch mal in unseren neuen, noch wachsenden Ressourcenpool gegen anti-asiatischen Rassimus vorbei. Mit der Stichwortsuche, z.B. „Familie“ oder der Filterung nach thematischen Schwerpunkten findet ihr weitere interessante Ressourcen zu widerständigen Geschichten von queeren und migrantischen Perspektiven. Ihr kennt Ressourcen, die noch nicht drin sind, unbedingt rein sollten oder habt Vorschläge, wie ihr besser findet, was ihr sucht? Reicht uns gerne eure Ideen über die Formulare im Ressourcenpool ein!