2024 wurden im Rahmen der Dekoloniale sieben Gedenkstelen erarbeitet, die an verschiedenen Orten in Berlin-Wedding auf die Geschichte kolonialer Gewalt und antikolonialen Widerstands aufmerksam machen und darüber informieren. Seit September 2025 sind die Gedenkstelen installiert. Sie sind als temporäre Ausstellung noch zu sehen bis Ende 2026, eine Verlängerung ist beantragt.

Wege des Erinnerns im „Afrikanischen Viertel“
Nach Jahrzehnten des zivilgesellschaftlichen Engagements für Straßenumbenennungen machen vier Gedenkstelen im „Afrikanischen Viertel“ die neuen Namensgeber*innen des Manga-Bell-Platzes, der Anna-Mungunda-Allee, der Maji-Maji-Allee und der Cornelius-Fredericks-Straße bekannt. Mehr dazu erfahrt ihr auch in den 👉Antikolonialen Stadttouren zwischen Wilhelmstraße und „Afrikanischem Viertel“.
Wege des Erinnerns an den Asiatisch-Pazifischen Straßen
Die Gedenkstelen am Pekinger Platz, an der Kiautschoustraße und an der Samoastraße wurden unter Mitwirkung von Kimiko Suda und Sun-Ju Choi für korientation erarbeitet. Ab April könnt ihr jeden zweiten Donnerstag an einer Führung mit korientation teilnehmen. Trinh oder Sun-Ju freuen sich schon, mit euch gemeinsam eine antikoloniale Stadttour zu den drei Gedenkstelen im Sprengelkiez zu unternehmen.
Lasst uns gemeinsam den öffentlichen Raum als Ort des Lernens und Gedenkens erkunden und uns kritisch mit Berlins kolonialer Vergangenheit und ihrer Kontinuitäten auseinandersetzen!


Wir beginnen die Tour an der Wilhelmstraße – ein historischer Ort für die Kolonialgeschichte auf dem afrikanischem Kontinent. Die Stadttour verbindet somit die Kolonialgeschichten zwischen den beiden Kontinenten Afrika und Asien/Pazifik. Häufig werden beide Komplexe nämlich getrennt voneinander betrachtet.
Die Wilhelmstraße ist darüber hinaus ein wichtiger Ort, da sich hier die ehemaligen Räume der Dekoloniale befanden. Leider konnten diese Räume nicht gehalten werden und so bietet der Startpunkt der Tour eine alternative Form der Präsenz und Erinnerung. Leider wurde die Gedenkstele an der Wilhelmstraße entwendet.
Antikoloniale Stadttouren zwischen Wilhelmstraße und Asiatisch-Pazifischen Straßen
📍 Treffpunkt: vor The Bike Café, Wilhelmstraße 91, 10117 Berlin (Mitte)
👥 Referent*innen der Stadttour: Kieu Trinh Phi Van (korientation e.V.) oder Sun-Ju Choi (korientation e.V.), Lawrence N.Y. Oduro-Sarpong (glokal e.V.) spricht an zwei Stationen über die Geschichte des Afrikanischen Viertels.
📅 Wann: April bis Mitte Juni 2026, jeden zweiten Donnerstag, 15.30 bis 18 Uhr
🎟️ Für wen: alle! Es ist eine öffentliche Veranstaltung. Wir freuen uns besonders über den Besuch durch korientation-Friends und Netzwerk!
🎫 Tickets: ausschließlich Vorverkauf über den Ticketshop des Stadtmuseum Berlin
💵 Preise: 12 Euro, ermäßigt 5 Euro, für Kinder unter 6 Jahren frei
📅 Alle Termine (je Donnerstag, 15.30 bis 18 Uhr) auf einen Blick
- 02. April (auf Deutsch)
- 16. April (auf Deutsch)
- 30. April (auf Deutsch)
- 14. Mai (auf Englisch)
- 28. Mai (auf Deutsch)
- 11. Juni (auf Deutsch)
ℹ️ Weitere Infos zum Ablauf und zu Barrieren
- Die Stadttour findet auch bei Regen statt.
- Gültiges BVG-Ticket erforderlich: Die Strecke zwischen Anton-Wilhelm-Amo-Straße und „Asiatisch-Pazifischen Straßen“ wird mit der U‑Bahn zurückgelegt.
- Im Rahmen der Tour wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin eine Befragung durchgeführt. Die Teilnahme ist freiwillig und erfolgt anonym.
- Barrierefreiheit: Der fußläufige Rundgang findet im ebenerdigen Straßengelände statt. An den U‑Bahnhöfen sind Aufzüge vorhanden. Deren Funktion können wir jedoch leider nicht garantieren, daher bitte wir um eigenständige Überprüfung.
- Von 17:40 bis 18:00 Uhr gibt es ein 20-minütiges Zeitfenster für den inhaltlichen Austausch und die Vernetzung.
- Beim Veranstalter, dem Stadtmuseum Berlin findet ihr die Ankündigung mit weiteren Infos.
Weitere Hintergründe und Perspektiven zur Auseinandersetzung mit deutscher Kolonialgeschichte sowie aktuelle Forderungen zur Erinnerungskultur findet ihr in diesen Beiträgen aus unserem Archiv:
- [Offener Brief] Der Bund hat die Pflicht zur Kolonialismus-Erinnerung
- „Kolonialismus erinnern“ – ein gesamtstädtisches Erinnerungskonzept für Berlin veröffentlicht
- Dokumentation: Decolonize „Chinesenviertel“! Deutsche Kolonialität aufdecken und intervenieren. in Köln 22.–26.11.2023
- Asiatische Präsenzen im Berlin der Zwischenkriegszeit: Inder:innen, Koreaner:innen und Community-übergreifende Begegnungen
- DARE-Filmreihe: Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin, supported von korientation
Veranstalter der Stadttouren zwischen Wilhelmstraße und „Asiatisch-Pazifischen Straßen“ ist die Stiftung Stadtmuseum Berlin in Kooperation mit korientation e.V. und glokal e.V.
„Wege des Erinnerns“ ist Teil des Projekts „Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt“ von Berlin Postkolonial e.V., Each One Teach One (EOTO e.V.), der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund e.V.) und der Stiftung Stadtmuseum Berlin in Kooperation mit: korientation e.V. und Mitte Museum Berlin. Das Projekt „Dekoloniale“ wurde von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie der Kulturstiftung des Bundes gefördert.