„Wenn der Sturm tobt, sollten wir enger beieinander stehen“ – Fachtag zu Asiatischen Perspektiven gegen Krieg und Rassismus in Köln 11.07.25

🎭 Veranstaltung: „Wenn der Sturm tobt, sollten wir enger bei­ein­ander stehen“ – Fachtag zu Asiatischen Perspektiven gegen Krieg und Rassismus
📅 Wann: Freitag 11.07.2025, 12–18 Uhr
📍 Wo: Seminarhaus Inhaus, Neuerburgstraße 2 in 51103 Köln-Kalk
🎫 Teilnahme: alle sind wil­kommen, kommt einfach vorbei!
🦠 Infektionsschutz: Bitte seht bei Erkältungs- und Grippesymptomen von einer Teilnahme ab. Falls ihr weitere Hygienemaßnahmen benötigt, schreibt uns gerne.

Hunderte von Milliarden werden in die Aufrüstung Europas gesteckt, um sich auf kom­mende Kriege vor­zu­be­reiten. Das ist in Köln besonders spürbar: In Mülheim setzt sich ein Unternehmen nieder, dass eine neue Generation an Kriegspanzern ent­wi­ckeln wird. Zugleich wird in Merheim dis­ku­tiert, ob das neue Krankenhaus einen unter­ir­di­schen Trakt bekommt, um Verwundete auch in Notsituation behandeln zu können. Mal steht es zwi­schen den Zeilen, mal explizit drin: Die Vorbereitungen für den Kriegsfall in Deutschland laufen auch Hochtouren.

Asiatische Communities haben viel über Krieg zu sagen. Kriege und Genozide sind die Gründe, weshalb viele von uns über­haupt hier sind. Zu Kriegszeiten wird ras­sis­tische Propaganda besonders hoch­ge­fahren, wie wir auch aus dem deut­schen Krieg um die Kolonisierung in China lernen können. Gemeinsam mit unter­schied­lichen Diaspora-Gruppen wollen wir über Kriege, die Gegenbewegungen, Solidarität und Widerständigkeit dis­ku­tieren. Die von den Nazis inhaf­tierte chi­ne­sische Kommunistin und Widerstandskämpferin Hu Lanqi hat im deut­schen Gefängnis geschrieben: „Wenn der Sturm tobt, sollten wir enger bei­ein­ander stehen“. Wir halten das für einen sinn­vollen Appell der Gegenwart.

Wir Beiträgen von:

  • Krieg und (anti-asiatischer) Rassimus (kori­en­tation)
  • War on the Poor (ALPAS Pilipinas)
  • Militarismus und Prostitution in Korea seit dem 20. Jh. bis heute (Han Nataly Jung-Hwa, Koreaverband)
  • Verstrickungen und Spaltungen: (Post-)koloniale Kriege und Asiatisch dia­spo­rische Erinnerungsgemeinschaften (Kien Nghi Ha)
  • Gewalt und Widerstand. Krieg um Tamil Eelam (Sowmya Maheswaran)

Ablauf

Nach jedem Input wird es eine Austauschphase und ein Q&A geben.
Zwischen den Inputs wird es außerdem 10-minütige Pausen geben.

Referent*innen

ALPAS Pilipinas. ALPAS bedeutet „sich befreien“. ALPAS steht für „Alternatibong Pangarap para sa Ating Sambayanan“, oder „Alternative Träume für unsere Leute“. ALPAS ist ein Kollektiv von poli­ti­schen Aktivist*innen mit phil­ip­pi­ni­schen Migrationsgeschichten sowie enga­gierten Verbündeten, das 2021 in Berlin (Deutschland), gegründet wurde.
ALPAS arbeitet daran, die phil­ip­pi­nische migran­tische Community in Berlin und Umgebung zu unter­stützen und zu orga­ni­sieren, während ihre/unsere ver­kör­perten Erfahrungen mit dem blu­tigen Erbe des Kolonialismus und den glo­balen kapi­ta­lis­ti­schen Strukturen ver­bunden werden, die wei­terhin Leid über die große Mehrheit der Menschen in der Welt bringen, ins­be­sondere im glo­balen Süden.
ALPAS will auf­zeigen wie die Ausbeutung von Arbeitskräften, die Zerstörung der Umwelt und die weit ver­breitete poli­tische Gewalt auf den Philippinen direkt mit der Anhäufung von Reichtum in Deutschland, der Europäischen Union und anderen impe­ria­lis­ti­schen Zentren zusammenhängen.

Kien Nghi Ha ist pro­mo­vierter Kultur- und Politikwissenschaftler und leitet den Arbeitsbereich Postcolonial Asian German Studies am Asien-Orient-Institut der Universität Tübingen. Er hat an der New York University sowie an den Universitäten in Bremen, Heidelberg und Bayreuth geforscht und wurde mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien aus­ge­zeichnet. Er hat mehr als zehn Bücher zu post­ko­lo­nialer Kritik, Rassismus, Migration und Asian Diaspora ver­öf­fent­licht. Zuletzt sind die Sammelbände „Asiatische Deutsche Extended. Vietnamesische Diaspora and Beyond“ (Assoziation A, 20122021) und „Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin“ (Assoziation A, 2024) erschienen. Für 2025 ist der Band „Anti-Asian Racism in Transatlantic Perspectives: History, Theory, Cultural Representations and Social Movements“ (tran­script) geplant. Uni-Profil: https://uni-tuebingen.de/de/208381

Han Nataly Jung-Hwa ist Vorstandsvorsitzende des Korea-Verband e.V. seit 2012, Initiatorin der AG „Trostfrauen“ und des Museums der Trostfrauen (MuT) im Korea Verband e.V.
Im Alter von 16 Jahren kam sie aus Südkorea nach Deutschland, wo ihre Mutter als „Krankenpflegerin“ ange­worben wurde. Sie ver­brachte ihre Schule- und Studienzeit in Bayern, Baden Württemberg und West-Berlin. In ihrem Magisterarbeit befasste sich mit den soge­nannten „Westprinzessinnen“, Sexworker*innen für GIs im Umfeld der US Militärbasen in Südkorea. Ihre Themenschwerpunkte sind Gender, Postkolonialismus und Migration. Seit 2008 setzt sich für die Gerechtigkeit für etwa 200.000 Mädchen und Frauen ein, die im Zweiten Weltkrieg vom japa­ni­schen Militär sexuell ver­sklavt wurden und initi­ierte 2020 maß­geblich die Aufstellung der Friedensstatue Ari. Sie ist Mitherausgeberin „Unbekannte Vielfalt – Einblick in die korea­nische Migrationsgeschichte in Deutschland“ (2014).

Sowmya Maheswaran ist als Anthropologin an der Schnittstelle von Forschung, Beratung und poli­ti­scher Öffentlichkeitsarbeit tätig. Ihre Schwerpunkte sind globale Perspektiven auf Gewalt und Widerstand, ins­be­sondere in Kontexten von Krieg und Vertreibung. Sowmya ist wis­sen­schaft­liche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Humboldt-Universität zu Berlin und beschäf­tigte sich dort u.a. mit tami­li­schen Kämpfen in Sri Lanka und im Exil, kapi­ta­lis­tische Gewaltlogiken im Maya-Gebiet Mexikos, Solidarität in der Migrationsgesellschaft und kri­ti­scher post­ko­lo­nialer Theorie.

Hinkommen / Reinkommen / Infektionsschutz 

Seminarraum Inhaus: EG in der Neuerburgstraße 2 in 51103 Köln-Kalk

Bei wei­teren Fragen kon­tak­tiert uns sehr gerne über
koeln(ät)korientation.de


Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Kooperationsverbund gegen Rassismus im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Programmbereich „Entwicklung einer bun­des­zen­tralen Infrastruktur“.

Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms ‚Demokratie leben!‘ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend“