AllgemeinVeranstaltungenVerbundprojekt

🎭 Veranstaltung: „Wenn der Sturm tobt, sollten wir enger bei­ein­ander stehen“ – Fachtag zu Asiatischen Perspektiven gegen Krieg und Rassismus
📅 Wann: Freitag 11.07.2025, 12–18 Uhr
📍 Wo: Seminarhaus Inhaus, Neuerburgstraße 2 in 51103 Köln-Kalk
🎫 Teilnahme: alle sind wil­kommen, kommt einfach vorbei!
🦠 Infektionsschutz: Bitte seht bei Erkältungs- und Grippesymptomen von einer Teilnahme ab. Falls ihr weitere Hygienemaßnahmen benötigt, schreibt uns gerne.

Hunderte von Milliarden werden in die Aufrüstung Europas gesteckt, um sich auf kom­mende Kriege vor­zu­be­reiten. Das ist in Köln besonders spürbar: In Mülheim setzt sich ein Unternehmen nieder, dass eine neue Generation an Kriegspanzern ent­wi­ckeln wird. Zugleich wird in Merheim dis­ku­tiert, ob das neue Krankenhaus einen unter­ir­di­schen Trakt bekommt, um Verwundete auch in Notsituation behandeln zu können. Mal steht es zwi­schen den Zeilen, mal explizit drin: Die Vorbereitungen für den Kriegsfall in Deutschland laufen auch Hochtouren.

Asiatische Communities haben viel über Krieg zu sagen. Kriege und Genozide sind die Gründe, weshalb viele von uns über­haupt hier sind. Zu Kriegszeiten wird ras­sis­tische Propaganda besonders hoch­ge­fahren, wie wir auch aus dem deut­schen Krieg um die Kolonisierung in China lernen können. Gemeinsam mit unter­schied­lichen Diaspora-Gruppen wollen wir über Kriege, die Gegenbewegungen, Solidarität und Widerständigkeit dis­ku­tieren. Die von den Nazis inhaf­tierte chi­ne­sische Kommunistin und Widerstandskämpferin Hu Lanqi hat im deut­schen Gefängnis geschrieben: „Wenn der Sturm tobt, sollten wir enger bei­ein­ander stehen“. Wir halten das für einen sinn­vollen Appell der Gegenwart.

Wir Beiträgen von:

  • Krieg und (anti-asiatischer) Rassimus (kori­en­tation)
  • War on the Poor (ALPAS Pilipinas)
  • Militarismus und Prostitution in Korea seit dem 20. Jh. bis heute (Han Nataly Jung-Hwa, Koreaverband)
  • Verstrickungen und Spaltungen: (Post-)koloniale Kriege und Asiatisch dia­spo­rische Erinnerungsgemeinschaften (Kien Nghi Ha)
  • Gewalt und Widerstand. Krieg um Tamil Eelam (Sowmya Maheswaran)

Ablauf

Nach jedem Input wird es eine Austauschphase und ein Q&A geben.
Zwischen den Inputs wird es außerdem 10-minütige Pausen geben.

Referent*innen

ALPAS Pilipinas. ALPAS bedeutet „sich befreien“. ALPAS steht für „Alternatibong Pangarap para sa Ating Sambayanan“, oder „Alternative Träume für unsere Leute“. ALPAS ist ein Kollektiv von poli­ti­schen Aktivist*innen mit phil­ip­pi­ni­schen Migrationsgeschichten sowie enga­gierten Verbündeten, das 2021 in Berlin (Deutschland), gegründet wurde.
ALPAS arbeitet daran, die phil­ip­pi­nische migran­tische Community in Berlin und Umgebung zu unter­stützen und zu orga­ni­sieren, während ihre/unsere ver­kör­perten Erfahrungen mit dem blu­tigen Erbe des Kolonialismus und den glo­balen kapi­ta­lis­ti­schen Strukturen ver­bunden werden, die wei­terhin Leid über die große Mehrheit der Menschen in der Welt bringen, ins­be­sondere im glo­balen Süden.
ALPAS will auf­zeigen wie die Ausbeutung von Arbeitskräften, die Zerstörung der Umwelt und die weit ver­breitete poli­tische Gewalt auf den Philippinen direkt mit der Anhäufung von Reichtum in Deutschland, der Europäischen Union und anderen impe­ria­lis­ti­schen Zentren zusammenhängen.

Kien Nghi Ha ist pro­mo­vierter Kultur- und Politikwissenschaftler und leitet den Arbeitsbereich Postcolonial Asian German Studies am Asien-Orient-Institut der Universität Tübingen. Er hat an der New York University sowie an den Universitäten in Bremen, Heidelberg und Bayreuth geforscht und wurde mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien aus­ge­zeichnet. Er hat mehr als zehn Bücher zu post­ko­lo­nialer Kritik, Rassismus, Migration und Asian Diaspora ver­öf­fent­licht. Zuletzt sind die Sammelbände „Asiatische Deutsche Extended. Vietnamesische Diaspora and Beyond“ (Assoziation A, 20122021) und „Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin“ (Assoziation A, 2024) erschienen. Für 2025 ist der Band „Anti-Asian Racism in Transatlantic Perspectives: History, Theory, Cultural Representations and Social Movements“ (tran­script) geplant. Uni-Profil: https://uni-tuebingen.de/de/208381

Han Nataly Jung-Hwa ist Vorstandsvorsitzende des Korea-Verband e.V. seit 2012, Initiatorin der AG „Trostfrauen“ und des Museums der Trostfrauen (MuT) im Korea Verband e.V.
Im Alter von 16 Jahren kam sie aus Südkorea nach Deutschland, wo ihre Mutter als „Krankenpflegerin“ ange­worben wurde. Sie ver­brachte ihre Schule- und Studienzeit in Bayern, Baden Württemberg und West-Berlin. In ihrem Magisterarbeit befasste sich mit den soge­nannten „Westprinzessinnen“, Sexworker*innen für GIs im Umfeld der US Militärbasen in Südkorea. Ihre Themenschwerpunkte sind Gender, Postkolonialismus und Migration. Seit 2008 setzt sich für die Gerechtigkeit für etwa 200.000 Mädchen und Frauen ein, die im Zweiten Weltkrieg vom japa­ni­schen Militär sexuell ver­sklavt wurden und initi­ierte 2020 maß­geblich die Aufstellung der Friedensstatue Ari. Sie ist Mitherausgeberin „Unbekannte Vielfalt – Einblick in die korea­nische Migrationsgeschichte in Deutschland“ (2014).

Sowmya Maheswaran ist als Anthropologin an der Schnittstelle von Forschung, Beratung und poli­ti­scher Öffentlichkeitsarbeit tätig. Ihre Schwerpunkte sind globale Perspektiven auf Gewalt und Widerstand, ins­be­sondere in Kontexten von Krieg und Vertreibung. Sowmya ist wis­sen­schaft­liche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Humboldt-Universität zu Berlin und beschäf­tigte sich dort u.a. mit tami­li­schen Kämpfen in Sri Lanka und im Exil, kapi­ta­lis­tische Gewaltlogiken im Maya-Gebiet Mexikos, Solidarität in der Migrationsgesellschaft und kri­ti­scher post­ko­lo­nialer Theorie.

Hinkommen / Reinkommen / Infektionsschutz 

Seminarraum Inhaus: EG in der Neuerburgstraße 2 in 51103 Köln-Kalk

Bei wei­teren Fragen kon­tak­tiert uns sehr gerne über
koeln(ät)korientation.de


Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Kooperationsverbund gegen Rassismus im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Programmbereich „Entwicklung einer bun­des­zen­tralen Infrastruktur“.

Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms ‚Demokratie leben!‘ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend“

AllgemeinVeranstaltungenVerbundprojekt

Der erste Community Kurs zu struk­tu­rellem Rassismus findet 2025 wöchentlich von Juni-Juli und Oktober-November in der HACKE in Köln-Mülheim, statt. Er ist unser erstes regel­mä­ßiges Programm dort.

In unserem ersten kori­en­tation Community-Kurs wollen wir uns gemeinsam ein Verständnis von struk­tu­rellem Rassismus erar­beiten und beleuchten, wie sich ras­si­fi­zierte Menschen dagegen orga­ni­sieren. Wir wollen gemeinsam die Struktur ver­stehen, die das faschis­tische Aufbegehren, die Verschlimmerung der Grenzgewalt und stetige Ausweitungen von ras­sis­ti­schen Staatsbürgerschafts-Gesetzen ermöglicht. 

Repräsentations- und Diversitätspolitik haben es in den letzten Jahren oft ver­passt die struk­tu­relle Ebene zu bear­beiten oder waren gar Teil der Veschlimmerung. Es gibt den Bedarf das gemeinsam zu dis­ku­tieren, Community neu zu denken, sich in unserer Stadt zu ver­ankern und eine kon­ti­nu­ier­liche, ver­bind­liche Auseinandersetzung in unserer Stadt zu schaffen. Der viel­fältige Widerstand ras­si­fi­zierter und migran­ti­sierter Communities und allen Gruppen, die struk­tu­rellen Rassismus bear­beiten, inspi­riert uns, es ihnen gleich zu tun. Lasst uns gemeinsam lesen, dis­ku­tieren, ana­ly­sieren, erschaffen, kreativ sein, ver­stehen, ver­lernen, streiten und vertragen.

Wir wollen gemeinsam lernen und so gut es geht ver­suchen, die Grenzen zwi­schen Lehrenden und Lernenden auf­zu­lösen. Deshalb möchten wir in pra­xis­ori­en­tierten, krea­tiven Formaten zusam­men­kommen, die sich Texte aneignen und andere Medien sowie den Austausch unter­ein­ander als ebenso wichtig wie das geschriebene Wort aner­kennen. Dafür treffen wir uns wöchentlich the­men­be­zogen in dreier-Blöcken, die wie folgt auf­gebaut sind:

  1. Einführung in das Thema mit vor­be­reiten Texten und anderen Medien
  2. Beleuchtung anti­ras­sis­ti­schen Widerstands anhand einer kon­kreten Gruppe/Initiative o.ä.
  3. Bastel-/ Musik-/ Performance- / Diskussionsabend zum Thema

Abschluss des Kurses wird die Präsentation eines Projekts sein, dass unseren Wissenszuwachs zum Ausdruck bringt. 

Teilnahme

Wir ermu­tigen besonders Mitglieder asia­ti­scher Diasporagruppen (damit meinen wir Süd‑, West‑, Nord‑, Südost‑, Ost- und Zentralasien) teil­zu­nehmen. Darüber hinaus sind alle anderen Interessierten will­kommen, die bereit für einen respekt­vollen, selbst­re­flek­tierten und ver­ant­wort­lichen Austausch sind.

Da wir den Raum gemein­schaftlich gestalten, wollen wir alle Menschen ermu­tigen Aufgaben zu über­nehmen und z.B. eine Lesebesprechung zu mode­rieren, einen Film zu zeigen, eine Gruppe vor­zu­stellen, sich um Verpflegung zu kümmern etc.

Anmeldung

Bitte meldet euch ver­bindlich an, sodass ihr an min­destens 6 der Termine könnt. Diese Plätze werden limi­tiert sein, ein Abschlussprojekt beinhalten und ein Zertifikat erhalten.
Es gibt zusätzlich die Option als Außenstehende zu inter­es­santen Sitzungen dazu zu kommen und die Gestaltung/Moderation von Sitzungen mit­zu­ge­stalten.

Inhalte

Ort: HACKE

HACKE – House of Asian Community Knowledge and Education
(kori­en­tation e.V.)
Hacketäuerstraße 82, Erdgeschoss vorne
51103 Köln

bei wei­teren Fragen kon­tak­tiert uns sehr gerne über
koeln(ät)korientation.de


Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms ‚Demokratie leben!‘ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend“

korientation sucht Zuwachs! Mitarbeit im Projektbüro Köln
BlogVerbundprojektVerein

Für unser neues geför­dertes Projekt „Kooperationsverbund im Themenfeld Rassismus“ suchen wir Unterstützung für unser Team in Köln, das ins­be­sondere in den Bereichen Rassismuskritik und anti-asiatischem Rassismus in der Politischen Bildung, soli­da­ri­scher Cross-/Community-Arbeit und Vernetzung arbeitet.


Wir suchen ab dem 01.04. für unser neu ange­lau­fenes Verbundprojekt

Projektmitarbeit
50% Stelle in Anlehnung an TVöD-Bund E09‑1
Arbeitsbeginn: bei Bedarf verhandelbar

Bewerbungsfrist: 15.03.2025
Bewerbung als PDF per Email an: info[at]korientation.de
Bewerbungsgespräche sind für den 20. und 21.März 2025 in Köln geplant.

Wir laden ins­be­sondere BPoC mit Bezügen zu Asien (Zur Klarstellung: Damit meinen wir Süd‑, West‑, Nord‑, Südost‑, Ost- und Zentralasien) und inter­sek­tio­nalen Perspektiven ein, sich zu bewerben.

Teile uns gerne mit, was du brauchst, dass die Arbeit zugänglich für dich ist.

Hast Du Fragen? Melde Dich gerne bei uns per Email.

Zu deinen Aufgaben gehören

  • Aufbereitung bestehender Wissensressourcen zu anti-asiatischem Rassismus
  • Mitarbeit bei der Konzeption, Organisation und Durchführung von Maßnahmen und Veranstaltungen im Projekt gemeinsam mit der Projektleitung
  • Mitarbeit an der Konzeption von Qualifizierungsmodulen der poli­ti­schen Bildung mit einem Schwerpunkt auf anti-asiatischem Rassismus
  • Redaktionelle Mitarbeit an Texten unter­schied­licher Art, sowohl für die interne als auch für externe Kommunikation, Webseitendokumentation und Öffentlichkeitsarbeit
  • Betreuung eines Netzwerks von Asiatisch-Deutschen Multiplikator*innen der
    ras­sis­mus­kri­ti­schen Bildungsarbeit
  • Unterstützung / Mitarbeit bei Administrations- und Verwaltungsaufgaben im Projekt

Das wün­schen wir uns von Dir

  • Erste Erfahrungen in der diskriminierungs- und ras­sis­mus­kri­ti­schen Bildung und der Arbeit in gemein­nüt­zigen Vereinen
  • Kenntnisse aktu­eller Diskurse im Themenfeld Rassismus, Intersektionalität, post­ko­lo­niale Ansätze, Empowerment und Asiatisch-Deutsche Migrationsgeschichten
  • Identifikation mit den Kernzielen des Vereins
  • Sehr gute deutsche und eng­lische Sprachkenntnisse, ein gutes Sprachgefühl und hohe Textsicherheit
  • Hohes Maß an Team- und Kommunikationsfähigkeit und Freude an der Arbeit im Team
  • Sehr gute Office-Kenntnisse (Textverarbeitung, Zahlenkalkulationen/Tabellen und Präsentationen)
  • Selbstständige, struk­tu­rierte Arbeitsweise und hohe Zuverlässigkeit
  • Grundlegende Social Media Kompetenzen sind hilf­reich (Instagram, Tiktok, Facebook)
  • Interesse und Bereitschaft, sich an der fort­lau­fenden Organisationsentwicklung des Vereins zu beteiligen
  • Lebensmittelpunkt im Raum Köln

Was Dich bei uns erwartet

  • Mitarbeit in einer Selbstorganisation von und für Asiatischen Deutsche
  • Anstellung mit 50% Stellenanteil, ange­lehnt an TVöD-Bund E09
  • Vertragsbeginn ab dem 01.04 oder 15.04.2025 gewünscht, ist verhandelbar
  • Vertrag ist befristet bis zum 31.12.2025, mit Aussicht auf Verlängerung vor­be­haltlich der Förderzusagen
  • Brandneues Projektbüro in Köln-Mülheim. Die Räumlichkeiten sind leider nicht bar­rie­refrei: EG mit drei Stufen, Toilette im Flur und eher eng.
  • Flexible, bedarfs­ori­en­tierte Arbeitszeiten; Arbeit aus dem Home-Office in Absprache ist möglich
  • Raum für eigen­ständige inhalt­liche Arbeit und Austausch
  • Eine par­ti­zi­pative Arbeitsorganisation und soli­da­rische Organisationskultur mit flachen Hierarchien
  • Die Möglichkeit, die Zukunft eines wach­senden bun­des­weiten Netzwerks von Asiatischen Deutschen mitzugestalten
  • Zusammenarbeit mit einem kleinen, enga­gierten Büroteam mit einem breiten Kompetenzfeld im Bereich Community- und Vereinsarbeit, Kultur- und Projektmanagement, wis­sen­schaft­liche Arbeit
  • Und das Wichtigste: Lots of good Food and Community-love

Wir freuen uns auf Deine Bewerbung
Wir laden ins­be­sondere BPoC mit Bezügen zu Asien (Zur Klarstellung: Damit meinen wir Süd‑, West‑, Nord‑, Südost‑, Ost- und Zentralasien) und inter­sek­tio­nalen Identitäten ein, sich zu bewerben. Der Wohnort Köln oder Umgebung wäre im Hinblick auf ein Projektbüro wün­schenswert.
Teile uns gerne mit, was du brauchst, dass die Arbeit zugänglich für dich ist.

Bewerbungsgespräche sind für den 20. und 21.März 2025 in Köln geplant.

Bitte schicke Deine Bewerbung bis zum 15.03.2025 aus­schließlich in elek­tro­ni­scher Form als PDF-Dokument per Email an info[at]korientation.de mit den fol­genden Unterlagen:
• Anschreiben (gerne mit Angabe des bevor­zugten Pronomens)
• Lebenslauf ohne Foto
• Motivationsschreiben
• Zeugnis des letzten Abschlusses
• Gegebenenfalls ergän­zende Unterlagen, wie Arbeitszeugnisse

Hier findest Du die Ausschreibung als PDF zum Download 👇🏽. 


Für inhalt­liche Aussagen und Meinungsäußerungen tragen die Publizierenden dieser Veröffentlichung die Verantwortung.

Das Verbundprojekt gegen Rassismus wird gefördert im Bereich „Entwicklung einer bun­des­zen­tralen Infrastruktur“ des Programms „Demokratie leben!“ durch das BMFSFJ sowie die Berliner Senatsverwaltung ASGIVA.

AllgemeinProjekt RADARwissenschaft

Zwei Jahre haben wir Workshops, Vernetzungstreffen, Zukunftswerkstätten, Vorträge und Veranstaltungsreihen orga­ni­siert. In unserer zweiten RADAR Broschüre Beyond Asiatische Deutsche. Community-übergreifende Perspektiven auf poli­tische Bildung und anti-asiatischen Rassismus fassen wir zusammen, was wir die letzten zwei Jahre im gemein­samen Prozess mit Multiplikator*innen der poli­ti­schen Bildungsarbeit gelernt haben, was Rassismus als Struktur bedeutet und was für Erkenntnisse und Learnings wir gewonnen haben.
Wir bedanken uns bei allen, mit denen wir lernen durften; die bei unseren Veranstaltungen waren; die Fragen und in Frage gestellt haben. Wir freuen uns, wenn sich unsere Wege in der Zukunft wieder treffen!

Wir haben einige Stellen der Broschüre mul­ti­medial gestaltet, das heisst ihr findet QR-Codes zu Videos und Audios und kommt so direkt zu den Ressourcen. Zu den Audiobeiträgen kommt ihr hier unten auch direkt unter 🎧. 

Inhaltsverzeichnis

Druckformat bestellen


Credits
Satz und Design: Salma Abdo

Illustrationen und Logo: Sophia Brown

Autor*innen: akiko rive und Cuso Ehrich

Lektorat und Korrektorat: Alli Kamalanathan, Jee-Un Kim, Sina Schindler, Susanna Ott


Gefördert von der Bundeszentrale für poli­tische Bildung

Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der BpB dar.
Für inhalt­liche Aussagen tragen die Autor*innen die Verantwortung.

BlogVeranstaltungen

WAS: Booklaunch mit einem Gespräch zwi­schen Kien Nghi Ha, Yumin Li, Linh Müller und Irit Neidhart
Wann: 09.07.2024 um 18:30 h
Wo: Savvy Contemporary, Reinickendorfer Straße 17, 13347 Berlin
Sprache: Deutsche Lautsprache
Zugang: Der Eintritt ist frei und die Räume sind eben­erdig und roll­stuhl­freundlich.
Link: https://savvy-contemporary.com

Das Buch wird während der Veranstaltung erhältlich sein!

Save the Date!
Am 18. September 2024 findet von 14:00–18:00 ein beglei­tender Workshop zum Thema im Rahmen der Reihen WEDDING AFFAIRS and COLONIAL NEIGHBOURS bei SAVVY statt. 

Wir freuen uns auf den Booklaunch des Sammelbands zur gleich­na­migen Filmreihe, die 2023 im Sinema Transtopia statt­ge­funden hat und die Gesprächsrunde mit dem Herausgeber Kien Nghi Ha sowie den Autorinnen Yumin Li, Linh Müller und Irit Neidhart im Savvy Contemporary in Berlin. 

Zum Sammelband

Der Band unter­sucht anhand kolonial-kritischer Filmanalysen die nahezu unbe­kannte Geschichte Asiatischer Repräsentationen in Deutschland. Der Fokus liegt auf ori­en­ta­li­sie­renden deut­schen Kinofilmen der Weimarer Zwischenkriegszeit. Nach dem Ende des Imperial Germany wurden Deutschlands kolonial-rassistische Fantasien und Ambitionen ver­stärkt in eine ima­ginäre Kolonialität über­führt. Ihre fil­mi­schen Inszenierungen begeis­terten ein Massenpublikum. Die Filmkulisse, aber auch ihre Produktion und Konsumtion wurden selbst zum kul­tu­rellen Kolonialraum. Ihre Popularität ist Ausweis ihrer gesell­schaft­lichen und zeit­his­to­ri­schen Bedeutsamkeit.

Im Unterschied zur domi­nanten Wahrnehmung, in der Berlin auf­grund der „Goldenen Zwanziger“ als euro­päische Kultur- und Filmstadt von Weltrang gefeiert wird, setzt das Buch auf deko­lo­nia­li­sie­rende Perspektiven. In euro­zen­tri­schen Diskursen wird sys­te­ma­tisch ver­drängt, dass sich unter der Oberfläche der modernen Urbanität ein „wildes Kulturleben“ ver­birgt, das durch kolo­niale Verstrickungen und Exotisierungen geprägt ist. Die fil­mi­schen Arbeiten etwa von Hito Steyerl und Philip Scheffner machen dagegen ver­gessene (Ge)Schichten und Dimensionen der Kolonialmetropole Berlin sichtbar.

Das Buch erweitert die deko­lo­niale Debatte und stellt anti-Asiatischen Rassismus und Orientalismus in den Fokus. Es leistet Pionierarbeit, indem es die „Weltmetropole Berlin“ als kolo­nialen Kulturraum mit (anti-)Asiatischen Bezügen erforscht.

Angaben
Kien Nghi Ha [Hg.]: Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin
Localizing Decolonialization – Dekolonialisierung loka­li­sieren
Berlin: Assoziation A, 2024, 200 Seiten.
16 EUR
Link zum Verlag

Zu den anwesenden Autor*innen

Kien Nghi Ha ist pro­mo­vierter Kultur- und Politikwissenschaftler und leitet den Arbeitsbereich Postcolonial Asian German Studies an der Universität Tübingen. Er hat an der New York University sowie an den Universitäten in Bremen, Heidelberg und Bayreuth geforscht und wurde mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien aus­ge­zeichnet. Als Kurator hat er u.a. im Berliner Haus der Kulturen der Welt, im Hebbel am Ufer-Theater und im Sinema Transtopia ver­schiedene Projekte über Asiatische Diaspora rea­li­siert. Er hat mehr als zehn Bücher zu post­ko­lo­nialer Kritik, Rassismus, Migration und Asian Diaspora geschrieben und edi­tiert. Zuletzt ist der Sammelband Asiatische Deutsche Extended. Vietnamesische Diaspora and Beyond (Assoziation A 2021) als erwei­terte Neuauflage erschienen. 2025 gibt er den Band Anti-Asian Racism in Transatlantic Perspectives: History, Theory, Cultural Representations and Social Movements (tran­script) heraus.

Yumin Li ist Kulturwissenschaftlerin, Expertin für Antidiskrimierung und diver­si­täts­ori­en­tierte Organisationsentwicklung sowie Performerin. In ihrer Dissertation unter­suchte sie Anna May Wongs mehrere Jahrzehnte umspan­nende Karriere auf vier Kontinenten. Li ver­öf­fent­lichte zahl­reiche Aufsätze zu Anna May Wong. Zusammen mit dem Kollektiv and-company&co erar­beitete sie die Theaterperformance „Shanzai Express“, das sich spie­le­risch mit Anna May Wong befasst und an der Volksbühne 2023 Première feierte. 

Linh Müller hat Nordamerikastudien an der Freien Universität Berlin, am Middlebury College und an der Yale University stu­diert und forscht zur affek­tiven Reproduktion und Repräsentation von natio­naler Zugehörigkeit in Sport und Popkultur. In ihren per­sön­lichen Arbeiten ver­handelt sie die Komplexitäten und Verstrickungen, die sich aus ihrer eigenen viet­na­me­si­schen und deut­schen Familiengeschichte ergeben ins­be­sondere in Hinblick auf Identität, Sprache, Krieg und den Nationalsozialismus. Momentan lebt sie in Berlin und arbeitet in einem Projekt zu migran­ti­scher Erinnerung und der Friedensstatue, die in Berlin-Moabit an die so genannten „Trostfrauen“ im Zweiten Weltkrieg erinnert.

Irit Neidhardt ist seit 1995 als Kuratorin und Publizistin zum Themengebiet Kino und ara­bische Welt tätig. Zudem betreibt sie seit 2002 den inter­na­tio­nalen Verleih und Vertrieb „mec film“ für Filme ara­bi­scher Regisseur*innen. Als Koproduzentin war sie an meh­reren preis­ge­krönten Dokumentarfilmen beteiligt. 

Eine Publikation des Projekts DARE (Decolonize Anti-Asian Racist Entanglements).

Das Buch und die Filmreihe sind in Kooperation mit bi’bak e.V (Sinema Transtopia), kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und der Abteilung Koreanistik des Asien-Orient-Instituts der Universität Tübingen ent­standen. Es wurde im Programm „Förderung zeit­ge­schicht­licher und erin­ne­rungs­kul­tu­reller Projekte“ der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa unterstützt.

Projekt RADARVeranstaltungenWorkshop

Barrierenabbau

Hinkommen

die nächsten Bus- & Bahnhaltestellen (Kalk Post bar­rie­refrei, Trimbornstraße Aufzug vor­handen) sind ca. 7–10 Minuten zu Fuß ent­fernt. Es gibt jeweils einen Behindertenparkplatz in der Sieversstraße 1 und Ottmar-Pohl-Platz 1., beides 150m vom Veranstaltungsort.

Reinkommen

Es gibt eben­erdige Eingänge und Toiletten.

Corona

Corona ist leider nicht vorbei. Testet euch vor der Veranstaltung selbst und handelt selbst­ver­ant­wortlich für euch und das Kollektiv: seht bei Erkältungssymptomen und posi­tivem Testergebnis von einer Teilnahme ab. Wir werden Coronatests zur Verfügung stellen. Falls ihr weitere Hygienemaßnahmen benötigt, schreibt uns gerne über das Anmeldeformular.


Wie könnte eine Welt ohne Psychiatrie aus­sehen? – Wir stecken gesamt­ge­sell­schaftlich in einer Krise, wenn es um das Thema Mental Health geht. Es gibt einen hohen Bedarf nach Unterstützung in psy­chi­schen Krisen und gleich­zeitig ist es immer noch mit Stigma ver­bunden offen über per­sön­liche Struggles mit men­taler Gesundheit zu sprechen und Verhaltensweisen zu zeigen, die gesell­schaftlich mit „verrückt“-sein asso­ziiert werden. Menschen, die in ihrem Verhalten einer gesell­schaft­lichen Norm nicht ent­sprechen können oder wollen, erfahren gesell­schaft­lichen Ausschluss, Gewalt und werden in psych­ia­tri­schen Einrichtungen weg­ge­sperrt. In solchen Einrichtungen finden sich Menschen wieder, die in dieser Gesellschaft extrem viel Gewalt und kaum Unterstützung erfahren haben und dort nur noch mehr trau­ma­ti­siert werden. Mentale Gesundheit wird zu indi­vi­du­ellen Problemen her­un­ter­ge­brochen, anstatt diese im Kontext von Gesellschaft, Ausbeutung, Ableismus, Rassismus inklusive anti-asiatischem Rassismus, Queerfeindlichkeit und Gewalt zu betrachten. In diesem Workshop nutzen wir Kunst in Form von Zine-Making als Mittel für Heilung, Empowerment und kol­lektive Befreiung und träumen gemeinsam davon, wie eine Welt ohne Psychiatrie aus­sehen könnte.

Es gibt die Möglichkeit gemeinsam Mittag zu essen.


Xinan Pandan (keine Pronomen) ist Dichter*in, mul­ti­media Künstler*in und Community Care-Bear. Xinan beschäftigt sich aus einer queeren, dia­spo­ri­schen und neu­ro­di­ver­genten Perspektive mit den Themen Oppression Depression, Chronisches Kranksein, Heilung, Trauma und dem Aufbau von soli­da­ri­schen nach­hal­tigen Support-Systemen. Xinan träumt davon, dass wir es schaffen, Community so auf­zu­bauen, dass alle die Sicherheit, Fürsorge und Liebe bekommen können, die sie brauchen. @xinan.pandan


Anmeldung ⬇️ (klick!)

Fehler: Kontaktformular wurde nicht gefunden.


Credits
Illustration: Xinan Pandan


Gefördert von der Bundeszentrale für poli­tische Bildung

Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der BpB dar.
Für inhalt­liche Aussagen tragen die Autor*innen die Verantwortung.

BlogVeranstaltungenVerein

Bei Colorism fun­giert die Schattierung der Haut als Grundlage für die Bevorzugung oder Benachteiligung einer Person: Menschen mit einem dunk­leren Hautton erfahren mehr Diskriminierung als Menschen mit einem hel­leren Hautton. Auch in vielen Ländern Asiens und der asia­ti­schen Diaspora werden Personen mit hel­lerer Haut favo­ri­siert. Colorism kommt dabei selten allein und ist – nicht nur aber auch – mit Class und Gender verwoben.

Diese eta­blierte Praxis ist eine weitere Dimension von Diskriminierung, die kon­krete Auswirkungen auf unser Leben hat. Und doch sprechen wir so wenig darüber. Warum eigentlich?
Zeit also, dieses unbe­queme Thema auf­zu­greifen und darüber zu dis­ku­tieren; über unsere eigenen Erfahrungen mit Colorism – auch unter Familienmitgliedern und Freund*innen – und wie wir Colorism ver­lernen und ent­ge­gen­wirken können.

Als Hosts für die 6. VaryAsians-Edition unserer digi­talen Salonreihe für korientation-Mitglieder sind diesmal unsere Vorstandsmitglieder Alli Kamalanathan und Sun-Ju Choi mit dabei.

⚡️ Wann: Mittwoch, 19.06.2024, 19 Uhr
⚡️ Wo: Online auf Zoom (Link kommt per Email)
⚡️ Wer: korientation-Mitglieder mit Bezügen zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-)Asien (Möchtest du Mitglied werden? Link zur Seite 😊)
⚡️ Sprache: Deutsche Lautsprache
⚡️ Anmeldung über das Formular unten: 18.06.2024, 18 Uhr

Wir sind uns bewusst, dass VaryAsians ein flie­ßender Prozess ist, in dem es kein Richtig und Falsch gibt. Gerne möchten wir deshalb mit Euch in Austausch treten und laden Euch herzlich ein, mit uns diesen Salon zu gestalten.

Anmeldung

    AllgemeinBlog

    Content Note: In diesem Text geht es um sexua­li­sierte Gewalt mit Todesfolge an asia­ti­schen Frauen. 

    Mitte März erhielten wir eine E‑Mail von Trần Phương Ngân von der gemein­nüt­zigen BIPoC Organisation United Networks gUG mit der Bitte um Unterstützung. Es ging darum, die mediale Berichterstattung zur bru­talen Vergewaltigung und Ermordung sowie der ver­suchten Ermordung zweier Frauen im Juni 2023 im Allgäu kri­tisch auf­zu­ar­beiten. Das Todesopfer war die 21-jährige Eva Liu, das zweite Opfer die 22-jährige Kelsey Chang. Beide waren zusammen auf Reisen, nachdem sie ihr Studium in Informatik und Computertechnik an der University of Illinois abge­schlossen hatten und – was in den Berichten zur Tat oft unbe­nannt bleibt – beide waren bzw. sind asiatisch-amerikanische Frauen. Bei dem 31 Jahre alten Täter handelt es sich um einen weißen US-amerikanischen Mann.

    Mit Einverständnis von Trần Phương Ngân möchten wir die kori­en­tation Webseite nutzen, um der fol­genden Analyse zu einem wei­teren Mord im Zusammenhang mit sexua­li­sierter Gewalt an asia­ti­schen Frauen Raum zu geben. Denn töd­liche Gewalt an (süd-/südost) asia­tisch gele­senen FLINTA (Frauen, Lesben, inter­ge­schlecht­liche, nicht­binäre, trans und agender Personen) sind keine Einzelfälle. Sie sind die töd­liche Folge sys­te­ma­tisch Abwertung von FLINTA und patri­ar­chaler, kolo­nialer und ras­sis­ti­scher Denkmuster und Strukturen. Warum es wichtig ist, dass wir diese spe­zi­fi­schen Formen von Gewalt und die Verbindung zum deut­schem Kolonialismus in Asien benennen, erklärt Cuso aus dem kori­en­tation Projekt RADAR in einem Video.

    Wir gedenken Eva Liu, sowie der thai­län­di­schen Gastronomin Siliya R., die im August 2023 in Berlin ermordet wurde, der 56-jährigen anonymen Sexarbeiterin aus China, die im April 2023 in Berlin über­fallen wurde und an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben ist, Lǐ Yángjié, die am Mai 2016 vom Sohn einer Polizistin und dessen Partnerin in Dessau ver­ge­waltigt und ermordet wurde und Daoyou Feng, Hyun Jung Grant, Suncha Kim, Soon Chung Park, Xiaojie Tan und Yong Ae Yue, die im März 2021 in drei asia­ti­schen Massagesalons in Atlanta (Georgia) von einem weißen christ­lichen Fundamentalisten erschossen wurden. 

    Anfang dieser Woche sind wir in den Medien auf einen Mordfall gestoßen, der sich letztes Jahr am Schloss Neuschwanstein ereignet hat. In den meisten Berichten wurde nur von US-Amerikanerinnen gesprochen (wie hier in der SZ, Spiegel oder DW), doch nach genauerer Recherche stellten wir fest, dass es sich bei den beiden Opfern konkret um Asian Americans han­delte. Einige Quellen (wie hier beim BR) erwähnten auch, dass der Täter, ein weißer US-Amerikaner, ein Handy bei sich trug, auf dem por­no­gra­fi­sches Material gefunden wurde, das seinen Fetisch für asia­tische Frauen zeigte. Die Medien sprechen zwar von „sexua­li­sierter Gewalttat“ und „Femizid“, zitieren den Richter, der gesagt haben soll, dass der Angeklagte „offen­sichtlich auf Frauen asia­ti­scher Abstammung stehe“, aber erkennen keinen ras­sis­ti­schen und sexis­ti­schen Bezug. Wenn darauf ein­ge­gangen und darüber berichtet wurde, dann geschah es ste­reo­ty­pisch und wurde her­un­ter­ge­spielt, wie bei­spiels­weise hier im Spiegel unter dem Titel „Manga-Fan mit Liebeskummer: Freundin beschreibt Tatverdächtigen von Neuschwanstein“.

    Aus Medienberichten scheint es, dass das Landgericht Kempten nur zwei Mordmerkmale aner­kannt hat: die Befriedigung des Geschlechtstriebs und Heimtücke. Ob auch eine ras­sis­tische und sexis­tische Motivation des Täters als nied­riger Beweggrund in Frage kam, wissen wir nicht. Dafür müssen wir noch auf die voll­ständige Urteilsbegründung des Gerichts warten, die bisher noch nicht ver­öf­fent­licht wurde. Falls dies nicht der Fall sein sollte, dann hat auch das Gericht den Bezug über­sehen und das Rechtssystem hätte erneut versagt.

    Trần Phương Ngân – United Networks gUG

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    解殖华人区!一起来揭露并干预德国的殖民性。

    Köln, in was für einer Stadt wollen wir eigentlich leben?
    Diese Frage stellten wir uns vom Projekt RADAR vom 22.–26.11.2023 in Köln, wo wir Kontinuitäten des deut­schen Kolonialismus unter die Lupe nahmen, die sich auch alle in Köln zeigen.

    Im soge­nannten Ehrenfelder „Chinesenviertel“ finden sich Takustraße, ‑platz und ‑feld, die Lansstraße und die Iltisstraße. Alle erinnern aus Perspektive der deut­schen Kolonialherren an die gewaltsame Kolonisierung von Teilen Chinas. In dieser Zeit ver­fes­tigen und ver­schlimmern sich kolo­niale Ausbeutung und ras­sis­tische Bilder, die Menschen aus vielen Teilen Asiens bis heute beein­flussen und die heutige BRD formen.

    Gemeinsam mit Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und anderen Multiplikator*innen der poli­ti­schen Bildung gingen wir den Fragen nach:
    Was bedeutet es konkret, die kolo­niale Geschichte Kölns zu behandeln? Welche Grundlagen, die kolo­niale Ausbeutung ermög­lichten, sind bis heute wirk­mächtig? Wie sieht eine Praxis der poli­ti­schen Bildung aus, die aktiv gegen fort­wäh­rende kolo­niale Ungerechtigkeit arbeitet?

    Auf dieser Seite kommt ihr zur Dokumentation der Veranstaltungsreihe, sowie auch zum Programm.


    Rückblick & Dokumentation 

    Permalink: www.korientation.de/dokumentation-decolonize-chinesenviertel/

    Programm

    Permalink: www.korientation.de/decolonize-chinesenviertel-programm-2023/


    Credits
    Grafik: Salma Abdo und Fadi Elias


    Gefördert von der Bundeszentrale für poli­tische Bildung

    Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der BpB dar.
    Für inhalt­liche Aussagen tragen die Autor*innen die Verantwortung.

    AllgemeinVerein

    Die deutsch- und viet­na­me­sisch­spra­chige Broschüre „Erinnern um zu Verändern: Gedenken an Phan Văn Toàn“ der Gedenkinitiative für Phan Văn Toàn ist ab sofort als gedruckte Broschüre sowie in einer digi­talen PDF-Ausgabe (siehe unten) erhältlich.

    Über die Broschüre

    Die Broschüre erinnert mit ihren Beiträgen an den Menschen Phan Văn Toàn und den ras­sis­ti­schen Angriff auf ihn am S‑Bahnhof Fredersdorf in Brandenburg, an dessen Folgen der ehe­malige Vertragsarbeiter aus Vietnam drei Monate später, am 30. April 1997, ver­starb. Phan Văn Toàn wurde 43 Jahre alt.

    Auch ordnet die Broschüre diese Gewalttat in einen gesell­schaft­lichen und poli­ti­schen Kontext ein, indem sie einen kri­ti­schen Blick auf das Gerichtsverfahren und das „Wie“ des (Ent-)Erinnerns in der Vergangenheit und die Möglichkeiten eines anti­ras­sis­ti­schen Gedenkens in der Gegenwart wirft. Beiträge zu anti-asiatischem Rassismus in Deutschland all­gemein und seiner Manifestation im spe­zi­fi­schen Kontext der Corona-Pandemie zeigen, dass Rassismus in Deutschland ein kon­ti­nu­ier­liches Phänomen ist.

    Außerdem kommen als Zeitzeuge ein Gemeinderatsvertreter zu Wort, der die 1990er Jahre in Fredersdorf mit­erlebt hat und Einblick in die Situation zur Zeit des Angriffs mit Todesfolge vor Ort gibt. Und eine in Brandenburg lebende ehe­malige viet­na­me­sische Vertragsarbeiterin schildert ihren Werdegang, die Arbeit im Betrieb in der ehe­ma­ligen Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (ČSSR) und ihrem Leben in Deutschland.

    Die Broschüre exis­tiert als zwei­spra­chige Version auf Deutsch und auf Vietnamesisch, um sie v.a. auch der Familie von Phan Văn Toàn und Mitgliedern vietnamesisch-deutscher Communities zugänglich zu machen.

    Die gedruckte Broschüre kann ab sofort über das unten ste­hende Formular bestellt werden, wir bitten dabei um eine Spende zur Finanzierung des Portos an

    kori­en­tation e.V.
    IBAN: DE47 4306 0967 1140 5089 00
    BIC: GENODEM1GLS
    Verwendungszweck: „Vorname Nachname, SPENDE FÜR PHAN VAN TOAN“


    Gedruckte Broschüre

    Bestellformular Broschüre „Erinnern um zu Verändern: Gedenken an Phan Văn Toàn“



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      Digitale Broschüre

      Eine digitale Version der Broschüre ist auf Deutsch und auf Vietnamesisch über die Webseite der Gedenkinitiative für Phan Văn Toàn erhältlich.

      Auch hier freuen wir uns über eine Spende für die ehren­amt­liche Arbeit der Gedenkinitiative und das Weiterverbreiten der Broschüre.


      Über die Gedenkinitiative

      Die Gedenkinitiative Phan Văn Toàn setzt sich seit 2020 für ein wür­diges Gedenken an Phan Văn Toàn und für eine poli­ti­schen Einordnung des ras­sis­ti­schen Gewaltangriffs in damalige und aktuelle Verhältnisse ein. Derzeit besteht sie aus Einzelpersonen aus Strausberg und Umgebung wie auch aus Berlin, kori­en­tation ist eben­falls mit ein­zelnen Mitgliedern Teil der Gedenkinitiative. Wir koope­rieren mit Akteur*innen der Kommunalpolitik, lokalen Initiativen und Gruppen der Asiatisch-Deutschen Communities.

      Mehr zur Arbeit der Gedenkinitiative, die Hintergründe der Tat und den Menschen Phan Văn Toàn gibt es auf der Webseite der Gedenkinitiative und der Infoseite von kori­en­tation.

      Wir bedanken uns bei der Familie von Phan Văn Toàn für das Vertrauen in die Gedenkinitiative, bei Berliner Landeszentrale für poli­tische Bildung und dem Lokalen Aktionsplan Märkisch-Oderland „Partnerschaften für Demokratie“ für die finan­zi­eller Unterstützung der Umsetzung dieser Broschüre, beim chẻo lẻo trans­lation coll­ective für die Übersetzung ins Vietnamesische, bei Hani Wibowo für das Layout der Broschüre und bei Mimi Hoang für die Illustration.

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