PolitikVeranstaltungen

Am 05.09.26 findet ab 13 Uhr die Mietenwahnsinn-Demo am Roten Rathaus statt. Wir von kori­en­tation nehmen teil und wollen auf das Thema bezahl­bares Wohnen auf­merksam machen, das uns alle unmit­telbar und exis­ten­tiell betrifft. Vorhandener Wohnraum wird künstlich ver­knappt und zur Ware gemacht. Und ras­si­fi­zierte Personen werden zudem sys­te­ma­tisch benach­teiligt (Dezim Studie „Gewohnt ungleich“, 2025). Eine gerechtere Wohnraumpolitik zu fordern bedeutet daher auch, sich für gesell­schaft­liche Teilhabe, Zugang, Sicherheit und mehr Lebensqualität ein­zu­setzen, für alle.

Wir folgen daher an dem Tag dem Aufruf des „Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“, um den Druck auf die Verantwortlichen in der Politik zu erhöhen und fordern: „Runter mit den Mieten. Her mit den Wohnungen!“

Wir laden alle Community-Mitglieder & friends herzlich ein, sich uns anzu­schließen und gut gelaunt unseren Protest gegen die aktuelle Wohnraumpolitik kundzutun.

Kommt ent­weder um 10 Uhr in unsere Räumlichkeiten und bastelt mit uns Schilder für ein gemein­sames Warmwerden, um im Anschluss für bezahl­baren Wohnraum für uns alle gemeinsam laut sowie sichtbar zu sein!

Den genauen Standort in Berlin Mitte erhaltet ihr per E‑Mail nach Anmeldung.

Oder trefft uns direkt um 13 h vor dem Roten Rathaus. Wir werden uns in den Block „Bezahlbares Wohnen für alle“ einreihen.

PS: Sammelt schonmal Pappe und Stiele für die Plakate!

DEMO-PLAKATE BASTELN
❗Was: Plakate basteln für die Mietenwahnsinn-Demo
📅Wann: Samstag, 05.09.2026 um 10Uhr
📍Wo: Ort wird nach Anmeldung bekannt gegeben
😷Infektionsschutz: Bitte testet Euch wenn möglich vorher auf Covid/Grippe,
handelt ver­ant­wortlich und bleibt bei Symptomen zu Hause.
👥Wer: Community & Friends
🎫Anmeldung: schreibt eine Mail an berlin(at)korientation.de
⏰Anmeldefrist: 04.09.2026 bis 16 h

DEMO
❗Was: Teilnahme an der Mietenwahnsinn-Demo unter dem Motto „Runter mit der Miete. Her mit den Wohnungen“
📅Wann: Samstag, 05.09.2026 um 13Uhr
📍Wo: Rotes Rathaus, Rathausstraße 15, 10178 Berlin
🤝Block: Bezahlbares Wohnen für alle
👥Wer: Alle sind eingeladen!

Infos zu Barrierefreiheit
Hof-/Haus-/Büroeingang erreichbar ohne Stufen, keine auto­ma­ti­sierte Tür
Nächste Behindertenparkplätze: Q‑Park Am Alexanderplatz (Parkhaus), Q‑Park Dom Aquarée (Parkhaus)
Nächste Behindertenparkplätze: Höhe Linienstraße 95 oder 74, Große Hamburger Straße
Kinderbetreuung und Wickeltisch: Keine
Toiletten: Nicht für Rollstühle zugänglich
Toilettenalternative nebenan: Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt (erreichbar über eben­erdigen Fahrstuhl)
Rückzugsraum, Sitz- und Liegemöglichkeiten vor­handen
Sprache: Deutsche Lautsprache + je nach Teilnehmenden

BlogPolitik

Rassismus in deut­schen Medien ist kein Ausrutscher, sondern ein fort­be­stehendes Phänomen. Und das, obwohl er schon lange von betrof­fenen Communities und darüber hinaus adres­siert, kri­ti­siert und ana­ly­siert wurde.

Am 12.07.2026 ist der Moderatorin Andrea Kiewel in der Sendung ZDF Fernsehgarten ange­sichts einer Pokemon-Karte mit japa­ni­schen Schriftzeichen eine ras­sis­tische Äußerung („Ch*Ch*Ch*“) „her­aus­ge­rutscht“. Nach dem Vorfall haben Medienschaffende und Menschen aus den Communities sofort das Thema auf­ge­griffen und sichtbar gemacht: Sie haben Programmbeschwerden ein­ge­reicht, sich gegen­seitig infor­miert und aus­ge­tauscht, eine fun­dierte, kri­tische Einordnung der Szene (Timecode ca. bei 1:03:50) vor­ge­nommen, geteilt und verbreitet.

Aufgrund der sicht­baren Kritik in den Sozialen Medien ist auch die Mainstream-Presse auf den Vorfall und den zutage tre­tenden Anti-Asiatischen Rassismus auf­merksam geworden. Das ZDF hat dar­aufhin das übliche Standard-Prozedere ein­ge­halten und eine Sorry-not-sorry-Entschuldigung mit den eben­falls üblichen Floskeln ver­öf­fent­licht. Das ZDF stelle sich „explizit gegen jede Form von Rassismus.“ Unklar ist, wie das ZDF das bewerk­stel­ligen möchte, wenn weder der Sender noch die Moderatorin wirk­liche Verantwortung für den Vorfall über­nehmen: Der Sender teilt mit, dass die Moderatorin den Vorfall „bedauert“. Es „sei der Live Situation geschuldet und kei­nes­falls ras­sis­tisch gemeint“.

Der Verweis auf die Absicht hält an einem Verständnis von Rassismus als indi­vi­du­elles Vorurteil fest und lenkt von den ras­sis­ti­schen Strukturen in Massenmedien und Redaktionen ab. Die Logik: Es ist keine böse Absicht, also auch nicht (so) schlimm, folglich gibt es nichts, was geändert werden muss. Genau solche Ausreden wie die des ZDFs ermög­lichen es immer wieder, dass sich ras­sis­tische Entgleisungen wie­der­holen – ob nun live oder aufgezeichnet.

Einzelpersonen, Initiativen und Vereine – auch wir – haben in den letzten Jahren immer wieder auf den weit­gehend unbe­ach­teten Anti-Asiatischen Rassismus in Berichterstattungen auf­merksam gemacht, der in der Pandemie besonders offen zutrage trat. Und Organisationen wie u.a. die Neuen deut­schen Medienmacher*innen bemühen sich seit Jahren darum, gezielt Redaktionen wie auch jour­na­lis­ti­schen Kolleg*innen das erfor­der­liche Grundwissen in Sachen dis­kri­mi­nie­rungs­sen­sibler Berichterstattung an die Hand zu geben. 

Trotzdem fordern wir Mainstream-Medien auch noch im Jahr 2026 – immer und immer wieder aufs Neue – auf, Verantwortung für ras­sis­tische Vorfälle in ihren Sendungen und Berichterstattungen zu übernehmen.

Die breite und ver­netzte Kritik zeigt, dass Asiatische Communities laut und wirksam wider­sprechen, wenn Grenzen über­schritten werden. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir die Initiative von Asian Voices Europe, der wir uns explizit anschließen.

Asian Voices Europe hat einen Offenen Brief an das ZDF for­mu­liert, in dem sie nicht nur den Vorfall ana­ly­sieren sowie eine echte Entschuldigung ein­fordern.

Sie fordern darüber hinaus:
1) die Aufarbeitung des ras­sis­ti­schen Vorfalls durch den Sender
2) Schulungen zu anti-asiatischem Rassismus von Moderation- und Redaktionspersonal sowie Produktionsleitungen
3) kon­krete Handlungskonzepte zum Umgang mit ras­sis­ti­schen und dis­kri­mi­nie­renden Inhalten im Rahmen von Live-Sendungen

Hier findet ihr den Offenen Brief in ver­schie­denen Sprachen*:
https://www.asianvoiceseurope.org/openletter-15072026

Bildcredit: Asian Voices Europe, 2020notok

Was könnt ihr tun?

  • Es werden zudem noch weitere Übersetzungen in andere Sprachen gewünscht – meldet euch bei AVE, wenn ihr unter­stützen könnt.
    Stand 17.07. gibt es die fol­genden Sprachversionen: Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch, Spanisch. 

Links

Mehr zu Anti-Asiatischem Rassismus in den Medien findet ihr in den fol­genden Links (eine kleine Auswahl!):

kori­en­tation, Rassismus in der COVID-19-Berichterstattung, Zeitraum 01/2020 – 02-/2021
https://www.korientation.de/projekte/projekte-verein/corona-rassismus-medien/

Victoria, anti-asiatischer Rassismus in den Medien – Wie Medien Rassismus befördern und was sie dagegen unter­nehmen können, Blogbeitrag vom 23.06.2020
www.korientation.de/anti-asiatischer-rassismus-medien/
Thematisierung der Ausstrahlung des Ch*Ch*Ch*-Slur im ARD

kori­en­tation, Rassismus als „Tradition“? Die jähr­liche Berichterstattung zum „Chinesenfasching“ (2025)
https://www.korientation.de/rassismus-berichterstattung-chinesenfasching/

Kien Nghi Ha, Anti-Asiatischer Rassismus in deut­schen Medien, Migazin vom 15.08.2022
https://www.migazin.de/2022/08/15/anti-asiatischer-rassismus-in-deutschen-medien/

Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V., Leitfaden für einen ras­sis­mus­kri­ti­schen Sprachgebrauch, 2. Aufl. 2022
https://www.oegg.de/leitfaden-fuer-einen-rassismuskritischen-sprachgebrauch-2-aktualisierte-auflage/

Neue deutsche Medienmacher*innen: https://www.neuemedienmacher.de/
Bundesweites Netzwerk von Medienschaffenden, die jour­na­lis­tische Praxis und kon­struktive Medienkritik ver­binden. Hier finden sich viel­fältige Angebote zu dis­kri­mi­nie­rungs­sen­sibler Berichterstattung

Aktuell: Rassismus Report des Kitt Kollektivs (2026)
https://mediummagazin.de/news/beitrag/1297-rassismus-in-den-redaktionen.html
https://taz.de/Sarah-Zaheer-zu-Rassismus-in-Redaktionen/!6191170/

Kitt Kollektiv: 7 Schritte, die Medienschaffende und Betroffene unter­stützen (2026)
https://mediummagazin.de/news/beitrag/1295–7‑schritte-gegen-rassismus.html

AllgemeinVeranstaltungen

Der Community Kurs geht in die zweite Runde! Er findet wöchentlich mitt­wochs von Ende April-Juli 2026 in der HACKE in Köln-Mülheim statt. Er ist die Fortführung unseres regel­mä­ßigen Programmes und diesmal dis­ku­tieren wir anti-kolonialen Widerstand in Geographien Asiens.

Eine Auswirkung von anti-asiatischem Rassismus ist, dass kom­plexe Auseinandersetzungen über Macht, Herrschaft, Besatzung und Rassismus innerhalb Asiens kaum the­ma­ti­siert werden. Wir legen daher den Fokus unseres Kurses 2026 auf die Kämpfe um Tamil Eelam, Belutschistan und West Papua, einer­seits weil diese unserer Einschätzung nach in aktu­ellen Auseinandersetzungen um Krieg und Militarisierung sowie Widerstand dagegen unter­be­leuchtet werden und ande­rer­seits weil sie die her­kömm­lichen Konstrukte von Asien und Globalem Süden irri­tieren können.
Wir wollen gemeinsam ver­stehen, welche Strukturen Besatzung und Kriege ver­ur­sachen und was Rassismus und Kolonialismus damit zu tun hat. Außerdem wollen wir Militarisierung in lokalen, glo­balen und kapi­ta­lis­ti­schen Zusammenhängen the­ma­ti­sieren, beleuchten wie Communities sich dagegen wehren und für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung ihrer jewei­ligen Länder und über Grenzen hinweg auf­be­gehren.
Lasst uns gemeinsam inter­na­tio­na­lis­tisch lernen, darüber sprechen, was die ein­zelnen Kontexte mit unserem Leben in Deutschland zu tun haben und schauen, wie inter­na­tionale Solidarität gelebt werden kann.

Wie beim ersten Community Kurs wollen wir gemeinsam lernen und so gut es geht ver­suchen, die Grenzen zwi­schen Lehrenden und Lernenden auf­zu­lösen. Deshalb möchten wir in pra­xis­ori­en­tierten, krea­tiven Formaten zusam­men­kommen, die sich Texte aneignen und andere Medien sowie den Austausch unter­ein­ander als ebenso wichtig wie das geschriebene Wort aner­kennen. Dafür treffen wir uns wöchentlich the­men­be­zogen in Dreier-Blöcken, die wie folgt auf­gebaut sind:

  1. Einführung in das Thema mit vor­be­rei­teten Texten und anderen Medien
  2. Beleuchtung anti­ko­lo­nialen Widerstands anhand einer kon­kreten Gruppe/Initiative o.Ä.
  3. Bastel-/ Musik-/ Performance- / Filmabend zum Thema

Abschließend wird es eine Reflexionssitzung geben, in der wir teilen können, was wir alles gelernt haben, was unser Feedback zum Kurs ist und wie wir die Inhalte wei­ter­tragen wollen.

Teilnahme

Wir ermu­tigen besonders Mitglieder asia­ti­scher Diasporagruppen (damit meinen wir Süd‑, West‑, Nord‑, Südost‑, Ost- und Zentralasien) teil­zu­nehmen. Darüber hinaus sind alle anderen Interessierten will­kommen, die bereit für einen respekt­vollen, selbst­re­flek­tierten und ver­ant­wort­lichen Austausch sind.

Da wir den Raum gemein­schaftlich gestalten, wollen wir alle Menschen ermu­tigen Aufgaben zu über­nehmen und z.B. eine Lesebesprechung zu mode­rieren, einen Film zu zeigen, eine Gruppe vor­zu­stellen, sich um Verpflegung zu kümmern etc.

Inhalte

Ort: HACKE

HACKE – House of Asian Community Knowledge and Education
(kori­en­tation e.V.)
Hacketäuerstraße 82, Erdgeschoss vorne
51103 Köln

bei wei­teren Fragen kon­tak­tiert uns sehr gerne über
koeln(ät)korientation.de

AllgemeinBlogVeranstaltungenWorkshop


Von Juni bis Juli und Oktober bis November 2025 fand in Köln unser erster Community Kurs zu struk­tu­rellem Rassismus statt: Das erste regel­mäßige Angebot par­ti­zi­pa­tiver poli­ti­scher Bildung von kori­en­tation. Mit dem Community-Kurs füllten wir das neue Kölner Projektbüro – das House of Asian Community Knowledge and Education, kurz HACKE – Woche für Woche mit Leben. Kritische Bildung, Wissen aus Erfahrungen und Diskussionen über ras­sis­tische Strukturen waren ebenso wichtig, wie die Diskussionen über Organisierung dagegen. Mit klas­si­schen Textdiskussionen und krea­tiven Formaten wie Zines-basteln und Stadtteilspaziergängen lernten wir gemeinsam. In diesem Recap geben wir euch einen Einblick. 

Erste Schritte
In der ersten Sitzung kamen wir zusammen, um allen Interessierten unser Konzept und das Programm vor­zu­stellen, uns gegen­seitig sowie die HACKE ken­nen­zu­lernen und gemeinsam zu besprechen, wie wir den Kurs gestalten wollen. Jede Person konnte alleine oder mit anderen zusammen eine Sitzung anleiten/moderieren, sodass der Kurs einen selbst­or­ga­ni­sierten Charakter erhielt. Der Community-Kurs lebte davon, dass sich die Teilnehmenden zusam­men­schlossen, ihre Ideen ein­brachten und gemeinsam Verantwortung für den Kurs über­nahmen. Wir einigten uns darauf, ange­lehnt an Mickey Scottbey Jones, einen Brave Space zu gestalten, der aner­kennt, dass wir unter­schied­liche Lebenserfahrungen, Wissenbestände und Positionalitäten mit­bringen und alle Lernende sind. Wir ver­ein­barten auf­ein­ander zu achten, uns bewusst zu machen, wieviel Raum wir im Austausch ein­nehmen wollen/können, Dinge offen anzu­sprechen und eine Fehlerkultur zu kräftigen. 

Im ersten Themenblock behan­delten wir das Thema Polizei. Wir lasen einen ein­füh­renden Text zu Polizei von Daniel Loick und Vanessa Thompson sowie einen Text von Nikil Pal Singh. Wir ver­suchten gemeinsam die Polizei sowie Polizieren als Praxis und Herrschaft zu begreifen: Seit wann gibt es die Polizei und wie ist sie ent­standen? Was hat das mit Kolonialismus zu tun? Was meinen Menschen damit, wenn sie in dem Zusammenhang von insti­tu­tio­nellem Rassismus sprechen?
In der dar­auf­fol­genden Sitzung bekamen wir einen Einblick in soge­nannte Copwatching-Praktiken in den USA und Deutschland und dis­ku­tierten anhand von Erfahrungen, Doku- und Filmausschnitten. Wir wollten wissen inwieweit der „umge­kehrte Blick“, quasi eine demo­kra­tische Überprüfung, sowie kol­lektiv orga­ni­sierte Forderungen nach Verantwortungsübernahme für ras­sis­tische Praktiken der Polizei durch Aktivist*innen, Handlungsmacht für ras­si­fi­zierte Gruppen bedeuten kann.
Eine weitere teil­neh­mende Person nahm uns an die Hand, um in der letzten Sitzung gemeinsam Zines zu basteln und erklärte uns dabei wie diese als nied­rig­schwel­liges Tool der Selbstermächtigung zum Verbreiten der eigenen Gedanken, Geschichten und Stimme wirken können. Wir bas­telten und zeich­neten zu allem was uns bewegt hat, zum Thema Polizei und darüber hinaus, unseren Vorstellungen waren keine Grenzen gesetzt.

Apropos Grenzen. Im zweiten Themenblock setzten wir uns mit Grenzen und Grenzregimen aus­ein­ander. Wir lasen wieder zwei Texte, aus dem Buch Border and Rule von Harsha Walia sowie ein Kapitel aus Migrantischer Feminismus zur Koreanischen Frauengruppe der 1970er Jahre. In der Lesebesprechung ver­folgten wir Walias Argument, dass Grenzen elas­tisch sind, sie jen­seits und innerhalb von Staatsgrenzen, öko­no­misch, rechtlich und poli­tisch von Behörden und Institutionen durch­ge­setzt werden und die Illegalisierung von asyl­su­chenden bzw. Menschen auf der Flucht schaffen. Grenzen werden demnach auch dis­kursiv errichtet zwi­schen den­je­nigen, die Asylschutz „mehr ver­dient“ und „legitime“ Gründe zur Flucht nach­weisen können und den­je­nigen, die es weniger bzw. gar nicht ver­dient hätten, statt auf das Recht auf Bewegungsfreiheit für alle glei­cher­maßen zu bestehen.
In der zweiten Sitzung des Blocks zeigte uns ein Filmregisseur seinen ein­drucks­vollen und anre­genden Film über A., einen trans* Mann und poli­ti­schen Geflüchteten, der in einer Erstaufnahmeeinrichtung mit Hürden kämpfen muss. Der Film insze­nierte Sprachbarrieren und deut­schen Behördensprech, Testoronverabreichung im Geheimen und ver­wei­gerte Studien- und Arbeitserlaubnisse eines Ortes, wo Grenzen die Leben, Beziehungen und Körper der asyl­su­chenden Menschen täglich durch­kreuzen. Wir dis­ku­tierten im Anschluss Motive und poli­tische Implikationen des Films.
In der letzten Sitzung des Blocks erzählte uns Heike Berner vom anti­ras­sis­ti­schen Widerstand der Koreanische Frauengruppe in Deutschland. Koreanerinnen wurden in den 1960ern von Deutschland auf­grund von Arbeitskraftmangel an Krankenschwestern ange­worben, sollten im Kontext der deut­schen Wirtschaftskrise der 1970ern jedoch wieder abge­schoben werden. Gegen die Behandlung als bloße „Ware“ setzten sich diese Frauen zur Wehr und schlossen sich als Gruppe zusammen, um für ihr Bleibe- und Arbeitsrecht zu kämpfen. Und sie gewannen. Im Buch zuhause schrieben Mitglieder der Koreanischen Frauengruppe ihre Geschichten nieder, welches von Heike zusammen mit Sun-Ju Choi (Mitbegründerin von kori­en­tation) erstmals 2006 her­aus­ge­geben wurde und 2025 in dritter Neuauflage erschien. Ein Vermächtnis für das kol­lektive Gedächtnis deut­scher anti­ras­sis­ti­scher Geschichte. 

Im dritten Block ging es um urbanen Raum. In der Lesebesprechung wid­meten wir uns „Planet of Slums“ von Mike Davis und „Golden Gulag in Italy?“ von Francesco Marchi. Wir sprachen darüber, wie weltweit über 1,6 Milliarden Menschen in soge­nannten Slums und infor­mellen Siedlungen leben und die Menschen, die im urbanen Raum als „über­flüssig“ gelten die am stärksten wach­sende Gruppe auf der Welt sind. Es ging dabei auch um die Diskussion, wie sich das in Europa und in Deutschland zeigt, und was das für die Städte bedeutet, in denen wir selbst leben. Eine der wich­tigsten Erkenntnisse war: Rassismus ist Teil davon Städte – sowohl global, als auch innerhalb Deutschlands- in dieser Art zu pro­du­zieren.
Für die zweite Sitzung setzten wir uns im Rahmen einer Community Mental Map auf einem Spaziergang im Viertel Mülheim rund um die HACKE herum mit urbanen Praktiken und poli­ti­schen Misständen und Fehlplanungen aus­ein­ander. Eine Teilnehmende, die an den Schnittstellen von Architektur, Urbanismus und Macht arbeitet, bereitete dafür tolle Arbeitsblätter und eine Karte vor. In Kleingruppen erkun­deten wir das Veedel, bemerkten, welche Häuser ver­altet, neu oder sanie­rungs­be­dürftig sind, in denen ver­schiedene Menschen wohnten oder wie viel Grünflächen es gibt, wo sich Menschen auf­halten können. Wir pausten Texturen der Gebäude ab, schrieben unsere Gedanken auf, zeich­neten Auffalendes im öffent­lichen Raum nach oder foto­gra­fierten Graffiti. Nachdem wir ein bisschen Regen abbe­kamen, kamen wir wieder in der HACKE zusammen und tauschten uns darüber aus, was uns im Spaziergang alles begegnet war und welche Gedanken und Gefühle dabei bei uns aus­gelöst wurden.
In der letzten Sitzung des dritten Blocks bevor es in die Sommerpause ging, gingen wir in den Austausch mit zwei teil­neh­menden Personen, die aktiv in der Solidarischen Medizin in Köln sind. Wir dis­ku­tierten Verständnisse von Gesundheit und Krankheit und wie sich struk­turell ras­sis­tische und kapi­ta­lis­tische Verhältnisse auf die Leben von ras­si­fi­zierten Menschengruppen aus­wirken. Heißt gesund sein bloß gesund genug zum Arbeiten zu sein? Und welchen Einfluss haben soziale, öko­no­mische, poli­tische und Umweltfaktoren, wie Wohnraum, Arbeit, Grünflächen auf die Menschenleben in Köln? Viele dieser Fragen werden im Gesundheitsatlas von SoliMed Köln auf­ge­griffen, den wir in der Sitzung auch the­ma­ti­sierten und uns z.B. mit der ungleichen Verteilung der medi­zi­ni­schen Versorgung je nach Kölner Stadtviertel auseinandersetzten.

Dann gingen wir in die Sommerpause. Eine Teilnehmerin hatte die wun­derbare Idee ein lockeres Picknick am Rhein in der Zwischenzeit zu orga­ni­sieren. Wir alle brachten Snacks, selbst­ge­machte Leckereien sowie Spiele mit und lernten uns besser kennen. Bis zum Abend hin plau­derten und impro­vi­sierten wir unsere eigene Unterhaltung, da uns die Spiele aus­gingen – bis der rhei­nische Wind zu stark wurde und wir uns verabschiedeten. 

Zurück aus der Sommerpause star­teten wir den vierten Block zu Staatsangehörigkeit und Staatenlosigkeit. Wir besprachen Andersons Text zur Entstehung von natio­nal­staat­lichem Bewusstsein, die Bedeutung von Kapitalismus dafür, sowie Santos Text über Staatenlosigkeit und Kolonialität im kari­bi­schen Kontext. Wir stellten uns die Frage wie das Verhältnis zwi­schen Staatsbürgerschaften und Rassismus ist. Inwiefern weisen Staatsbürgeschaften auf eine theo­re­tische Gleichstellung von Menschen hin, die sie unab­hängig von eth­ni­schen Zugehörigkeiten inne­haben? Inwiefern wirken sie zum Aufrechterhalten von ras­sist­sichen Strukturen?
In der zweiten Sitzung tauschten wir uns über Solidarisches Asyl mit einer Aktivistin aus der Seenotrettung aus. Hier wurde sehr plas­tisch sichtbar, welchen Stellenwert das Leben von Menschen ohne euro­päische Staatsangehörigkeiten hat.
In der dritten Sitzung zeich­neten wir anhand einer Karte Kölns Orte der Sicherheit und Unsicherheit auf und visua­li­sierten auch, wie wir uns in unserer Stadt bewegen und an welchen Orten wir uns auf­halten. Es kam schnell heraus, dass Orte der Sicherheit und Unsicherheit eine starke Frage des poli­ti­schen und medialen Framings sind und kaum etwas mit unserem realen Sicherheitsgefühl zu tun haben. Bereiche in denen mit Sicherheit argu­men­tiert wird waren für uns eher Zonen der Unsicherheit, weil sie Hotspots für Racial Profiling, Massenkontrollen und furcht­ein­flö­ßenden Razzien werden. Die Menschen, die dem aus­ge­setzt sind, sind einfach unsere Nachbar*innen, vor denen wir uns nicht fürchten.

Und das war es dann auch mit dem Kurs. Es war spannend, berei­chernd, und ein Experiment, das besser lief, als wir gedacht haben. Wir als kori­en­tation waren begeistert davon wie eigen­ver­ant­wortlich alle den Kurs und die Inhalte gestal­teten. Wir haben min­destens so viel von den Teilnehmenden und Gäst*innen aus der akti­vis­ti­schen Praxis gelernt, wie aus den Büchern. Mindestens so viel beim Spazieren, basteln und dis­ku­tieren, wie beim Lesen.
Dieser Kurs war wie wir uns die Zukunft unser aller poli­ti­scher Bildung wün­schen: Partizipativ, wohl­wollend, kri­tisch, her­aus­for­dernd, selbst­or­ga­ni­siert, frei zugänglich und mit ganz viel Zuneigung.

Danke Community Kurs 2025!
To be continued.

AllgemeinVeranstaltungenVerbundprojekt

🎭 Veranstaltung: „Wenn der Sturm tobt, sollten wir enger bei­ein­ander stehen“ – Fachtag zu Asiatischen Perspektiven gegen Krieg und Rassismus
📅 Wann: Freitag 11.07.2025, 12–18 Uhr
📍 Wo: Seminarhaus Inhaus, Neuerburgstraße 2 in 51103 Köln-Kalk
🎫 Teilnahme: alle sind wil­kommen, kommt einfach vorbei!
🦠 Infektionsschutz: Bitte seht bei Erkältungs- und Grippesymptomen von einer Teilnahme ab. Falls ihr weitere Hygienemaßnahmen benötigt, schreibt uns gerne.

Hunderte von Milliarden werden in die Aufrüstung Europas gesteckt, um sich auf kom­mende Kriege vor­zu­be­reiten. Das ist in Köln besonders spürbar: In Mülheim setzt sich ein Unternehmen nieder, dass eine neue Generation an Kriegspanzern ent­wi­ckeln wird. Zugleich wird in Merheim dis­ku­tiert, ob das neue Krankenhaus einen unter­ir­di­schen Trakt bekommt, um Verwundete auch in Notsituation behandeln zu können. Mal steht es zwi­schen den Zeilen, mal explizit drin: Die Vorbereitungen für den Kriegsfall in Deutschland laufen auch Hochtouren.

Asiatische Communities haben viel über Krieg zu sagen. Kriege und Genozide sind die Gründe, weshalb viele von uns über­haupt hier sind. Zu Kriegszeiten wird ras­sis­tische Propaganda besonders hoch­ge­fahren, wie wir auch aus dem deut­schen Krieg um die Kolonisierung in China lernen können. Gemeinsam mit unter­schied­lichen Diaspora-Gruppen wollen wir über Kriege, die Gegenbewegungen, Solidarität und Widerständigkeit dis­ku­tieren. Die von den Nazis inhaf­tierte chi­ne­sische Kommunistin und Widerstandskämpferin Hu Lanqi hat im deut­schen Gefängnis geschrieben: „Wenn der Sturm tobt, sollten wir enger bei­ein­ander stehen“. Wir halten das für einen sinn­vollen Appell der Gegenwart.

Wir Beiträgen von:

  • Krieg und (anti-asiatischer) Rassimus (kori­en­tation)
  • War on the Poor (ALPAS Pilipinas)
  • Militarismus und Prostitution in Korea seit dem 20. Jh. bis heute (Han Nataly Jung-Hwa, Koreaverband)
  • Verstrickungen und Spaltungen: (Post-)koloniale Kriege und Asiatisch dia­spo­rische Erinnerungsgemeinschaften (Kien Nghi Ha)
  • Gewalt und Widerstand. Krieg um Tamil Eelam (Sowmya Maheswaran)

Ablauf

Nach jedem Input wird es eine Austauschphase und ein Q&A geben.
Zwischen den Inputs wird es außerdem 10-minütige Pausen geben.

Referent*innen

ALPAS Pilipinas. ALPAS bedeutet „sich befreien“. ALPAS steht für „Alternatibong Pangarap para sa Ating Sambayanan“, oder „Alternative Träume für unsere Leute“. ALPAS ist ein Kollektiv von poli­ti­schen Aktivist*innen mit phil­ip­pi­ni­schen Migrationsgeschichten sowie enga­gierten Verbündeten, das 2021 in Berlin (Deutschland), gegründet wurde.
ALPAS arbeitet daran, die phil­ip­pi­nische migran­tische Community in Berlin und Umgebung zu unter­stützen und zu orga­ni­sieren, während ihre/unsere ver­kör­perten Erfahrungen mit dem blu­tigen Erbe des Kolonialismus und den glo­balen kapi­ta­lis­ti­schen Strukturen ver­bunden werden, die wei­terhin Leid über die große Mehrheit der Menschen in der Welt bringen, ins­be­sondere im glo­balen Süden.
ALPAS will auf­zeigen wie die Ausbeutung von Arbeitskräften, die Zerstörung der Umwelt und die weit ver­breitete poli­tische Gewalt auf den Philippinen direkt mit der Anhäufung von Reichtum in Deutschland, der Europäischen Union und anderen impe­ria­lis­ti­schen Zentren zusammenhängen.

Kien Nghi Ha ist pro­mo­vierter Kultur- und Politikwissenschaftler und leitet den Arbeitsbereich Postcolonial Asian German Studies am Asien-Orient-Institut der Universität Tübingen. Er hat an der New York University sowie an den Universitäten in Bremen, Heidelberg und Bayreuth geforscht und wurde mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien aus­ge­zeichnet. Er hat mehr als zehn Bücher zu post­ko­lo­nialer Kritik, Rassismus, Migration und Asian Diaspora ver­öf­fent­licht. Zuletzt sind die Sammelbände „Asiatische Deutsche Extended. Vietnamesische Diaspora and Beyond“ (Assoziation A, 2012⁄2021) und „Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin“ (Assoziation A, 2024) erschienen. Für 2025 ist der Band „Anti-Asian Racism in Transatlantic Perspectives: History, Theory, Cultural Representations and Social Movements“ (tran­script) geplant. Uni-Profil: https://uni-tuebingen.de/de/208381

Han Nataly Jung-Hwa ist Vorstandsvorsitzende des Korea-Verband e.V. seit 2012, Initiatorin der AG „Trostfrauen“ und des Museums der Trostfrauen (MuT) im Korea Verband e.V.
Im Alter von 16 Jahren kam sie aus Südkorea nach Deutschland, wo ihre Mutter als „Krankenpflegerin“ ange­worben wurde. Sie ver­brachte ihre Schule- und Studienzeit in Bayern, Baden Württemberg und West-Berlin. In ihrem Magisterarbeit befasste sich mit den soge­nannten „Westprinzessinnen“, Sexworker*innen für GIs im Umfeld der US Militärbasen in Südkorea. Ihre Themenschwerpunkte sind Gender, Postkolonialismus und Migration. Seit 2008 setzt sich für die Gerechtigkeit für etwa 200.000 Mädchen und Frauen ein, die im Zweiten Weltkrieg vom japa­ni­schen Militär sexuell ver­sklavt wurden und initi­ierte 2020 maß­geblich die Aufstellung der Friedensstatue Ari. Sie ist Mitherausgeberin „Unbekannte Vielfalt – Einblick in die korea­nische Migrationsgeschichte in Deutschland“ (2014).

Sowmya Maheswaran ist als Anthropologin an der Schnittstelle von Forschung, Beratung und poli­ti­scher Öffentlichkeitsarbeit tätig. Ihre Schwerpunkte sind globale Perspektiven auf Gewalt und Widerstand, ins­be­sondere in Kontexten von Krieg und Vertreibung. Sowmya ist wis­sen­schaft­liche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Humboldt-Universität zu Berlin und beschäf­tigte sich dort u.a. mit tami­li­schen Kämpfen in Sri Lanka und im Exil, kapi­ta­lis­tische Gewaltlogiken im Maya-Gebiet Mexikos, Solidarität in der Migrationsgesellschaft und kri­ti­scher post­ko­lo­nialer Theorie.

Hinkommen / Reinkommen / Infektionsschutz 

Seminarraum Inhaus: EG in der Neuerburgstraße 2 in 51103 Köln-Kalk

Bei wei­teren Fragen kon­tak­tiert uns sehr gerne über
koeln(ät)korientation.de


Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Kooperationsverbund gegen Rassismus im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Programmbereich „Entwicklung einer bun­des­zen­tralen Infrastruktur“.

Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms ‚Demokratie leben!‘ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend“

AllgemeinVeranstaltungenVerbundprojekt

Der erste Community Kurs zu struk­tu­rellem Rassismus findet 2025 wöchentlich von Juni-Juli und Oktober-November in der HACKE in Köln-Mülheim, statt. Er ist unser erstes regel­mä­ßiges Programm dort.

In unserem ersten kori­en­tation Community-Kurs wollen wir uns gemeinsam ein Verständnis von struk­tu­rellem Rassismus erar­beiten und beleuchten, wie sich ras­si­fi­zierte Menschen dagegen orga­ni­sieren. Wir wollen gemeinsam die Struktur ver­stehen, die das faschis­tische Aufbegehren, die Verschlimmerung der Grenzgewalt und stetige Ausweitungen von ras­sis­ti­schen Staatsbürgerschafts-Gesetzen ermöglicht. 

Repräsentations- und Diversitätspolitik haben es in den letzten Jahren oft ver­passt die struk­tu­relle Ebene zu bear­beiten oder waren gar Teil der Veschlimmerung. Es gibt den Bedarf das gemeinsam zu dis­ku­tieren, Community neu zu denken, sich in unserer Stadt zu ver­ankern und eine kon­ti­nu­ier­liche, ver­bind­liche Auseinandersetzung in unserer Stadt zu schaffen. Der viel­fältige Widerstand ras­si­fi­zierter und migran­ti­sierter Communities und allen Gruppen, die struk­tu­rellen Rassismus bear­beiten, inspi­riert uns, es ihnen gleich zu tun. Lasst uns gemeinsam lesen, dis­ku­tieren, ana­ly­sieren, erschaffen, kreativ sein, ver­stehen, ver­lernen, streiten und vertragen.

Wir wollen gemeinsam lernen und so gut es geht ver­suchen, die Grenzen zwi­schen Lehrenden und Lernenden auf­zu­lösen. Deshalb möchten wir in pra­xis­ori­en­tierten, krea­tiven Formaten zusam­men­kommen, die sich Texte aneignen und andere Medien sowie den Austausch unter­ein­ander als ebenso wichtig wie das geschriebene Wort aner­kennen. Dafür treffen wir uns wöchentlich the­men­be­zogen in dreier-Blöcken, die wie folgt auf­gebaut sind:

  1. Einführung in das Thema mit vor­be­reiten Texten und anderen Medien
  2. Beleuchtung anti­ras­sis­ti­schen Widerstands anhand einer kon­kreten Gruppe/Initiative o.ä.
  3. Bastel-/ Musik-/ Performance- / Diskussionsabend zum Thema

Abschluss des Kurses wird die Präsentation eines Projekts sein, dass unseren Wissenszuwachs zum Ausdruck bringt. 

Teilnahme

Wir ermu­tigen besonders Mitglieder asia­ti­scher Diasporagruppen (damit meinen wir Süd‑, West‑, Nord‑, Südost‑, Ost- und Zentralasien) teil­zu­nehmen. Darüber hinaus sind alle anderen Interessierten will­kommen, die bereit für einen respekt­vollen, selbst­re­flek­tierten und ver­ant­wort­lichen Austausch sind.

Da wir den Raum gemein­schaftlich gestalten, wollen wir alle Menschen ermu­tigen Aufgaben zu über­nehmen und z.B. eine Lesebesprechung zu mode­rieren, einen Film zu zeigen, eine Gruppe vor­zu­stellen, sich um Verpflegung zu kümmern etc.

Anmeldung

Bitte meldet euch ver­bindlich an, sodass ihr an min­destens 6 der Termine könnt. Diese Plätze werden limi­tiert sein, ein Abschlussprojekt beinhalten und ein Zertifikat erhalten.
Es gibt zusätzlich die Option als Außenstehende zu inter­es­santen Sitzungen dazu zu kommen und die Gestaltung/Moderation von Sitzungen mit­zu­ge­stalten.

Inhalte

Ort: HACKE

HACKE – House of Asian Community Knowledge and Education
(kori­en­tation e.V.)
Hacketäuerstraße 82, Erdgeschoss vorne
51103 Köln

bei wei­teren Fragen kon­tak­tiert uns sehr gerne über
koeln(ät)korientation.de


Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms ‚Demokratie leben!‘ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend“

AllgemeinProjekt RADARwissenschaft

Zwei Jahre haben wir Workshops, Vernetzungstreffen, Zukunftswerkstätten, Vorträge und Veranstaltungsreihen orga­ni­siert. In unserer zweiten RADAR Broschüre Beyond Asiatische Deutsche. Community-übergreifende Perspektiven auf poli­tische Bildung und anti-asiatischen Rassismus fassen wir zusammen, was wir die letzten zwei Jahre im gemein­samen Prozess mit Multiplikator*innen der poli­ti­schen Bildungsarbeit gelernt haben, was Rassismus als Struktur bedeutet und was für Erkenntnisse und Learnings wir gewonnen haben.
Wir bedanken uns bei allen, mit denen wir lernen durften; die bei unseren Veranstaltungen waren; die Fragen und in Frage gestellt haben. Wir freuen uns, wenn sich unsere Wege in der Zukunft wieder treffen!

Wir haben einige Stellen der Broschüre mul­ti­medial gestaltet, das heisst ihr findet QR-Codes zu Videos und Audios und kommt so direkt zu den Ressourcen. Zu den Audiobeiträgen kommt ihr hier unten auch direkt unter 🎧. 

Inhaltsverzeichnis

Druckformat bestellen


Credits
Satz und Design: Salma Abdo

Illustrationen und Logo: Sophia Brown

Autor*innen: akiko rive und Cuso Ehrich

Lektorat und Korrektorat: Alli Kamalanathan, Jee-Un Kim, Sina Schindler, Susanna Ott


Gefördert von der Bundeszentrale für poli­tische Bildung

Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der BpB dar.
Für inhalt­liche Aussagen tragen die Autor*innen die Verantwortung.

BlogVeranstaltungen

WAS: Booklaunch mit einem Gespräch zwi­schen Kien Nghi Ha, Yumin Li, Linh Müller und Irit Neidhart
Wann: 09.07.2024 um 18:30 h
Wo: Savvy Contemporary, Reinickendorfer Straße 17, 13347 Berlin
Sprache: Deutsche Lautsprache
Zugang: Der Eintritt ist frei und die Räume sind eben­erdig und roll­stuhl­freundlich.
Link: https://savvy-contemporary.com

Das Buch wird während der Veranstaltung erhältlich sein!

Save the Date!
Am 18. September 2024 findet von 14:00–18:00 ein beglei­tender Workshop zum Thema im Rahmen der Reihen WEDDING AFFAIRS and COLONIAL NEIGHBOURS bei SAVVY statt. 

Wir freuen uns auf den Booklaunch des Sammelbands zur gleich­na­migen Filmreihe, die 2023 im Sinema Transtopia statt­ge­funden hat und die Gesprächsrunde mit dem Herausgeber Kien Nghi Ha sowie den Autorinnen Yumin Li, Linh Müller und Irit Neidhart im Savvy Contemporary in Berlin. 

Zum Sammelband

Der Band unter­sucht anhand kolonial-kritischer Filmanalysen die nahezu unbe­kannte Geschichte Asiatischer Repräsentationen in Deutschland. Der Fokus liegt auf ori­en­ta­li­sie­renden deut­schen Kinofilmen der Weimarer Zwischenkriegszeit. Nach dem Ende des Imperial Germany wurden Deutschlands kolonial-rassistische Fantasien und Ambitionen ver­stärkt in eine ima­ginäre Kolonialität über­führt. Ihre fil­mi­schen Inszenierungen begeis­terten ein Massenpublikum. Die Filmkulisse, aber auch ihre Produktion und Konsumtion wurden selbst zum kul­tu­rellen Kolonialraum. Ihre Popularität ist Ausweis ihrer gesell­schaft­lichen und zeit­his­to­ri­schen Bedeutsamkeit.

Im Unterschied zur domi­nanten Wahrnehmung, in der Berlin auf­grund der „Goldenen Zwanziger“ als euro­päische Kultur- und Filmstadt von Weltrang gefeiert wird, setzt das Buch auf deko­lo­nia­li­sie­rende Perspektiven. In euro­zen­tri­schen Diskursen wird sys­te­ma­tisch ver­drängt, dass sich unter der Oberfläche der modernen Urbanität ein „wildes Kulturleben“ ver­birgt, das durch kolo­niale Verstrickungen und Exotisierungen geprägt ist. Die fil­mi­schen Arbeiten etwa von Hito Steyerl und Philip Scheffner machen dagegen ver­gessene (Ge)Schichten und Dimensionen der Kolonialmetropole Berlin sichtbar.

Das Buch erweitert die deko­lo­niale Debatte und stellt anti-Asiatischen Rassismus und Orientalismus in den Fokus. Es leistet Pionierarbeit, indem es die „Weltmetropole Berlin“ als kolo­nialen Kulturraum mit (anti-)Asiatischen Bezügen erforscht.

Angaben
Kien Nghi Ha [Hg.]: Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin
Localizing Decolonialization – Dekolonialisierung loka­li­sieren
Berlin: Assoziation A, 2024, 200 Seiten.
16 EUR
Link zum Verlag

Zu den anwesenden Autor*innen

Kien Nghi Ha ist pro­mo­vierter Kultur- und Politikwissenschaftler und leitet den Arbeitsbereich Postcolonial Asian German Studies an der Universität Tübingen. Er hat an der New York University sowie an den Universitäten in Bremen, Heidelberg und Bayreuth geforscht und wurde mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien aus­ge­zeichnet. Als Kurator hat er u.a. im Berliner Haus der Kulturen der Welt, im Hebbel am Ufer-Theater und im Sinema Transtopia ver­schiedene Projekte über Asiatische Diaspora rea­li­siert. Er hat mehr als zehn Bücher zu post­ko­lo­nialer Kritik, Rassismus, Migration und Asian Diaspora geschrieben und edi­tiert. Zuletzt ist der Sammelband Asiatische Deutsche Extended. Vietnamesische Diaspora and Beyond (Assoziation A 2021) als erwei­terte Neuauflage erschienen. 2025 gibt er den Band Anti-Asian Racism in Transatlantic Perspectives: History, Theory, Cultural Representations and Social Movements (tran­script) heraus.

Yumin Li ist Kulturwissenschaftlerin, Expertin für Antidiskrimierung und diver­si­täts­ori­en­tierte Organisationsentwicklung sowie Performerin. In ihrer Dissertation unter­suchte sie Anna May Wongs mehrere Jahrzehnte umspan­nende Karriere auf vier Kontinenten. Li ver­öf­fent­lichte zahl­reiche Aufsätze zu Anna May Wong. Zusammen mit dem Kollektiv and-company&co erar­beitete sie die Theaterperformance „Shanzai Express“, das sich spie­le­risch mit Anna May Wong befasst und an der Volksbühne 2023 Première feierte. 

Linh Müller hat Nordamerikastudien an der Freien Universität Berlin, am Middlebury College und an der Yale University stu­diert und forscht zur affek­tiven Reproduktion und Repräsentation von natio­naler Zugehörigkeit in Sport und Popkultur. In ihren per­sön­lichen Arbeiten ver­handelt sie die Komplexitäten und Verstrickungen, die sich aus ihrer eigenen viet­na­me­si­schen und deut­schen Familiengeschichte ergeben ins­be­sondere in Hinblick auf Identität, Sprache, Krieg und den Nationalsozialismus. Momentan lebt sie in Berlin und arbeitet in einem Projekt zu migran­ti­scher Erinnerung und der Friedensstatue, die in Berlin-Moabit an die so genannten „Trostfrauen“ im Zweiten Weltkrieg erinnert.

Irit Neidhardt ist seit 1995 als Kuratorin und Publizistin zum Themengebiet Kino und ara­bische Welt tätig. Zudem betreibt sie seit 2002 den inter­na­tio­nalen Verleih und Vertrieb „mec film“ für Filme ara­bi­scher Regisseur*innen. Als Koproduzentin war sie an meh­reren preis­ge­krönten Dokumentarfilmen beteiligt. 

Eine Publikation des Projekts DARE (Decolonize Anti-Asian Racist Entanglements).

Das Buch und die Filmreihe sind in Kooperation mit bi’bak e.V (Sinema Transtopia), kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und der Abteilung Koreanistik des Asien-Orient-Instituts der Universität Tübingen ent­standen. Es wurde im Programm „Förderung zeit­ge­schicht­licher und erin­ne­rungs­kul­tu­reller Projekte“ der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa unterstützt.

Projekt RADARVeranstaltungenWorkshop

Barrierenabbau

Hinkommen

die nächsten Bus- & Bahnhaltestellen (Kalk Post bar­rie­refrei, Trimbornstraße Aufzug vor­handen) sind ca. 7–10 Minuten zu Fuß ent­fernt. Es gibt jeweils einen Behindertenparkplatz in der Sieversstraße 1 und Ottmar-Pohl-Platz 1., beides 150m vom Veranstaltungsort.

Reinkommen

Es gibt eben­erdige Eingänge und Toiletten.

Corona

Corona ist leider nicht vorbei. Testet euch vor der Veranstaltung selbst und handelt selbst­ver­ant­wortlich für euch und das Kollektiv: seht bei Erkältungssymptomen und posi­tivem Testergebnis von einer Teilnahme ab. Wir werden Coronatests zur Verfügung stellen. Falls ihr weitere Hygienemaßnahmen benötigt, schreibt uns gerne über das Anmeldeformular.


Wie könnte eine Welt ohne Psychiatrie aus­sehen? – Wir stecken gesamt­ge­sell­schaftlich in einer Krise, wenn es um das Thema Mental Health geht. Es gibt einen hohen Bedarf nach Unterstützung in psy­chi­schen Krisen und gleich­zeitig ist es immer noch mit Stigma ver­bunden offen über per­sön­liche Struggles mit men­taler Gesundheit zu sprechen und Verhaltensweisen zu zeigen, die gesell­schaftlich mit „verrückt“-sein asso­ziiert werden. Menschen, die in ihrem Verhalten einer gesell­schaft­lichen Norm nicht ent­sprechen können oder wollen, erfahren gesell­schaft­lichen Ausschluss, Gewalt und werden in psych­ia­tri­schen Einrichtungen weg­ge­sperrt. In solchen Einrichtungen finden sich Menschen wieder, die in dieser Gesellschaft extrem viel Gewalt und kaum Unterstützung erfahren haben und dort nur noch mehr trau­ma­ti­siert werden. Mentale Gesundheit wird zu indi­vi­du­ellen Problemen her­un­ter­ge­brochen, anstatt diese im Kontext von Gesellschaft, Ausbeutung, Ableismus, Rassismus inklusive anti-asiatischem Rassismus, Queerfeindlichkeit und Gewalt zu betrachten. In diesem Workshop nutzen wir Kunst in Form von Zine-Making als Mittel für Heilung, Empowerment und kol­lektive Befreiung und träumen gemeinsam davon, wie eine Welt ohne Psychiatrie aus­sehen könnte.

Es gibt die Möglichkeit gemeinsam Mittag zu essen.


Xinan Pandan (keine Pronomen) ist Dichter*in, mul­ti­media Künstler*in und Community Care-Bear. Xinan beschäftigt sich aus einer queeren, dia­spo­ri­schen und neu­ro­di­ver­genten Perspektive mit den Themen Oppression Depression, Chronisches Kranksein, Heilung, Trauma und dem Aufbau von soli­da­ri­schen nach­hal­tigen Support-Systemen. Xinan träumt davon, dass wir es schaffen, Community so auf­zu­bauen, dass alle die Sicherheit, Fürsorge und Liebe bekommen können, die sie brauchen. @xinan.pandan


Anmeldung ⬇️ (klick!)

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Credits
Illustration: Xinan Pandan


Gefördert von der Bundeszentrale für poli­tische Bildung

Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der BpB dar.
Für inhalt­liche Aussagen tragen die Autor*innen die Verantwortung.

Blog

The report for the Int. Conference „Anti-Asian Racism: History, Theory, Cultural Representations and Antiracist Movements“ at the University of Tübingen from July 7–8, 2023 was first published on the science portal H‑Soz-Kult on September 6th, 2023, Link: www.hsozkult.de/conferencereport/id/fdkn-138368. We thank the author Sander Diederich and HSozKult for the kind per­mission to repu­blish.

Initiated by the Tübingen con­fe­rences on Asian German Studies in 2022 and on anti-Asian racism in 2023 the anthology “Anti-Asian Racism in Transatlantic Perspectives: History, Theory, Cultural Representations and Social Movements“ (working title) is in pre­pa­ration for early 2025. Tune in here for updates.

Soon after the Covid-19 pan­demic began, reports of racism against (East) Asians, Chinese in par­ti­cular, erupted worldwide. The model minority abruptly trans­formed into the scapegoat for the fearful and angry masses seeking a simple expl­anation for their new­found reality. It seemed that Asians were expe­ri­encing unpre­ce­dented racism. They were not only being belittled, glo­rified, or exo­ti­cized, but also threa­tened and assaulted. For many, this ‘actual racism’ repre­sented a new phe­no­menon marking the emer­gence of ‘anti-Asian racism’ in the German main­stream discourse.

Not sur­pri­singly, anti-Asian racism has a deep history and colonial legacy. The con­fe­rence can be understood as an expression of the necessity and interest of the Asian German com­munity in the subject as well as a con­tri­bution to the decon­s­truction of Whiteness and colonial modernity by desta­bi­lizing and reinter­preting the boun­daries between Whiteness and Asianness. Perspective is crucial to cri­ti­cally under­stand what ‘Asian’ and ‘Asianness’ can or should signify in the face of racial ima­gi­naries and anti-Asian violence.

ROTEM KOWNER (Haifa) shed light on European Colonialism, race theories, and racism using examples from early modern and modern con­ti­nental Asia. Racism was essential for legi­ti­mizing colo­nization, streng­thening racial hier­ar­chization in Europe and its colonies. According to Kowner, China, the center of global com­merce, had long been more than an equal rival for the ‘most civi­lized’ society. He argued that the opening of the Suez Canal brought Asia closer, and steam­ships gua­ranteed European naval supe­riority in the Opium Wars. This revealed China’s vul­nerability and bols­tered European self-confidence. Thus, the nar­rative of China as the ‘country of wonders’ gra­dually gave way to ima­gi­naries of deceitfulness, dys­func­tion­ality, and ‘the yellow peril’. KIEN NGHI HA (Tübingen) noted that (East) Asians were usually ranked second after Europeans in the racial hier­archy. Kowner sug­gested this resulted from China being the last obs­tacle to European world domi­nation, the color choice yellow reflecting the (East) Asians‘ ‘almost Whiteness’ whereas South Asians were clearly depicted as brown.

LOK SIU (Berkeley) con­tinued the dis­cussion by tracing 240 years of Asian pre­sence in the United States, focusing on con­tested belonging, exclusion, and recurring waves of anti-Asianism by ana­lyzing dif­ferent phases of immi­gration and rest­riction through eco­nomic impe­ra­tives and poli­tical struc­tures. The Proclamation of Emancipation in 1863 marked the formal end of slavery and the beginning of mass (inden­tured) labor migration from Asia, notably China and India.

LUCAS POY (Amsterdam) depicted an Era of Mass Migration (1880–1930), high­lighting Chinese exclusion from labor orga­niza­tions and blame for harsh con­di­tions and lowered White working-class stan­dards. Chinese inden­tured labor migrants were blamed for the effects of the eco­nomic impe­ra­tives by which they them­selves were being sub­ju­gated. Their unfree labor status was natu­ra­lized and inscribed as racial cha­rac­te­ristics of pas­sivity. Poy deemed this an important com­ponent for the con­s­truction of Whiteness, as Asians were rele­gated to the second place in the racial taxonomy on the grounds that they posed a threat pre­cisely because they were diligent but lacked the capa­cities of the White subject to organize.

Siu described how the trinity of ima­gined cul­tural, eco­nomic, and bio­po­li­tical threats posed espe­cially by the Chinese dif­fused regio­nally in North America and the Caribbean, fueling scores of anti-Asian riots. This leads to incre­asingly rest­rictive Exclusion Laws sub­se­quently encom­passing not only Chinese but all Asians, labeling them as ‘per­petual for­eigners’ unable to inte­grate into society. These laws were repealed only in 1960 but by this time had already sparked orga­nized resis­tance and a sense of coll­ective Asian subjectivity.

Amid the civil rights movement, the nar­rative of the ‘model minority’ was spawned, splitting and pitting racial mino­rities against each other. According to Siu, in this context, debates on Whiteness can be better understood as gen­dered, classed, and racia­lized nego­tia­tions of belonging and citi­zenship. Today, she argued, the waters seem to be murkier, as there is a resur­gence of the ‘deserving model minority’ trope on the one hand, while on the other hand, it is being uti­lized to strengthen Whiteness by dele­gi­ti­mizing affir­mative action.

QUINNA SHEN (Bryn Mawr) traced the role of early German film in per­pe­tuating a variety of Asian racist ste­reo­types and found a clearly gen­dered notion of Asianness. According to Shen, Asian women were por­trayed as hel­p­lessly attracted to White men, who were ima­gined as sexually superior to Asian men. Asian men, in turn, were framed as tre­acherous, lurking, mur­derous rapists who used immoral means such as opium to attain their lowly revenge against the White heroes. Shen con­cluded that while some films did cri­tique British colonial rule, they simul­ta­neously por­trayed Asian libe­ration struggles as under­handed, cri­minal, and ignoble. Additionally, the films con­veyed the message that colonial romance leads to tragedy if not death, and as such, that ‘the other’ will always remain ‘the other’.

A second type of dis­cursive media ana­lysis was under­taken by ANNO DEDERICHS (Tübingen), who focused his research on the images of China por­trayed in the German poli­tical arena over the course of several decades. He found that the dif­ferent topoi of threat, rival and partner were repeated over time but were always embedded in their spe­cific his­toric context. Dominant themes for depic­tions seemed to be related to colonial (yellow) or com­munist (red) imagery. Dederichs showed great interest in the ease with which ideo­lo­gical dif­fe­rences were overcome with the pro­spect of eco­nomic prowess, and how the nature of the threat posed by China changed from ideo­lo­gical (com­munist), to moral (auto­cratic), to tech­no­lo­gical, geo­po­li­tical, and bio­po­li­tical threat (Covid-19). He con­cluded that the depic­tions of China tell us more about German needs and fears rather than the actual situation in China.

Another focus of the con­fe­rence was Asian dia­sporic com­mu­nities and their liveli­hoods, self-organization, and resis­tance. YOU JAE LEE (Tübingen) empha­sized the importance of inter­na­tional exchange on the issue of anti-Asian racism, espe­cially since Asian dia­sporas in Germany have failed to form a coll­ective sense of Asianness. They remain divided as ethnic or national mino­rities in their respective struggles instead of com­bining their efforts or fighting alongside each other. Using families of Korean labor migrants in Germany as an example, he depicted a shift occurring over the course of three gene­ra­tions, in which the expl­anatory value of meri­to­cracy dwindled, and expe­ri­ences of dis­cri­mi­nation are incre­asingly understood as con­se­quences of (anti-Asian) racism.

In con­trast, the situation in France was regarded as more hopeful by YA-HAN CHUANG (Paris). She depicted three his­toric phases of Asian com­munity orga­nizing, namely, the struggle for (1) ethnic soli­darity, (2) reco­gnition, and (3) ack­now­led­gement. Currently, she sees chances of cross-community soli­darity with Arab and African mino­rities by building coali­tions through nar­ra­tives of deco­lo­nization. Chuang comes to a similar con­clusion as You Jae Lee con­cerning the gene­ra­tional dif­fe­rences within the Asian dia­sporic com­mu­nities but did not regard dif­fering posi­tio­na­lities as a fun­da­mental hurdle for orga­nizing. Instead, she found potential for syn­ergies by uti­lizing these gene­ra­tional dif­fe­rences stra­te­gi­cally to intervene in the dominant discourse.

By focusing on the insti­tu­tional dimension of anti-Asian racism in Germany, Kien Nghi Ha explained how a dis­re­mem­bering of anti-Asian racism could occur despite the pogrom in Rostock-Lichtenhagen. Ha argued that German state insti­tu­tions coll­ec­tively failed to provide safety for the Vietnamese guest workers due to the ongoing poli­tical project of the state to revise laws on poli­tical asylum. According to Ha, the pogrom could only unfold due to the failure of the police and the judi­ciary and gains texture against the backdrop of natio­nalist revival fol­lowing German uni­fi­cation, as well as the high unem­ployment in East Germany at that time.

In oppo­sition to this, CUSO EHRICH (Gießen) follows an aboli­tionist per­spective as it enables thinking about necessary societal trans­for­ma­tions in the future. From this per­spective, the police would not be attri­buted failure but instead success according to the racist logic of the nation-state. Finding ori­en­tation in self-organized refugee groups or Women in Exile, Ehrich pro­poses to regard the logic of punishment as neither pre­venting crime nor rein­stating justice, as it does not meet the victims‘ needs. Additionally positing that inc­ar­ce­ration is classed and racia­lized, thus leading to the per­pe­tuation of struc­tural ine­qua­lities. Instead of these des­tructive prac­tices, they plead for life-affirming per­spec­tives and imple­menting aboli­tionism on the ground by bringing people tog­ether to find solu­tions outside of state logics while being aware of attempts of neo­li­beral take­overs. FENG-MEI HEBERER (New York) added that regarding politics of Asian self-representation through German grass­roots orga­niza­tions in limbo should not neces­s­arily be understood as failed. Instead, dis­ruption and slowness should be com­pre­hended as con­ti­nua­tions of self-organization.

SARA DJAHIM (Berlin) and TAE JUN KIM (Berlin) ques­tioned the utility of the terms ‘Asian’ and ‘anti-Asian racism’ altog­ether. In a similar manner to Rotem Kowner, they posited that racism is the grounds upon which the cate­gories of race, such as ‘Asian’, emerge and become salient, but that ‘Asianness’ itself is not essential to the over­ar­ching issue of racism. As the sub­jec­tivity of ‘Asianness’ is dependent on the con­ti­nuity of ‘anti-Asian racism’, they do not deem ‘Asian’ as a useful coll­ective identity category for a long-term anti-racist struggle. Their idea not being that there are no spe­cific con­se­quences for people marked as ‘Asians’, but rather that ‘anti-Asian’ sen­timent is not necessary for the mani­fes­tation of racist effects against them. If decon­s­tructed con­se­quently, they con­cluded, there are no ‘Asians’, only people per­ceived as ‘Asian’.

In regard to this issue Jee-Un Kim stressed the rela­tional utility of poli­tical labels such as ‘Asian’ or ‘Asian German’. According to her, it is pivotal to express the societal con­di­tions while decon­s­tructing them at the same time. Depending on who we are pitting our­selves against, certain com­mo­n­a­lities have to be under­lined, whereas some­times it is more pro­ductive to high­light par­ti­cular dif­fe­rences. Thus, the usage of ter­mi­nology such as ‘Asian’, ‘anti-Asian racism’, or ‘dia­sporic Asians’ must be situa­tional, stra­tegic, and always rela­tional. Kien Nghi Ha added that the term ‘Asian German’ is an offer to the com­munity that may be ignored or con­tested, as there is also no sin­gular way of under­standing it. Instead, it poses an oppor­tunity to deal with spe­ci­fi­cally German anti-Asian for­ma­tions in a playful manner.

In summary, the con­fe­rence encom­passed a diverse array of inquiries, spanning from fun­da­mental dis­course on ter­mi­nology to the exami­nation of theo­re­tical under­pin­nings and his­to­rical origins of the phe­no­menon. The pro­cee­dings also encom­passed empi­rical inves­ti­ga­tions into dis­course dynamics and the poli­tical ori­en­ta­tions of grass­roots move­ments. Moreover, You Jae Lee expressed concern over the absence of a dedi­cated aca­demic disci­pline focusing on Asian German Studies, while Lok Siu empha­sized the scho­larly duty to engender know­ledge that con­fronts societal con­cerns and fosters utopian perspectives.

Rotem Kowner observed that, con­tingent upon the chosen metrics, Asians con­stitute a demo­graphic per­centage ranging from eight to ten percent of the total German popu­lation, con­se­quently forming the most pro­minent racial minority. Kowner further asserted that mere sen­si­tization to anti-Asian racism is insuf­fi­cient; instead, a resolute and com­pre­hensive effort against racism as an over­ar­ching con­s­truct is imperative.

While marking the inception of the first-ever con­fe­rence on anti-Asian racism in Germany, the panels effec­tively addressed fun­da­mental ele­ments, thereby situating the phe­no­menon within the German aca­demic dis­course. Regrettably, the exten­si­veness of coverage was cons­trained by prac­tical limi­ta­tions, which led to the omission of deli­be­ration on the Asianness of Arabs, and spe­ci­fi­cally Turks and Kurds in Germany. Nonetheless, the signi­fi­cance of this subject to the Asian com­munity was made visible through the diversity of attendees, including young non-academics from various regions of Germany. This con­fluence faci­li­tated syn­er­gistic dis­cus­sions between scholars and cul­tural pro­ducers, both during and sub­se­quent to the con­fe­rence, paving the way for further exchange and dia­logue. Notably extending from the pre­vious year’s con­fe­rence, cen­tered on the fea­si­bility of a disci­pline in Asian German Studies, the incor­po­ration of an inter­na­tional deli­be­ration added nuance and con­trast to the dis­course. Ultimately, the impli­ca­tions and con­se­quences of anti-Asian racism persist as a con­ten­tious topic both within aca­demic spheres and on the ground.

Conference overview:

Introduction

Kien Nghi Ha (Tübingen) / You Jae Lee (Tübingen)

Keynote History
Chair: Bernd-Stefan Grewe (Tübingen)

Lok Siu (Berkeley): Making Asians Foreign: Methods of Exclusion and Contingent Belonging

Panel History
Chair: Jee-Un Kim (Berlin)

You Jae Lee (Tübingen): Discrimination, Resistance, and Meritocracy. Korean Guest Workers in Germany

Kien Nghi Ha (Tübingen): The Pogrom in Rostock-Lichtenhagen as Institutional Racism

Keynote Theory
Chair: Antony Pattathu (Tübingen)

Rotem Kowner (Haifa): The Intersections between European Racial Constructions and Modern Colonialism: Theoretical Issues and the Place of Asia

Panel Theory
Chair: Bani Gill (Tübingen)

Lucas Poy (Amsterdam): Socialists and Anti-Asian Sentiment in the Era of Mass Migration (1880–1930)

Cuso Ehrich (Gießen): Abolitionist Perspectives on Demands of Asian-German Formations

Keynote Cultural Representations
Chair: Fei Huang (Tübingen)

Quinna Shen (Bryn Mawr): Racialized Screen in Early German Cinema: What Asian German Studies Can Address

Panel Cultural Representations
Chair: Zach Ramon Fitzpatrick (Madison)

Feng-Mei Heberer (New York): Anti-Asian Racism and the Politics of Asian Self-Representation in Germany: the Asian Film Festival Berlin

Anno Dederichs (Tübingen): Opportunity and Threat: Ambivalent Reporting on China in Der Spiegel, 1947–2023

Panel Antiracist Movements
Chair: Yewon Lee (Tübingen)

Sara Djahim (Berlin) / Tae Jun Kim (Berlin): “Take Off Your Masks“: The Invisibility and Visibility of Anti-Asian Racism in Germany

Ya-Han Chuang (Paris): Yellow is the new Black? Emergence and Development of Asian Antiracist Activism in France

Round Table: Challenging Anti-Asian Racism in Society and Academia
Chair: Kien Nghi Ha

Panelists: Quinna Shen, Lok Siu, Rotem Kowner, You Jae Lee

Author
Sander Diederich is a socio­logist enrolled in the master’s program Diversity and Society at the University of Tübingen and is a member of UnKUT (Undisciplined Knowledge at the University of Tübingen). Their work has cen­tered around the moral dimen­sions of (tran­si­tional) justice, anti-Asian racism, and the inter­ac­tional dis­cri­mi­nation of trans­gender persons. Their inte­rests range from feminist epis­te­mo­logies to utopian per­spec­tives and the nor­mative aspects of (aca­demic) scho­larship. Currently, they are exploring notions of ‚the good life‘, with a spe­cific focus on under­standing the con­s­truction and effect of commonalities/differences using lenses such as com­mu­ni­ta­rianism, soli­darity, diversity, and belonging.