VeranstaltungenVerein

Speaker Alert! 🗣️📝 

Wir freuen uns sehr, unser anste­hendes Online-Gespräch mit der Aktivistin, Pädagogin und trans­na­tio­nalen Feministin, Dr. Margo Okazawa-Rey anzukündigen.

Wie hängen Identität(en) und eman­zi­pa­to­rische Kämpfe mit­ein­ander zusammen? Was ist das Schwarze Feministische Manifest vom Combahee River Collective? Wie blickt Dr. Okazawa-Rey als Gründungsmitglied jetzt auf dessen Inhalte, Effekte und Missverständnisse und was können wir für heute daraus lernen?
Und wie kann eine trans­na­tionale, femi­nis­tische, anti­ras­sis­tische Praxis gegen globale Unterdrückung und kapi­ta­lis­tische Strukturen eigentlich aus­sehen?

Wir stellen uns mit Dr. Okazawa-Rey diesen Fragen, weil wir derzeit vor der immer größer wer­denden Herausforderung stehen soli­da­rische Kämpfe zu führen, die Differenzen als auch gemeinsame Ziele pro­duktiv ver­knüpfen können. Deswegen wollen wir in diesem Online-Format von ihren Analysen und ihrer poli­ti­schen Praxis lernen: einer Politik der Hoffnung, Befreiung und auf­rich­tiger Verbindung.

🌟 Es wird Raum geben (u.a. in Kleingruppen) fürs gemeinsame Gespräch und um mit­ein­ander Fragen zu dis­ku­tieren – genauso wie für (Tanz-)Pausen mit Musik!

Online Gespräch und Live-Screening

📅Wann: Freitag, 18.09.2026, 18.00–21.00 Uhr
📍Wo: Online über Zoom & HACKE, Hacketäuerstr.82, 51063 Köln
👥Wer: Community & Friends, alle Interessierten
🗣 Sprache: English
🎫Anmeldung: schreibt eine Mail an koeln(ät)korientation.de

About Dr. Margo Okazawa-Rey

Margo Okazawa-Rey ist eme­ri­tierte Professorin der San Francisco State University und eine Aktivistin-Pädagogin, die seit über 30 Jahren und um die Themen Militarisierung und Gewalt gegen Frauen arbeitet und schreibt. Sie ist seit langem auch außerhalb der USA als Aktivistin aktiv und pflegt dort enge Beziehungen, die ihre poli­tische Perspektiven und Praxis, ins­be­sondere in Bezug auf trans-nationale, femi­nis­tische Solidaritäten prägen. Sie ist Gründungsmitglied des „International Women’s Network against Militarism” und dessen US-Gruppe „Women for Genuine Security“ sowie des in den 1970er Jahren gegrün­deten „Combahee River Collective“. Außerdem pro­du­ziert und mode­riert sie die femi­nis­tische Radiosendung „Women’s Magazine“ auf dem Sender KPFA Berkeley California im „Pacifica-Radio“-Netzwerk und ist als „trans­na­tional feminist virtual dance party” DJ MOR Love and Joy bekannt.

ℹ️ Zugänglichkeit und Barrieren

Online

  • Die Veranstaltung findet Online auf Zoom statt.
  • Die Veranstaltung findet auf eng­li­scher Lautsprache statt.
  • Während der Veranstaltung sind Live-Untertitel via Zoom aktiviert.
  • Eure Beiträge sind mündlich mit Mikrofon oder schriftlich im Chat möglich. 

Vor Ort

  • Sprachen: Die Veranstaltung findet auf eng­li­scher Lautsprache statt.
  • Hinkommen: Die nächsten Bus- & Bahnhaltestellen (Von-Sparr-Str., Berliner Str., Bürgerpark Mühlheim) sind ca. 5–7 Minuten zu Fuß entfernt.
  • Behindertenparkplätze: Es gibt jeweils einen Behindertenparkplatz in der Berliner Str.76 und 77, beides 400m vom Veranstaltungsort.
  • Reinkommen: Der Raum liegt im Erdgeschoss und es gibt 3 Treppenstufen im Eingang, für die eine Rampe bereit haben.
  • Toiletten: Die Toilette liegt eben­falls im EG im Hausflur, ist sehr eng und schmal.
  • Wickeltisch: Es gibt keinen Wickeltisch, der hintere Raum kann jedoch als Rückzugsraum dafür genutzt werden.
  • Infektionsschutz: Bitte seht bei Erkältungs- und Grippesymptomen von einer Teilnahme ab.

PolitikVeranstaltungen

Am 05.09.26 findet ab 13 Uhr die Mietenwahnsinn-Demo am Roten Rathaus statt. Wir von kori­en­tation nehmen teil und wollen auf das Thema bezahl­bares Wohnen auf­merksam machen, das uns alle unmit­telbar und exis­ten­tiell betrifft. Vorhandener Wohnraum wird künstlich ver­knappt und zur Ware gemacht. Und ras­si­fi­zierte Personen werden zudem sys­te­ma­tisch benach­teiligt (Dezim Studie „Gewohnt ungleich“, 2025). Eine gerechtere Wohnraumpolitik zu fordern bedeutet daher auch, sich für gesell­schaft­liche Teilhabe, Zugang, Sicherheit und mehr Lebensqualität ein­zu­setzen, für alle.

Wir folgen daher an dem Tag dem Aufruf des „Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“, um den Druck auf die Verantwortlichen in der Politik zu erhöhen und fordern: „Runter mit den Mieten. Her mit den Wohnungen!“

Wir laden alle Community-Mitglieder & friends herzlich ein, sich uns anzu­schließen und gut gelaunt unseren Protest gegen die aktuelle Wohnraumpolitik kundzutun.

Kommt ent­weder um 10 Uhr in unsere Räumlichkeiten und bastelt mit uns Schilder für ein gemein­sames Warmwerden, um im Anschluss für bezahl­baren Wohnraum für uns alle gemeinsam laut sowie sichtbar zu sein!

Den genauen Standort in Berlin Mitte erhaltet ihr per E‑Mail nach Anmeldung.

Oder trefft uns direkt um 13 h vor dem Roten Rathaus. Wir werden uns in den Block „Bezahlbares Wohnen für alle“ einreihen.

PS: Sammelt schonmal Pappe und Stiele für die Plakate!

DEMO-PLAKATE BASTELN
❗Was: Plakate basteln für die Mietenwahnsinn-Demo
📅Wann: Samstag, 05.09.2026 um 10Uhr
📍Wo: Ort wird nach Anmeldung bekannt gegeben
😷Infektionsschutz: Bitte testet Euch wenn möglich vorher auf Covid/Grippe,
handelt ver­ant­wortlich und bleibt bei Symptomen zu Hause.
👥Wer: Community & Friends
🎫Anmeldung: schreibt eine Mail an berlin(at)korientation.de
⏰Anmeldefrist: 04.09.2026 bis 16 h

DEMO
❗Was: Teilnahme an der Mietenwahnsinn-Demo unter dem Motto „Runter mit der Miete. Her mit den Wohnungen“
📅Wann: Samstag, 05.09.2026 um 13Uhr
📍Wo: Rotes Rathaus, Rathausstraße 15, 10178 Berlin
🤝Block: Bezahlbares Wohnen für alle
👥Wer: Alle sind eingeladen!

Infos zu Barrierefreiheit
Hof-/Haus-/Büroeingang erreichbar ohne Stufen, keine auto­ma­ti­sierte Tür
Nächste Behindertenparkplätze: Q‑Park Am Alexanderplatz (Parkhaus), Q‑Park Dom Aquarée (Parkhaus)
Nächste Behindertenparkplätze: Höhe Linienstraße 95 oder 74, Große Hamburger Straße
Kinderbetreuung und Wickeltisch: Keine
Toiletten: Nicht für Rollstühle zugänglich
Toilettenalternative nebenan: Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt (erreichbar über eben­erdigen Fahrstuhl)
Rückzugsraum, Sitz- und Liegemöglichkeiten vor­handen
Sprache: Deutsche Lautsprache + je nach Teilnehmenden

FilmVeranstaltungenVerein


Titelbild @studio_yukiko Webseite zum Film: www.staatsschutz-film.de

Community-Screening von „Staatsschutz“ mit Special Q&A im Anschluss 
📅Wann: Donnerstag, 03.09.2026, 19 Uhr
❗️UPDATE – zusätz­liches Screening: 03.09. um 20 Uhr
📍Wo: Kino Central Berlin, Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin, www.kino-central.de
👥Wer: Community & Friends
🗣 Sprache: Deutsche Lautsprache größ­ten­teils
🎫Tickets: Vorverkauf online unter Kinoheld oder direkt an der Kinokasse

🎟️ Tickets mit Community-Rabatt für 9 € (max 2 pro Person)

Online Vorverkauf
- für 03.09. um 19 h (Original mit engl UT) – Link Kinoheld - KORREKTUR! Es sind doch eng­lische UT!
- für 03.09. um 20 h (Original mit engl UT) – Link Kinoheld

Vorverkauf an fol­genden 3 Kinokasse

1) Kino Central (Mitte), Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin https://kino-central.de/
2) Kino Toni (Weißensee), Antonplatz 1, 13086 Berlin, https://kino-toni.de
3) Kino Moviemento (Kreuzberg), Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin https://moviemento.de/

Community-Code:
Wie kommt ihr an den Community-Rabatt?
1) Kontaktiert uns über das Formular weiter unten, dann bekommt ihr das Codewort per Email zuge­schickt.
2) Oder meldet euch auf unserem Insta-Account @korientation per DM, dann erhaltet ihr das als DM.

Beim Ticketkauf an der Kasse müsst ihr der Verkaufsperson den Community-Code sagen, damit ihr den ermä­ßigten Preis erhaltet.

Infos zu Barrierefreiheit im Kino Central:

In beiden Sälen gibt es eine Hörschleife, die den Ton direkt auf Hörgeräte über­trägt.
Einige unserer Filme sind auf Anfrage in bar­rie­re­freier Fassung ver­fügbar.

Das Kino ist nur sehr ein­ge­schränkt für Rollis geeignet.
* Kino 1 ist per Fahrstuhl über den Hof direkt erreichbar. Von dort kommt Ihr nur über einige Stufen ins Foyer & die Toiletten.
* Kino 2 ist über ein paar wenige Stufen direkt über den Hof erreichbar. Auch hier ist der Zugang zum Foyer nur über einige Stufen erreichbar.
Am besten ruft ihr vorher an, wenn ihr mit Rolli kommt: 030 – 285 999 73 (Kinokasse)

Zum Film

Der Spielfilm „Staatsschutz“ in der Regie von Faraz Shariat kommt am 27.08.2026 bun­desweit in die Kinos – mit der ersten Asiatisch-Deutschen Staatsanwältin als Hauptfigur auf der großen Leinwand. In dem Film tritt Staatsanwältin Seyo Kim, gespielt von Chen Emilie Yan, ihre erste Stelle in einer Staatsanwaltschaft in einer fik­tiven ost­deut­schen Stadt an – und geht nach einem ras­sis­ti­schen Anschlag auf ihr Leben in eigener Sache vor Gericht. Um ihren eigenen Fall auf­zu­klären, beginnt sie eigen­sinnig, teil­weise rück­sichtlos und auf eigene Faust, Ermittlungen in rechts­extreme Netzwerke und andere Fälle rechter und ras­sis­ti­scher Gewalt zu führen – gegen den erbit­terten Widerstand von Vorgesetzten und Kolleg*innen. Der Film ver­weist auf die gesell­schaft­lichen Realitäten insti­tu­tio­nellen und struk­tu­rellen Rassismus, die offen­sichtlich vor Justiz und Sicherheitsbehörden nicht halt machen sowie die Gefahren für unsere demo­kra­tisch ver­fasste Gesellschaft, wenn diese Einrichtungen von Rechtsextremen gekapert werden.

Das Drehbuch wurde von Claudia Schaefer als Hauptautorin in Zusammenarbeit mit Sun-Ju Choi und Jee-Un Kim geschrieben. Sun-Ju und Jee-Un haben kori­en­tation mit­ge­gründet und waren über die Jahre hinweg in unter­schied­lichen Rollen und Funktionen im Verein engagiert.

Special Screening am 03.09.2026 mit Q&A

Wir freuen uns daher sehr, dass wir in Kooperation mit unserem „Hauskino“ Kino Central Berlin ein ganz beson­deres Screening am 03.09.2026 organisieren. 

Im Anschluss an den Film werden für das Q&A die Schauspielerin Chen Emilie Yan, die Produzentin Paulina Lorenz von Jünglingen und alle drei Drehbuch-Autor*innen Claudia, Sun-Ju und Jee-Un anwesend sein, um mode­riert durch Nhat Vi Nguyen aus dem korientation-Team mit euch ins Gespräch zu kommen. 

Gäst*innen

Chen Emilie Yan, Schauspielerin

Chen wurde 2000 in Shanghai geboren. Aufgewachsen nahe Düsseldorf, absol­vierte sie zunächst ein Psychologiestudium, bevor sie ihre Schauspielausbildung an der Kunstuniversität Graz abschloss. Ihre Arbeiten führten sie u.a. an das Deutsche Theater Berlin, das Schauspielhaus Graz, das Stadttheater Ingolstadt sowie zu inter­na­tio­nalen Festivals. STAATSSCHUTZ mar­kiert ihr Kinofilmdebüt in der Rolle der Hauptfigur Seyo Kim.
www.filmmakers.eu/de/actors/chen-emilie-yan

Foto: Massimiliano Corteselli


Paulina Lorenz, Produzentin, Jünglinge Film

Paulina ist Produzentin, Drehbuchautorin und Mitgründerin der Produktionsfirma Jünglinge, die Filme und Serien mit einer que­er­fe­mi­nis­ti­schen, post­mi­gran­ti­schen Perspektive ent­wi­ckelt. Hierzu gehören der Kinofilm „Futur Drei“ (2020), die ARD Serie „Schwarze Früchte“ (2024) wie auch der aktuelle Film „Staatsschutz“, der seine Première auf der Berlinale 2026 feierte. 

Foto: Brigitte Dummer


Claudia Schaefer, Hauptautorin Drehbuch

Claudia Schaefer ist Diplompsychologin und stu­dierte später an der dffb Drehbuch. Ihr Leben ist geprägt von poli­ti­schem Aktivismus und so ent­standen auch ihre ersten beiden Kinofilme: WEIL ICH SCHÖNER BIN (2012) und NAOMIS REISE (2017). Ihr dritter Film, nach dem Roman ELLBOGEN von Fatma Aydemir, prä­mierte 2024 auf der Berlinale. 2026 kehrte sie mit STAATSSCHUTZ zur Berlinale zurück. Ihr aktu­elles Projekt KASCHIERT wurde für den deut­schen Drehbuchpreis 2026 nomi­niert.
www.claudia-schaefer-drehbuch.de


Sun-Ju Choi, Co-Autorin Drehbuch, Kuratorin und Autorin

Sun-Ju stu­dierte Literatur an der Universität zu Köln und Drehbuch an der DFFB (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin), ist Gründungsmitglied von kori­en­tation und war lange Jahre im Vorstand des Vereins. Sie setzt sich als Vorstandsmitglied von „Vielfalt im Film“ und den „neuen deut­schen orga­ni­sa­tionen“ wei­terhin für mehr Viefalt und Intersektionalität ein, besonders auch im Film. 


Jee-Un Kim, Co-Autorin Drehbuch

Jee-Un ist Gründungsmitglied und Geschäftsleitung von kori­en­tation. Sie war nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften und Kulturmanagement zunächst anwaltlich tätig, bevor sie als wis­sen­schaft­liche Mitarbeiterin an die Koreanistik Tübingen ging. Seit 2020 arbeitet sie haupt­amtlich für kori­en­tation, mit einem Interesse an Selbstorganisierungen, macht­kri­ti­scher Organisationsentwicklung, Aufbau von post/migrantischen Wissensbeständen und wider­stän­digen Community-orientierten Strategien in einer zunehmend auto­ri­tären Gesellschaft. 

Moderation

Nhat Vi Nguyen, Moderation

Vee (alle Pronomen) ist Viet-Deutsch und chro­nische Virgo. Auf der Bühne ist sie als Musikerin veenus unterwegs, auf Social Media als Strategin/Content Creator aka Social Veedia. Sie bietet sowohl für Gesang als auch für Social Media Workshops an und spricht auf Panels über den Mangel an inter­sek­tio­naler Repräsentation in der Musikbranche. Seit 2022 ver­ant­wortet sie für kori­en­tation alles, was mit Social Media zu tun hat, 2023 unter­stützte teil­weise auch KARAKAYA TALKS. Politisch orga­ni­sierten Gruppen ver­mittelt sie ab und an in Form von Workshops das Wissen, ihre Themen auf Social Media greifbar zu machen.

Community Code für den Community-Rabatt:

Fehler: Kontaktformular wurde nicht gefunden.

BlogKultur

von Kieu Trinh Phi Van


(Bild Rotopol Press Homepage)

Jeong-in Mun ist eine korea­nische Comiczeichnerin und Illustratorin, die zwi­schen dem west­fran­zö­si­schen Angoulême und der süd­ko­rea­ni­schen Hauptstadt Seoul lebt.

Als Künstler*in hat mich ihre Graphic Novel „Langer Atem“ auf eine ganz besondere Weise berührt. Gerade in unserer oft sehr aka­de­misch geprägten Anti-(Asiatischer)-Rassismus-Arbeit ist sie eine wohl­tuende Abwechslung: Es tut gut, kom­plexe und schwierige Themen auch einmal rein visuell auf­zu­nehmen und dabei die eigene Fantasie ansprechen zu lassen, statt sie aus­schließlich über Theorie und Sprache zu verhandeln.

Jeong-in Mun ver­ar­beitet in ihrem Graphic-Novel-Debüt ihre eigene Familiengeschichte über drei Generationen hinweg sowie durch die Augen dreier Frauen. Die Geschichte beginnt mit Jeong-in Muns Großmutter Chunja, die Haenyeo-Taucherin ist. Haenyeo bedeutet wörtlich „Frauen des Meeres“. Als Jeong-in Muns Mutter noch ein Baby war, sah sich Oma Chunja gezwungen, als Haenyeo zu arbeiten, um das Überleben ihrer drei Kinder zu sichern: Sie und viele weitere Haenyeo tauchten ohne Sauerstoffflaschen vor der Küste der größten korea­ni­schen Insel Jeju, um Meeresfrüchte zu ernten.

Der Beruf der Haenyeo hat in Südkorea eine jahr­hun­der­talte Tradition. 1910 besetzte Japan Korea, und auf der Insel Jeju ent­wi­ckelte sich ein gewinn­brin­gendes Geschäft rund um die Ernte der Meeresfrüchte. Die Besatzer zahlten viel Geld für die Meeresfrüchte, dar­unter Jeonboks (Seeohren oder Abalonen), denen eine aphro­di­sie­rende Wirkung zuge­schrieben wird. Das Geschäft ermög­lichte es den Haenyeo, eine gewisse finan­zielle Unabhängigkeit zu erlangen. Sie waren jedoch nicht geschützt vor kolo­nialer Ausbeutung und Unterdrückung durch bei­spiels­weise hohe Besteuerung oder das Verbieten lokaler Kultur und Traditionen. Doch das hin­derte die Haenyeo nicht daran, resi­lient und ent­schlossen Widerstand zu leisten – indem sie ihr kul­tu­relles Erbe und ihre tra­di­tio­nelle Lebensweise bewahrten, diese Praktiken schützten und über Generationen weitergaben.

Ein wei­terer Preis, den die Haenyeo zahlen mussten, war jahr­zehn­te­lange harte kör­per­liche Arbeit. Oma Chunja musste sich das Muljil (Tauchen ohne Sauerstoffgerät) selbst bei­bringen. Sie schickte ihre drei Kinder tagsüber zu deren Großeltern, schloß sich den Haenyeo an, und lernte die Luft minu­tenlang unter Wasser anzu­halten. Geprägt von Misserfolgen und Mühsal, gab sie dennoch nicht auf, bis sie eines Tages schließlich mit den anderen erfah­renen Haenyeo aufs offene Meer fahren konnte, um dort noch tiefer zu tauchen.

Die Erzählperspektiven wechseln geschickt zwi­schen Großmutter, Mutter und Enkelin sowie zwi­schen ver­schie­denen Zeitebenen: Wir befinden uns nun in der Zukunft, und Jeong-in Mun fragt ihre Großmutter Chunja, ob sie sich nicht manchmal einsam gefühlt hat – ein Gefühl, das der abwe­sende Großvater hin­ter­lassen haben könnte. Doch Chunja ant­wortet, für Einsamkeit habe sie schlichtweg keine Zeit gehabt. Das Einzige, was zählte, war, dass sie ihre Kinder auf die Universität schicken wollte.

„Aber Omi … Warst du denn nie einsam? –“ 

„Ach Kindchen … Ich war viel zu sehr mit dem Überleben beschäftigt. Da blieb kein Platz für Einsamkeit. Meine Kinder, egal ob Jungen oder Mädchen, ich wollte sie alle auf die Uni schicken. Dafür musste ich hart zu mir selbst sein. Verbissen.“ 

Das Leben von Jeong-in Muns Mutter hin­gegen war geprägt von großer Einsamkeit – her­vor­ge­rufen durch einen Vater, der kurz nach ihrer Geburt ver­schwand, und eine Mutter, die ständig abwesend war. Der Regen wird zu einem bedeu­tenden Motiv – sein Fehlen löst Sehnsucht in Jeong-Ins Mutter aus. Denn immer wenn es regnete blieb Chunja zu Hause bei ihren Kindern.

Wie wichtig Jeong-in Muns Arbeit ist, wird deutlich, wenn wir die gelungene Verwebung ver­schie­dener struk­tu­reller Problematiken, sowie kom­plexer Themen betrachten, die unkom­pli­ziert auf­ge­griffen werden. Nicht alle haben einen Zugang zur Academia und gerade deshalb müssen wichtige Themen wie diese auch in zugäng­lichen Formaten ihren Platz finden.

Krieg, Kolonialismus, Feminismus, kul­tu­relle Identität, süd­ko­rea­nische Traditionen und Spiritualität, Philosophien des Lebens, aber auch die Klimakrise werden ange­sprochen: Das „Meer von Oma“, wie Jeong-In zu den Gewässern um die Insel Jeju sagt, wird heute gefährdet durch unre­gu­lierte Zersiedelung, stei­gende Wassertemperaturen und die Einleitung von kon­ta­mi­niertem Wasser aus Fukushima ins Meer durch die japa­nische Regierung.

Jeong-in Mun gelingt es, diese poli­ti­schen Kontexte mit per­sön­lichen Biografien zu ver­binden. Trotz all der Schwere fühlte sich das Lesen aber vor allem nach einem an: zutiefst berührend. Denn die tiefe Zuneigung, die die Autorin ihrer Großmutter gegenüber spürt, ist unüber­sehbar und zieht sich durch die gesamte Graphic Novel. 

Auch mir ist beim Lesen etwas Ähnliches wider­fahren: Es berührt mich zutiefst, Zeug*in dieser Familiengeschichte werden zu dürfen. Ich muss dabei unwei­gerlich an meine eigene Familie denken – an meine Mutter, die als viet­na­me­sische Vertragsarbeiterin nach Deutschland kam und hart arbeitete, um mir ein bes­seres Leben zu ermög­lichen. Ihre eigene Mutter habe ich nie ken­nen­lernen dürfen, und gerade deshalb berührt es mich umso mehr, die Großmutter-Enkelin-Beziehung zwi­schen Jeong-in Mun und ihrer Oma Chunja mit­zu­ver­folgen: Während ihrer Sommeraufenthalte bei Oma Chunja spielte Jeong-in Mun gerne Haenyeo im Meer, ihre Oma als großes Vorbild vor Augen.

Und falls ihr euch fragt, wie es Oma Chunja heute geht: Sie ist immer noch Haenyeo! Ihr hohes Alter hält sie nicht davon ab, in die Tiefen des Meeres zu tauchen, nach Meeresfrüchten zu suchen und diese von Hand zu ernten. Eine Berufung, die mit viel Schmerz ver­bunden bleibt, aber damals das Leben ihrer Familie über Generationen sicherte und lebens­werter machte.

Bis heute ist die Zahl der Haenyeos dras­tisch gesunken auf kaum noch 5000 Taucherinnen. Das Alter der Haenyeos steigt dafür zunehmend. Es gibt kaum Haenyeos, die unter dreißig Jahre alt sind. Denn seit den 70er-Jahren können sie es sich leisten, ihre Töchter auf gute Schulen zu schicken – was sie sich hart erkämpft haben.

Die Hingabe und der Wille, hart zu arbeiten, spiegeln sich auch in Jeong-in Muns Werk wider: Die gesamte Geschichte wird wohl­be­merkt über zarte schwarze Linien, hun­derte feinen Schraffuren und unzählige detail­reiche Schwarz-Weiß-Bildern auf ins­gesamt 220 Seiten trans­por­tiert. Ab und an finden sich kleine Sprechblasen und kurze beglei­tende Sätze. Das Leben, das Leid und die Erschöpfung, aber auch die Verbundenheit dieser drei Frauen mit sich und mit dem Meer lassen sich eben vor allem in Bilder fassen und weniger in Worten.

Die Graphic Novel könnt ihr über den Verlag Rotopol bestellen.

Mehr Informationen zu Jeong-in Mun und weitere Werke findet ihr auf ihrer Website: Jeonginmun.com

AllgemeinVeranstaltungen

Der Community Kurs geht in die zweite Runde! Er findet wöchentlich mitt­wochs von Ende April-Juli 2026 in der HACKE in Köln-Mülheim statt. Er ist die Fortführung unseres regel­mä­ßigen Programmes und diesmal dis­ku­tieren wir anti-kolonialen Widerstand in Geographien Asiens.

Eine Auswirkung von anti-asiatischem Rassismus ist, dass kom­plexe Auseinandersetzungen über Macht, Herrschaft, Besatzung und Rassismus innerhalb Asiens kaum the­ma­ti­siert werden. Wir legen daher den Fokus unseres Kurses 2026 auf die Kämpfe um Tamil Eelam, Belutschistan und West Papua, einer­seits weil diese unserer Einschätzung nach in aktu­ellen Auseinandersetzungen um Krieg und Militarisierung sowie Widerstand dagegen unter­be­leuchtet werden und ande­rer­seits weil sie die her­kömm­lichen Konstrukte von Asien und Globalem Süden irri­tieren können.
Wir wollen gemeinsam ver­stehen, welche Strukturen Besatzung und Kriege ver­ur­sachen und was Rassismus und Kolonialismus damit zu tun hat. Außerdem wollen wir Militarisierung in lokalen, glo­balen und kapi­ta­lis­ti­schen Zusammenhängen the­ma­ti­sieren, beleuchten wie Communities sich dagegen wehren und für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung ihrer jewei­ligen Länder und über Grenzen hinweg auf­be­gehren.
Lasst uns gemeinsam inter­na­tio­na­lis­tisch lernen, darüber sprechen, was die ein­zelnen Kontexte mit unserem Leben in Deutschland zu tun haben und schauen, wie inter­na­tionale Solidarität gelebt werden kann.

Wie beim ersten Community Kurs wollen wir gemeinsam lernen und so gut es geht ver­suchen, die Grenzen zwi­schen Lehrenden und Lernenden auf­zu­lösen. Deshalb möchten wir in pra­xis­ori­en­tierten, krea­tiven Formaten zusam­men­kommen, die sich Texte aneignen und andere Medien sowie den Austausch unter­ein­ander als ebenso wichtig wie das geschriebene Wort aner­kennen. Dafür treffen wir uns wöchentlich the­men­be­zogen in Dreier-Blöcken, die wie folgt auf­gebaut sind:

  1. Einführung in das Thema mit vor­be­rei­teten Texten und anderen Medien
  2. Beleuchtung anti­ko­lo­nialen Widerstands anhand einer kon­kreten Gruppe/Initiative o.Ä.
  3. Bastel-/ Musik-/ Performance- / Filmabend zum Thema

Abschließend wird es eine Reflexionssitzung geben, in der wir teilen können, was wir alles gelernt haben, was unser Feedback zum Kurs ist und wie wir die Inhalte wei­ter­tragen wollen.

Teilnahme

Wir ermu­tigen besonders Mitglieder asia­ti­scher Diasporagruppen (damit meinen wir Süd‑, West‑, Nord‑, Südost‑, Ost- und Zentralasien) teil­zu­nehmen. Darüber hinaus sind alle anderen Interessierten will­kommen, die bereit für einen respekt­vollen, selbst­re­flek­tierten und ver­ant­wort­lichen Austausch sind.

Da wir den Raum gemein­schaftlich gestalten, wollen wir alle Menschen ermu­tigen Aufgaben zu über­nehmen und z.B. eine Lesebesprechung zu mode­rieren, einen Film zu zeigen, eine Gruppe vor­zu­stellen, sich um Verpflegung zu kümmern etc.

Inhalte

Ort: HACKE

HACKE – House of Asian Community Knowledge and Education
(kori­en­tation e.V.)
Hacketäuerstraße 82, Erdgeschoss vorne
51103 Köln

bei wei­teren Fragen kon­tak­tiert uns sehr gerne über
koeln(ät)korientation.de

AllgemeinBlogVeranstaltungenWorkshop


Von Juni bis Juli und Oktober bis November 2025 fand in Köln unser erster Community Kurs zu struk­tu­rellem Rassismus statt: Das erste regel­mäßige Angebot par­ti­zi­pa­tiver poli­ti­scher Bildung von kori­en­tation. Mit dem Community-Kurs füllten wir das neue Kölner Projektbüro – das House of Asian Community Knowledge and Education, kurz HACKE – Woche für Woche mit Leben. Kritische Bildung, Wissen aus Erfahrungen und Diskussionen über ras­sis­tische Strukturen waren ebenso wichtig, wie die Diskussionen über Organisierung dagegen. Mit klas­si­schen Textdiskussionen und krea­tiven Formaten wie Zines-basteln und Stadtteilspaziergängen lernten wir gemeinsam. In diesem Recap geben wir euch einen Einblick. 

Erste Schritte
In der ersten Sitzung kamen wir zusammen, um allen Interessierten unser Konzept und das Programm vor­zu­stellen, uns gegen­seitig sowie die HACKE ken­nen­zu­lernen und gemeinsam zu besprechen, wie wir den Kurs gestalten wollen. Jede Person konnte alleine oder mit anderen zusammen eine Sitzung anleiten/moderieren, sodass der Kurs einen selbst­or­ga­ni­sierten Charakter erhielt. Der Community-Kurs lebte davon, dass sich die Teilnehmenden zusam­men­schlossen, ihre Ideen ein­brachten und gemeinsam Verantwortung für den Kurs über­nahmen. Wir einigten uns darauf, ange­lehnt an Mickey Scottbey Jones, einen Brave Space zu gestalten, der aner­kennt, dass wir unter­schied­liche Lebenserfahrungen, Wissenbestände und Positionalitäten mit­bringen und alle Lernende sind. Wir ver­ein­barten auf­ein­ander zu achten, uns bewusst zu machen, wieviel Raum wir im Austausch ein­nehmen wollen/können, Dinge offen anzu­sprechen und eine Fehlerkultur zu kräftigen. 

Im ersten Themenblock behan­delten wir das Thema Polizei. Wir lasen einen ein­füh­renden Text zu Polizei von Daniel Loick und Vanessa Thompson sowie einen Text von Nikil Pal Singh. Wir ver­suchten gemeinsam die Polizei sowie Polizieren als Praxis und Herrschaft zu begreifen: Seit wann gibt es die Polizei und wie ist sie ent­standen? Was hat das mit Kolonialismus zu tun? Was meinen Menschen damit, wenn sie in dem Zusammenhang von insti­tu­tio­nellem Rassismus sprechen?
In der dar­auf­fol­genden Sitzung bekamen wir einen Einblick in soge­nannte Copwatching-Praktiken in den USA und Deutschland und dis­ku­tierten anhand von Erfahrungen, Doku- und Filmausschnitten. Wir wollten wissen inwieweit der „umge­kehrte Blick“, quasi eine demo­kra­tische Überprüfung, sowie kol­lektiv orga­ni­sierte Forderungen nach Verantwortungsübernahme für ras­sis­tische Praktiken der Polizei durch Aktivist*innen, Handlungsmacht für ras­si­fi­zierte Gruppen bedeuten kann.
Eine weitere teil­neh­mende Person nahm uns an die Hand, um in der letzten Sitzung gemeinsam Zines zu basteln und erklärte uns dabei wie diese als nied­rig­schwel­liges Tool der Selbstermächtigung zum Verbreiten der eigenen Gedanken, Geschichten und Stimme wirken können. Wir bas­telten und zeich­neten zu allem was uns bewegt hat, zum Thema Polizei und darüber hinaus, unseren Vorstellungen waren keine Grenzen gesetzt.

Apropos Grenzen. Im zweiten Themenblock setzten wir uns mit Grenzen und Grenzregimen aus­ein­ander. Wir lasen wieder zwei Texte, aus dem Buch Border and Rule von Harsha Walia sowie ein Kapitel aus Migrantischer Feminismus zur Koreanischen Frauengruppe der 1970er Jahre. In der Lesebesprechung ver­folgten wir Walias Argument, dass Grenzen elas­tisch sind, sie jen­seits und innerhalb von Staatsgrenzen, öko­no­misch, rechtlich und poli­tisch von Behörden und Institutionen durch­ge­setzt werden und die Illegalisierung von asyl­su­chenden bzw. Menschen auf der Flucht schaffen. Grenzen werden demnach auch dis­kursiv errichtet zwi­schen den­je­nigen, die Asylschutz „mehr ver­dient“ und „legitime“ Gründe zur Flucht nach­weisen können und den­je­nigen, die es weniger bzw. gar nicht ver­dient hätten, statt auf das Recht auf Bewegungsfreiheit für alle glei­cher­maßen zu bestehen.
In der zweiten Sitzung des Blocks zeigte uns ein Filmregisseur seinen ein­drucks­vollen und anre­genden Film über A., einen trans* Mann und poli­ti­schen Geflüchteten, der in einer Erstaufnahmeeinrichtung mit Hürden kämpfen muss. Der Film insze­nierte Sprachbarrieren und deut­schen Behördensprech, Testoronverabreichung im Geheimen und ver­wei­gerte Studien- und Arbeitserlaubnisse eines Ortes, wo Grenzen die Leben, Beziehungen und Körper der asyl­su­chenden Menschen täglich durch­kreuzen. Wir dis­ku­tierten im Anschluss Motive und poli­tische Implikationen des Films.
In der letzten Sitzung des Blocks erzählte uns Heike Berner vom anti­ras­sis­ti­schen Widerstand der Koreanische Frauengruppe in Deutschland. Koreanerinnen wurden in den 1960ern von Deutschland auf­grund von Arbeitskraftmangel an Krankenschwestern ange­worben, sollten im Kontext der deut­schen Wirtschaftskrise der 1970ern jedoch wieder abge­schoben werden. Gegen die Behandlung als bloße „Ware“ setzten sich diese Frauen zur Wehr und schlossen sich als Gruppe zusammen, um für ihr Bleibe- und Arbeitsrecht zu kämpfen. Und sie gewannen. Im Buch zuhause schrieben Mitglieder der Koreanischen Frauengruppe ihre Geschichten nieder, welches von Heike zusammen mit Sun-Ju Choi (Mitbegründerin von kori­en­tation) erstmals 2006 her­aus­ge­geben wurde und 2025 in dritter Neuauflage erschien. Ein Vermächtnis für das kol­lektive Gedächtnis deut­scher anti­ras­sis­ti­scher Geschichte. 

Im dritten Block ging es um urbanen Raum. In der Lesebesprechung wid­meten wir uns „Planet of Slums“ von Mike Davis und „Golden Gulag in Italy?“ von Francesco Marchi. Wir sprachen darüber, wie weltweit über 1,6 Milliarden Menschen in soge­nannten Slums und infor­mellen Siedlungen leben und die Menschen, die im urbanen Raum als „über­flüssig“ gelten die am stärksten wach­sende Gruppe auf der Welt sind. Es ging dabei auch um die Diskussion, wie sich das in Europa und in Deutschland zeigt, und was das für die Städte bedeutet, in denen wir selbst leben. Eine der wich­tigsten Erkenntnisse war: Rassismus ist Teil davon Städte – sowohl global, als auch innerhalb Deutschlands- in dieser Art zu pro­du­zieren.
Für die zweite Sitzung setzten wir uns im Rahmen einer Community Mental Map auf einem Spaziergang im Viertel Mülheim rund um die HACKE herum mit urbanen Praktiken und poli­ti­schen Misständen und Fehlplanungen aus­ein­ander. Eine Teilnehmende, die an den Schnittstellen von Architektur, Urbanismus und Macht arbeitet, bereitete dafür tolle Arbeitsblätter und eine Karte vor. In Kleingruppen erkun­deten wir das Veedel, bemerkten, welche Häuser ver­altet, neu oder sanie­rungs­be­dürftig sind, in denen ver­schiedene Menschen wohnten oder wie viel Grünflächen es gibt, wo sich Menschen auf­halten können. Wir pausten Texturen der Gebäude ab, schrieben unsere Gedanken auf, zeich­neten Auffalendes im öffent­lichen Raum nach oder foto­gra­fierten Graffiti. Nachdem wir ein bisschen Regen abbe­kamen, kamen wir wieder in der HACKE zusammen und tauschten uns darüber aus, was uns im Spaziergang alles begegnet war und welche Gedanken und Gefühle dabei bei uns aus­gelöst wurden.
In der letzten Sitzung des dritten Blocks bevor es in die Sommerpause ging, gingen wir in den Austausch mit zwei teil­neh­menden Personen, die aktiv in der Solidarischen Medizin in Köln sind. Wir dis­ku­tierten Verständnisse von Gesundheit und Krankheit und wie sich struk­turell ras­sis­tische und kapi­ta­lis­tische Verhältnisse auf die Leben von ras­si­fi­zierten Menschengruppen aus­wirken. Heißt gesund sein bloß gesund genug zum Arbeiten zu sein? Und welchen Einfluss haben soziale, öko­no­mische, poli­tische und Umweltfaktoren, wie Wohnraum, Arbeit, Grünflächen auf die Menschenleben in Köln? Viele dieser Fragen werden im Gesundheitsatlas von SoliMed Köln auf­ge­griffen, den wir in der Sitzung auch the­ma­ti­sierten und uns z.B. mit der ungleichen Verteilung der medi­zi­ni­schen Versorgung je nach Kölner Stadtviertel auseinandersetzten.

Dann gingen wir in die Sommerpause. Eine Teilnehmerin hatte die wun­derbare Idee ein lockeres Picknick am Rhein in der Zwischenzeit zu orga­ni­sieren. Wir alle brachten Snacks, selbst­ge­machte Leckereien sowie Spiele mit und lernten uns besser kennen. Bis zum Abend hin plau­derten und impro­vi­sierten wir unsere eigene Unterhaltung, da uns die Spiele aus­gingen – bis der rhei­nische Wind zu stark wurde und wir uns verabschiedeten. 

Zurück aus der Sommerpause star­teten wir den vierten Block zu Staatsangehörigkeit und Staatenlosigkeit. Wir besprachen Andersons Text zur Entstehung von natio­nal­staat­lichem Bewusstsein, die Bedeutung von Kapitalismus dafür, sowie Santos Text über Staatenlosigkeit und Kolonialität im kari­bi­schen Kontext. Wir stellten uns die Frage wie das Verhältnis zwi­schen Staatsbürgerschaften und Rassismus ist. Inwiefern weisen Staatsbürgeschaften auf eine theo­re­tische Gleichstellung von Menschen hin, die sie unab­hängig von eth­ni­schen Zugehörigkeiten inne­haben? Inwiefern wirken sie zum Aufrechterhalten von ras­sist­sichen Strukturen?
In der zweiten Sitzung tauschten wir uns über Solidarisches Asyl mit einer Aktivistin aus der Seenotrettung aus. Hier wurde sehr plas­tisch sichtbar, welchen Stellenwert das Leben von Menschen ohne euro­päische Staatsangehörigkeiten hat.
In der dritten Sitzung zeich­neten wir anhand einer Karte Kölns Orte der Sicherheit und Unsicherheit auf und visua­li­sierten auch, wie wir uns in unserer Stadt bewegen und an welchen Orten wir uns auf­halten. Es kam schnell heraus, dass Orte der Sicherheit und Unsicherheit eine starke Frage des poli­ti­schen und medialen Framings sind und kaum etwas mit unserem realen Sicherheitsgefühl zu tun haben. Bereiche in denen mit Sicherheit argu­men­tiert wird waren für uns eher Zonen der Unsicherheit, weil sie Hotspots für Racial Profiling, Massenkontrollen und furcht­ein­flö­ßenden Razzien werden. Die Menschen, die dem aus­ge­setzt sind, sind einfach unsere Nachbar*innen, vor denen wir uns nicht fürchten.

Und das war es dann auch mit dem Kurs. Es war spannend, berei­chernd, und ein Experiment, das besser lief, als wir gedacht haben. Wir als kori­en­tation waren begeistert davon wie eigen­ver­ant­wortlich alle den Kurs und die Inhalte gestal­teten. Wir haben min­destens so viel von den Teilnehmenden und Gäst*innen aus der akti­vis­ti­schen Praxis gelernt, wie aus den Büchern. Mindestens so viel beim Spazieren, basteln und dis­ku­tieren, wie beim Lesen.
Dieser Kurs war wie wir uns die Zukunft unser aller poli­ti­scher Bildung wün­schen: Partizipativ, wohl­wollend, kri­tisch, her­aus­for­dernd, selbst­or­ga­ni­siert, frei zugänglich und mit ganz viel Zuneigung.

Danke Community Kurs 2025!
To be continued.

AllgemeinVeranstaltungenVerbundprojektVerein

🎭 Veranstaltung: Soft Opening des neuen Büros/Bildungsraums Köln
📅 Wann: Freitag, 16.05.2025 um 17:00 Uhr, open End
📍 Wo: Hacketäuerstraße 82, 51063 Köln-Mülheim
💌 Wer: Alle sind will­kommen! Besonders wollen wir Menschen, die sich als Asiatisch-Deutsch, asia­tisch dia­spo­risch oder BIPoC mit Bezügen zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-)Asien iden­ti­fi­zieren, ermu­tigen zu kommen.
🎫 Teilnahme: kommt einfach vorbei, bringt gerne etwas zum Mitbring-Buffet mit!
🦠 Corona-Regelung: Bitte testet euch, wenn möglich, vorher. Handelt ver­ant­wor­tungs­be­wusst und bleibt bei Symptomen zu Hause.

kori­en­tation in Köln!

Wir freuen uns riesig mit euch gemeinsam die kori­en­tation Hacke in Köln zu eröffnen. Im House of Asian Community Knowledge & Education wird es neben unserem Projektalltag wird es in den kom­menden Jahren zahl­reiche Angebote der poli­ti­schen Bildung geben. Macht euch bereit für den ersten Community Kurs, nette Zusammenkünfte und leckeres Essen.

Bei der Eröffnung gibt es eine Vorstellung der Arbeit der kom­menden Jahre in Köln und Berlin, lustige Spiele und leckeres Essen am Mitbring-Buffet. Wir freuen uns auf euch!

Unter anderem stellen wir euch vor:

  • Das Raumkonzept mit offenen Bürozeiten
  • Den ersten kori­en­tation Community Kurs: Ein wöchent­liches Format der poli­ti­schen Bildung
  • Möglichkeiten, den Raum selbst mitzugestalten
  • Den kom­menden Fachtag zu Krieg und Rassismus

Ort: HACKE

HACKE – House of Asian Community Knowledge and Education
(kori­en­tation e.V.)
Hacketäuerstraße 82, Erdgeschoss vorne
51103 Köln

bei wei­teren Fragen kon­tak­tiert uns sehr gerne über
koeln(ät)korientation.de


Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Kooperationsverbund gegen Rassismus im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Programmbereich „Entwicklung einer bun­des­zen­tralen Infrastruktur“.

Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms ‚Demokratie leben!‘ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend“

AllgemeinVeranstaltungenVerbundprojekt

Der erste Community Kurs zu struk­tu­rellem Rassismus findet 2025 wöchentlich von Juni-Juli und Oktober-November in der HACKE in Köln-Mülheim, statt. Er ist unser erstes regel­mä­ßiges Programm dort.

In unserem ersten kori­en­tation Community-Kurs wollen wir uns gemeinsam ein Verständnis von struk­tu­rellem Rassismus erar­beiten und beleuchten, wie sich ras­si­fi­zierte Menschen dagegen orga­ni­sieren. Wir wollen gemeinsam die Struktur ver­stehen, die das faschis­tische Aufbegehren, die Verschlimmerung der Grenzgewalt und stetige Ausweitungen von ras­sis­ti­schen Staatsbürgerschafts-Gesetzen ermöglicht. 

Repräsentations- und Diversitätspolitik haben es in den letzten Jahren oft ver­passt die struk­tu­relle Ebene zu bear­beiten oder waren gar Teil der Veschlimmerung. Es gibt den Bedarf das gemeinsam zu dis­ku­tieren, Community neu zu denken, sich in unserer Stadt zu ver­ankern und eine kon­ti­nu­ier­liche, ver­bind­liche Auseinandersetzung in unserer Stadt zu schaffen. Der viel­fältige Widerstand ras­si­fi­zierter und migran­ti­sierter Communities und allen Gruppen, die struk­tu­rellen Rassismus bear­beiten, inspi­riert uns, es ihnen gleich zu tun. Lasst uns gemeinsam lesen, dis­ku­tieren, ana­ly­sieren, erschaffen, kreativ sein, ver­stehen, ver­lernen, streiten und vertragen.

Wir wollen gemeinsam lernen und so gut es geht ver­suchen, die Grenzen zwi­schen Lehrenden und Lernenden auf­zu­lösen. Deshalb möchten wir in pra­xis­ori­en­tierten, krea­tiven Formaten zusam­men­kommen, die sich Texte aneignen und andere Medien sowie den Austausch unter­ein­ander als ebenso wichtig wie das geschriebene Wort aner­kennen. Dafür treffen wir uns wöchentlich the­men­be­zogen in dreier-Blöcken, die wie folgt auf­gebaut sind:

  1. Einführung in das Thema mit vor­be­reiten Texten und anderen Medien
  2. Beleuchtung anti­ras­sis­ti­schen Widerstands anhand einer kon­kreten Gruppe/Initiative o.ä.
  3. Bastel-/ Musik-/ Performance- / Diskussionsabend zum Thema

Abschluss des Kurses wird die Präsentation eines Projekts sein, dass unseren Wissenszuwachs zum Ausdruck bringt. 

Teilnahme

Wir ermu­tigen besonders Mitglieder asia­ti­scher Diasporagruppen (damit meinen wir Süd‑, West‑, Nord‑, Südost‑, Ost- und Zentralasien) teil­zu­nehmen. Darüber hinaus sind alle anderen Interessierten will­kommen, die bereit für einen respekt­vollen, selbst­re­flek­tierten und ver­ant­wort­lichen Austausch sind.

Da wir den Raum gemein­schaftlich gestalten, wollen wir alle Menschen ermu­tigen Aufgaben zu über­nehmen und z.B. eine Lesebesprechung zu mode­rieren, einen Film zu zeigen, eine Gruppe vor­zu­stellen, sich um Verpflegung zu kümmern etc.

Anmeldung

Bitte meldet euch ver­bindlich an, sodass ihr an min­destens 6 der Termine könnt. Diese Plätze werden limi­tiert sein, ein Abschlussprojekt beinhalten und ein Zertifikat erhalten.
Es gibt zusätzlich die Option als Außenstehende zu inter­es­santen Sitzungen dazu zu kommen und die Gestaltung/Moderation von Sitzungen mit­zu­ge­stalten.

Inhalte

Ort: HACKE

HACKE – House of Asian Community Knowledge and Education
(kori­en­tation e.V.)
Hacketäuerstraße 82, Erdgeschoss vorne
51103 Köln

bei wei­teren Fragen kon­tak­tiert uns sehr gerne über
koeln(ät)korientation.de


Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms ‚Demokratie leben!‘ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend“

VeranstaltungenVerein

Liebe Community,

wir wollen das anste­hende Mondneujahrsfest als Anlass nehmen zusam­men­zu­kommen! 🐍
Wir freuen uns, wenn ihr etwas für das gemeinsame Buffet bei­steuern könntet 🥟🍜🍊 und wir bei Karaōke und guten Gesprächen einen einen schönen Abend mit­ein­ander verbringen.

Egal ob alte oder neue Gesichter, aktive Leute, Interessierte – erzählt, was euch bewegt und hört, was andere zu sagen haben.
Auch wenn du kein Mondneujahr feierst, bist du herzlich willkommen. 

Bringt gerne eure Kinder mit! 🧒👦

Wenn ihr Lust habt uns beim Ambiente zu unter­stützen, dann kommt in roter oder gelber Kleidung 😉🌙 🧧. Es ist aber keine Pflicht. 

Wir freuen uns auf euch!

Eure Sue, Taro, Cam Tu, Helene & Loan

🌟🌟🌟 Chill & Potluck zum Mondneujahr 🌟🌟🌟
🥮 Potluck = Jede*r bringt was zu essen / trinken mit.
🍽️ Bitte bringt eigenes Geschirr & Besteck mit.
📅 WANN: Freitag, 24.01.2025
⏰ Uhrzeit: ab 16 Uhr
📍 WO: Hamburg, Info zur Location folgt nach der Anmeldung
💌 WER: Asiatisch-Deutsche, asiatisch-diasporische Personen und BPoC mit Bezug zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-) Asien
✍️ ANMELDUNG: geschlossen


Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Kooperationsverbund gegen Rassismus im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Programmbereich „Entwicklung einer bun­des­zen­tralen Infrastruktur“.

Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie aus Mitteln der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms.

AllgemeinKulturProjekt MEGAVeranstaltungenVereinWorkshop

Unser Ausstellungskatalog ist erschienen! 🎊

kori­en­tation feierte im Mai 2023 seinen 15. Geburtstag. Wir haben dies zum Anlass genommen, um mit der Ausstellung und dem Festival „zu(sammen)künfte“ aufzuzeigen:

  • die Entstehungsgeschichte von einem koreanisch-deutschen Verein hin zu einem Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven / einer (post)migrantischen Selbstorganisation,
  • die Themen, die uns am Herzen liegen, 
  • die Meilensteine und Highlights unserer Arbeit,
  • Menschen und Organisationen, mit denen wir zusam­men­ge­ar­beitet haben und zusammenarbeiten,
  • und unsere Zukunftsperspektive(n).

Ebenso war es uns wichtig, mit Asiatisch-Deutschen und ‑dia­spo­ri­schen Communitys zu feiern, ihnen Sichtbarkeit zu ermög­lichen und den Verein für eine größere Öffentlichkeit erfahrbar zu machen.

Verfügbarkeit als PDF und als gedrucktes Exemplar 

Eine Dokumentation der Ausstellung, der Festivalwoche mit Veranstaltungen, Screenings, Workshops, Panels sowie eine aus­führ­liche Chronik der Vereinsgeschichte findet ihr hier zum 🔗📕Download als PDF

📦✉️ Der gedruckte Ausstellungskatalog kann über das unten ste­hende Formular bestellt werden, wir bitten dabei um eine Spende zur Finanzierung des Portos an:

kori­en­tation e.V.
IBAN: DE47 4306 0967 1140 5089 00
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: „Vorname Nachname, SPENDE“

oder Spenden per Paypal (auch hier als Verwendungszweck: Vorname Nachname, SPENDE)

vor­aus­sicht­licher Portobeitrag:
1 Stk = 1,80€ Großbrief bis 500g
2 Stk = 2,55€ Bücher- und Warensendung bis 1000g
5 Stk = 4,19€ Päckchen S
10 Stk = 7,69€ DHL Paket 5kg
20 Stk = 10,49€ DHL Paket 10kg

Bestellformular





    Ich spende

    Solibeitrag:
    Ich spende mehr und ermög­liche anderen den Versand ihrer Bestellung