VeranstaltungenVerein

Speaker Alert! 🗣️📝 

Wir freuen uns sehr, unser anste­hendes Online-Gespräch mit der Aktivistin, Pädagogin und trans­na­tio­nalen Feministin, Dr. Margo Okazawa-Rey anzukündigen.

Wie hängen Identität(en) und eman­zi­pa­to­rische Kämpfe mit­ein­ander zusammen? Was ist das Schwarze Feministische Manifest vom Combahee River Collective? Wie blickt Dr. Okazawa-Rey als Gründungsmitglied jetzt auf dessen Inhalte, Effekte und Missverständnisse und was können wir für heute daraus lernen?
Und wie kann eine trans­na­tionale, femi­nis­tische, anti­ras­sis­tische Praxis gegen globale Unterdrückung und kapi­ta­lis­tische Strukturen eigentlich aus­sehen?

Wir stellen uns mit Dr. Okazawa-Rey diesen Fragen, weil wir derzeit vor der immer größer wer­denden Herausforderung stehen soli­da­rische Kämpfe zu führen, die Differenzen als auch gemeinsame Ziele pro­duktiv ver­knüpfen können. Deswegen wollen wir in diesem Online-Format von ihren Analysen und ihrer poli­ti­schen Praxis lernen: einer Politik der Hoffnung, Befreiung und auf­rich­tiger Verbindung.

🌟 Es wird Raum geben (u.a. in Kleingruppen) fürs gemeinsame Gespräch und um mit­ein­ander Fragen zu dis­ku­tieren – genauso wie für (Tanz-)Pausen mit Musik!

Online Gespräch und Live-Screening

📅Wann: Freitag, 18.09.2026, 18.00–21.00 Uhr
📍Wo: Online über Zoom & HACKE, Hacketäuerstr.82, 51063 Köln
👥Wer: Community & Friends, alle Interessierten
🗣 Sprache: English
🎫Anmeldung: schreibt eine Mail an koeln(ät)korientation.de

About Dr. Margo Okazawa-Rey

Margo Okazawa-Rey ist eme­ri­tierte Professorin der San Francisco State University und eine Aktivistin-Pädagogin, die seit über 30 Jahren und um die Themen Militarisierung und Gewalt gegen Frauen arbeitet und schreibt. Sie ist seit langem auch außerhalb der USA als Aktivistin aktiv und pflegt dort enge Beziehungen, die ihre poli­tische Perspektiven und Praxis, ins­be­sondere in Bezug auf trans-nationale, femi­nis­tische Solidaritäten prägen. Sie ist Gründungsmitglied des „International Women’s Network against Militarism” und dessen US-Gruppe „Women for Genuine Security“ sowie des in den 1970er Jahren gegrün­deten „Combahee River Collective“. Außerdem pro­du­ziert und mode­riert sie die femi­nis­tische Radiosendung „Women’s Magazine“ auf dem Sender KPFA Berkeley California im „Pacifica-Radio“-Netzwerk und ist als „trans­na­tional feminist virtual dance party” DJ MOR Love and Joy bekannt.

ℹ️ Zugänglichkeit und Barrieren

Online

  • Die Veranstaltung findet Online auf Zoom statt.
  • Die Veranstaltung findet auf eng­li­scher Lautsprache statt.
  • Während der Veranstaltung sind Live-Untertitel via Zoom aktiviert.
  • Eure Beiträge sind mündlich mit Mikrofon oder schriftlich im Chat möglich. 

Vor Ort

  • Sprachen: Die Veranstaltung findet auf eng­li­scher Lautsprache statt.
  • Hinkommen: Die nächsten Bus- & Bahnhaltestellen (Von-Sparr-Str., Berliner Str., Bürgerpark Mühlheim) sind ca. 5–7 Minuten zu Fuß entfernt.
  • Behindertenparkplätze: Es gibt jeweils einen Behindertenparkplatz in der Berliner Str.76 und 77, beides 400m vom Veranstaltungsort.
  • Reinkommen: Der Raum liegt im Erdgeschoss und es gibt 3 Treppenstufen im Eingang, für die eine Rampe bereit haben.
  • Toiletten: Die Toilette liegt eben­falls im EG im Hausflur, ist sehr eng und schmal.
  • Wickeltisch: Es gibt keinen Wickeltisch, der hintere Raum kann jedoch als Rückzugsraum dafür genutzt werden.
  • Infektionsschutz: Bitte seht bei Erkältungs- und Grippesymptomen von einer Teilnahme ab.

FilmVeranstaltungenVerein


Titelbild @studio_yukiko Webseite zum Film: www.staatsschutz-film.de

Community-Screening von „Staatsschutz“ mit Special Q&A im Anschluss 
📅Wann: Donnerstag, 03.09.2026, 19 Uhr
❗️UPDATE – zusätz­liches Screening: 03.09. um 20 Uhr
📍Wo: Kino Central Berlin, Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin, www.kino-central.de
👥Wer: Community & Friends
🗣 Sprache: Deutsche Lautsprache größ­ten­teils
🎫Tickets: Vorverkauf online unter Kinoheld oder direkt an der Kinokasse

🎟️ Tickets mit Community-Rabatt für 9 € (max 2 pro Person)

Online Vorverkauf
- für 03.09. um 19 h (Original mit engl UT) – Link Kinoheld - KORREKTUR! Es sind doch eng­lische UT!
- für 03.09. um 20 h (Original mit engl UT) – Link Kinoheld

Vorverkauf an fol­genden 3 Kinokasse

1) Kino Central (Mitte), Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin https://kino-central.de/
2) Kino Toni (Weißensee), Antonplatz 1, 13086 Berlin, https://kino-toni.de
3) Kino Moviemento (Kreuzberg), Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin https://moviemento.de/

Community-Code:
Wie kommt ihr an den Community-Rabatt?
1) Kontaktiert uns über das Formular weiter unten, dann bekommt ihr das Codewort per Email zuge­schickt.
2) Oder meldet euch auf unserem Insta-Account @korientation per DM, dann erhaltet ihr das als DM.

Beim Ticketkauf an der Kasse müsst ihr der Verkaufsperson den Community-Code sagen, damit ihr den ermä­ßigten Preis erhaltet.

Infos zu Barrierefreiheit im Kino Central:

In beiden Sälen gibt es eine Hörschleife, die den Ton direkt auf Hörgeräte über­trägt.
Einige unserer Filme sind auf Anfrage in bar­rie­re­freier Fassung ver­fügbar.

Das Kino ist nur sehr ein­ge­schränkt für Rollis geeignet.
* Kino 1 ist per Fahrstuhl über den Hof direkt erreichbar. Von dort kommt Ihr nur über einige Stufen ins Foyer & die Toiletten.
* Kino 2 ist über ein paar wenige Stufen direkt über den Hof erreichbar. Auch hier ist der Zugang zum Foyer nur über einige Stufen erreichbar.
Am besten ruft ihr vorher an, wenn ihr mit Rolli kommt: 030 – 285 999 73 (Kinokasse)

Zum Film

Der Spielfilm „Staatsschutz“ in der Regie von Faraz Shariat kommt am 27.08.2026 bun­desweit in die Kinos – mit der ersten Asiatisch-Deutschen Staatsanwältin als Hauptfigur auf der großen Leinwand. In dem Film tritt Staatsanwältin Seyo Kim, gespielt von Chen Emilie Yan, ihre erste Stelle in einer Staatsanwaltschaft in einer fik­tiven ost­deut­schen Stadt an – und geht nach einem ras­sis­ti­schen Anschlag auf ihr Leben in eigener Sache vor Gericht. Um ihren eigenen Fall auf­zu­klären, beginnt sie eigen­sinnig, teil­weise rück­sichtlos und auf eigene Faust, Ermittlungen in rechts­extreme Netzwerke und andere Fälle rechter und ras­sis­ti­scher Gewalt zu führen – gegen den erbit­terten Widerstand von Vorgesetzten und Kolleg*innen. Der Film ver­weist auf die gesell­schaft­lichen Realitäten insti­tu­tio­nellen und struk­tu­rellen Rassismus, die offen­sichtlich vor Justiz und Sicherheitsbehörden nicht halt machen sowie die Gefahren für unsere demo­kra­tisch ver­fasste Gesellschaft, wenn diese Einrichtungen von Rechtsextremen gekapert werden.

Das Drehbuch wurde von Claudia Schaefer als Hauptautorin in Zusammenarbeit mit Sun-Ju Choi und Jee-Un Kim geschrieben. Sun-Ju und Jee-Un haben kori­en­tation mit­ge­gründet und waren über die Jahre hinweg in unter­schied­lichen Rollen und Funktionen im Verein engagiert.

Special Screening am 03.09.2026 mit Q&A

Wir freuen uns daher sehr, dass wir in Kooperation mit unserem „Hauskino“ Kino Central Berlin ein ganz beson­deres Screening am 03.09.2026 organisieren. 

Im Anschluss an den Film werden für das Q&A die Schauspielerin Chen Emilie Yan, die Produzentin Paulina Lorenz von Jünglingen und alle drei Drehbuch-Autor*innen Claudia, Sun-Ju und Jee-Un anwesend sein, um mode­riert durch Nhat Vi Nguyen aus dem korientation-Team mit euch ins Gespräch zu kommen. 

Gäst*innen

Chen Emilie Yan, Schauspielerin

Chen wurde 2000 in Shanghai geboren. Aufgewachsen nahe Düsseldorf, absol­vierte sie zunächst ein Psychologiestudium, bevor sie ihre Schauspielausbildung an der Kunstuniversität Graz abschloss. Ihre Arbeiten führten sie u.a. an das Deutsche Theater Berlin, das Schauspielhaus Graz, das Stadttheater Ingolstadt sowie zu inter­na­tio­nalen Festivals. STAATSSCHUTZ mar­kiert ihr Kinofilmdebüt in der Rolle der Hauptfigur Seyo Kim.
www.filmmakers.eu/de/actors/chen-emilie-yan

Foto: Massimiliano Corteselli


Paulina Lorenz, Produzentin, Jünglinge Film

Paulina ist Produzentin, Drehbuchautorin und Mitgründerin der Produktionsfirma Jünglinge, die Filme und Serien mit einer que­er­fe­mi­nis­ti­schen, post­mi­gran­ti­schen Perspektive ent­wi­ckelt. Hierzu gehören der Kinofilm „Futur Drei“ (2020), die ARD Serie „Schwarze Früchte“ (2024) wie auch der aktuelle Film „Staatsschutz“, der seine Première auf der Berlinale 2026 feierte. 

Foto: Brigitte Dummer


Claudia Schaefer, Hauptautorin Drehbuch

Claudia Schaefer ist Diplompsychologin und stu­dierte später an der dffb Drehbuch. Ihr Leben ist geprägt von poli­ti­schem Aktivismus und so ent­standen auch ihre ersten beiden Kinofilme: WEIL ICH SCHÖNER BIN (2012) und NAOMIS REISE (2017). Ihr dritter Film, nach dem Roman ELLBOGEN von Fatma Aydemir, prä­mierte 2024 auf der Berlinale. 2026 kehrte sie mit STAATSSCHUTZ zur Berlinale zurück. Ihr aktu­elles Projekt KASCHIERT wurde für den deut­schen Drehbuchpreis 2026 nomi­niert.
www.claudia-schaefer-drehbuch.de


Sun-Ju Choi, Co-Autorin Drehbuch, Kuratorin und Autorin

Sun-Ju stu­dierte Literatur an der Universität zu Köln und Drehbuch an der DFFB (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin), ist Gründungsmitglied von kori­en­tation und war lange Jahre im Vorstand des Vereins. Sie setzt sich als Vorstandsmitglied von „Vielfalt im Film“ und den „neuen deut­schen orga­ni­sa­tionen“ wei­terhin für mehr Viefalt und Intersektionalität ein, besonders auch im Film. 


Jee-Un Kim, Co-Autorin Drehbuch

Jee-Un ist Gründungsmitglied und Geschäftsleitung von kori­en­tation. Sie war nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften und Kulturmanagement zunächst anwaltlich tätig, bevor sie als wis­sen­schaft­liche Mitarbeiterin an die Koreanistik Tübingen ging. Seit 2020 arbeitet sie haupt­amtlich für kori­en­tation, mit einem Interesse an Selbstorganisierungen, macht­kri­ti­scher Organisationsentwicklung, Aufbau von post/migrantischen Wissensbeständen und wider­stän­digen Community-orientierten Strategien in einer zunehmend auto­ri­tären Gesellschaft. 

Moderation

Nhat Vi Nguyen, Moderation

Vee (alle Pronomen) ist Viet-Deutsch und chro­nische Virgo. Auf der Bühne ist sie als Musikerin veenus unterwegs, auf Social Media als Strategin/Content Creator aka Social Veedia. Sie bietet sowohl für Gesang als auch für Social Media Workshops an und spricht auf Panels über den Mangel an inter­sek­tio­naler Repräsentation in der Musikbranche. Seit 2022 ver­ant­wortet sie für kori­en­tation alles, was mit Social Media zu tun hat, 2023 unter­stützte teil­weise auch KARAKAYA TALKS. Politisch orga­ni­sierten Gruppen ver­mittelt sie ab und an in Form von Workshops das Wissen, ihre Themen auf Social Media greifbar zu machen.

Community Code für den Community-Rabatt:

    BlogKultur

    von Kieu Trinh Phi Van


    (Bild Rotopol Press Homepage)

    Jeong-in Mun ist eine korea­nische Comiczeichnerin und Illustratorin, die zwi­schen dem west­fran­zö­si­schen Angoulême und der süd­ko­rea­ni­schen Hauptstadt Seoul lebt.

    Als Künstler*in hat mich ihre Graphic Novel „Langer Atem“ auf eine ganz besondere Weise berührt. Gerade in unserer oft sehr aka­de­misch geprägten Anti-(Asiatischer)-Rassismus-Arbeit ist sie eine wohl­tuende Abwechslung: Es tut gut, kom­plexe und schwierige Themen auch einmal rein visuell auf­zu­nehmen und dabei die eigene Fantasie ansprechen zu lassen, statt sie aus­schließlich über Theorie und Sprache zu verhandeln.

    Jeong-in Mun ver­ar­beitet in ihrem Graphic-Novel-Debüt ihre eigene Familiengeschichte über drei Generationen hinweg sowie durch die Augen dreier Frauen. Die Geschichte beginnt mit Jeong-in Muns Großmutter Chunja, die Haenyeo-Taucherin ist. Haenyeo bedeutet wörtlich „Frauen des Meeres“. Als Jeong-in Muns Mutter noch ein Baby war, sah sich Oma Chunja gezwungen, als Haenyeo zu arbeiten, um das Überleben ihrer drei Kinder zu sichern: Sie und viele weitere Haenyeo tauchten ohne Sauerstoffflaschen vor der Küste der größten korea­ni­schen Insel Jeju, um Meeresfrüchte zu ernten.

    Der Beruf der Haenyeo hat in Südkorea eine jahr­hun­der­talte Tradition. 1910 besetzte Japan Korea, und auf der Insel Jeju ent­wi­ckelte sich ein gewinn­brin­gendes Geschäft rund um die Ernte der Meeresfrüchte. Die Besatzer zahlten viel Geld für die Meeresfrüchte, dar­unter Jeonboks (Seeohren oder Abalonen), denen eine aphro­di­sie­rende Wirkung zuge­schrieben wird. Das Geschäft ermög­lichte es den Haenyeo, eine gewisse finan­zielle Unabhängigkeit zu erlangen. Sie waren jedoch nicht geschützt vor kolo­nialer Ausbeutung und Unterdrückung durch bei­spiels­weise hohe Besteuerung oder das Verbieten lokaler Kultur und Traditionen. Doch das hin­derte die Haenyeo nicht daran, resi­lient und ent­schlossen Widerstand zu leisten – indem sie ihr kul­tu­relles Erbe und ihre tra­di­tio­nelle Lebensweise bewahrten, diese Praktiken schützten und über Generationen weitergaben.

    Ein wei­terer Preis, den die Haenyeo zahlen mussten, war jahr­zehn­te­lange harte kör­per­liche Arbeit. Oma Chunja musste sich das Muljil (Tauchen ohne Sauerstoffgerät) selbst bei­bringen. Sie schickte ihre drei Kinder tagsüber zu deren Großeltern, schloß sich den Haenyeo an, und lernte die Luft minu­tenlang unter Wasser anzu­halten. Geprägt von Misserfolgen und Mühsal, gab sie dennoch nicht auf, bis sie eines Tages schließlich mit den anderen erfah­renen Haenyeo aufs offene Meer fahren konnte, um dort noch tiefer zu tauchen.

    Die Erzählperspektiven wechseln geschickt zwi­schen Großmutter, Mutter und Enkelin sowie zwi­schen ver­schie­denen Zeitebenen: Wir befinden uns nun in der Zukunft, und Jeong-in Mun fragt ihre Großmutter Chunja, ob sie sich nicht manchmal einsam gefühlt hat – ein Gefühl, das der abwe­sende Großvater hin­ter­lassen haben könnte. Doch Chunja ant­wortet, für Einsamkeit habe sie schlichtweg keine Zeit gehabt. Das Einzige, was zählte, war, dass sie ihre Kinder auf die Universität schicken wollte.

    „Aber Omi … Warst du denn nie einsam? –“ 

    „Ach Kindchen … Ich war viel zu sehr mit dem Überleben beschäftigt. Da blieb kein Platz für Einsamkeit. Meine Kinder, egal ob Jungen oder Mädchen, ich wollte sie alle auf die Uni schicken. Dafür musste ich hart zu mir selbst sein. Verbissen.“ 

    Das Leben von Jeong-in Muns Mutter hin­gegen war geprägt von großer Einsamkeit – her­vor­ge­rufen durch einen Vater, der kurz nach ihrer Geburt ver­schwand, und eine Mutter, die ständig abwesend war. Der Regen wird zu einem bedeu­tenden Motiv – sein Fehlen löst Sehnsucht in Jeong-Ins Mutter aus. Denn immer wenn es regnete blieb Chunja zu Hause bei ihren Kindern.

    Wie wichtig Jeong-in Muns Arbeit ist, wird deutlich, wenn wir die gelungene Verwebung ver­schie­dener struk­tu­reller Problematiken, sowie kom­plexer Themen betrachten, die unkom­pli­ziert auf­ge­griffen werden. Nicht alle haben einen Zugang zur Academia und gerade deshalb müssen wichtige Themen wie diese auch in zugäng­lichen Formaten ihren Platz finden.

    Krieg, Kolonialismus, Feminismus, kul­tu­relle Identität, süd­ko­rea­nische Traditionen und Spiritualität, Philosophien des Lebens, aber auch die Klimakrise werden ange­sprochen: Das „Meer von Oma“, wie Jeong-In zu den Gewässern um die Insel Jeju sagt, wird heute gefährdet durch unre­gu­lierte Zersiedelung, stei­gende Wassertemperaturen und die Einleitung von kon­ta­mi­niertem Wasser aus Fukushima ins Meer durch die japa­nische Regierung.

    Jeong-in Mun gelingt es, diese poli­ti­schen Kontexte mit per­sön­lichen Biografien zu ver­binden. Trotz all der Schwere fühlte sich das Lesen aber vor allem nach einem an: zutiefst berührend. Denn die tiefe Zuneigung, die die Autorin ihrer Großmutter gegenüber spürt, ist unüber­sehbar und zieht sich durch die gesamte Graphic Novel. 

    Auch mir ist beim Lesen etwas Ähnliches wider­fahren: Es berührt mich zutiefst, Zeug*in dieser Familiengeschichte werden zu dürfen. Ich muss dabei unwei­gerlich an meine eigene Familie denken – an meine Mutter, die als viet­na­me­sische Vertragsarbeiterin nach Deutschland kam und hart arbeitete, um mir ein bes­seres Leben zu ermög­lichen. Ihre eigene Mutter habe ich nie ken­nen­lernen dürfen, und gerade deshalb berührt es mich umso mehr, die Großmutter-Enkelin-Beziehung zwi­schen Jeong-in Mun und ihrer Oma Chunja mit­zu­ver­folgen: Während ihrer Sommeraufenthalte bei Oma Chunja spielte Jeong-in Mun gerne Haenyeo im Meer, ihre Oma als großes Vorbild vor Augen.

    Und falls ihr euch fragt, wie es Oma Chunja heute geht: Sie ist immer noch Haenyeo! Ihr hohes Alter hält sie nicht davon ab, in die Tiefen des Meeres zu tauchen, nach Meeresfrüchten zu suchen und diese von Hand zu ernten. Eine Berufung, die mit viel Schmerz ver­bunden bleibt, aber damals das Leben ihrer Familie über Generationen sicherte und lebens­werter machte.

    Bis heute ist die Zahl der Haenyeos dras­tisch gesunken auf kaum noch 5000 Taucherinnen. Das Alter der Haenyeos steigt dafür zunehmend. Es gibt kaum Haenyeos, die unter dreißig Jahre alt sind. Denn seit den 70er-Jahren können sie es sich leisten, ihre Töchter auf gute Schulen zu schicken – was sie sich hart erkämpft haben.

    Die Hingabe und der Wille, hart zu arbeiten, spiegeln sich auch in Jeong-in Muns Werk wider: Die gesamte Geschichte wird wohl­be­merkt über zarte schwarze Linien, hun­derte feinen Schraffuren und unzählige detail­reiche Schwarz-Weiß-Bildern auf ins­gesamt 220 Seiten trans­por­tiert. Ab und an finden sich kleine Sprechblasen und kurze beglei­tende Sätze. Das Leben, das Leid und die Erschöpfung, aber auch die Verbundenheit dieser drei Frauen mit sich und mit dem Meer lassen sich eben vor allem in Bilder fassen und weniger in Worten.

    Die Graphic Novel könnt ihr über den Verlag Rotopol bestellen.

    Mehr Informationen zu Jeong-in Mun und weitere Werke findet ihr auf ihrer Website: Jeonginmun.com

    AllgemeinVeranstaltungenVerbundprojektVerein

    🎭 Veranstaltung: Soft Opening des neuen Büros/Bildungsraums Köln
    📅 Wann: Freitag, 16.05.2025 um 17:00 Uhr, open End
    📍 Wo: Hacketäuerstraße 82, 51063 Köln-Mülheim
    💌 Wer: Alle sind will­kommen! Besonders wollen wir Menschen, die sich als Asiatisch-Deutsch, asia­tisch dia­spo­risch oder BIPoC mit Bezügen zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-)Asien iden­ti­fi­zieren, ermu­tigen zu kommen.
    🎫 Teilnahme: kommt einfach vorbei, bringt gerne etwas zum Mitbring-Buffet mit!
    🦠 Corona-Regelung: Bitte testet euch, wenn möglich, vorher. Handelt ver­ant­wor­tungs­be­wusst und bleibt bei Symptomen zu Hause.

    kori­en­tation in Köln!

    Wir freuen uns riesig mit euch gemeinsam die kori­en­tation Hacke in Köln zu eröffnen. Im House of Asian Community Knowledge & Education wird es neben unserem Projektalltag wird es in den kom­menden Jahren zahl­reiche Angebote der poli­ti­schen Bildung geben. Macht euch bereit für den ersten Community Kurs, nette Zusammenkünfte und leckeres Essen.

    Bei der Eröffnung gibt es eine Vorstellung der Arbeit der kom­menden Jahre in Köln und Berlin, lustige Spiele und leckeres Essen am Mitbring-Buffet. Wir freuen uns auf euch!

    Unter anderem stellen wir euch vor:

    • Das Raumkonzept mit offenen Bürozeiten
    • Den ersten kori­en­tation Community Kurs: Ein wöchent­liches Format der poli­ti­schen Bildung
    • Möglichkeiten, den Raum selbst mitzugestalten
    • Den kom­menden Fachtag zu Krieg und Rassismus

    Ort: HACKE

    HACKE – House of Asian Community Knowledge and Education
    (kori­en­tation e.V.)
    Hacketäuerstraße 82, Erdgeschoss vorne
    51103 Köln

    bei wei­teren Fragen kon­tak­tiert uns sehr gerne über
    koeln(ät)korientation.de


    Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Kooperationsverbund gegen Rassismus im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Programmbereich „Entwicklung einer bun­des­zen­tralen Infrastruktur“.

    Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms ‚Demokratie leben!‘ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend“

    korientation sucht Zuwachs! Mitarbeit im Projektbüro Köln
    BlogVerbundprojektVerein

    Für unser neues geför­dertes Projekt „Kooperationsverbund im Themenfeld Rassismus“ suchen wir Unterstützung für unser Team in Köln, das ins­be­sondere in den Bereichen Rassismuskritik und anti-asiatischem Rassismus in der Politischen Bildung, soli­da­ri­scher Cross-/Community-Arbeit und Vernetzung arbeitet.


    Wir suchen ab dem 01.04. für unser neu ange­lau­fenes Verbundprojekt

    Projektmitarbeit
    50% Stelle in Anlehnung an TVöD-Bund E09‑1
    Arbeitsbeginn: bei Bedarf verhandelbar

    Bewerbungsfrist: 15.03.2025
    Bewerbung als PDF per Email an: info[at]korientation.de
    Bewerbungsgespräche sind für den 20. und 21.März 2025 in Köln geplant.

    Wir laden ins­be­sondere BPoC mit Bezügen zu Asien (Zur Klarstellung: Damit meinen wir Süd‑, West‑, Nord‑, Südost‑, Ost- und Zentralasien) und inter­sek­tio­nalen Perspektiven ein, sich zu bewerben.

    Teile uns gerne mit, was du brauchst, dass die Arbeit zugänglich für dich ist.

    Hast Du Fragen? Melde Dich gerne bei uns per Email.

    Zu deinen Aufgaben gehören

    • Aufbereitung bestehender Wissensressourcen zu anti-asiatischem Rassismus
    • Mitarbeit bei der Konzeption, Organisation und Durchführung von Maßnahmen und Veranstaltungen im Projekt gemeinsam mit der Projektleitung
    • Mitarbeit an der Konzeption von Qualifizierungsmodulen der poli­ti­schen Bildung mit einem Schwerpunkt auf anti-asiatischem Rassismus
    • Redaktionelle Mitarbeit an Texten unter­schied­licher Art, sowohl für die interne als auch für externe Kommunikation, Webseitendokumentation und Öffentlichkeitsarbeit
    • Betreuung eines Netzwerks von Asiatisch-Deutschen Multiplikator*innen der
      ras­sis­mus­kri­ti­schen Bildungsarbeit
    • Unterstützung / Mitarbeit bei Administrations- und Verwaltungsaufgaben im Projekt

    Das wün­schen wir uns von Dir

    • Erste Erfahrungen in der diskriminierungs- und ras­sis­mus­kri­ti­schen Bildung und der Arbeit in gemein­nüt­zigen Vereinen
    • Kenntnisse aktu­eller Diskurse im Themenfeld Rassismus, Intersektionalität, post­ko­lo­niale Ansätze, Empowerment und Asiatisch-Deutsche Migrationsgeschichten
    • Identifikation mit den Kernzielen des Vereins
    • Sehr gute deutsche und eng­lische Sprachkenntnisse, ein gutes Sprachgefühl und hohe Textsicherheit
    • Hohes Maß an Team- und Kommunikationsfähigkeit und Freude an der Arbeit im Team
    • Sehr gute Office-Kenntnisse (Textverarbeitung, Zahlenkalkulationen/Tabellen und Präsentationen)
    • Selbstständige, struk­tu­rierte Arbeitsweise und hohe Zuverlässigkeit
    • Grundlegende Social Media Kompetenzen sind hilf­reich (Instagram, Tiktok, Facebook)
    • Interesse und Bereitschaft, sich an der fort­lau­fenden Organisationsentwicklung des Vereins zu beteiligen
    • Lebensmittelpunkt im Raum Köln

    Was Dich bei uns erwartet

    • Mitarbeit in einer Selbstorganisation von und für Asiatischen Deutsche
    • Anstellung mit 50% Stellenanteil, ange­lehnt an TVöD-Bund E09
    • Vertragsbeginn ab dem 01.04 oder 15.04.2025 gewünscht, ist verhandelbar
    • Vertrag ist befristet bis zum 31.12.2025, mit Aussicht auf Verlängerung vor­be­haltlich der Förderzusagen
    • Brandneues Projektbüro in Köln-Mülheim. Die Räumlichkeiten sind leider nicht bar­rie­refrei: EG mit drei Stufen, Toilette im Flur und eher eng.
    • Flexible, bedarfs­ori­en­tierte Arbeitszeiten; Arbeit aus dem Home-Office in Absprache ist möglich
    • Raum für eigen­ständige inhalt­liche Arbeit und Austausch
    • Eine par­ti­zi­pative Arbeitsorganisation und soli­da­rische Organisationskultur mit flachen Hierarchien
    • Die Möglichkeit, die Zukunft eines wach­senden bun­des­weiten Netzwerks von Asiatischen Deutschen mitzugestalten
    • Zusammenarbeit mit einem kleinen, enga­gierten Büroteam mit einem breiten Kompetenzfeld im Bereich Community- und Vereinsarbeit, Kultur- und Projektmanagement, wis­sen­schaft­liche Arbeit
    • Und das Wichtigste: Lots of good Food and Community-love

    Wir freuen uns auf Deine Bewerbung
    Wir laden ins­be­sondere BPoC mit Bezügen zu Asien (Zur Klarstellung: Damit meinen wir Süd‑, West‑, Nord‑, Südost‑, Ost- und Zentralasien) und inter­sek­tio­nalen Identitäten ein, sich zu bewerben. Der Wohnort Köln oder Umgebung wäre im Hinblick auf ein Projektbüro wün­schenswert.
    Teile uns gerne mit, was du brauchst, dass die Arbeit zugänglich für dich ist.

    Bewerbungsgespräche sind für den 20. und 21.März 2025 in Köln geplant.

    Bitte schicke Deine Bewerbung bis zum 15.03.2025 aus­schließlich in elek­tro­ni­scher Form als PDF-Dokument per Email an info[at]korientation.de mit den fol­genden Unterlagen:
    • Anschreiben (gerne mit Angabe des bevor­zugten Pronomens)
    • Lebenslauf ohne Foto
    • Motivationsschreiben
    • Zeugnis des letzten Abschlusses
    • Gegebenenfalls ergän­zende Unterlagen, wie Arbeitszeugnisse

    Hier findest Du die Ausschreibung als PDF zum Download 👇🏽. 


    Für inhalt­liche Aussagen und Meinungsäußerungen tragen die Publizierenden dieser Veröffentlichung die Verantwortung.

    Das Verbundprojekt gegen Rassismus wird gefördert im Bereich „Entwicklung einer bun­des­zen­tralen Infrastruktur“ des Programms „Demokratie leben!“ durch das BMFSFJ sowie die Berliner Senatsverwaltung ASGIVA.

    VeranstaltungenVerein

    Liebe Community,

    wir wollen das anste­hende Mondneujahrsfest als Anlass nehmen zusam­men­zu­kommen! 🐍
    Wir freuen uns, wenn ihr etwas für das gemeinsame Buffet bei­steuern könntet 🥟🍜🍊 und wir bei Karaōke und guten Gesprächen einen einen schönen Abend mit­ein­ander verbringen.

    Egal ob alte oder neue Gesichter, aktive Leute, Interessierte – erzählt, was euch bewegt und hört, was andere zu sagen haben.
    Auch wenn du kein Mondneujahr feierst, bist du herzlich willkommen. 

    Bringt gerne eure Kinder mit! 🧒👦

    Wenn ihr Lust habt uns beim Ambiente zu unter­stützen, dann kommt in roter oder gelber Kleidung 😉🌙 🧧. Es ist aber keine Pflicht. 

    Wir freuen uns auf euch!

    Eure Sue, Taro, Cam Tu, Helene & Loan

    🌟🌟🌟 Chill & Potluck zum Mondneujahr 🌟🌟🌟
    🥮 Potluck = Jede*r bringt was zu essen / trinken mit.
    🍽️ Bitte bringt eigenes Geschirr & Besteck mit.
    📅 WANN: Freitag, 24.01.2025
    ⏰ Uhrzeit: ab 16 Uhr
    📍 WO: Hamburg, Info zur Location folgt nach der Anmeldung
    💌 WER: Asiatisch-Deutsche, asiatisch-diasporische Personen und BPoC mit Bezug zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-) Asien
    ✍️ ANMELDUNG: geschlossen


    Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Kooperationsverbund gegen Rassismus im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Programmbereich „Entwicklung einer bun­des­zen­tralen Infrastruktur“.

    Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie aus Mitteln der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms.

    AllgemeinKulturProjekt MEGAVeranstaltungenVereinWorkshop

    Unser Ausstellungskatalog ist erschienen! 🎊

    kori­en­tation feierte im Mai 2023 seinen 15. Geburtstag. Wir haben dies zum Anlass genommen, um mit der Ausstellung und dem Festival „zu(sammen)künfte“ aufzuzeigen:

    • die Entstehungsgeschichte von einem koreanisch-deutschen Verein hin zu einem Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven / einer (post)migrantischen Selbstorganisation,
    • die Themen, die uns am Herzen liegen, 
    • die Meilensteine und Highlights unserer Arbeit,
    • Menschen und Organisationen, mit denen wir zusam­men­ge­ar­beitet haben und zusammenarbeiten,
    • und unsere Zukunftsperspektive(n).

    Ebenso war es uns wichtig, mit Asiatisch-Deutschen und ‑dia­spo­ri­schen Communitys zu feiern, ihnen Sichtbarkeit zu ermög­lichen und den Verein für eine größere Öffentlichkeit erfahrbar zu machen.

    Verfügbarkeit als PDF und als gedrucktes Exemplar 

    Eine Dokumentation der Ausstellung, der Festivalwoche mit Veranstaltungen, Screenings, Workshops, Panels sowie eine aus­führ­liche Chronik der Vereinsgeschichte findet ihr hier zum 🔗📕Download als PDF

    📦✉️ Der gedruckte Ausstellungskatalog kann über das unten ste­hende Formular bestellt werden, wir bitten dabei um eine Spende zur Finanzierung des Portos an:

    kori­en­tation e.V.
    IBAN: DE47 4306 0967 1140 5089 00
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      BlogVeranstaltungen

      WAS: Booklaunch mit einem Gespräch zwi­schen Kien Nghi Ha, Yumin Li, Linh Müller und Irit Neidhart
      Wann: 09.07.2024 um 18:30 h
      Wo: Savvy Contemporary, Reinickendorfer Straße 17, 13347 Berlin
      Sprache: Deutsche Lautsprache
      Zugang: Der Eintritt ist frei und die Räume sind eben­erdig und roll­stuhl­freundlich.
      Link: https://savvy-contemporary.com

      Das Buch wird während der Veranstaltung erhältlich sein!

      Save the Date!
      Am 18. September 2024 findet von 14:00–18:00 ein beglei­tender Workshop zum Thema im Rahmen der Reihen WEDDING AFFAIRS and COLONIAL NEIGHBOURS bei SAVVY statt. 

      Wir freuen uns auf den Booklaunch des Sammelbands zur gleich­na­migen Filmreihe, die 2023 im Sinema Transtopia statt­ge­funden hat und die Gesprächsrunde mit dem Herausgeber Kien Nghi Ha sowie den Autorinnen Yumin Li, Linh Müller und Irit Neidhart im Savvy Contemporary in Berlin. 

      Zum Sammelband

      Der Band unter­sucht anhand kolonial-kritischer Filmanalysen die nahezu unbe­kannte Geschichte Asiatischer Repräsentationen in Deutschland. Der Fokus liegt auf ori­en­ta­li­sie­renden deut­schen Kinofilmen der Weimarer Zwischenkriegszeit. Nach dem Ende des Imperial Germany wurden Deutschlands kolonial-rassistische Fantasien und Ambitionen ver­stärkt in eine ima­ginäre Kolonialität über­führt. Ihre fil­mi­schen Inszenierungen begeis­terten ein Massenpublikum. Die Filmkulisse, aber auch ihre Produktion und Konsumtion wurden selbst zum kul­tu­rellen Kolonialraum. Ihre Popularität ist Ausweis ihrer gesell­schaft­lichen und zeit­his­to­ri­schen Bedeutsamkeit.

      Im Unterschied zur domi­nanten Wahrnehmung, in der Berlin auf­grund der „Goldenen Zwanziger“ als euro­päische Kultur- und Filmstadt von Weltrang gefeiert wird, setzt das Buch auf deko­lo­nia­li­sie­rende Perspektiven. In euro­zen­tri­schen Diskursen wird sys­te­ma­tisch ver­drängt, dass sich unter der Oberfläche der modernen Urbanität ein „wildes Kulturleben“ ver­birgt, das durch kolo­niale Verstrickungen und Exotisierungen geprägt ist. Die fil­mi­schen Arbeiten etwa von Hito Steyerl und Philip Scheffner machen dagegen ver­gessene (Ge)Schichten und Dimensionen der Kolonialmetropole Berlin sichtbar.

      Das Buch erweitert die deko­lo­niale Debatte und stellt anti-Asiatischen Rassismus und Orientalismus in den Fokus. Es leistet Pionierarbeit, indem es die „Weltmetropole Berlin“ als kolo­nialen Kulturraum mit (anti-)Asiatischen Bezügen erforscht.

      Angaben
      Kien Nghi Ha [Hg.]: Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin
      Localizing Decolonialization – Dekolonialisierung loka­li­sieren
      Berlin: Assoziation A, 2024, 200 Seiten.
      16 EUR
      Link zum Verlag

      Zu den anwesenden Autor*innen

      Kien Nghi Ha ist pro­mo­vierter Kultur- und Politikwissenschaftler und leitet den Arbeitsbereich Postcolonial Asian German Studies an der Universität Tübingen. Er hat an der New York University sowie an den Universitäten in Bremen, Heidelberg und Bayreuth geforscht und wurde mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien aus­ge­zeichnet. Als Kurator hat er u.a. im Berliner Haus der Kulturen der Welt, im Hebbel am Ufer-Theater und im Sinema Transtopia ver­schiedene Projekte über Asiatische Diaspora rea­li­siert. Er hat mehr als zehn Bücher zu post­ko­lo­nialer Kritik, Rassismus, Migration und Asian Diaspora geschrieben und edi­tiert. Zuletzt ist der Sammelband Asiatische Deutsche Extended. Vietnamesische Diaspora and Beyond (Assoziation A 2021) als erwei­terte Neuauflage erschienen. 2025 gibt er den Band Anti-Asian Racism in Transatlantic Perspectives: History, Theory, Cultural Representations and Social Movements (tran­script) heraus.

      Yumin Li ist Kulturwissenschaftlerin, Expertin für Antidiskrimierung und diver­si­täts­ori­en­tierte Organisationsentwicklung sowie Performerin. In ihrer Dissertation unter­suchte sie Anna May Wongs mehrere Jahrzehnte umspan­nende Karriere auf vier Kontinenten. Li ver­öf­fent­lichte zahl­reiche Aufsätze zu Anna May Wong. Zusammen mit dem Kollektiv and-company&co erar­beitete sie die Theaterperformance „Shanzai Express“, das sich spie­le­risch mit Anna May Wong befasst und an der Volksbühne 2023 Première feierte. 

      Linh Müller hat Nordamerikastudien an der Freien Universität Berlin, am Middlebury College und an der Yale University stu­diert und forscht zur affek­tiven Reproduktion und Repräsentation von natio­naler Zugehörigkeit in Sport und Popkultur. In ihren per­sön­lichen Arbeiten ver­handelt sie die Komplexitäten und Verstrickungen, die sich aus ihrer eigenen viet­na­me­si­schen und deut­schen Familiengeschichte ergeben ins­be­sondere in Hinblick auf Identität, Sprache, Krieg und den Nationalsozialismus. Momentan lebt sie in Berlin und arbeitet in einem Projekt zu migran­ti­scher Erinnerung und der Friedensstatue, die in Berlin-Moabit an die so genannten „Trostfrauen“ im Zweiten Weltkrieg erinnert.

      Irit Neidhardt ist seit 1995 als Kuratorin und Publizistin zum Themengebiet Kino und ara­bische Welt tätig. Zudem betreibt sie seit 2002 den inter­na­tio­nalen Verleih und Vertrieb „mec film“ für Filme ara­bi­scher Regisseur*innen. Als Koproduzentin war sie an meh­reren preis­ge­krönten Dokumentarfilmen beteiligt. 

      Eine Publikation des Projekts DARE (Decolonize Anti-Asian Racist Entanglements).

      Das Buch und die Filmreihe sind in Kooperation mit bi’bak e.V (Sinema Transtopia), kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und der Abteilung Koreanistik des Asien-Orient-Instituts der Universität Tübingen ent­standen. Es wurde im Programm „Förderung zeit­ge­schicht­licher und erin­ne­rungs­kul­tu­reller Projekte“ der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa unterstützt.

      Projekt MEGAVeranstaltungenWorkshop

      Im August 2024 fand das erste MEGA Community-Retreat für Asiatische-Deutsche, asiatisch-diasporische Personen und alle, die sich als BPoC mit Bezügen zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-)Asien iden­ti­fi­zieren statt! 🤩

      Darum ging es bei unserem Retreat mit dem Titel „Wie wir erinnern“:

      Erinnerungen haben für uns als (post)migrantische Menschen eine besondere Bedeutung – und oft auch Schwere. Für viele ist es nicht leicht, sich (zwi­schen den Generationen) zu erinnern, v.a. wenn Erinnerungen mit Lücken und Sprachlosigkeit oder Trauer ver­bunden sind. 

      Gleichzeitig kann das (Wieder-)Aneignen des „Was“ und „Wie“ erinnern uns als Individuen und Communities ermäch­tigen und unsere Geschichten selbst­be­stimmt erfor­schen und erzählen lassen.

      In unserem MEGA Retreat haben wir uns deshalb mit der Kraft der Community dem Thema „Erinnern“ widmen.

      Mit Übungen aus der Körperarbeit und den Erfahrungen aus ver­schie­denen Erinnerungs-/Archivprojekten haben wir uns ange­schaut, wie sich Erinnerungen zeigen, wie wir sie erzählbar machen und zu etwas (poli­tisch) Widerständigem umwandeln können.

      Das Programm beinhaltete
      🔵 Workshop „Achtsames Erinnern – die Kraft der inneren Verbindung(en)“ mit Melz Malayil ((fand online statt)
      🔵 Workshop „Schmerz als liminale Erfahrung: eine soma­tische Auseinandersetzung“ mit Sarah Naqvi
      🔵 Workshop „Film als Methode von kol­lek­tiver Erinnerungsarbeit“ mit Anujah Fernando
      🔵 Skillsharing von Communitywissen durch Retreat-Teilnehmer*innen, u.a. zu Tanzimpro, Schreiben, Austausch zu Sprachbarrieren/ & ‑wissen
      🔵 Lagerfeuer
      🔵 Baden am See
      🔵 Gameshow mit Vee
      🔵 Sauna

      Es gab viel Spaß und Verbindungen im wun­der­schönen Bildungshaus lila_bunt für femi­nis­tische Bildung, Praxis und Utopie in Zülpich/Nordrhein-Westfalen (lila_bunt Webseite).

      Die vier Tage Community und Empowerment waren toll. Danke an alle, die dabei waren. <3


      Über lila_bunt: lila_bunt ist ein queer_feministisches Kollektiv aus unter­schiedlich posi­tio­nierten und mit­ein­ander ver­bun­denen Menschen. Uns allen gemeinsam ist der Wunsch nach gelebter Utopie und queeren Räumen und Träumen.

      Die Menschen von lila_bunt defi­nieren sich bisher als queer, fett, les­bisch, pan­se­xuell, bise­xuell oder hete­ro­se­xuell. Es gibt weiße Menschen und Personen of Colour, Cis-Personen und Menschen mit trans*identem Hintergrung im Kollektiv. Bisher sind wir mehr­heitlich weiß und cis-geschlechtlich posi­tio­niert. Uns ver­bindet der Anspruch, das Haus kol­lektiv und inter­sek­tional auf­zu­bauen und dafür Sorge zu tragen, dass sich Repräsentationen und Positionen erweitern.


      Das Projekt MEGA wurde von 2020 bis 2024 durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und durch die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.


      StellenausschreibungVereinwissenschaft

      Wir suchen ab 07.06.2024 bis vor­aus­sichtlich zum 15.08.2024
      Zwei wis­sen­schaft­liche Honorarkräfte zur Mitarbeit an einem wis­sen­schaft­lichen Dossier zum Themenfeld „Deutsche Kolonien im Asien-Pazifik-Raum mit dem Fokus auf China und Samoa“

      Werkvertrag ver­gütet mit 1.500 € brutto pro Person
      Bewerbungsfrist: 01.06.2024

      Bewerbungsunterlagen: Motivationsschreiben, Lebenslauf und falls vor­handen Arbeitsproben wie Publikationen/Textarbeiten als PDF
      per Email an info @ korientation.de

      Hintergrund der Ausschreibung

      kori­en­tation ist in diesem Jahr Kooperationspartner des Dekoloniale Festivals 2024, das Mitte November in Berlin statt­finden wird. In Vorbereitung des Festivals erstellen wir ein wis­sen­schaft­liches Dossier in obigem Themenfeld. Es dient als Grundlage zur Erarbeitung von Inhalten und Textbeiträgen für unter­schied­liche Programmteile des Festivals, an denen kori­en­tation mit Beiträgen beteiligt ist, wie Ausstellung, Interventionen oder auch Stadtführungen durch den Weddinger Sprengelkiez, in dem sich die Kiautschoustraße, Samoastraße und Pekingplatz befinden.

      Wissenschaftliches Rechercheprojekt

      Wir suchen nach zwei Personen, die bereits eine wis­sen­schaft­liche Vorbeschäftigung mit dem Themenfeld deut­scher Kolonialismus im Asien-Pazifik-Raum vor­weisen können, und darauf auf­bauend jeweils zu anti­ko­lo­nialem Widerstand bei­spiels­weise in „Kiautschou/Tsingtao“ und in Samoa recher­chieren (u.a. Archive), einen 10-seitigen Beitrag schreiben und eine aus­führ­liche Literaturliste erstellen.

      Im Fokus der Recherche sollten mög­lichst Asiatisch-/pazifische Standpunkte und/oder damit ver­bundene dia­spo­rische Perspektiven und Einordnungen der Kolonialzeit und deren Nachwirkungen auf die Gegenwartsgesellschaften Chinas und Samoas – und im deut­schen Kontext spe­zi­fisch auf Berlin – stehen. 

      Fragestellungen sind:

      • Wie haben der Kolonialrassismus und seine Strukturen das Alltagsleben und die sozialen Hierarchien vor Ort geprägt, und welche Formen von Resilienz und anti­ko­lo­nialem Widerstand lassen sich aus his­to­ri­schen Quellen und bestehender wis­sen­schaft­licher Literatur herauslesen?
      • Gab es Personen aus den deut­schen Kolonien im Asien-Pazifik-Raum, die in irgend­einer Form einen Bezug zu Berlin als kolo­nialer Metropole und Ort des antiimperialen/antikolonialen Widerstands hatten?
      • Welche post­ko­lo­nialen Effekte auf das Leben von Menschen in den ehe­ma­ligen Kolonien und das Leben von Menschen mit asiatisch-pazifischen Bezügen in der deut­schen (post)migrantischen Gegenwartsgesellschaft ins­be­sondere in Berlin lassen sich aufzeigen?
      • Gibt es his­to­rische Fotos und andere Elemente, die sich für eine ras­sis­mus­kri­tische Visualisierung der Kolonialzeit eignen?
      • Gibt es Kontexte, in denen sich Schwarze und Asiatisch-Pazifische Erfahrungen im kolo­nialen Kontext über­schnitten haben?

      Die Arbeitsaufträge umfassen

      • Archivarbeit und quel­len­ba­sierte his­to­rische Recherchen inkl. graue Literatur wie Flyer, aber auch Bilder etc. sowie ggf. Unterstützung der Projektleitung bei der Bestandsaufnahme und Sichtung rele­vanter Quellen und Forschungsliteratur
      • Eine münd­liche Präsentation der (vor­läu­figen) Rechercheergebnisse für den inhalt­lichen Austausch mit anderen Beteiligten der Dekoloniale Ende Juni ist erwünscht.
      • Zusammenstellung der Ressourcen als aus­führ­liche Literatur- und Materialliste zu anti­ko­lo­nialem Widerstand in „Kiautschou/Tsingtao“ und/oder Samoa in digi­taler Form
      • Auswertung und Aufbereitung der Ergebnisse aus den Recherchen in Form eines 10-seitigen Berichts
      • Zeitplan:
        • Abgabe des Berichtsentwurfs sowie der Literaturliste bis zum 16.07.2024
        • Abgabe des fina­li­sierten Berichts mit Literaturliste nach erfolgter Überarbeitungsrunde bis Anfang August 2024.

      Alle Arbeiten erfolgen in Abstimmung mit der Projektleitung Kimiko Suda.

      Das wünschen wir uns von Euch

      • Wissenschaftliche Vorkenntnisse im Themenfeld deut­scher Kolonialismus im Asien-Pazifik-Raum
      • Erfahrungen in quel­len­ba­sierter his­to­ri­scher Recherche und im Auswerten von Forschungsliteratur
      • Erste Erfahrungen in der Archivforschung
      • Vorkenntnisse in Postkolonialen Studien, inter­sek­tio­nalen und ras­sis­mus­kri­ti­schen Ansätzen
      • Erfahrungen im selbst­stän­digen Arbeiten und Forschen mit Forschungsplan
      • Erfahrungen im wis­sen­schaft­lichen Schreiben von Texten
      • Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse
      • Ein hohes Maß an Selbständigkeit, Eigeninitiative und eine sorg­fältige und zuver­lässige Arbeitsweise

      Vorteilhaft sind:

      • Vorhandene Textarbeiten oder Publikationen im Themenfeld
      • Abschluss im Fach Geschichte, Kultur‑, Sozial- und Politikwissenschaften oder vergleichbar 
      • Vorkenntnisse Asiatisch-Deutscher (Migrations-)Geschichten und post­mi­gran­ti­schen, erin­ne­rungs­kul­tu­rellen Themen 

      Was Euch bei uns erwartet:

      • Eine Arbeit mit hoher Eigenverantwortung und Raum für eigen­ständige inhalt­liche Arbeit und Austausch
      • Gemeinsame Konkretisierung der Fragestellung und des Arbeitsauftrags mit der Projektleitung
      • Austausch und Zusammenarbeit mit der Projektleitung und einem kleinen, enga­gierten Büroteam mit einem breiten Kompetenzfeld im Bereich Community- und Vereinsarbeit, Kultur- und Projektmanagement, wis­sen­schaft­liche Arbeit
      • Unsere Büroräumlichkeiten sind recht klein und nicht bar­rie­refrei. Eine Mitnutzung der Büroräumlichkeiten ist daher leider nur nach Absprache möglich.

      Wir freuen uns auf Eure Bewerbungen!

      Wir laden ins­be­sondere FLINTA* BPoC-Personen (gerne mit Bezügen zu Asien) ein, sich zu bewerben. Bitte schickt Eure Bewerbung mit den fol­genden Unterlagen:

      • Motivationsschreiben (gerne mit Angabe des bevor­zugten Pronomens)
      • Lebenslauf ohne Foto
      • ggf. ergän­zende Unterlagen, ins­be­sondere Textarbeiten bzw. Publikationen, und/oder aus­sa­ge­kräftige Arbeitszeugnisse

      als PDF-Dokument auf Deutsch bis zum 01.06.2024 nur per E‑Mail an info @ korientation.de.

      Habt Ihr Nachfragen, schreibt uns gern zeitnah an!