Verein

Wir brauchen mehr Räume. Mehr Räume für uns, für unsere Themen, unsere Geschichten und unsere Perspektiven. Für mehr Selbstrepräsentation – denn RepresentAsian matters!

Am Haus der Statistik am Alexanderplatz (Berlin) wird momentan ein Areal ent­wi­ckelt, das gemein­wohl­oriente Räume für Kunst, Kultur, Soziales und Bildung bereit­stellen soll und in das Vereine, Verbände, Kollektive und Initiativen ein­ziehen werden. 2023 gab es eine Ausschreibung für inter­es­sierte Gruppen, an der wir uns erfolg­reich beteiligt haben.

Wir finden: BPoc-Communities brauchen Räume in der Stadt – und zwar bezahlbare und län­ger­fristig gesi­cherte Räume! Wir sind Teil der Stadtgesellschaft, und wenn die Stadt solche Räume ent­wi­ckelt, gehören wir auch da rein. Dafür benö­tigen wir aller­dings Eigenkapital.

Momentan eine Riesen-Baustelle. Ansicht 2019 zur Berlin Art Week, Haus der Statistik am Alexanderplatz, Berlin © ZUsammenKUNFT e.G.

Crowdfunding

Um diese Räume im Haus der Statistik sichern und lang­fristig mieten zu können, müssen wir Teil einer neuen Genossenschaft AndersMachen e.G. im Haus der Statistik werden, die aus den zukünf­tigen Nutzer*innen bestehen wird. Für den Beitritt zu dieser Genossenschaft müssen wir Anteile erwerben und dafür brauchen wir rund 25.000 € bis vor­aus­sichtlich Ende April/Anfang Mai (unser letzter Stand). Dieser Betrag kommt zustande, da wir uns für eine Fläche von 100 m² beworben haben. Wir rechnen mit rund 250 € pro m2 , die wir bei einem Beitritt auf­bringen müssten. 

Als gemein­nüt­ziger Verein ohne wirt­schaft­lichen Geschäftsbetrieb finan­zieren wir uns gerade aus­schließlich über Projektförderungen, die wir nicht für Genossenschaftsanteile ver­wenden können und dürfen. Daher haben wir uns ent­schlossen, zum ersten Mal in unserer Vereinsgeschichte ein Crowdfunding zu starten, um das Geld für die erfor­der­lichen Anteile an der Genossenschaft zu sammeln.

Short Facts zum Crowdfunding und zur Raumnutzung
🔷 Wofür: Genossenshaftsanteile an der AndersMachen e.G. im Haus der Statistik
🔷 Ziel: ins­gesamt 25.000 € für 100m²
🔷 Plattform: Betterplace (Launch: 16.03.2024) – URL folgt
🔷 Einzug in die Räume – geplant ab Ende 2025 

Warum? Stell dir vor… Mehr RepresentAsian!
🔮 Erhalt des Vereins sichern: Büroräume mit bezahl­baren Mieten für das kori­en­tation Headquarter
🔮 als Teil des Hausprojekts zugäng­liche Räume für BPoC-Communities sichern & Stadtraum mit­ge­stalten
🔮 Community-Spaces sichern: Aufbau eines zugäng­lichen Lesecorners für eine kleine feine kori­en­tation Bibliothek, Shared Spaces im Haus der Statistik wie Gemeinschaftsgärten, Küche, Werkstatt, Kantine für unsere Events und Workshops
🔮 Begegnungen mit wei­teren span­nenden Inis und Projekten im Haus ermög­lichen
🔮 Sichtbare Platzierung von Asiatisch-Deutschen, asiatisch-diasporischen und (post)migrantischen Themen im Zentrum der Stadt

Für eure Spenden haben wir uns tolle Dankeschöns überlegt.
Macht mit. JEDE SPENDE zählt und ist eine wert­volle Investition! 🚀

Veranstaltungen

🌟 RepresentAsian Crowdfunding: Launch-Event
am Samstag, 16.03.2024, 16–18 Uhr
im Haus der Statistik, Konserve
Otto-Braun-Straße 70–72, Berlin.

Mehr Infos, Specials & Surprises und Raum für alle eure Fragen!

🌟 RepresentAsian Crowdfunding: Vernetzungstreffen mit Karaōke
am Samstag, 06.04.2024, Uhrzeit und Ort tba.
inkl. Verlosung, Singen und Singen lassen gegen Spende!

Zu beiden Events sind alle ein­ge­laden: Community, Friends & Allies!

Diese Seite wird laufend aktua­li­siert. Wir werden nach und nach Informationen nach­füttern. Stellt gerne alle eure Fragen! Wir sind unter info@korientation.de erreichbar.

Euer Crowdfunding-Team Vee, Jee-Un, Manik & Lili


FAQs

Gibt es eine steu­erlich absetzbare Spendenquittung ?

Ja! Bis zu einem Betrag von 250 EUR könnt Ihr hier (PDF zum Download folgt recht­zeitig) ein Dokument her­un­ter­laden, das ihr für den Spendennachweis benötigt.

Ab einem Betrag von 250 € braucht Ihr eine indi­vi­dua­li­sierte Steuerbescheinigung. Die könnt ihr dann über info[at]korientation gern anfragen und ihr erhaltet sie dann zugeschickt.

Wie finan­ziert ihr die Räume?

Die Genossenschaftsanteile von 25.000 € ermög­lichen uns, über­haupt Teil des Haus der Statistik zu werden. Die Nutzung der Räume erfolgt dann durch Mietverträge, die uns lang­fris­tigere und güns­tigere Mieten als auf dem freien Markt sichern und die wir durch zukünftige Projektförderungen decken wollen, so wie wir das derzeit bereits tun. 

Wozu braucht ihr mehr Räume? Ihr habt doch schon ein Büro?

Wir haben momentan ein süßes Büro, das wir auch sehr mögen. Allerdings ist nicht klar, wie lange wir dort bleiben können und zu welchen Konditionen. Tatsächlich wird es in abseh­barer Zeit auch zu klein für uns sein und die Räume sind eigentlich nicht auf Büronutzung aus­gelegt. Das Haus der Statistik ist eine seltene Gelegenheit, etwas län­ger­fristig zu planen und einen Ort für uns alle auf­zu­bauen, der neben dem Headquarter für kori­en­tation noch weitaus mehr Ressourcen und Möglichkeiten bereit­halten soll, um unter­schied­lichste Veranstaltungen und Angebote zu rea­li­sieren, die nicht nur für uns, sondern auch die breitere Community inter­essant sind.

BlogVeranstaltungenVerein

Am 25.01.2023 um 19 Uhr findet unsere digitale Salonreihe für korientation-Mitglieder zum fünften Mal statt!

Für VaryAsians#5 haben wir die Autorin Hami Nguyen ein­ge­laden, mit euch und uns ins Gespräch zu kommen. Als Host sind unsere Vorstandsmitglieder Su-Ran Sichling und Maria Nguyen mit dabei. 

Buchbesprechung „Das Ende der Unsichtbarkeit“

In diesem per­sön­lichen Buch ver­handelt Hami Nguyen die Themen Rassismus und Klasse am Beispiel ihrer eigenen Lebensgeschichte. Anti-asiatischer Rassismus wird in der öffent­lichen Debatte oft aus­ge­klammert, weil asia­tisch gelesene Menschen als »ange­passt« gelten. Sie sind unsichtbar – dabei sind sie ein Teil der deut­schen Geschichte.

Wir wollen uns mit den Themen aus­ein­an­der­setzen, die in diesem Buch auf­ge­griffen werden. Die Lektüre des Buchs ist keine not­wendige Voraussetzung, um teilzunehmen. 

Wir freuen uns schon, auch deine Sichtweise zu hören!

⚡️ Wann: Donnerstag, 25.01.2024, 19–21 h Uhr
⚡️ Wo: Online auf Zoom (Link kommt per Email)
⚡️ Wer: korientation-Mitglieder mit Bezügen zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-)Asien (Möchtest du Mitglied werden? Link zur Seite 😊)
⚡️ Sprache: Deutsche Lautsprache
⚡️ Anmeldung über das Formular unten: bis 25.01.2024, 18 Uhr

Wir sind uns bewusst, dass VaryAsians ein flie­ßender Prozess ist, in dem es kein Richtig und Falsch gibt. Gerne möchten wir deshalb mit Euch in Austausch treten und laden Euch herzlich ein, mit uns diesen Salon zu gestalten.

Anmeldung

    BlogVeranstaltungenVerein

    Am 20.09.2023 um 19 Uhr geht unsere digitale Salonreihe für korientation-Mitglieder in die 4. Runde!

    VaryAsians#4 findet diesmal unter dem Thema „Asiancy“ mit den Gäst*innen akiko und Cuso vom kori­en­tation Projektteam RADAR statt. Als Host sind wieder unsere Vorstandsmitglieder Maria Nguyen und Sue Glaeser mit dabei. 

    „Asiancy“ – Selbstzuschreibung und Handlungsfähigkeit

    Die letzten Male ging es vor allem um Selbstbezeichnungen und Positionierungen. Jetzt fragen wir uns: „Wann sind wir hand­lungs­fähig? Könnten Selbstbezeichnungen auch hand­lungs­un­fähig machen?“

    Wir möchten außerdem die unter­schied­lichen Gründe für Bezeichnungen Asiatisch-Deutscher Menschen beleuchten: Beispielsweise als Mittel poli­ti­scher Bündnisse, als eigene Identitätszuschreibung, als Werkzeug, um ein „wir“ zu schaffen.

    Kommt vorbei und tauscht mit uns Erfahrungen sowie Einstellungen aus. Lasst uns Wege besprechen, um „Asiancy“ zu erlangen sowie anti-asiatischem Rassismus ent­gegen zu treten.

    Wir möchten mit VaryAsians einen Austauschraum bieten, um bestär­kende Aspekte von Selbtszuschreibungen in den Fokus zu nehmen, aber auch den Druck nehmen, sich zwingend irgendwie in eine Kategorie ein­ordnen zu müssen.

    Wir freuen uns sehr auf euch! 

    Sue & Maria

    PS: Wir sind uns bewusst, dass VaryAsians ein flie­ßender Prozess ist, in dem es kein Richtig und Falsch gibt. Gerne möchten wir deshalb mit Euch in Austausch treten und laden Euch herzlich ein, mit uns diesen Salon zu gestalten.

    ⚡️ Wann: Mittwoch, 20.09.2023, 19–21 h Uhr
    ⚡️ Wo: Online auf Zoom (Link kommt per Email)
    ⚡️ Wer: korientation-Mitglieder mit Bezügen zu Asien (Möchtest du Mitglied werden? Link zur Seite 😊)
    ⚡️ Sprache: Deutsche Lautsprache
    ⚡️ Anmeldung [geschlossen]

    BlogFilmKulturProjekt MEGAVeranstaltungenVereinWorkshop

    kori­en­tation ist dieses Jahr 15 Jahre alt geworden! 

    Wir feiern das mit einem 7‑tägigen Festival vom 20.–27. Mai 2023 in Berlin mit einer Ausstellung, Party, Workshops, Talks, Filmscreenings und Meet-ups unter dem Thema: zu(sammen)künfte! Das Festival ist für uns ein Anlass, um zusam­men­zu­kommen und Grundlagen für Verbindungen und Vernetzungen zu schaffen, aus denen etwas für die Zukunft erwachsen kann.

    In der Ausstellung planen wir drei Spaces:

    1) kori­en­tation – History-Space
    2) kori­en­tation – NOW!-Space
    3) Vernetzungs-Space für Asiatisch-Deutsche Akteur*innen

    Die Ausstellungsräume sind gleich­zeitig auch unsere Veranstaltungsräume und der zen­trale Treffpunkt während des Festivals.

    Galleriebesichtigung Ausstellungsräume im neurotitan © korientation
    Besichtigung der Ausstellungsräume, Galerie neu­ro­titan © korientation

    Open Call für den Vernetzungs-Space

    Wir möchten Euch dazu ein­laden, Euch und Eure Gruppen/Initiativen/Kollektive/Projekte in unserer Ausstellung vom 20.–27.05.2023 im Vernetzungs-Space vor­zu­stellen. Der Ausstellungsbeitrag erfolgt in Form eines Posters. Optional können kleinere Objekte oder auch mediale Beiträge, aller­dings nur nach Absprache, mit aus­ge­stellt werden.

    Der Vernetzungs-Space ist Bestandteil einer Ausstellung, in der wir kori­en­tation und die Arbeit des Vereins vor­stellen möchten. Gleichzeitig ist es uns wichtig, weitere Akteur*innen vor­zu­stellen und darauf zu ver­weisen, dass kori­en­tation nur ein Teil einer viel grö­ßeren, viel­fäl­tigen Asiatisch-Deutschen Community und Bewegung ist.

    Für Wen ist der Open Call?

    Dieser Open Call richtet sich an alle Einzelpersonen, selbst­or­ga­ni­sierte Gruppen, Kollektive und Initiativen aus ganz Deutschland, die sich
    1) als Asiatisch-Deutsch*, post­mi­gran­tisch und anti­ras­sis­tisch posi­tio­nieren und
    2) basis­ak­ti­vis­tisch, künst­le­risch, kulturell-medial, in der Politischen Bildung, wis­sen­schaftlich oder auf andere Weise mit gesell­schaft­lichen Verhältnissen auseinandersetzen. 

    Wir freuen uns, von Euch zu hören! 

    *Asiatisch-Deutsch ver­stehen wir als ein poli­ti­sches soli­da­ri­sches Label mit dem viel­fältige Lebensrealitäten sichtbar gemacht und Fragen von Rassismus und anderen Ausschlüssen aus einer spe­zi­fi­schen Perspektive soli­da­risch ange­sprochen werden. Wir möchten mit anderen Worten alle ras­si­fi­zierten Menschen ansprechen, die Bezüge zu Nord-/Süd-/Ost-/West-/Südost-/Vorder- oder Zentralasien haben. 

    Was brauchen wir von Euch?

    Schickt uns bitte die fol­genden Infos über das Formular weiter unten.

    • Selbstbeschreibung (max. 300 Wörter)
    • Information zu wei­teren Ausstellungsbeiträgen neben Selbstbeschreibung (optional)
    • Ansprechperson für die weitere Kontaktaufnahme mit Kontaktdaten

    Falls Ihr Probleme mit dem Formular habt, könnt Ihr auch eine Email an aus­stellung AT korientation.de schicken.

    Einsendungsfrist: 02. April 2023

    Wir melden uns bei einer Zusage mit kon­kreten Details für die Ausstellungsbeteiligung vor­aus­sichtlich um den 07.04.2023.

    Wir behalten uns vor, eine Auswahl unter den Einsendungen zu treffen, da wir natürlich nur beschränkt Platz haben. Unsere maß­geb­lichen Kriterien richten sich nach der Beschreibung „Für Wen ist der Open Call.

    Kontakt

    Habt Ihr Fragen, dann meldet Euch gern per Email an: aus­stellung AT korientation.de

    OpenCall Formular – Teilnahme am Vernetzungs-Space

      BlogVeranstaltungenVerein

      Der korientation-Vorstand startet einen neuen (digi­talen) Salon für die Mitglieder von korientation! 

      Der Name des Salons – VaryAsians – ist auch eine Zielsetzung: In unre­gel­mä­ßigen Abständen möchten wir mit Euch die unter­schied­lichen Facetten des Asiatisch-Seins (in Deutschland) besprechen. In unserer Auftaktveranstaltung sprechen wir über die unter­schied­lichen Selbstbezeichnungen: Welche Begriffe prä­fe­riert ihr, welche sind soso, welche sind NoGo? Und warum? 

      Wir sind uns bewusst, dass das ein flie­ßender Prozess ist, in dem es kein Richtig und Falsch gibt. Gerne möchten wir deshalb mit Euch in Austausch treten und laden Euch herzlich ein, mit uns diesen Salon zu gestalten.

      Wann: 22.11.2022 (Di) um 19 h per Zoom
      Für wen: Vereinsmitglieder von kori­en­tation*
      Anmeldung ist erfor­derlich, siehe unten
      Sprache: Deutsche Lautsprache

      * Wer Mitglied werden möchte, findet alle Infos und das Antragsformular hier unter MITGLIEDSCHAFT.

      Projekt MEGAWorkshop

      Anmelden für „Hairy Vibes“ mit Patu & Elnaz!

      Unser 2‑tägiger krea­tiver Workshop war eine haarige Angelegenheit: Wir haben eigene Geschichten, Erfahrungen und Gedanken zu dem Thema Körperhaar durch kreative/ künst­le­rische Methoden erkundet. Welchen Urteilen und gesell­schaft­lichen Druck sind wir auf Grund von Körperhaar-Normierung aus­ge­setzt und wie gehen wir damit um? Was brauchen wir, um uns mit unseren Körpern wohl zu fühlen? Durch kreative Schreibelemente, Comics und Illustrationen haben wir ver­sucht, mehr Bewusstsein zu finden, einen eigenen Ausdruck zu formen, der sich in wütenden, trau­rigen oder auch lus­tigen Geschichten ver­ar­beiten ließ.

      WANN: 15. und 16.10.2022 jeweils von 11 Uhr – 17 Uhr
      WO: Berlin (Adresse nach
      Anmeldung); bei Leuten, die von außerhalb Berlins anreisen wurden bei Bedarf Fahrtkosten erstattet und Übernachtungskosten mit 50€ bezu­schusst.
      WER: Asiatisch-Deutsche/ Asiatisch diasporische/ BIPoC FLINTA* (Frauen, Lesben, Inter, Non-Binary, Trans und Agender Menschen) zwi­schen 17 und 27 Jahren
      ANMELDUNG: geschlossen

      Workshopleitung

      Elnaz ist ein*e queere person of colour, ist Autor*in, Dichter*in und Aktivist*in. Im Schreiben beschäftigt sich Elnaz mit den Themen Familie, Ancestors, Spiritualität, Flucht, Healing und mental Health. Elnaz hat den Master „Biografisches und Kreatives Schreiben“ an der Alice Salomon Hochschule in Berlin stu­diert, gibt Schreibworkshops und macht Bildungsarbeit zu inter­sek­tio­nalen Themen. Außerdem prak­ti­ziert Elnaz Reiki und gibt Healing Sessions.

      Insta: @elnaz.farahbakhsh_

      Patu zeichnet und schreibt Comics, die Themen wie Community, Freund*innenschaft und mul­tiple Perspektiven erkunden und reflek­tieren. Sie sind oft auto­fiktiv und mit magisch-realistischen Elementen erzählt. Inspiration dafür findet Patu im eigenen Leben als Queer of Color Person, aber auch in Träumen, in den Ecken und Kanten der Stadt, in poli­ti­schen Bewegungen und beim her­um­streunern in der Natur. Seit 2012 ver­öf­fent­licht Patu Comic Zines und ist damit auf diversen inter­na­tio­nalen Zine- und Comicfestivals vertreten.

      Webseite: www.patupatu.com // Insta: @patuparia

      Diese Veranstaltung wird im Rahmen des Modellprojekts MEGA durch­ge­führt. MEGA wird durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.

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      Projekt MEGAVeranstaltungen

      TALK #2 in der MEGA Talkreihe „Shut Up And Listen!“ 

      Youtube-Link: https://youtu.be/188ulFgiFNQ

      In Diskussionen rund um Empowerment und Widerstand gegen Unterdrückungsverhältnisse wird die Bedeutung des Körpers immer öfter her­vor­ge­hoben. Selbstverteidigungskurse wie auch Körper- und Stimmübungen aus den Bereichen Theater, Tanz, Performance und Gesang kommen als Empowermenttools in anti­ras­sis­ti­schen und queer-feministischen Bewegungskontexten im Umgang mit dem Aufgehalten- und Gestopptwerden im Alltag, in Behörden, in der Schule und anderen Bildungskontexten zunehmend zum Einsatz. 

      Frei nach dem bra­si­lia­ni­schen Theatermacher Augusto Boal, der einmal sagte 
      “It may be that theater in itself is not revo­lu­tionary, but have no doubt: it’s a rehearsal for revo­lution!” 
      “Es mag sein, dass das Theater an sich nicht revo­lu­tionär ist, aber zweifeln Sie nicht daran: Es ist eine Probe für die Revolution!” 

      haben wir für die 2. Edition unserer MEGA Talkreihe „Shut Up And Listen!” Gäst*innen ein­ge­laden, die uns erzählen, welches Potenzial sie vor allem in Tanz‑, Perfomance- und soma­ti­scher Körperarbeit für per­sön­liche und kör­per­liche Befreiungsmomente sehen, und welche bio­gra­phi­schen oder beruf­lichen Bezüge sie dazu haben. 

      Vielen Dank an Sarah Naqvi, Olivia Hyunsin Kim, Thu Hoài Trần und Shivā Amiri!

      Anmeldung geschlossen.

      Termin: 6. Oktober 2022 (Donnerstag)
      Einlass ab 19:30 h, Beginn um 20 h

      Ort: BIWOC* Rising, die Räume sind sowohl per Aufzug als auch via Treppen erreichbar. Bitte beachtet, dass es leider keine rollstuhlgerechten/barrierefreien Toiletten vor Ort gibt.
      Wenn möglich meldet Euch an, damit wir wissen, mit vielen Personen wir rechnen können. Spontane Teilnahme ist aber auch möglich.

      Für Wen: Die Talkreihe ist ein Community-Event und richtet sich in erster Linie an BPoC & friends
      ++++ Corona-Regelung: Tagesaktueller Negativ-(Selbst-)Test und Maske ++++
      Dokumentation: Das Panel wird per Video auf­ge­zeichnet und nach dem Event hier auf dieser Seite und auf Youtube zur Verfügung gestellt.

      GÄST*INNEN

      OLIVIA HYUNSIN KIM

      Fotocredits: Christian Cattelan

      Olivia Hyunsin Kim (올리비아 Hyunsin 金) geboren in Siegen, arbeitet als Künstlerin, Dozentin und Kuratorin in Berlin, Frankfurt a.M. und Seoul. Sie gewann den ersten Platz des Amadeu Antonio Kunstpreises 2019 für „Miss Yellow and Me – I wanna be a musical“. Sie schloss ihren Master in Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen und der HfMDK Frankfurt und ihren Bachelor in Germanistik mit Fokus aus Politikwissenschaften an der Seoul National University mit Auszeichnung ab. 2017 war sie danceWEB Stipendiatin beim Impulstanz, 2020–21 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya und ist 2022 Stipendiatin beim Goethe-Institut Montréal/Choreographisches Zentrum Circuit-Est und Goethe Institut Salvador Bahia.

      Unter dem Namen ddan­d­darakim arbeitet sie in wie­der­keh­renden Konstellationen mit Künstler*innen aus unter­schied­lichen Sparten an cho­reo­gra­phi­schen Arbeiten zu den Themen Körper, Identität und Feminismus. Ihre Arbeiten wurden u.a. in den Sophiensælen Berlin, im Art Sonje Center Seoul, am Mousonturm Frankfurt, im Museo Universitario del Chopo Mexiko City, in der Roten Fabrik Zürich, Rubanah Jakarta, zeit­rau­mexit Mannheim gezeigt. Ihre letze Arbeit „History has failed us, but…“ feierte im Februar 2022 in den Sophiensaelen Première. www.ddanddarakim.net

      SARAH NAQVI

      Sarah Naqvi‘s Arbeit ist situiert an den Intersektionen von Körpern, Wissen(sproduktion) und kol­lek­tiver Befreiung. Sarah biete soma­tische Körperarbeit an, welche sie macht­kri­tisch und trauma-informiert gestaltet. Sie arbeitet bei Zusammenleben Willkommen und ist Teil des Vorstands von kori­en­tation e.V.. Nebenbei ist sie in Form von Workshops und Bildungsarbeit frei­be­ruflich tätig u.a. zu Postkolonialismus, deko­lo­nialer Heilung und Antirassismus.

      THU HOÀI TRAN

      Thu Hoài Tran ist Theaterregisseur*in und arbeitet an der Schnittstelle von Theater, Wissenschaft & Empowerment. Bisherige Theaterarbeiten liegen im Bereich des partizipatorisch-politischen Theaters. Hoài ent­wi­ckelte mit einem Ensemble von BIPoC-FLINTA die Performance HALT am Berliner Ringtheater. Als Mitbegründer*in des Instituts für Affirmative Sabotage insze­nierte Hoài „Eine Erinnerung, dass wir Viele sind“ am Staatstheater Nürnberg. Wiederkehrendes Element der künst­le­ri­schen Arbeiten ist, welche Bedeutung Emotionen für Empowerment- und Solidaritätsprozesse haben. Darüber hinaus ist Hoài als freie*r Bildungsvermittler*in zu Themen wie Rassismuskritik und inter­sek­tio­naler Feminismus tätig.

      MODERATION

      Shivā Amiri ist ein*e mul­ti­me­diale Künstler*in, Theatermacher*in, Kurator*in. Shivā arbeitet künst­le­risch zu den Themen nicht-binäre queere Realitäten, Rassismus, Trauer und Healing. Shivā sehnt sich nach Orten & Residenzen, um mehr Theater zu machen. Shivā ist Empowertment- und Antidiskriminierungstrainer*in und arbeitet zu den Themen embodied social justice, Rassismus, kri­ti­sches Weißsein, Klassismus sowie Cis- und Heteronormativiät. Shivā bietet bun­desweit (Theater-)Workshops, Fortbildungen und inter­sek­tionale Prozessbegleitung an.

      ANMELDUNG geschlossen.


      Kooperationspartner

      BIWOC* Rising is an empowerment project for women*, trans­gender and non-binary people, who are facing inter­sec­tional dis­cri­mi­nation. By creating a safe® work and social club, including training pro­grams, we promote social, pro­fes­sional and eco­nomic advancement through an inter­sec­tional community.


      Zur MEGA-Talkreihe „Shut Up And Listen!“

      „Shut Up And Listen!“ ist eine Talkreihe, in der divers posi­tio­nierte Asiatisch-Deutsche Stimmen aus den Bereichen Medien, Kunst, Wissenschaft, Tanz, Aktivismus und Kultur zusammen-kommen, und über die Themen dis­ku­tieren, die uns bei unserem Projekt MEGA besonders am Herzen liegen: (medialer) Widerstand, Empowerment(-räume) und Selbstrepräsentation(en).

      Wir laden dazu ein, einfach mal still zu sein und zuzu­hören, was unsere span­nenden Gäst*innen zu sagen haben, die im deut­schen Mainstream immer noch viel zu selten mit und in ihren viel­fäl­tigen und auch wider­sprüch­lichen Perspektiven ‚gesehen‘, ‚gehört‘ und ‚gefragt‘ werden. Wir laden unsere Gäst*innen dazu ein, für sich selbst zu sprechen statt besprochen zu werden, ihre Analysen zu teilen statt ana­ly­siert zu werden, und sich in ihren unein­deu­tigen, mehr­fach­zu­ge­hö­rigen, brü­chigen, vor­läu­figen, stets in Bewegungen befind­lichen Subjektivitäten und Geschichten zu zeigen, statt in ste­reo­typen Bildern fest­ge­halten zu werden.

      Projekt MEGA

      „MEGA“ steht für „Media and Empowerment for German Asians“. Das Projekt hat zum Ziel, Asiatische Deutsche darin zu bestärken, ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen auf­zu­ar­beiten, ein­zu­ordnen, zu erzählen und sichtbar zu machen. Das (mediale) Bild von Asiatisch-Deutschen Menschen soll durch selbst­be­stimmte Bilder und Beiträge besetzt und diver­si­fi­ziert werden. Im Rahmen des Projekts MEGA wird eine Kombination von unter­schied­lichen Bildungsformaten ent­wi­ckelt, um unter­schied­liche Bereiche medialer Repräsentation abzudecken.

      Diese Veranstaltung wird im Rahmen des Modellprojekts MEGA durch­ge­führt. MEGA wird durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.


      BlogProjekt RADARVerein

      Das neue zwei­jährige Projekt RADAR – Ressourcen von/für Asiatische Deutsche gegen anti- asia­ti­schen Rassismus des kori­en­tation e.V. ist zum 15.08.2022 gestartet. Ziel des auf zwei Jahre ange­legten Modellprojektes ist die inhalt­liche Qualifizierung und Professionalisierung von (Asiatisch- Deutschen) Multiplikator*innen der ras­sis­mus­kri­ti­schen Bildungsarbeit zum Thema „anti-asiatischer Rassismus“ durch:

      • die Aufbereitung von Wissen zu anti-asiatischem Rassismus und Asiatisch-Deutschen
        Perspektiven:
      • die Schaffung von Räumen für Asiatisch-Deutsche Multiplikator*innen für Empowerment und Austausch;
      • Cross-Community Knowledge-Transfer bei der Produktion von inter­sek­tio­nalem Wissen zu anti-asiatischem Rassismus;
      • Erarbeitung eines dekon­stru­ierten, kol­la­bo­rativ neu­be­setzten und inter­sek­tional dis­ku­tierten Konzepts von anti-asiatischen Rassismus als Grundlage für zukünftige ras­sis­mus­kri­tische Bildungsarbeit, Transfer und Aufbereitung kom­plexer Zusammenhänge in die prak­tische Bildungsarbeit.

      Wir suchen für unser neu ange­lau­fenes Projekt RADAR eine

      Assistenz der Projektleitung
      35% Stelle in Anlehnung an TVöD-Bund E09‑1
      Arbeitsbeginn: 01.10.2022

      Bewerbungsfrist: 14.09.2022
      Bewerbung per Email an: info@korientation.de
      Hast Du Fragen? Melde Dich bei uns, auch gern per Email.

      Wir laden ins­be­sondere BPoC mit Bezügen zu Asien (Zur Klarstellung: Damit meinen wir Süd‑, West‑, Nord‑, Südost‑, Ost- und Zentralasien) und inter­sek­tio­nalen Identitäten ein, sich zu bewerben.

      Zu deinen Aufgaben gehören

      • Aufbereitung bestehender Wissensressourcen zu anti-asiatischem Rassismus
      • Konzeption und Organisation von Maßnahmen und Veranstaltungen im Projekt mit gemeinsam mit der Projektleitung
      • Mitarbeit an der Projektbroschüre in digital und Print sowie der Projektwebseite
      • Betreuung eines Netzwerks von Asiatisch-Deutschen Multiplikator*innen der
        ras­sis­mus­kri­ti­schen Bildungsarbeit
      • Mitarbeit an Texten für die interne und externe Kommunikation sowie Mitarbeit bei der Öffentlichkeitsarbeit

      Das wün­schen wir uns von Dir

      • Erste Erfahrungen in der dis­kri­mi­nie­rungs­sen­siblen und ras­sis­mus­kri­ti­schen Bildung und der Arbeit in gemein­nüt­zigen Vereinen 
      • Kenntnisse aktu­eller Diskurse im Themenfeld Rassismus, Intersektionalität, post­ko­lo­niale Ansätze, Empowerment und Asiatisch-Deutsche Migrationsgeschichten
      • Identifikation mit den Kernzielen des Vereins
      • Sehr gute deutsche und eng­lische Sprachkenntnisse, ein gutes Sprachgefühl und hohe Textsicherheit
      • Hohes Maß an Teamfähigkeit und Freude an der Arbeit im Team
      • Sehr gute Microsoft-Office Kenntnisse
      • Grundlegende Social Media Kompetenzen (Instagram, Twitter, Facebook)
      • Teilnahme an Workshops zu Organisationsentwicklung des Vereins

      Was Dich bei uns erwartet

      • Mitarbeit in einem Empowerment-Projekt von und für Asiatische Deutsche
      • 35% Teilzeitstelle (13,5 Wochenstunden) in Anlehnung an TVöD-Bund E09‑1
      • Vertragsbeginn ab 01.10.2022
      • Flexible, bedarfs­ori­en­tierte Arbeitszeiten; Arbeit aus dem Home-Office mit mit­tel­fris­tiger Perspektive auf einen Projektbüro-Arbeitsplatz in Köln
      • Raum für eigen­ständige inhalt­liche Arbeit und Austausch
      • Eine par­ti­zi­pative Arbeitsorganisation und soli­da­rische Organisationskultur mit flachen Hierarchien
      • Die Möglichkeit, die Zukunft eines wach­senden bun­des­weiten Netzwerks von Asiatischen Deutschen mitzugestalten
      • Zusammenarbeit mit einem kleinen, enga­gierten Team mit einem breiten Kompetenzfeld im Bereich Community- und Vereinsarbeit, Kultur- und Projektmanagement, Wissenschaftliche Arbeit
      • Und das Wichtigste: Lots of good Food and Community-love

      Wir freuen uns auf Deine Bewerbung
      Wir laden ins­be­sondere BPoC mit Bezügen zu Asien (Zur Klarstellung: Damit meinen wir Süd‑, West‑,Nord‑, Südost‑, Ost- und Zentralasien) und inter­sek­tio­nalen Identitäten ein, sich zu bewerben. Der Wohnort Köln oder Umgebung wäre im Hinblick auf ein Projektbüro wünschenswert.


      Bitte schicke Deine Bewerbung aus­schließlich in elek­tro­ni­scher Form als PDF-Dokument per Email an info [at] korientation.de mit den fol­genden Unterlagen:
      • Anschreiben (gerne mit Angabe des bevor­zugten Pronomens)
      • Lebenslauf ohne Foto
      • Motivationsschreiben
      • Zeugnis des letzten Abschlusses
      • Gegebenenfalls ergän­zende Unterlagen, wie Arbeitszeugnisse

      Hier findest Du die Ausschreibung als PDF zum Download.

      Projekt MEGAWorkshop

      MEGA goes Hannover!


      Am Wochenende vom 24.–25. September fand ein Schreibwochenende in Hannover statt, das von Elnaz Farahbakhsh mit Schreibmethoden des Biografischen und Kreativen Schreibens ange­leitet wurde. Der Fokus des Wochenendes lag auf Empowerment: Wir haben uns gemeinsam mit unseren eigenen Geschichten befasst und Erfahrungen und Gedanken nie­der­ge­schrieben. Dabei haben Leichtigkeit und die Lust am Schreiben nicht gefehlt! 

      Enstanden sind u.a. fol­gende Texte


      Workshop
      Ich schrieb die Worte.
      Öffnete meine Herzenstür.
      Es war viel, doch gut.

      Ein Haiku von Maria Hosein


      Der per­fekte Raum

      Der per­fekte Raum zum Schreiben. Schwierig. Wenn ich ihn hätte, würde ich nicht auf der Stelle schreiben. Es geht gar nicht um den Raum.
      Doch, aber nicht aus­schließlich. Mein Arbeitszimmer ist eigentlich mein per­fekter Raum zum Schreiben. 1 Schreibtisch. 1 Drucker. Bücher, die mich inter­es­sieren. Bücher, die mich berühren in einem Regal. In zwei circa 1‑Meter hohe Regale. Nicht so hoch. Nicht erdrü­ckend.
      Alles mög­lichst weiß. Möglichst neutral. Meine Malm-Kommode mit vier Schubladen voller Kunstmaterialien. Ein umfunk­tio­nierter Kleiderschrank mit zwei Bereichen voller Kunstmaterialien sowie Skizzenbücher und die Handtaschen, Taschen und Boxen in dem anderen Bereich. Gequetscht. Hauptsache die Kunstsachen sind da. Alles, was das Künstlerinnenherz begehrt. Alles, was ich mir als Kind gewünscht habe. Alles, was ich mir nicht leisten konnte.
      Und dann sind die weißen Wände bedeckt mit meinen Malereien. In Rahmen. Bildaufhängesystem. Wie in einer Galerie. Meine eigene private Ausstellung. 365 Tage im Jahr. Der per­fekte Raum zum Schreiben ist mein Lieblingsraum. Manchmal denke ich mir: „Ja so sieht es in meinem Kopf aus“. „The Brain“. So nannte ich diesen Raum manchmal. Ich meinte aber „My Brain“.
      Ich begann mit dem Satz „Wenn ich ihn hätte, würde ich nicht auf der Stelle schreiben.“
      Jetzt merke ich. Ich habe ihn. Aber ich sah ihn nicht mehr. Ich hatte ihn ver­loren. Aber er ist da, The Brain. My Brain. Vielleicht habe oder hatte ich ja mich ver­laufen. Verloren.
      Was für eine gewinn­brin­gende Übung. Was für eine Erkenntnis.
      10 Minuten Schreiben.
      Den per­fekten Raum fand ich in 10 Minuten Schreiben.

      von Maria Hosein


      Heimatlose Heimat. Verliebt.

      Man sagt man ver­liebt sich durch Gerüche. Und ich bin ver­liebt. Verliebt in meine Kindheit. Verliebt in meine hei­matlose Heimat. Meine Heimat, die nicht an einen Ort gebunden ist. Und zugleich an so vielen Orten und Personen. Weit weg und doch so nah. Nah dran und doch so weit.
      Ich sitze in einem Raum in Hannover. In der Kornstraße. So viele Dinge auf dem Tisch. Ich schaue sie mir an, ich halte sie und leg sie zurück.
      Und nun werden Gewürze rum­ge­geben. Verschiedene. Ich rieche sie und leg sie zurück. Beutel nach Beutel. Ein Gewürz nach dem anderen.

      Und dann ist auf einmal „Ehl“ (Kardamon) da. Ich fang an zu lächeln. 

      „Ach, Schin Tschai/ Tschai Sabz (Grüner Tee). Schin Tschai mit Ehl. Lecker“. Koltschey scherin, Koltschey schor, Shirtschai. Wie sehr liebe ich diese Dinge? Darüber möchte ich schreiben. Und trotzdem schau ich weiter. „Sei mal nicht so lang­weilig! Vielleicht gibt es noch was!“
      Und da sind auf einmal Nelken. Nelken. Ich war 13. Wir saßen alle zusammen. Meine Mutter, meine Oma und meine Tante. Nelken waren in Wasser ein­gelegt. Nelke – das Wort kannte ich damals nicht. „Lawang“, so nennen war es. Ein schöner Name. „Lawang“. Ein Wort, das wie ein Gedicht klingt. Ein Gewürz. Das wie eine Blume aus­sieht, denke ich mir. Meine Mutter, meine Tante und meine Oma stechen mühsam jedes Stück Lawang mit einer Nadel und mit Faden durch. Lawang für Lawang zu einer langen Kette.
      Sie wird an jede Ecke des „Destmals“ (Ein Tuch, für eine Hochzeitszeremonie) ange­bracht, zusammen mit Perlen und Minipompons. Für die Familie des zukünf­tigen Bräutigams. Das Destmal soll schön riechen. 22 Jahre ist es her. Und ich hab noch die eine Kette. Ein Lawangkette, die sie mir gaben, weil ich nicht auf­hörte zu fragen. 22 Jahre und Lawang lässt mich zeitreisen.

      „Komm schon. Weiter. „Zeera“ (Kümmel) Es ist Zeera. Oh Gott! Ich denke sofort an Palau, an Tschalau, an Qabeli und an all das leckere Essen. Afghanisches Essen. Ich denke an meine Mutter, an meine Oma, all die Besuche bis ich rea­li­siere. Ich bin ver­liebt. Verliebt in meine hei­matlose Heimat. Das Essen. Die Menschen. Die Gefühle. Ich lächle. Ich denke an Zuhause. Nicht an meine Wohnung. Nicht an irgend­einen Ort. Ich denke an das Gefühl von zuhause. Ich bin ver­liebt in mein Zuhause.

      Bild und Text von Maria Hosein


      Wort und Raum

      Ich lese Weiße Worte auf den Weißen Seiten,
      in meinen Büchern, die auch meistens weiß erscheinen.
      Zwischen dicht gedrängtem Weiß bleib ich unsichtbar
      auf weißen Seiten, die eigentlich nur Weiße meinen.

      Die uni­forme Einheit zwi­schen Wort und Räumen,
      Wie Weiße Mauern, die sich him­melhoch auf­bäumen
      vor unsren Worten, hält uns fern und hält ver­borgen,
      Wo wir täglich kämpfen, wovon wir nächtlich träumen.

      Weiße Mauern umzingeln mich im weißem Raum
      wie weißes Rauschen durch­dringt sie oft nur leises Raunen.
      Denn wenn wir alle einzeln ein­ge­mauert bleiben,
      Hören wir durch weiße Mauern unsre Worte kaum.

      Weißes Rauschen und ein weißer Nebel, der uns umgibt,
      Zeichnen alles weiß, was sich im Inneren ver­birgt
      Zwar wirft Nebel Schleier vor die Sicht, doch wenn es
      Nur genügend stürmt, hat er sein Dasein auch ver­wirkt.

      Wenn wir dann Seiten selbst beschreiben mit Geschichten,
      Die mehr als bloß gewei­ßeltes ans Licht bringen,
      Lichtet sich der Weiße Nebel immer um ein Stück.
      Denn Räume können wir auch mau­erlos errichten.

      Denn die Sache mit den Mauern und dem Rauschen,
      Ist, wenn wir lauter werden und dazwi­schen Lauschen,
      Wir doch viele sind in den Mauern weißer Worte,
      Wir sie stürzen können, indem wir uns aus­tau­schen.

      Platzieren wir im Weiß öfter auch mal Störmomente,
      Weil das Weiß durch das weiße Wohlfühlambiente,
      Letztlich lebt, nur die Störung es viel­leicht ein mal bewegt,
      bereiten wir dem seichten Weiß in Weiß ein Ende.

      Von Hoa-Lan Gutschke


      Die Überheblichkeit der Lebkuchen

      Lebkuchengewürz – Da gehören Nelken hin. Ein mal im Jahr feiern sie hier ihren großen Auftritt. Ein mal im Jahr wird aus der ver­ges­senen Ecke des Gewürzregales das fast unbe­rührte Glas her­vor­geholt, nur damit es im Januar wieder artig seinen Platz in der hin­tersten Reihe ein­nimmt. Um mich herum stapeln sich Backwaren, die in den Supermärkten schon am Sterbebett des Sommers lauern: Zu unge­duldig um die letzten Atemzüge noch abzu­warten, zu wichtig das all­ge­gen­wärtige Konsumangebot von Zuckerwaren aufrechtzuerhalten.

      Jetzt mit Gewürz.
      Plätzchen und Lebkuchen widern mich an, wie sie mit ihrer Selbstgefälligkeit
      und Selbstverständlichkeit die Regale besetzen und einzige Fürsprecher der
      Nelken sein wollen.

      An den Geschmack von Phở erinnere ich mich noch, doch es muss jetzt schon
      ein Jahrzehnt her sein. Eine fein­kantige Blüte, leicht und harmlos in meiner
      Hand. Acht oder zehn?
      Ich weiß nicht mehr wie viele, nur waren es wohl defi­nitiv zu viele. Diese
      kleinen unschein­baren Dinger ent­falten ihre Wirkmacht und über­rollen alles,
      was da mal nach Suppe schmeckte.
      Bitter. Grauenvoll. Meine erste Phở.

      Dabei sollte ich es doch können.
      Dabei sehe ich doch aus, als sollte ich es können.
      Wer bin ich dann?
      Plätzchen und Lebkuchen?

      Bild und Text von Hoa-Lan Gutschke


      Exit through a stanger’s car

      I wanted to dis­appear – so I opened the door to a stranger‚s car”*
      Ich ließ mich in die Sitze der Rückbank fallen, unendlich erschöpft und
      unbe­rührt von der Ratlosigkeit der Person auf dem Sitz vor mir.
      Nur irgend­etwas Anderes hier fühlen als das Altbekannte, die Erschöpfung der
      stän­digen Rücksichtnahme.
      Stören – Störgefühle auch für andere und nicht nur für mich.
      Dass es nun ganz unver­hofft diesen Menschen trifft, der an einem grauen
      Dienstagmorgen an der Ampel mal wieder die Grünphase ver­passt hat, sollte
      nicht mein Problem sein. Menschen werden halt vor Probleme gestellt, um die
      sie nicht gebeten haben.
      “Es kommt einzig auf dein Verhalten an, um deinen Umgang mit diesen
      soge­nannten Problemen”.

      Dem Gesichtsausdruck meines Schräg-Gegenübers zu urteilen, scheint es
      nicht allzu ver­traut mit derart grenz­über­schrei­tenden Verhalten zu sein. “Na,
      da einfach so mit offenen Mund rum­zu­sitzen nenn ich mal Umgang und
      Lösungsstrategie.”
      Es folgen Sekunden, eine Minute ohne Worte. Bis ich selbst
      ratlos werde. Mir schaut Hilfslosigkeit ent­gegen und da setzt sie auch schon
      ein: meine wohl­trai­nierte Umsicht, meine immer ver­langte Höflichkeit.
      Ich rutsche ungelenk mit einem für die Situation zu lauten Quietschen an den
      Griff der Autotür heran. Ich öffne die Tür und ver­lasse wortlos mit ver­le­genem
      Blick den Wagen. Die Ampel schaltet grün.
      Zurück bleiben ein paar Tropen Dienstagmorgenregen auf dem Leder der
      Rückbank.
      *Ocean Vuong

      Von Hoa-Lan Gutschke


      Raum zum Schreiben

      Fände ich den Raum in mir, in meinem Kopf, zum Schreiben,
      fände ich wohl auch den Raum zum Denken über die Frage, wie
      dieser Raum in Gestalt aussähe. Ich würde beginnen bei einer
      Tür ‚die alle ver­meint­lichen Pflichten aus­sperrt, all die Stimmen
      von außen und auch von innen, die zu oft sagen, dass meine
      Worte nicht so bedeu­tungsvoll sind. Diese Tür würde auch
      den Schmerz aus­schließen, der meine Hand manchmal lähmt,
      wenn die Geschichten wieder fast zu wahr zum Ertragen ist.
      Wenn ich mich sicher hinter dieser Tür wüsste, dann wäre mein
      Raum licht­durch­flutet und der Boden würde den satten Duft
      von fri­schem Gras in die Luft des ganzen Raumes legen. Meine
      Füße würden barfuß laufen und könnten die ein­zelnen Halme
      nicht mehr aus­ein­ander halten, die in ihrer Dichte einem kühlen
      Teppich gleichen. Dort stünde auch ein Sofa oder viel­leicht noch
      mehr ein Bett, denn manchmal schreibt es sich in der trös­tenden
      Wärme einer Bettdecke am besten. Das Geräusch vom Wind, der
      durch das Blätterdach des Sommers streicht, tanzt durch die Luft.
      Hinter meiner schüt­zenden Tür ver­nähme ich noch ab und zu,
      die Anwesenheit meiner liebsten Menschen, mal ein Lachen, mal
      Wortfetzen und ein wenig Gesang, aber immer ein Zeichen, dass
      es auch ihnen gut geht.
      In meinem Raum spielt leise Musik zum Rauschen des Windes,
      die mir zu bei­läufig erscheint, um ihr länger Aufmerksamkeit zu
      widmen.

      Von Hoa-Lan Gutschke



      Wattewelt

      Schon viertel vor elf. Vor einer Viertelstunde wollte ich das Haus ver­lassen
      haben. Die Türklinke legt sich kühl in meine Handfläche. Mein Körper wendet
      sich zum Treppenhaus.
      Verdammt, ich wollte noch meine Wasserflasche auf­füllen.
      Kann ich dort auch machen.
      Vielleicht schmeckt das Wasser dort aber nicht.
      Lieber sicher­gehen. Auf eine Minute kommt es auch nicht an. Vier Stockwerke
      nach unten, aber immerhin geht es nach unten. Ich gehe in den Hof und
      bin mir nicht ganz sicher, wo ich mein Fahrrad abge­stellt habe. Aber da
      ist es. Anscheinend war ich gestern noch moti­viert genug und habe es
      ord­nungs­gemäß im Fahrradschuppen ver­staut.
      Im nächsten Moment hieve ich mein schweres Hollandrad durch das
      Treppenhausund durch die Eingangstür. Aufsteigen. Es ist 10 Uhr 52. Ein paar
      Minuten später ist nicht so schlimm. Die Welt ist ver­schwommen. Es liegen
      gerade zehn Meter hinter mir. Alles wie in Watte. Ich habe ver­gessen meine
      Kontaktlinsen ein­zu­setzen. Jetzt fällt es mir ein. Ich drehe nicht um. Muss ich
      heute sehen können? Ich ent­scheide mich für nein.

      Von Hoa-Lan Gutschke


      Vielen Dank an Elnaz und alle Teilnehmender*innen für das gegen­seitige Empowern, Geschichten mit­ein­ander teilen und den Spaß am Schreiben! 

      Workshopleitung

      Elnaz ist ein*e queere Person of Colour, ist Autor*in, Dichter*in und Aktivist*in. Im Schreiben beschäftigt sich Elnaz mit den Themen Familie, Ancestors, Spiritualität, Flucht, Healing und mental Health. Elnaz hat den Master „Biografisches und Kreatives Schreiben“ an der Alice Salomon Hochschule in Berlin stu­diert, gibt Schreibworkshops und macht Bildungsarbeit zu inter­sek­tio­nalen Themen. Außerdem prak­ti­ziert Elnaz Reiki und gibt Healing Sessions. 

      Insta: @elnaz.farahbakhsh_

      Diese Veranstaltung wird im Rahmen des Modellprojekts MEGA durch­ge­führt. MEGA wird durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.

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      Projekt MEGAWorkshop

      Am Wochenende vom 10. und 11. September 2022 fand in Zwickau der MEGA Rap-/Songwriting Workshop „If the Kids speak up“ mit der viet-deutschen Rapperin NASHI44 aus Berlin-Neukölln und der in Berlin lebenden Sängerin, Songwriterin und Produzentin ANOTHER NGUYEN statt.

      Im Vordergrund des Workshops stand es, gemeinsam Spaß zu haben, das eigene Selbstbewusstsein zu empowern und zu unseren eigenen Geschichten zu stehen. Die beiden Musiker*innen NASHI44 und ANOTHER NGUYEN haben uns dabei sup­ported, uns musi­ka­li­sches Grundwissen zu Rhythmik, Stimmbildung, Texten, Song-Struktur anzu­eignen und uns Tools an die Hand geben, einen eigenen Song zu schreiben.

      WANN: 10. und 11.09.2022
      WO: In Zwickau/Sachsen; Reisekosten wurden bei Bedarf bezu­schusst
      CORONA-REGELN: Kommt bitte getestet zu dieser Veranstaltung.
      WER: FLINTA* (Frauen, Lesben und Personen, die sich als inter­ge­schlechtlich, nicht­binär, trans, agender oder darüber hinaus iden­ti­fi­zieren) zwi­schen 17 und 27 Jahren, die sich als Asiatisch-Deutsch, asiatisch-diasporisch und/oder BPoC mit Bezügen zu (‚Süd‘-, ‚Ost‘-, ‚West‘-, ‚Nord‘- ‚Zentral‘-, ‚Südost‘-) Asien posi­tio­nieren.
      ANMELDUNG: geschlossen 

      Über die Workshopleitung

      Ngoc Anh Nguyen aka Another Nguyen

      Fotocredit: Frederik Ferschke

      Ngoc Anh Nguyen ist eine vietnamesisch-deutsche Sängerin, Songwriterin und Sozialarbeiterin. Unter dem Künstlernamen ANOTHER NGUYEN ver­öf­fent­licht Ngoc Anh elek­tro­nische Popmusik. Ihre Songs wurden bereits auf Sendern wie Radio Fritz, Radio Eins und diverse Campusradios gespielt. In einer Zusammenarbeit mit der Audio-Firma SENNHEISER wurde.

      Ngoc Anhs künst­le­rische Entwicklung 2021 in einem Werbefilm por­trä­tiert. 2022 erhielt sie ein Stipendium des MUSICBOARD BERLINS und führte eine erfolg­reiche Crowdfunding Kampagne für die Produktion ihrer zweiten EP. Ngoc Anh ist Absolventin des BIMM Institutes sowie der Alice Salomon Hochschule. Als frei­schaf­fende Musikerin und Pädagogin gibt sie Songwriting-Workshops in ver­schie­denen Kultur- und Jugendzentren; als Sozialarbeiterin befasst sie sich mit Themen wie kul­tu­reller Identität, Intersektionalität und häus­licher Gewalt.
      https://anothernguyenmusic.com

      Nashi44

      Fotocredit: Hai Anh Pham

      Nashi44 steht für “ASIAN BERLIN PUSSY POWER”. So nennt die talen­tierte MC aus Neukölln ihre Attitüde, die nicht nur für empowernden Rap steht, sondern sie auch zur Stimme vieler betrof­fener Personen macht. Rap ist für Nashi auf meh­reren Ebenen ein Ausdrucksmittel ihrer Emotionen sowie ab und zu auch ein Sprachrohr für die­je­nigen, die oftmals ungehört bleiben. Abgesehen davon möchte die junge Künstlerin Safe Spaces für ihre Community schaffen: So arbeitet Nashi bei ihren Produktionen – ob Songs oder Videos – haupt­sächlich mit FLINTA*- oder BIPoc-Teams zusammen. 

      Musik begleitet Nashi schon über viele Jahre, das Jazz- und Popgesang-Studium in Leipzig bricht sie jedoch ab, um sich voll und ganz auf Rap zu kon­zen­trieren. Mit aus­drucks­starken Zeilen sowie poin­tiertem Humor und jeder Menge Attitüde basht sie das Fetischisieren süd­ost­asia­ti­scher Stereotypen und zeigt ein­drucksvoll, wie schwere Themen auf tanz­baren Sounds funk­tio­nieren können

      www.nashi44.de / Interview mit Nashi: www.zdf.de/kultur/germania/nashi44-100.html


      Der Workshop war eine Kooperation zwi­schen kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V., W.I.R. Lautstark – Werdauer Initiative gegen Rassismus, Roter Baum Zwickau und Haus der Frauen Zwickau. Der Workshop ist Teil des Projekts „MEGA – Media and Empowerment for German Asians“ von kori­en­tation und findet im Rahmen des „If the kids are united against racism“ Festival 2022 statt.

      Das Modellprojekt MEGA wird durch das BMFSFJ im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.

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