AllgemeinVeranstaltungen

Wir wün­schen allen schöne Feiertage, einen guten Jahresausklang und einen noch bes­seren Rutsch ins neue Jahr. Bis zum 9. Januar machen wir Büropause und starten dann direkt mit ein paar schönen Angeboten ins Jahr 2023. Also merkt Euch gerne schon mal vor:

21.01. MEGA New Year Vernetzungstreffen in Berlin
27.01. RADAR Netzwerktreffen in Köln
31.01. Digitaler VaryAsians Salon #2: “Make it South Asian for Everyone” hosted by Sarah & Manik aus dem Vorstand
17.02. Filmveranstaltung mit „Bruderland ist abge­brannt“ und „Sorge87“ in Hoppegarten, orga­ni­siert von der Initiative in Gedenken an Phan Văn Toản


Wir sagen Danke an die Community und all die tollen Leute, mit denen wir 2022 zusam­men­ar­beiten und die wir ken­nen­lernen durften und freuen uns auf ein neues Jahr mit Euch und vielen span­nenden Inhalten!

Euer korientation-Team

BlogVeranstaltungenWorkshop

Was können wir von den akti­vis­ti­schen Praktiken mar­gi­na­li­sierter Gruppen über Konflikte und Vertrauensbildung lernen? Welche Erkenntnisse eröffnen ins­be­sondere inter­sek­tionale Grassroots-Perspektiven über die Anforderungen und Herausforderungen von Gemeinschafts-Bildung und Solidarität? Welche Rolle spielen Medien, in ver­schie­denster Form, in der Mobilisierung von poli­ti­schem Bewusstsein und kon­kreter Änderung? Diesen und ähn­lichen Fragen widmet sich unser Workshop Asiatisch Deutscher Kultur-Aktivismus: Medien, Repräsentation, Generationen. Mit Fallbeispielen aus der relativ unbe­kannten Geschichte von asia­tisch deut­schen Aktivismen von den 1970er Jahren bis zur Gegenwart unter­suchen wir Formen von kul­tu­reller und Medien-Arbeit, die mar­gi­na­li­sierte Gruppen leisten und leisten müssen, um ihre Position in einem Mehrheitsumfeld zu behaupten und ein gerech­teres und inte­gra­ti­veres Umfeld zu schaffen. Diese Formen von Arbeit sind letzt­endlich auch unab­dingbar für die Ausübung demo­kra­ti­scher Kultur.

In zwei Gesprächsrunden laden wir zu einer gemein­samen Diskussion mit Aktivist*innen und Kulturschaffenden aus der asia­tisch deut­schen Community ein. Dabei wird es sowohl um eigene Erfahrungen im akti­vis­ti­schen Arbeiten gehen, als auch um über­grei­fende Fragen nach Kontinuitäten, Differenzen und Spannungsfelder zwi­schen Generationen und innerhalb der Communities.

DATUM: 16. Dezember 2022, 15:00 – 18:30 h
ORT: Goethe-Universität Frankfurt a.Main, Gebäude „Normative Ordnungen“
Raum EG.01 Max-Horkheimer-Str. 2, 60323 Frankfurt
Um Anmeldung wird gebeten unter: office@normativeorders.net

VERANSTALTER: „ConTrust. Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“ – ein Clusterprojekt des Landes Hessen am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Link: https://contrust.uni-frankfurt.de/event/asiatisch-deutscher-kultur-aktivismus-medien-repraesentation-generationen/


Programm

15.00 – 16:30
In der ersten Runde dis­ku­tieren Dr. Sun-ju Choi, Cuso Ehrich und Jee-Un Kim von kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. gene­ra­tio­nen­spe­zi­fische Zugehörigkeitspolitiken und Verständnisse von Selbstrepräsentation, Kollektivität und poli­ti­scher Mobilisierung: Vom orga­ni­sierten Widerstand der ersten Generation süd­ko­rea­ni­scher Krankenschwestern Ende der 1970er Jahre, über die inter­sek­tionale Kulturarbeit der zweiten Generation, zu der trans­na­tional ver­netzten Social Media-Landschaft einer jün­geren Generation von asia­tisch dia­spo­ri­schen Menschen.

16.30 – 17.00
Kaffeepause

17.00 – 18.30
Eine weitere Diskussionsrunde führen Drehbuchautorin Viktoria So Hee Alz und die Regisseure Dieu Hao Do und Duc Ngo Ngoc als Filmschaffende der asia­ti­schen Diaspora in Deutschland. Ausgehend vom aktu­ellen Trend, mehr Sichtbarkeit für BIPOC und Diversität zu schaffen, z.B. mit der Studie „Vielfalt im Film“, dis­ku­tieren sie, warum Repräsentation so wichtig ist und welche struk­tu­rellen Hindernisse den Zugang für mar­gi­na­li­sierte Gruppen nach wie vor erschweren. Darüber hinaus wagen die Filmschaffenden einen Blick in die Zukunft, sprechen über Best-Practices und stellen kon­krete Forderungen und Wünsche auf, um die Film- und Fernsehbranche viel­fäl­tiger und nach­haltig gerechter zu gestalten.

Beide Gesprächsrunden sind jeweils 90 Minuten und bieten fokus­sierte Beiträge wie auch Raum für direkten Dialog mit allen Anwesenden. 

Moderiert wird der Workshop von Feng-Mei Heberer.


Personen

Viktoria So Hee Alz – geboren in Südkorea, auf­ge­wachsen in Deutschland – ist Drehbuchautorin und Aktivistin aus Berlin. Neben ihrer Headautorinnenarbeit bei PARA – Wir sind King und DRUCK, lie­ferte sie 2020 sowohl Idee als auch Bücher für die Web-Serie #heuldoch – Therapie wie noch nie. Des Weiteren setzt sie sich für struk­tu­relle Veränderungen in der Film- und Fernsehlandschaft ein und hält Workshops, Panels und Mentoring Sessions mit Fokus auf Gender & Diversität. 

Dr. Sun-Ju Choi ist Autorin und Kulturschaffende. Sie stu­dierte Literatur an der Universität zu Köln und Drehbuch an der DFFB (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin) und ist bei den Neuen deut­schen Medienmacher*innen e.V. als stell­ver­tre­tende Geschäftsführerin tätig. Sie ist außerdem Gründungsmitglied von kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und leitet seit 2007 gemeinsam mit Kimiko Suda das Asian Film Festival Berlin.

Dieu Hao Do ist Künstler, Filmemacher und Filmaktivist. Seine Filme erfor­schen neue Perspektiven auf Geschichtserinnerung des Amerikanischen Kriegs in Vietnam. Mit dem Ziel, neue BIPOC Stimmen fürs Erzählen zu empowern, enga­giert er sich u.a. für #VielfaltImFilm. Er ist aktives Mitglied der gemein­nüt­zigen Initiative Berlin Asian Film Network (BAFNET), die sich seit 2012 für dif­fe­ren­zierte Repräsentationen asia­tisch deut­scher Lebensrealitäten in Film und Fernsehen engagiert.

Cuso Ehrich ist seit 2022 bei kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und leitet dort das Projekt RADAR (Ressourcen von/für Asiatische Deutsche gegen anti-asiatischen Rassismus). Schwerpunkte sind u.a. kri­tische poli­tische Bildungsarbeit, anti-asiatischer Rassismus sowie Intersektionen von Kolonialismus und Geschlecht. Neben Vorstands- und Gremiumsarbeit orga­ni­siert sich Cuso in poli­ti­schen Kleingruppen und ver­sucht durch Podcasts Ressourcen für soziale Bewegungen zu erarbeiten.

Feng-Mei Heberer ist Assistant Professor am Fachbereich Filmwissenschaft an der New York University. Ihre Forschung umfasst die Bereiche trans­na­tionale Medien, Intersektionalität, Migration und Arbeit. Ihr Buch, Asians On Demand: Mediating Race in Video Art and Activism erscheint nächsten Herbst bei der University of Minnesota Press. Seit 2008 ist sie Teil des Asian Film Festival Berlin Teams.

Jee-Un Kim ist Juristin, Kulturmanagerin und Gründungsmitglied von kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. Sie stu­dierte Jura und Kulturmanagement in Berlin und war als Anwältin in eigener Kanzlei tätig, bis sie als wis­sen­schaft­liche Mitarbeiterin an die Koreanistik der Universität Tübingen wech­selte. Seit Anfang 2020 ist sie Geschäftsführung bei kori­en­tation und Projektleiterin von MEGA (Media and Empowerment for German Asians).

Duc Ngo Ngoc ist Filmemacher für Spiel- und Dokumentarfilme. Neben seinen eigenen Arbeiten, die u.a. mit dem Max Ophüls Publikumspreis aus­ge­zeichnet wurden, rea­li­sierte er Radio-Dokumentationen, Filme und serielle Formate für öffentlich-rechtliche Sender (NDR, rrb, BR, ZDF, KIKA). Er ist außerdem Initiator und Projektleiter des Workshops Dreh’s Um – deutsch-vietnamesische Perspektiven, bei dem deutsch-vietnamesische Jugendliche lernen ihre eigenen Geschichten zu erzählen.

BlogNewsletter

Liebe korientation-Mitglieder, liebe Freund*innen,

wir hoffen, Ihr seid gut durch den heißen Sommer gekommen!

Fokus dieser Ausgabe ist die Erinnerung an das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen vor 30 Jahren. Wir berichten von der Demo am 27. August in Rostock, bei der kori­en­tation mit einem Redebeitrag ver­treten war. Und wir daten Euch up zu anste­henden und ver­gan­genen Veranstaltungen mit dem Thema Erinnerungsarbeit aus anti­ras­sis­ti­schen und (post-)migrantischen cross-community-Perspektiven .

Außerdem werdet Ihr erfahren, welche freshen Personen sich seit Kurzem hinter der Entwicklung unserer Social Media-Strategie und der Leitung unseres neuen Projekts RADAR ver­bergen. Spoiler: Der ein oder anderen Person dürften die beiden auch aus anderen akti­vis­ti­schen und musi­ka­li­schen Kontexten ein Begriff sein. 😉

Es gibt aktuelle Neuigkeiten zu kom­menden und Rückblicke auf bereits statt­ge­funde korientation- und MEGA-Veranstaltungen und Hinweise auf Wissenswertes und Literatur, die wir Euch ans Herz legen.

Also viel Spaß beim Lesen, bleibt gesund und solidarisch!

Sina für das MEGA Team

Foto: Broschüre „Damals wie heute: Erinnern heißt ver­ändern! 30 Jahre nach dem Pogrom in Rostock-Lichtenhagen“ des Bündnis Gedenken an das Pogrom.Lichtenhagen 1992


FOKUS: 30 JAHRE ERINNERN AN ROSTOCK-LICHTENHAGEN

Demonstration „30 Jahre nach dem Pogrom in Rostock-Lichtenhagen“ am 27.08.2022 #ErinnernHeisstVerändern

„Rostock im August 1992. Im Stadtteil Lichtenhagen werden über drei Tage hinweg [g]eflüchtete [Rom*nja] und ehe­malige Vertragsarbeiter*innen aus Vietnam ange­griffen. Die Polizei schreitet gegen den zeit­weise aus meh­reren tausend Menschen bestehenden Mob kaum ein und zieht sich schließlich ganz zurück. Die Angreifer*innen werfen dar­aufhin Brandsätze in das Haus. Mehr als 120 Menschen retten sich über das Dach des Gebäudes. Bis heute scheut sich die Hansestadt Rostock dieses Pogrom klar als solches zu benennen.“Bündnis Gedenken an das Pogrom.Lichtenhagen 1992

Am 27. August 2022 folgte kori­en­tation dem Aufruf des Bündnis Gedenken an das Pogrom. Lichtenhagen 1992 zur bun­des­weiten Demo in Rostock. Jee-Un aus dem Büroteam und Maria aus dem Vorstand haben in einem Redebeitrag den Widerstand, Mut und die Selbstorganisation der damals ange­grif­fenen viet­na­me­si­schen Vertragsarbeitenden und geflüch­teten Rom*nja erinnert, ras­sis­tische Kontinuitäten the­ma­ti­siert, auf die Wichtigkeit von cross-community Solidarität hin­ge­wiesen und Forderungen des Bündnisses aus Rostock bestärkt. Den gesamten Redebeitrag findet Ihr auf der kori­en­tation Webseite.

Auch Kien Nghi Ha war mit seinem Redebeitrag „Entschädigung und Rückkehrrecht für die Betroffenen des Pogroms“ ver­treten, den Ihr hier nach­lesen könnt.

Fotocredit: Dongha Choe

Videodokumentation der Diskussionsveranstaltung „Remember, Resist, Unite“ bald online

Am 23.09.2021 dis­ku­tierten Mai Phuong Kollath (Zeitzeugin Rostock-Lichtenhagen, Berlin), Jessica Massóchua (Initiative 12. August, Merseburg/Berlin) und Paulino Miguel (Forum der Kulturen, Stuttgart) in der Berliner Landeszentrale für poli­tische Bildung zu Cross-Community-Strategien gegen ras­sis­tische Gesellschaftsverhältnisse in der Nachwendezeit und Gegenwart. Moderiert wurde das Panel von Noa Ha (z.Zt. Kunsthochschule Weißensee).

Alle, die letztes Jahr nicht die Möglichkeit hatten, vor Ort dabei zu sein oder sich die Veranstaltung noch einmal anschauen wollen, können dies in Kürze auf der kori­en­tation Webseite nachholen.

Weitere Infos und Ressourcen

Auch die Journalistinnen Minh Thu Tran und Vanessa Vu haben Erinnerungen an Rostock-Lichtenhagen in ihrer aktu­ellen Podcastfolge zum Thema gemacht. Zu Wort kommen unter anderem der damals vier­jährige Tạ Minh Đức, der damalige Dolmetscher Nguyễn Đô Thịnh, das Ehepaar Huỳnh Thanh Sơn und Nguyễn Thị Minh sowie Frau Loan, die bis heute im Sonnenblumenhaus wohnt. Ebenfalls in der Folge zu hören sind Romeo Tiberiade, der damals in der ZAst (Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber) lebte (siehe auch Zeitzeuginnen-Interview mit seiner Tochter Izabela bei Roma Center e.V.), sowie Gianni Jovanovic und Oyindamola Alashe, die in ihrem Buch „Ich, ein Kind der kleinen Mehrheit“ (2022) dem Pogrom in Lichtenhagen ein Kapitel aus Rom*nja-Perspektive wid­meten.

In der Webdokumentation „Rostock-Lichtenhagen 1992“ vom Dokumentationszentrums „Lichtenhagen im Gedächtnis“ könnt Ihr Euch an sechs Stationen über die Ursachen, den Ablauf und die Folgen der ras­sis­ti­schen Anschläge in Rostock-Lichtenhagen 1992 infor­mieren. Eine Station ist Mehmet Turgut gewidmet, der 2004 von Neonazis des Terrornetzwerkes „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) in Rostock ermordet wurde.

Wir emp­fehlen Euch zudem die Dokumentationen „Bruderland ist abge­brannt“ (1991) von Angelika Bach Ngoc Nguyen in der Mediathek der Bundeszentrale für poli­tische Bildung zur Situtation ehe­ma­liger viet­na­me­si­scher Vertragsarbeiter*innen in der Wendezeit und „The truth lies in Rostock / Die Wahrheit lügt (liegt) in Rostock“ (1993).


AUS DEM VEREIN

kori­en­tation is growing

Wir freuen uns sehr, Euch an dieser Stelle die beiden neuen Gesichter bei kori­en­tation vorzustellen:

Euch ist viel­leicht bereits auf­ge­fallen, dass der kori­en­tation Feed auf Instagram ein bisschen schöner, ein­heit­licher und ein­facher zu durch­blicken ist? Falls nein, über­zeugt Euch selbst. Verantwortlich dafür ist niemand anders als the one and only ✨Vee aka veenus* ✨!

Vee (alle Pronomen) ist Viet-Deutsch und chro­nische Virgo. Auf der Bühne ist sie als Sängerin veenus* unterwegs, auf Social Media als Consultant für Strategie/Content Creation aka Social Veedia.

Ihr größter Traum ist ein Planet, auf dem es Bubble Vee for free gibt und auf dem dis­kri­mi­nie­rende Denk- sowie Verhaltensweisen dekon­struiert und alle einfach nur cute zuein­ander sind.

Ihre Perspektiven und Meinungen voka­li­siert sie besonders im musik­in­dus­tri­ellen Rahmen: 2020 gründete Vee die Spendenkonzertreihe ChariVee Concert zum Support von Betroffenen ras­sis­ti­scher Gewalt. 2021 gab sie ihr Debut als veenus* und dreht ihre Musikvideos seitdem aus­schließlich in Vietnamese-owned Locations, neu­er­dings auch nur mit einem asiatisch-diasporischen Team. Seit 2022 redet sie auf Panels über den Mangel an inter­sek­tio­naler Repräsentation von Artists in der Musikbranche und für 2022 sowie 2023 ist ein Workshop und Veetreat-Programm für BIPoCs geplant, um musi­ka­lisch Rassismuserfahrungen zu verarbeiten.

Vee/veenus* hat übrigens vor Kurzem ihre Debut EP „planet v“ ver­öf­fent­licht, also gönnt Euch und hört rein oder schaut Euch ihr Musikvideo zu „Redwinee“ an!


Die zweite Person, die kori­en­tation seit knapp zwei Wochen mit ihrer Expertise beglückt ist ✨ Cuso ✨.

Ihr kennt Cuso sicherlich vom Podcast „Diaspor.Asia“, den Cuso zusammen mit Xinan gehostet hat oder durch Cusos aktu­elles Podcast-Projekt „Hast Du alles?“. Bei kori­en­tation hat Cuso die Leitung des neuen Projekts RADAR – Ressourcen von und für Asiatische-Deutsche gegen anti-asiatischen Rassismus über­nommen.

Neben RADAR arbeitet Cuso in Form von Vorträgen, Textbeiträgen und Workshops u.a. zu den Themen Einführung in die Rassismuskritik und kri­ti­scher poli­ti­scher Bildungsarbeit, anti-asiatischem Rassismus sowie Intersektionen von Kolonialismus und Geschlecht. Neben Vorstands- und Gremiumsarbeit orga­ni­siert sich Cuso in poli­ti­schen Kleingruppen und ver­sucht durch Podcasts Ressourcen für soziale Bewegungen zu erarbeiten.

Cuso beschäftigt die Frage, wie Brücken zwi­schen Positionierungen, Communities und Generationen gebaut werden können, um gemeinsam in Bewegung zu sein.

🙌 Wir freuen uns sehr darüber, dass Vee und Cuso unser Team erweitern und sagen an dieser Stelle noch mal: Willkommen an Board, Ihr beiden! 🙌


Wir stellen ein: Projektassistenz bei RADAR

Umfang und Gehalt: 35% Stelle / Anlehnung an TVöD E09‑1
Wann: Arbeitsbeginn 01.10.2022
Wo: Raum Köln bevorzugt

E‑Mail an: info@korientation.de
Bewerbungsfrist: 14.09.2022
Hier findest Du die Ausschreibung als PDF zum Download.

Wir laden ins­be­sondere BPoC mit Bezügen zu Asien (Zur Klarstellung: Damit meinen wir Süd‑, West‑, Nord‑, Südost‑, Ost- und Zentralasien) und inter­sek­tio­nalen Identitäten ein, sich zu bewerben.

Über RADAR:
Unser neues zwei­jäh­riges Projekt RADAR – Ressourcen von/für Asiatische Deutsche gegen anti-asiatischen Rassismus ist gestartet! Ziel des auf zwei Jahre ange­legten Modellprojektes ist die inhalt­liche Qualifizierung und Professionalisierung von (Asiatisch- Deutschen) Multiplikator*innen der ras­sis­mus­kri­ti­schen Bildungsarbeit zum Thema „anti-asiatischer Rassismus“ durch:

- die Aufbereitung von Wissen zu anti-asiatischem Rassismus und Asiatisch-Deutschen Perspektiven;
- die Schaffung von Räumen für Asiatisch-Deutsche Multiplikator*innen für Empowerment und Austausch;
- Cross-Community Knowledge-Transfer bei der Produktion von inter­sek­tio­nalem Wissen zu anti-asiatischem Rassismus;
- Erarbeitung eines dekon­stru­ierten, kol­la­bo­rativ neu­be­setzten und inter­sek­tional dis­ku­tierten Konzepts von anti-asiatischen Rassismus als Grundlage für zukünftige ras­sis­mus­kri­tische Bildungsarbeit, Transfer und Aufbereitung kom­plexer Zusammenhänge in die prak­tische Bildungsarbeit

Wir freuen uns auf Eure Bewerbungen!


PROJEKT MEGA – MEDIA AND EMPOWERMENT FOR GERMAN ASIANS

MEGA-Logos und MEGA-Illustrationen von patu

„If the Kids Speak Up“- MEGA Songwriting-Workshop mit Nashi44 & Another Nguyen am 10.09.+11.09.2022 in Zwickau

Am Wochenende vom 10. und 11. September 2022 findet in Zwickau der MEGA Rap-/Songwriting Workshop „If the Kids speak up“ mit der viet-deutschen Rapperin Nashi44 aus Berlin-Neukölln und der in Berlin lebenden Sängerin, Songwriterin und Produzentin Another Nguyen statt.

Im Vordergrund des Workshops steht es, gemeinsam Spaß zu haben, das eigene Selbstbewusstsein zu empowern und zu unseren eigenen Geschichten zu stehen. Die beiden Musiker*innen Nashi44 und Another Nguyen werden uns dabei unter­stützen, uns musi­ka­li­sches Grundwissen zu Rhythmik, Stimmbildung, Texten, Song-Struktur anzu­eignen und uns Tools an die Hand geben, einen eigenen Song zu schreiben.

Der Workshop ist eine Kooperation zwi­schen kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V., W.I.R. Lautstark – Werdauer Initiative gegen Rassismus, Roter Baum Zwickau und Haus der Frauen Zwickau.

Mehr Infos zum Workshop und der Anmeldung findet Ihr auf unserer Webseite.

Talk „30 Jahre nach dem Pogrom von Rostock-Lichtenhagen. Community-übergreifende Erinnerungskultur als wider­ständige Praxis“ am 16.09.2022 in Berlin & Live-Stream.

Anhand von zwei Kurzvorträgen sowie einem Diskussionspanel möchten wir wichtige Strategien post­mi­gran­ti­scher Erinnerungsarbeit aus wis­sen­schaft­licher Perspektive und aus der Perspektive unter­schied­licher Communities auf­zeigen.

Kurzvorträge von Dr. Kien Nghi Ha, Kultur- und Politikwissenschaftler der Uni Tübingen sowie Johann Henningsen vom Dokumentationszentrum „Lichtenhagen im Gedächtnis“ im Soziale Bildung e.V.

Auf dem Panel werden Kenan Emini (Roma Center e.V.), Mai Phuong Kollath (Coachin, inter­kul­tu­relle Beraterin, Zeitzeugin), Magdalena Lovrić (Jugendtheatergruppe „So keres?“, Projektkoordination bei der Stiftung EVZ) und Dan Thy Nguyen (Theaterregisseur, Autor, Festivalleiter von fluc­to­plasma), mode­riert von Kimiko Suda (kori­en­tation e.V.), mit­ein­ander ins Gespräch gehen über die Möglichkeiten einer community-übergreifenden Erinnerungskultur als wider­ständige Praxis. Dabei wollen wir auf mög­liche Differenzen und Unterschiede, aber auch Kontinuitäten in den Zugängen der ersten und zweiten Generation aus den betrof­fenen Communities auf Pogrom, Gedenken und Erinnerungspolitik ein­gehen.

Weitere Infos zur Veranstaltung und Anmeldung findet Ihr auf der kori­en­tation Website.

MEGA Schreibworkshop mit Elnaz Farahbakhsh am 24. + 25.09.2022 in Hannover

Am Wochenende vom 24. und 25. September findet ein Schreibwochenende in Hannover statt, das von Elnaz Farahbakhsh mit Schreibmethoden des Biografischen und Kreativen Schreibens ange­leitet wird.

Der Fokus des Wochenendes liegt auf Empowerment: Wir werden uns mit den eigenen Geschichten befassen und Erfahrungen und Gedanken nie­der­schreiben. Dabei werden Leichtigkeit und die Lust am Schreiben nicht fehlen. Es wird darum gehen, anzu­kommen, sich zu empowern, Geschichten mit­ein­ander zu teilen und Spaß am Schreiben zu ent­wi­ckeln.

Elnaz ist eine queere Person of Colour, ist Autor*in, Dichter*in und Aktivist*in. Im Schreiben beschäftigt sich Elnaz mit den Themen Familie, Ancestors, Spiritualität, Flucht, Healing und mental Health. Elnaz hat den Master „Biografisches und Kreatives Schreiben“ an der Alice Salomon Hochschule in Berlin stu­diert, gibt Schreibworkshops und macht Bildungsarbeit zu inter­sek­tio­nalen Themen. Außerdem prak­ti­ziert Elnaz Reiki und gibt Healing Sessions.

Die Anmeldung für den Workshop ist bis zum 09.09. über unsere Webseite möglich!

Im Oktober warten weitere tolle MEGA events auf Euch! Zückt Eure Kalender und merkt Euch schonmal vor:

06.10.2022: Zweiter Talk in unserer MEGA TALKREIHE „Shut up and listen!“ mit tollen Gäst*innen in Berlin
15./16.10.2022 MEGA Comic-Workshop mit Elnaz und Patu auch in Berlin


Es wird ein auf­re­gender MEGA-Herbst! Mehr dazu im nächsten Newsletter und natürlich auf unserer Webseite. 🤗

Past events:

Kurzfilme aus dem MEGA Kurzfilmworkshop 2021


Im Rahmen des Kurzfilm-Workshops „Minor Feelings“ (siehe das gleich­namige Buch von Cathy Park Hong) haben zehn Teilnehmende aus der Asiatisch-Deutschen Community vier Kurzfilme erstellt. Der Workshop wurde geleitet von Monica Tedja (Soy Division Berlin) und Dieu Hao Do (BAFNET).

We proudly present:

The Wound (Trailer)
Kebebasan
Remember the Smoke
The Giftmaking

Ihr könnt Euch alle vier Filme über den kori­en­tation Youtube-Kanal ansehen.

MEGA TALK #1: „On being silenced, but talking anyway“ am 20.05.2022 @BIWOC* RISING, Berlin

Für unseren ersten Talk „On being silenced, but talking anyway“ – Podcasts als Orte des Widerstands und der Widerworte haben wir die Podcaster*innen Melmun Bajarchuu (Lose Fäden), Abilaschan Balamuraley (Maangai), Cuso Ehrich (Hast Du alles?) und Maya Zaheer (Curry on!) (konnte leider nicht kommen) ein­ge­laden.

Unsere Gäst*innen unter­hielten sich über ihre Wege zum Podcasting und über den Mut, die Arbeit und die Kraft, die es braucht, um über sich selbst und inter­sek­tionale Unterdrückungsverhältnisse zu sprechen. Es ging um unsichtbar gemachte (Widerstands-)Geschichten von unter­schied­lichen (post-)migrantischen, asiatisch-diasporischen Communities und die Frage, ob und inwiefern Podcasts als Orte des Widerstands und der Widerworte betrachtet werden können. Wir haben auch erfahren, wie schwierig es ist, ‚sich‘ und den ‚eigenen‘ Themen im wahrsten Sinne des Wortes „Gehör zu ver­schaffen“.

Vielen lieben Dank an alle für den schönen Abend. Vielen Dank an BIWOC* Rising für den schönen Space!

Keine Sorge falls Ihr nicht dabei wart, wir haben den Talk „On being silenced, but talking anyway“ natürlich für Euch auf­ge­zeichnet und auf Youtube bereitgestellt.

Vernetzungstreffen „Chill & Grill“ am 12. Juli in Köln und Chill & Potluck“ im 20. August in Berlin

Wir freuen uns, dass wir einige bekannte und auch viele neue Leute beim Chill&Grill in Köln und dem Chill&Potluck in Berlin (wieder) getroffen haben! Wie zu erwarten war, wurde ordentlich auf­ge­tischt, außerdem haben wir endlich einige Gruppen und Initiativen per­sönlich ken­nen­ge­lernt, die in NRW aktiv sind. Auf unserem Insta-Feed könnt Ihr sehen, wie schön es war!

Wenn Ihr auf dem Laufenden bleiben möchtet, könnt Ihr z.B. der Telegramgruppe „Deutsch-Asiat*innen in Westdeutschland“ bei­treten. Dort findet Ihr Updates zum Asian Diaspora Stammtisch (für Rheinland & Ruhrgebiet), zur poli­ti­schen Aktionsgruppe gegen anti-asiatischen Rassismus in NRW und könnt auch selber Anliegen, Angebote und Fragen teilen.

Ans Herz legen möchten wir Euch auch das Netzwerk „Halo Halo“, das Menschen mit phil­ip­pi­ni­schen Bezügen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusam­men­bringt.

Danke nochmal an alle, die dabei waren – Asian Food is a love-language! ❤️


KORIENTATION CRUSHES


Fotocredit: KiWi Verlag

In regel­mä­ßigen Abständen stellen wir Euch unsere CRUSHES vor: Personen, Bücher und Texte von Menschen, die uns berühren, und von denen wir denken, dass sie in einen Asiatisch-Deutschen/Asian-Diasporic (and beyond) Kanon gehören sollten!

Unser heu­tiger kori­en­tation CRUSH kommt – von Fallon. Und zwar der Roman „Drei Kameradinnen“ von Shida Bazyar, der 2021 auch für den deut­schen Buchpreis nomi­niert worden ist!!

Fallon: Ich habe Shidas Buch „Drei Kameradinnen“ super gern gelesen, weil es hier um drei sehr toughe, witzige und alle auf ihre eigene Art poe­tische Freundinnen geht, die sich von klein auf durch die Irrungen und Wirrungen des Lebens in Deutschland begleiten. Der Roman beob­achtet und kom­men­tiert mit zeit­lichen Sprüngen zwi­schen Vergangenheit und Gegenwart sehr scharf, wie Klassismus, Rassismus und Sexismus im Alltag der erwach­senen Hauptfiguren und ihrer Familien wirken, bei­spiels­weise bei der Jobsuche oder beim Dating, und welche unter­schied­lichen Strategien – von zurück pampen, Bildungsarbeit leisten oder igno­rieren – sie im Umgang damit finden.

Was mir am Buch sehr gut gefällt sind die nächt­lichen Recap-Gespräche beim Sleep-Over nach einer Party oder die spitzen Kommentierungen von Alltagssituationen in weißen Räumen oder bei Hochzeiten, die ich genauso auch mit meinen Freund*innen führen würde. In dieser Form habe ich das alles noch nicht als Roman auf Deutsch finden können. Ich fand es sehr empowernd ein Buch zu lesen, in dem es um ‚uns‘ geht und ‚wir‘ zu Wort kommen! Eine tolle femi­nis­tische Lektüre, die Beziehungsdynamiken von Freund*innen nicht roman­ti­siert. Und gleich­zeitig ver­deut­licht, wie wertvoll und lebens­wichtig Freund*innen als kri­ti­scher Spiegel und Allies sowie für die eigene Politisierung und Empowermentprozesse sein können.

Das Hörbuch wird von „Futur Drei“ Schauspielerin Banafshe Hourmazdi gelesen, und das Theaterstück wird am 1. Oktober 2022 am Staatstheater in Darmstadt urauf­ge­führt!

Hier könnt Ihr die tolle Autorin Shida Bazyar selbst sprechen hören!

„Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, stu­dierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und war, neben dem Schreiben, viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig. Ihr Debütroman »Nachts ist es leise in Teheran« erschien 2016 und wurde u.a. mit dem Bloggerpreis für Literatur, dem Ulla-Hahn-Autorenpreis und dem Uwe-Johnson-Förderpreis aus­ge­zeichnet und in mehrere Sprachen über­setzt.“ (Kiwi Verlag)


BEMERKENSWERT

Spendenaufruf Kashmir

Wir möchten Euch auf einen Spendenaufruf von Mahwish Iftikhar hin­weisen, die Geld sammelt, um Menschen, die in Kashmir von der Hitzewelle und der daraus resul­tie­renden Dürre in ihren Existenzen gefährdet sind. Die Spenden werden für Lebensmittel, Hygieneartikel und Bildungsmaterial für Kinder gebraucht. Hier könnt ihr spenden und mehr über die Aktion erfahren.

Petition gegen Abschiebung: „Nach 35 Jahren in Sachsen: Familie Pham/Nguyen muss bleiben!„

Bitte unter­zeichnet diese Petition des Sächsischen Flüchtlingsrates e.V., um die Abschiebung von Familienvater Pham Phi Son, einem ehe­ma­ligen DDR-Vertragsarbeiter und seiner Familie zu ver­hindern! Hier könnt ihr mehr erfahren und die Petition unter­schreiben und teilen.

Einladung zur Kick-Off Veranstaltung: Ein Erinnerungskonzept von Berliner Zivilgesellschaften für Berlin am 08.09.2022, 13:30 bis 20:00 Uhr

Das Land Berlin hat 2019 die Entwicklung eines gesamt­städ­ti­schen Aufarbeitungskonzeptes sowie eines Erinnerungskonzeptes zur Geschichte und den Folgen des Kolonialismus des Landes Berlins beschlossen. Beteiligt an dem in Gang gesetzten Partizipationsprozess sind ins­be­sondere Decolonize Berlin e.V. und das Verbundprojekt „DEKOLONIALE Erinnerungskultur in der Stadt“.

Worum es geht: Wie könnte ein ganz­heit­liches Aufarbeitungs- und Erinnerungskonzept zur Geschichte und den Folgen des Kolonialismus aus­sehen? Was braucht es, damit es seinem Namen gerecht wird? Welche Akteur*innen müssen mit am Tisch sitzen? Welche Perspektiven müssen berücksichtigt werden? Diese und andere Fragen möchten Berliner afro­dia­spo­rische Zivilgesellschaften und BPoC Organisationen gemeinsam mit Berliner*innen und inter­na­tio­nalen Akteur*innen und Organisationen dis­ku­tieren.

Zum Kick-Off-Event laden ein Adefra, Afrikarat e.V., Decolonize Berlin e.V.,
DEKOLONIALE Erinnerungskultur in der Stadt, Landesnetzwerk afri­ka­ni­scher Vereine (LAV) und kori­en­tation e.V.

Kontakt: Dr. Ibou Diop
Projektleitung Erinnerungskonzept

Bitte meldet Euch ASAP an unter: erinnerungskonzept@berlin.de

Bis 2.10.22 Where is my karaōke? Still, we sing | ສຽງນິທານຂອງພວກເຮົາ | សូរសៀងនិទាននៃពួកយើង។ | Nhưng chúng tôi vẫn hát

WHERE IS MY KARAOKE? STILL, WE SING
kon­zen­triert sich auf soziale Realitäten, Lebenswege und Praktiken der Vertragsarbeiter*innen und Austauschstudent*innen aus Kambodscha, Laos und Vietnam in der ehe­ma­ligen DDR. Es reflek­tiert kri­tisch das Nachleben der poli­ti­schen Beziehungen zwi­schen diesen Ländern, indem es die sozia­lis­ti­schen Konzepte von »Moderne«, »Brüderlichkeit«, »Solidarität« und »Freundschaft« auf­deckt, die über den Fall der Berliner Mauer hinaus Bestand haben.

Inspiriert vom Konzept des Karaōke – bei dem die Sänger*innen das vor­ge­gebene musi­ka­lische Muster eines bestimmten Liedes nach­singen – stellen wir die Frage, wie sich (Post-)Migrant:innen ihre Heimat geschaffen und dieses Wissen über Generationen wei­ter­ge­geben wurde und wird.

Das Projekt umfasst eine fünf­mo­natige Gruppenausstellung mit den Künstler*innen Ho Rui An, Xuân Huy Nguyễn, Phung-Tien Phan, Songhak Ky, Trần Minh Đức und dem BIPOC Kollektiv Postmigrantisches Radio, sowie ein Programm mit Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen, eine audio­vi­suelle Archivsammlung, öffent­lichen Interventionen und Zusammenkünften.

- 03.09.22: Workshop Kreatives Schreiben mit To Doan / Creative Writing Workshop with To Doan
- 04.09.22: Paneldiskussion / Panel dis­cus­sions
- 02.10.22: Finissage mit Lesekreis, Kurator*innengespräch & DJ-Set / Finissage with Reading Group, curator’s talk & DJ-Set

Kuratiert durch Phuong Phan, Sarnt Utamachote

Bustour „Boulette trifft Frühlingsrolle. Auf den Spuren viet­na­me­si­schen Lebens in Berlin“ am 11.09.2022

Am Sonntag, den 11.09.2022 findet eine Busttour mit Tamara Hentschel von Reistrommel e.V. in Anwesenheit von Mitgliedern der viet­na­me­si­schen Community statt, die sich mit viet­na­me­si­schem Leben in Berlin beschäftigt. Die Teilnahme ist kos­tenlos.

Datum: 11.09.2022 von 10–14 Uhr
Treffpunkt: 9:30 Barnimplatz
Anmeldung per Email: oleksandra.bienert@gmbh-kiekin.de

Veranstaltet durch AG Vietnamesisches Leben in Marzahn-Nordwest von Kiek In e.V. Mehr Infos findet ihr hier!

Buch „Spuren des Kolonialismus – der private Nachlass des Wandervogels Karl Fischer„

Wir sind gespannt auf das Buch zur Ausstellung „Spuren des Kolonialismus – der private Nachlass des Wandervogels Karl Fischer“, das 2021 erschienen ist. Die Ausstellung rekon­struiert die Stationen von Fischer in Ostasien.

Als Mitbegründer der Wandervogel-Bewegung spielte Karl Fischer (1881–1941) in der frühen Jugendbewegung eine pro­mi­nente Rolle. Weniger bekannt ist, dass Fischer von 1907 bis 1914 als Militärfreiwilliger, kauf­män­ni­scher Angestellter und Zeitungsredakteur in die deutsche Kolonialherrschaft in China ein­ge­bunden war. Die Publikation zeichnet die Spuren des Kolonialismus im pri­vaten Nachlass von Karl Fischer nach und nimmt sie zum Anlass für eine kri­tische Auseinandersetzung mit der deut­schen Kolonialgeschichte. Darüber hinaus werden in Form einer ersten Spurensuche his­to­rische und aktuelle Spuren des Kolonialismus im heu­tigen Bezirk Steglitz-Zehlendorf vor­ge­stellt. (Quelle: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf)

Unser korientation-Mitglied Dr. Kimiko Suda wurde zu einem späten Zeitpunkt des Projektes hin­zu­geholt, um eine kri­tische post­ko­lo­niale Perspektive ein­zu­führen, die die Form von text­lichen „Interventionen“ ange­nommen haben. Das Buch ist für 8 € im Buchhandel erhältlich.

FilmKulturProjekt MEGAVeranstaltungen

Anmeldung geschlossen!

Im Rahmen des Kurzfilm-Workshops „Minor Feelings“ (siehe das gleich­namige Buch von Cathy Park Hong) haben zehn Teilnehmende aus der Asiatisch-Deutschen Community vier Kurzfilme erstellt. Der Workshop wurde geleitet von Monica Tedja (Soy Division Berlin) und Dieu Hao Do (BAFNET).

Als eine fil­mische Übung zur Wahrnehmung und Repräsentation der eigenen Subjektivität konnten die Teilnehmenden in der Workshopwoche ihre Identitäten erfor­schen, um ihre Geschichten mit ein­fachen fil­mi­schen Mitteln sichtbar zu machen.

Der Workshop hatte das Ziel, sowohl tech­ni­sches als auch metho­di­sches Wissen zur Erstellung eines Kurzfilms zu ver­mitteln und gleich­zeitig die prak­tische Umsetzung einer eigenen Kurzfilmidee zu ermög­lichen. Dabei waren der Austausch und die Vernetzung der Teilnehmenden mit der Workshop-Leitung sowie unter­ein­ander ein wesent­licher Bestandteil des Programms.

Wir freuen uns, die Ergebnisse nun im Community-Screening „Major Feelings“ mit anschlie­ßender Q & A in Anwesenheit der Filmteams sowie der Workshopleitung zum ersten Mal vor­stellen zu können! 

Screening MAJOR Feelings mit vier Kurzfilmen inklusive Q&A

WANN: 24.11.2021, um 19 h
Bitte seid min­destens 30 Min. früher da wegen der Corona-2G-Checks.

WO: bi’bak / SİNEMA TRANSTOPIA, Haus der Statistik (Haus B), Otto-Braun-Str. 72, 10178 Berlin (Nähe Alexanderplatz)

EINTRITT: kos­tenlos, aber Anmeldung wird erwünscht.

COVID-REGELUNG: Es gilt die 2G+-Regel, d.h. für den Besuch im Kino ist ein digi­taler Impf- oder Genesenennachweis sowie ein tages­ak­tu­eller Test not­wendig. Zudem müssen wir für die Kontaktverfolgung Eure Daten auf­nehmen. Aufgrund der stei­genden Infektionszahlen bitten wir Euch, Eure Masken auch während der Vorstellung zu tragen.

COMMUNITY EVENT: Das Screening ist ein Community-Event für Personen, die sich selbst als BPoC bzw. Personen mit Rassismus-/Antisemitismuserfahrung iden­ti­fi­zieren sowie deren Freund:innen.

Zu den Filmen

KEBEBASAN

TEAM: Edrina Budiharsono, Yuanrong Deng, Sophia Oanh Le, Dieu Linh Truong

Cast & Crew:

  • Edrina Budiharsono (Regie, Kamera, Montage, Schauspiel, Voice Over)
  • Yuanrong Deng (Schauspiel, Drehbuch, Voice Over, Runner)
  • Sophia Oanh Le (Co-Regie)
  • Dieu Linh Truong (Schauspiel, Kamera, Runner, Location, Voice Over)

Der expe­ri­men­telle Kurzfilm Kebebasan (indo­ne­sisch: Freiheit) setzt sich mit den Identitäten als Asiatisch gele­sener Personen aus­ein­ander. Die vier Filmschaffenden Edrina, Yuanrong, Linh und Sophia stellen ihre per­sön­lichen Dimensionen zum Thema Freiheit und Familie gegenüber. Mithilfe von Nähe und Distanz, sowohl emo­tio­naler als auch räum­licher Natur, soll Kebebasan Einblicke in deren per­sön­liche Erfahrungs- und sozio­kul­tu­relle Lebenswelt ver­mitteln. Die Zusammensetzung diverser Sequenzen bildet eine audio­vi­suelle Komposition, die durch ihre ver­schie­denen Möglichkeiten der Deutung und Wahrnehmung unter­schied­liche Bezüge zu dem the­ma­ti­schen Inhalt erlaubt. Vieles bleibt jedoch ange­deutet und Zusammenhänge werden nicht explizit erklärt. 

THE WOUND

TEAM: Hyung-Guhn „Hugo“ Yi, Kim Ly Lam, Don Hoang, Edrina Budiharsono

Cast & Crew:

  • Hyung-Guhn „Hugo“ Yi (Drehbuch, Regie, Kamera, Montage)
  • Tae-Eun Hyun (Schauspiel)
  • Kim Ly Lam (Schauspiel, VFX Make-Up)
  • Lukas Materzok (Voice-Over)
  • Don Hoang (VFX Make-Up)
  • Edrina Budiharsono (Body-Double)

Du bist ver­letzt. Du brauchst dringend Hilfe. Doch was pas­siert, wenn der Täter dir ein­redet, dass deine Verletzung gar nicht exis­tiert? „The Wound“ nimmt dich mit in diese sehr schmerz­hafte, unan­ge­nehme, aber sehr reale Erfahrungswelt. (TW: Blut, Gaslighting)

GIFTMAKING

TEAM: Kim Ly Lam, Don Hoang, Hyung-Guhn „Hugo“ Yi, Linh Truong, Sophie Oanh Le

Cast & Crew:

  • Kim Ly Lam (Drehbuch, Regie, Schauspiel, Montage, Ton)
  • Don Hoang (Drehbuch, Regie, Kamera, Schauspiel, Montage)
  • Hyung-Guhn „Hugo“ Yi (Kamera)
  • Jana Zhang (Schauspiel)
  • Ngoc Anh Nguyen (Schauspiel)
  • Linh Truong (Runner)
  • Sophie Oanh Le (Runner)

Das kul­tu­relle Erbe wurde Mai in die Wiege gelegt. Trotzdem bleibt es zunächst unbe­merkt. Erst als sie wie­der­ge­boren wird, lernt sie, die Gaben anzu­nehmen – und zu tragen.

Der Experimentalfilm „gift­making“ ver­körpert ein Gefühl, das vielen aus der asiatisch-diasporischen Community bekannt ist: eine schmerz­liche Auseinandersetzung mit den Päckchen, die wir tragen und später als Geschenke erkennen.

REMEMBER THE SMOKE

TEAM: Tara Tenzin Herberer, akiko soyja, Anisa Milena Ingratubun, Edrina Budiharsono, Linh Truong

Cast & Crew:

  • Tara Tenzin Herberer (Drehbuch, Regie, Montage, Schauspiel)
  • akiko soyja (Regie, Kamera, Montage, Ton)
  • Anisa Milena Ingratubun (Regie, Tanz, Schauspiel)
  • Edrina Budiharsono (Schauspiel)
  • Linh Truong (Schauspiel)

Zwei Schwestern teilen eine Erinnerung, jedoch auf nicht gewohnte Weise. Während Edrina ihre Geschichte erzählt, wird Anisa durch einen rät­sel­haften Rauch in einen geteilten Erinnerungsraum ver­setzt. Sie beginnt phy­sisch zu erfahren, was Edrina Ihr erzählt. 

Wandelnd zwi­schen Traum und Realität greift „Remember the Smoke“ auf spie­le­rische Weise das Thema Intergenerationales Trauma auf. Der Kurzfilm möchte die lie­be­volle Nähe zwi­schen den beiden Schwestern erzählen und die Individualität von Erinnerungen dekonstruieren.

Anisa durchlebt, fühlt und per­formt Edrinas Erzählungen und wird dadurch hand­lungs­fähig. Sie inter­na­li­siert so einen Teil von Edrinas erlebten Erfahrungen und nimmt diese in ihr eigenes Bewusstsein auf.

Zu bi’bak / SİNEMA TRANSTOPIA

Wie lässt sich ein neues Kino in der trans­na­tio­nalen Gesellschaft gemeinsam gestalten? SİNEMA TRANSTOPIA unter­sucht Kino als sozialen Diskursraum, als Ort des Austauschs und der Solidarität. Die kura­tierten Filmreihen bringen diverse soziale Communities zusammen, ver­knüpfen geo­gra­phisch ent­fernte und nahe Orte, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und dezen­trieren einen euro­zen­tris­ti­schen Blick durch trans­na­tionale, (post-)migrantische und post­ko­lo­niale Perspektiven. SİNEMA TRANSTOPIA steht für ein anderes Kino, das sich zugleich einer lokalen und einer inter­na­tio­nalen Community ver­pflichtet sieht, das Kino als wich­tigen Ort gesell­schaft­licher Öffentlichkeit ver­steht, das film­his­to­rische als erin­ne­rungs­kul­tu­relle Arbeit betrachtet und sich für die Vielfalt der Filmkultur und Filmkunst ein­setzt. Im Rahmen der Pioniernutzung der stadt­po­li­ti­schen Initiative Haus der Statistik schlägt das Kino-Experiment eine Brücke zwi­schen urbaner Praxis und Film und kreiert ein Ort, der Zugänge öffnet, Diskussionen anregt, wei­ter­bildet, bewegt, pro­vo­ziert und ermutigt.

https://bi-bak.de/bi-bakino

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Eine Veranstaltung von kori­en­tation e.V. im Rahmen des Projektes MEGA – Media Empowerment for German Asians. MEGA wird durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Partizipations- und Integrations gefördert.

FilmVeranstaltungenVerein

Reservierung geschlossen!

Der Dokumentarfilm „Mein Vietnam“ der Filmemacher:innen Thi Hien Mai und Tim Ellrich por­trai­tiert Hiens Eltern Bay und Tam, die vor 30 Jahren als Boat People aus Vietnam nach Deutschland geflüchtet sind.

Zwischen Wohnzimmer und Arbeitsplatz, Sehnsucht nach Vietnam und (Enkel)Kindern in Deutschland, Pflanzen und Computerbildschirmen und zwi­schen Deutschkurs und Karaōke erzählt der Film „über die Schwierigkeit, an zwei Orten gleich­zeitig zu leben, und die Frage, welche Auswirkungen diese Dualität auf eine Ehe, Familie und das Gefühl von Zugehörigkeit hat.“

Wir freuen uns, in Kooperation mit dem Berlin Asian Filmnet Network die Regisseurin Thi Hien Mai nach Berlin ein­zu­laden, „Mein Vietnam“ mit der Community zu schauen und im Anschluss gemeinsam in einem Q&A über den Film zu sprechen. Das Gespräch wird mode­riert von Trang Vo.

Das Screening ist ein Community-Event für Personen, die sich selbst als BPoC bzw. Personen mit Rassismus-/Antisemitismuserfahrung und deren Freund:innen identifizieren.

WANN: 5. November 2021, 19:00 h Filmvorführung (inhouse) mit anschlie­ßendem Gespräch mit Regisseurin Hien Mai
WO: Kino Central Berlin, Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin (direkt Tram-Haltestelle Hackescher Markt)
TICKETS: Ticketreservierung über Reservierungsformular (Reservierung geschlossen). Der Community-Ticketpreis beträgt 5€, bitte holt bis spä­testens 30 Minuten vor Filmbeginn die reser­vierten Tickets an der Abendkasse ab.
COVID-REGELUNG: Es gilt die 3G-Regel, d.h. für den Besuch im Kino ist ein Test‑, Impf- oder Genesenennachweis not­wendig. Aufgrund der stei­genden Infektionszahlen bitten wir Euch, Eure Masken auch während der Vorstellung zu tragen.

Zum Kino Central im Haus Schwarzenberg e.V.

Alternative Insel am Hackeschen Markt, Avantgardekino, Independent Kino in Berlin Mitte. Das Kino Central zeigt streitbare, groß­artige, wider­sprüch­liche, kon­tro­verse, kultige Filme immer in Originalsprache. Viele Filme sind auf Englisch, aber auch Spanisch, Französisch, Japanisch, Zulu oder Koreanisch. Deutsche Filme laufen fast immer mit eng­li­schen Untertiteln. Auf der Terrasse gibt es leckere Getränke für die ange­regten Diskussionen nach dem Film.
www.kino-central.de


Mehr Infos zum Film

Titel: Mein Vietnam (Doku)
VÖ: Deutschland 2020
Sprache: Vietnamesisch, Untertitel Deutsch, Englisch
Länge: 70 min
Regie: Thi Hien Mai, Tim Ellrich
Produktion: Coronado Film, Filmakademie BW Ludwigsburg
https://coronado-film.com/mein-vietnam.html

Preisträger First Steps Award für Bester Dokumentarfilm




Eine Veranstaltung von kori­en­tation e.V. in Kooperation mit dem Berlin Asian Film Network (BAFNET) im Rahmen des Projektes MEGA – Media Empowerment for German Asians. MEGA wird durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.

FilmVeranstaltungenVerein

Wir freuen uns darüber, in Kooperation mit dem Kino Central Berlin den preis­ge­krönten Asian-American Film MINARI (USA, 2020) von Lee Isaac Chung im Original mit deut­schen Untertiteln mit anschlie­ßendem Gespräch zu zeigen. 

WANN: 29. Juli 2021, 19:30 h Filmvorführung (inhouse) mit anschlie­ßendem Gespräch
WO: Kino Central Berlin, Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin (direkt Tram-Haltestelle Hackescher Markt)
TICKET-Link*: www.kinoheld.de/Kino-Berlin/Central-Kino?showId=2401210370#panel-seats (direkt zur Vorstellung)
* Zur Klarstellung: Der Film läuft derzeit regulär im Kino und es gibt natürlich weitere Vorstellungen. Nur die hier ver­linkte Vorstellung wird aller­dings von kori­en­tation präsentiert.

Eine korea­nische Familie landet in den 1980er Jahren in Arkansas, mitten im ame­ri­ka­ni­schen Niemandsland, auf der Suche nach dem „American Dream“. MINARI ist ein Film über Generationskonflikte, die Suche nach Familienzusammenhalt und Beheimatungsprozesse in der Diaspora. Gibt es Parallelen und/oder Unterschiede zu/r asia­tisch deut­schen Migrationsgeschichte/n? Gibt es eine ver­gleichbare mediale Repräsentation zum Beheimatungsprozess asia­ti­scher (Post)migrant*innen in Deutschland?

korientation-Mitglieder Dr. Heike Berner (Amerikanistin und Autorin, Köln) und Dr. Sun-Ju Choi (Medienschaffende, Berlin) laden nach dem Screening zum Austausch und zur gemein­samen Diskussion ein. 

Sun-Ju Choi ist Autorin und Kultur- und Medienschaffende. Sie ist bei den Neuen deut­schen Medienmacher*innen e.V. als stell­ver­tre­tende Geschäftsführerin tätig. Sun-Ju stu­dierte Literatur an der Universität zu Köln und Drehbuch an der DFFB (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin). 2017 erschien ihre Dissertation zu Familienkonzepten und Repräsentation von Familie im nord­ko­rea­ni­schen Film. Sie ist Gründungsmitglied und aktuell Vorstandsmitglied von kori­en­tation e.V. wie auch Vorstandsmitglied des Vereins neue deutsche orga­ni­sa­tionen e.V. Seit 2007 leitet sie gemeinsam mit Kimiko Suda das Asian Film Festival Berlin.

Heike Berner arbeitet an der Universität zu Köln mit geflüch­teten und gefähr­deten Wissenschaftler*innen. Im Rahmen ihrer wis­sen­schaft­lichen Arbeit beschäftigt sie sich mit korea­ni­scher Migrationsgeschichte in den USA und Deutschland. 2018 erschien ihr Buch Ise. Erzählungen von korea­ni­schen Deutschen der zweiten Generation bei Iudicium. Gemeinsam mit Sun-ju Choi und der Koreanischen Frauengruppe in Deutschland ist sie Herausgeberin von Zuhause. Erzählungen von deut­schen Koreanerinnen (Assoziation A, 2006). 2003 ver­öf­fent­lichte sie mit ihrer Dissertation Home is where the heart Is? Identity and belonging in Asian American lite­rature eine der ersten Arbeiten zu asiatisch-amerikanischer Literatur in Deutschland.

Zum Kino Central im Haus Schwarzenberg e.V.

Alternative Insel am Hackeschen Markt, Avantgardekino, Independent Kino in Berlin Mitte. Das Kino Central zeigt streitbare, groß­artige, wider­sprüch­liche, kon­tro­verse, kultige Filme immer in Originalsprache. Viele Filme sind auf Englisch, aber auch Spanisch, Französisch, Japanisch, Zulu oder Koreanisch. Deutsche Filme laufen fast immer mit eng­li­schen Untertiteln. Auf der Terrasse gibt es leckere Getränke für die ange­regten Diskussionen nach dem Film.
www.kino-central.de

Das Kino ist im Haus Schwarzenberg ver­ortet, genauso wie unser korientation-Büro. Unterstützt das Kino und checkt das Programm – sehr schön auch die Open Air-Angebote im Sommer!

Trailer zu MINARI (2020), DIRECTOR: Lee Isaac Chung CAST: Steven Yeun, Yeri Han, Alan Kim, Noël Kate Cho, and Yuh-Jung Youn
Film „Minari“ (USA, 2020) – Official Featurette

Eine Veranstaltung von kori­en­tation e.V. in Kooperation mit dem Kino Central Berlin im Rahmen des Projektes MEGA – Media Empowerment for German Asians. MEGA wird durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.

FilmProjekt MEGAVeranstaltungenWorkshop

Zum Workshop

Was bleibt von uns übrig, wenn wir äußere Zuschreibungen und die Erwartungen anderer abschütteln? Wie können wir unsere Identitäten erfor­schen, unsere Geschichten sichtbar machen und das mit ein­fachen fil­mi­schen Mitteln? Dieser Kurzfilmworkshop bietet sich als eine fil­mische Übung zur Wahrnehmung und Repräsentation der eigenen Subjektivität an.

Der Workshop hat das Ziel, sowohl tech­ni­sches und metho­di­sches Wissen zur Erstellung eines Kurzfilms zu ver­mitteln als auch prak­tisch die Umsetzung einer eigenen Kurzfilmidee zu ermög­lichen. Dabei sind der Austausch und die Vernetzung mit der Workshopleitung sowie den wei­teren Teilnehmenden ein wesent­licher Bestandteil des Programms.

Im ersten Workshop-Teil wird eine kurze Einführung in das theo­re­tische und prak­tische Basiswissen zur Erstellung eines doku­men­ta­ri­schen, essay­is­ti­schen oder expe­ri­men­tellen Kurzfilms gegeben. Die Teilnehmenden finden sich im Laufe des Workshops in 2‑er oder 3‑er Filmteams zusammen, um im Anschluss in der ersten Augustwoche das Kurzfilm-Projekt an zwei Drehtagen zu rea­li­sieren. Während der ein­zelnen Arbeitsschritte stehen die Workshopleiter*innen den Filmteams bei Bedarf beratend zur Seite. Im zweiten Workshop-Teil werden die vor­läu­figen Ergebnisse vor­ge­stellt und gemeinsam besprochen. Alle Teilnehmenden sollten daher zwi­schen dem 31.07. und 08.08.2021 aus­rei­chend Zeit für die Workshops sowie die Umsetzung des Kurzfilmprojektes unter der Woche ein­planen. Für den Herbst ist dann ein Community-Screening mit den fina­li­sierten Kurzfilmen geplant.

Kreativität und Spaß stehen im Vordergrund des Workshops, Vorkenntnisse im Filmemachen sind will­kommen, aber keine Voraussetzung für die Teilnahme.

Wenn du zwi­schen 17–27 Jahren alt bist, dich als Asiatisch oder Asiatisch-Deutsch posi­tio­nierst und ent­weder eine Idee für einen Kurzfilm (2–5min) hast, die du gerne im Rahmen des MEGA-Kurzfilmworkshops umsetzen würdest, oder bei dir Interesse besteht, erste Erfahrungen im Filmemachen zu sammeln, schreib uns weiter unten im Anmeldeformular ein paar Sätze über dich, ggf. deine Filmidee und deine Motivation teilzunehmen.

TERMINE: 
- WORKSHOP Teil 1: Einführungsworkshop am 31.07.2021
- PRAXIS: mind. 2 x Drehtage pro Film-Team in der ersten Augustwoche
- WORKSHOP Teil 2: Sichtung und Besprechung der Ergebnisse am 07.08.2021
- EVENT: Community-Screening der Ergebnisse im Herbst 2021 

ORT:
Aquarium beim Südblock (Narrativ e.V.)
Skalitzer Str. 6, 10999 Berlin
Der Ort ist bar­rie­refrei befahrbar.  

Veranstaltungssprache: Deutsch
Teilnehmendenzahl: 8 bis 10 (die Anzahl der Teilnehmenden wird sich an den aktu­ellen Corona-Verordnungen des Landes Berlin ori­en­tieren) 
Workshop-Leitung: Dieu Hao Do (BAFNET) und Monica Vanesa Tedja (SOYDIVISION)

Bewerbungsdeadline: 8. Juli 2021 

Bei Fragen zum Workshop schreibt uns gern eine E‑Mail an info@korientation.de.

Zur Workshopleitung

Dieu Hao Do (*1986 Stadthagen) ist chinesisch-deutscher Autor- und Regisseur. Seine Filme erfor­schen post­ko­lo­niale Perspektiven auf Geschichtserinnerung des Amerikanischen Krieges in Vietnam. Mit seinem mit­tel­langen Film AT THE END OF THE WORLD feierte er 2016 Première auf dem Filmfestival MAX OPHÜLS PREIS. Der Kurzdokumentarfilm DER GARTEN DES HERRN VONG folgte im Jahr darauf. Außerdem führte er Regie bei der Webserie JUST PUSH ABUBA (ZDF Das kleine Fernsehspiel).

Sein Regiestudium an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF führten ihn zu ras­sis­mus­kri­ti­schen Denken, Sprechen und Handeln. Mit dem Ziel neue BIPOC Stimmen fürs Erzählen zu empowern, leitet er Filmworkshops und enga­giert sich als Mentor. Er ist aktives Mitglied der gemein­nüt­zigen Initiative BERLIN ASIAN FILM NETWORK (BAFNET), die sich seit 2012 für dif­fe­ren­zierte Repräsentationen asiatisch-deutscher Lebensrealitäten in Film und Fernsehen engagiert.

Monica Vanesa Tedja (she/her, 1991: Jakarta, Indonesien) ist eine chinesisch-indonesische Filmemacherin, die in ihren Filmen Fragen rund um die Identität von Minderheiten stellt. Dabei zeichnen sich ihre Filme durch eine intime Charakterarbeit aus, die zu gleichen Teilen Humor und Pathos ent­halten. Bereits einer ihrer ersten Kurzfilme How to Make a Perfect Xmas Eve (2013) über­zeugte den Indonesian Film Director’s Club und gewann beim XXI. Short Film Festival den Preis für den besten Film. 2015 folgte Sleep Tight, Maria, der im selben Jahr als bester Film beim France Film Festival in Indonesien aus­ge­zeichnet wurde. Diese Filme fes­tigten ihren Status als eine von Indonesiens auf­stre­benden unab­hän­gigen Filmemacherinnen, die sich nicht scheuen, ihre Linse auf Erzählungen zu richten, die in dem Land selten erforscht werden.
2015 zog sie nach Berlin, um an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF den Masterstudiengang Filmregie zu absol­vieren. DEAR TO ME ist ihr Abschlussfilm und erhielt 2021 den Preis für den besten Kurz- und Animationsfilm beim FIRST STEPS Award (Stream tem­porär online!). Monica ist darüber hinaus ein aktives Mitglied von Soydivision - ein per­for­ma­tives Kunstkollektiv, das von in Berlin lebenden Indonesiern gegründet wurde und sich an der Schnittstelle von Kunst und Aktivismus positioniert.

ANMELDUNG ZUM WORKSHOP ist geschlossen

Vielen Dank für all Eure super­span­nenden Anmeldungen!


Dieser Filmworkshop wird von kori­en­tation e.V. ver­an­staltet und findet im Rahmen von MEGA – Media and Empowerment for German Asians statt. MEGA wird durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.

FilmProjekt MEGAVeranstaltungen

Asian-diasporic GAYS/GAZE/GENERATIONS

Wir dis­ku­tieren die Doppelrolle von Filmemacher*innen als begehrte und begeh­rende Subjekte sowie das Potential für sozialen Wandel, wenn der Blick des Begehrens neu aus­ge­richtet wird. Beide Filme nutzen Komik als Mittel der Ausei-nandersetzung mit Begehren, Stereotypen und Beziehungsmustern. Zwischen den beiden Filmen liegen 15 Jahre. Sie eröffnen so einen Blick auf die ver­schie­denen Herangehensweisen zweier Generationen im Umgang mit ras­si­fi­zierten Klischees von asia­ti­schen schwulen Männern.

My German Boyfriend

Wayne Yung, 2004, 19 min

Screenshot aus „My German Boyfriend“, Wayne Yung (2004)

Ein schwuler Chinesisch-Kanadier auf der Suche nach dem idealen Liebhaber. Eine Komödie über ver­meint­liche kul­tu­relle Identitäten, ein Tagebuch über migran­tische Isolation und ein Liebesbrief.

Webseite Wayne Yung: http://wayneyung.com

Beer! Beer!

Popo Fan, 2019, 17 min

Screenshot aus „Beer! Beer!“, Popo Fan (2019)

„Beer! Beer!“ ist eine anti­ro­man­tische Komödie, die am frühen Morgen nach einer wilden Party in Berlin spielt. Während Tao, ein Chinese, und Sebastian, ein Deutscher, sich immer näher­kommen, ver­ändert eine Matratze plötzlich alles …

Webseite Popo Fan: www.popofan.net

Anschließendes Gespräch

mit den Filmemachern: Wayne Yung und Popo Fan
Moderation: Kimiko Suda / kori­en­tation e.V.

Gespräch in eng­li­scher Lautsprache.
Filme auf Deutsch und Englisch

Datum: 22.05.2021, 16.00 – 17.00 Uhr

Diese Veranstaltung findet als Stream statt und ist bis zum 29. Mai 2021 online ver­fügbar.
https://clinchfestival.de/veranstaltungen/asian-diasporic-gays-gaze-generations/?occurrence=2021–05-22

Die Kurzfilmscreenings sind eine Kooperation von kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und dem CLINCH Festival Hannover.


CLINCH ist ein Festival für künst­le­rische, theo­re­tische und akti­vis­tische Auseinandersetzung von Schwarzen Menschen, People of Color und (Post)Migrant*innen. Bei CLINCH ringen die Besucher*innen mit­ein­ander und für­ein­ander um eman­zi­pa­to­rische anti­ras­sis­tische und anti­dis­kri­mi­nie­rende Perspektiven. CLINCH setzt sich für post­ko­lo­niale und (post)migrantische Auseinandersetzung, Selbstorganisierung und Sichtbarkeit ein.

CLINCH ist inter­sek­tional. CLINCH ist radikal. CLINCH ist empowernd.

Das dritte CLINCH Festival findet vom 5.–8. November 2020 im Kulturzentrum Pavillon in Hannover statt: Vier Tage Festival mit Workshops, Performances, Diskussionen, Lesungen, Konzerten, Raum für Empowerment und expe­ri­men­tellen Formaten.

Link zur Festivalseite: https://clinchfestival.de

Projekt MEGA:

„MEGA“ steht für „Media and Empowerment for German Asians“. Das Projekt hat zum Ziel, Asiatische Deutsche darin zu bestärken, ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen auf­zu­ar­beiten, ein­zu­ordnen, zu erzählen und sichtbar zu machen. Das (mediale) Bild von Asiatisch-Deutschen Menschen soll durch selbst­be­stimmte Bilder und Beiträge besetzt und diver­si­fi­ziert werden. Im Rahmen des Projekts MEGA wird eine Kombination von unter­schied­lichen Bildungsformaten ent­wi­ckelt, um unter­schied­liche Bereiche medialer Repräsentation abzudecken.


Diese Veranstaltung wird im Rahmen des Modellprojekts MEGA durch­ge­führt. MEGA wird durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales von Berlin im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.

FilmPolitikVerein

Wir stellen die Ergebnisse der vom Bündnis #VielfaltImFilm initi­ierten Online-Umfrage vor, an der über 6.000 Filmschaffende in ihren 440 Berufen teil­nahmen. Damit liegen nun erstmals umfas­sende Daten zu ihren Erfahrungen bzgl. Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera vor. Die Ergebnisse von Vielfalt im Film deuten darauf hin, dass Diskriminierung die deutsche Filmbranche durch­zieht und die Teilhabe von Filmschaffenden mit unter­schied­lichen Vielfaltsbezügen ein­schränkt. Unsere Ergebnisse gelten als Basis für Handlungsempfehlungen, die die Entwicklung eines inklu­siven und gerechten Arbeitsumfeldes in der Filmbranche vor­an­treiben wollen. 

Weitere Ergebnisse auf https://vielfaltimfilm.de

Initiativgruppe #VielfaltImFilm:
Berlin Asian Film Network
BVR – Bundesverband Regie e.V.
Citizens For Europe
Crew United
Diversity Arts Culture
Hörfilm.info
Filmuniversität Babelsberg - Konrad Wolf
Kinoblindgänger gemein­nützige GmbHkori­en­tation e.V.
Label Noir
Leidmedien.de
Panthertainment
Pro Quote Film
Queer Media Society
Schwarze Filmschaffende Community

Vielen Dank an allen Beteiligten: 

  • Thelma Buabeng, Schauspielerin
  • Kai S. Pieck, Regisseur und Autor
  • Tua El-Fawwal, Schauspielerin
  • Viktoria So Hee Alz, Drehbuchautorin
  • Max Weiland, Geschäftsleitung uns* LGBTQIA+ Talentagentur
  • Tobias Lehmann, Kameramann
  • Manuela Wisbeck, Schauspielerin
  • Chun Mei Tan, Schauspielerin, Agentin und Business Coach
  • Juan Vivanco, Wissenschaftler
  • Jonathan Kwesi Aikins, Schauspieler
  • Judyta Smykowski, Journalistin
  • Dieu Hao Do, Regisseur
  • SHERI HAGEN, Schauspielerin, Regisseurin und Filmproduzentin
  • Jerry Kwarteng, Schauspieler
  • Deniz Yildirim, Wissenschaftlerin
  • Prof. Dr. Skadi Loist, Professor*in für Produktionskulturen

Künstlerische Leitung / Produktion: Séverine Lenglet (Citizens For Europe)
Kamera / Schnitt : Gábor Hollós
Ton /Licht: Bär in Mind
VFX / Colorist: DERAVEN
AVMusik: Erik Siefken
Gebärdesprache-Dolmetschen: Eyk Kauly#
Audiodeskription: Kinoblindgänger gemein­nützige GmbH in Koproduktion mit 48hearts pro­duc­tions
Sprecherin: Susanne Hauf 

Vielen Dank für die Unterstützung:

  • Studio Emanuelf
  • Júlia Erő
  • Zentrum für Kultur und visuelle Kommunikation der Gehörlosen Berlin / Brandenburg e.V.
  • Barbara Fickert (Kinoblindgänger)
  • Jan Meuel (DBSV: Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.)
  • KOPF, HAND und FUSS gGmbH

Förderer:innen:

Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), Bundesagentur für Arbeit: ZAV – Zentrale Auslands- undFachvermittlung, Bündnis 90/Die Grünen – Landtag Bayern, Constantin Film, FilmFernsehFonds Bayern, HessenFilm und Medien, Kulturwerk Bild-Kunst, MFG Filmförderung Baden-Württemberg, Netflix, Pensionskasse RundfunkUnterstützer:innen: Bundesverband Casting Deutsche Akademie für Fernsehen e.V. Deutsche Filmakademie Erich Pommer Institut Indiefilmtalk Podcast Neue deutsche Medienmacher @Produzentenallianz #Produzentenverband @Spitzenorganisation-der-Filmwirtschaft-e-V-SPIO #themis_vertrauensstelle Verband Deutscher Drehbuchautoren VÖFS – Verband Österreichischer FilmschauspielerInnen

BlogFilmInterviews

Zachs Interviews mit den am Animationsfilm „Raya und der letzte Drache“ betei­ligten US-Filmschaffenden und der deut­schen Synchronsprecherin Chrissy Ann Zalamea

von Zach Ramon Fitzpatrick (@AsianGermanUpdates auf Instagram)

Raya und der letzte Drache ist der neueste Film von Walt Disney Animation Studios und sogar der erste, der von süd­ost­asia­ti­schen Kulturen inspi­riert wird. In der Fantasiewelt von Kumandra dreht sich dieses bunte Abenteuer um Raya (gesprochen von Kelly Marie Tran aus Star Wars: The Last Jedi, 2017; gesprochen von Chrissy Ann Zalamea in der deut­schen Fassung). Rayas eigener Vater wurde von den mäch­tigen Druunen vor 6 Jahren ver­steinert, wie unzählige andere Opfer in ganz Kumandra. Eines Tages beschwört Raya den legen­dären aber toll­pat­schigen Wasserdrachen Sisu (gesprochen von Awkwafina aus Crazy Rich Asians/The Farewell), in der Hoffnung die von den bösen Druunen bedrohte Welt zu retten. Um Sisus volle Kräfte wie­der­her­zu­stellen muss Raya erst einmal alle fünf Scherben des zer­bro­chenen Drachenjuwels wieder zusam­men­fügen. Raya hat schon die Scherbe aus ihrem eigenen Land “Herz,” aber das Problem ist jedoch, dass die rest­lichen Stücke in den anderen vier Ländern Kumandras sind. Neben dem weisen aber naiven Sisu und ihrem Sidekick Tuk Tuk (ein großer Schuppentier-Käfer-Hybrid, der auch als Geländewagen dient) bricht Raya zu einer Reise auf durch die Landschaften von “Schweif”, “Kamm”, “Klaue” und “Zahn”. Während ihrer Reise begegnet Raya kon­ti­nu­ierlich neuen Mitmenschen Kumandras – manche von ihnen sind Feind*innen und manche Verbündete. Lernt Raya von Sisu sich endlich auf andere zu ver­lassen, um ein gemein­sames Ziel zu erreichen?

Ich hatte die Gelegenheit, fünf von den Hauptfilmschaffenden zu inter­viewen: Drehbuchautorin Adele Lim (bekannt für Crazy Rich Asians, 2018), Drehbuchautor Qui Nguyen (ein Dramatiker), Produzentin Osnat Shurer (bekannt für Moana, 2016), Regisseur Carlos López Estrada (bekannt für Blindspotting, 2018 und das Musikvideo zu Billie Eilishs “When the Party’s Over”) und Regisseur Don Hall (bekannt für Big Hero 6, 2014).

Zu süd­ost­asia­ti­scher Repräsentation im Film
Adele Lim (Drehbuch):
“I have been working in Hollywood for a long time and have never really been able to explore my Southeast Asian heritage. It was exciting to be able to bring that to this movie. And not just me: my co-writer Qui Nguyen, and our head of story Fawn Veerasunthorn who is from Thailand. Also, within the Disney team, our story artists, visual deve­lo­pment, ani­mation – there were so many people with cul­tural roots in Southeast Asia, talent already being nur­tured by Disney who were able to pour this into the movie. Not just on the script level or in the main story, in terms of larger themes…but also in the longans, the man­go­s­teens, the batik. All these little bits are love letters from the creators at Disney to our cul­tures. And just to add a little bit to that, where Kumandra really reflects reality… In Malaysia where I grew up, there are so many races, cul­tures, reli­gions, and it’s very easy for each group to look at each other and focus on dif­fe­rences as the thing that drives us apart. But truly when you look at our history, when you look at our street food–which is pro­bably the best in the world–it is because of all of these influences. So, those are two sides of the coin that we explore in Kumandra, this fantasy world. That when we get it right, there is this beau­tiful ideal we could be striving for.”

Qui Nguyen (Drehbuch):
“My Vietnamese American back­ground was defi­nitely moti­vation. Growing up in America, espe­cially in big Hollywood films, you don’t get many heroes that look like me and my kids. So, when making the film, it was very much an important factor to me to create heroes that [my kids] could look up to, because this was some­thing I didn’t get to have, and I wanted to make sure this was an expe­rience they didn’t have to live through. Now, they can look up and go, “Raya is my superhero.”


Osnat Shurer (Produktion):
“I worked on Moana and for that we created the Oceanic Story Trust, which was so incre­dibly helpful, grounding, and important to the film, so we decided to do that again here [with the Southeast Asia Story Trust]. Throughout Raya, we had a won­derful Lao visual and cul­tural anthro­po­logist, a Thai architect, an Indonesian gamelan master, an Indonesian lin­guist, a Filipino archaeo­logist and so on. These experts would help us with spe­cific ques­tions. They would see scree­nings of the film and give us notes. We would send Dr. Arounsack every single design and see his input on it.”

Über den Wasserdrachen Sisu
Carlos López Estrada (Regie):
“We wanted to establish a cha­racter with which Raya could share really intimate moments with, so rather than the inti­mi­dating dragon we are used to seeing in so many Western movies, Sisu was meant to be a dragon you can really connect with and exchange some deep pro­found ideas about the human world.”


Osnat Shurer (Produktion):
“It’s fasci­nating, there are inter­pre­ta­tions of the dragon all over the world. Most of us in movies have become familiar with the Western dragon, the European inter­pre­tation of the dragon who pro­tects tre­asure, is fire-breathing, or is the enemy. As we started exploring the Southeast Asian nāga, we were looking at a semi-divine creature that is con­nected to water, that brings life. You’ll notice, Sisu is all blues and greens–all water colors–as well as the ser­pentine way she moves were all inspired by the nāga.”

Über das Thema Vertrauen
Adele Lim (Drehbuch):
“We already had that Kumandra was divided into five lands. Looking around the world we live in today, it was easy to see the schisms and the division in the world. Many of us, as parents, this is not the world we want our children to inherit. So, we knew that would be a central tenet of the movie and then, inspired by Southeast Asia, having lots of dif­ferent cul­tures and iden­tities in a con­tained space. But the theme of trust came in later, as we explored ways of pulling people tog­ether. The only way you can bridge those divi­sions is trust. It is not about creating a mono­lithic culture, it is not forcing people to change neces­s­arily, but asking the question, “What is it going to take for us to come tog­ether?” So, even though Raya is a fic­tional cha­racter, the obs­tacles she faces are a real-world problem. She thinks her pro­blems are going to be solved by one magical dragon. The dragon really inspires the answer within all of us, which is, you have to con­tinue to reach out: even if you fail, even if you are betrayed, even if it doesn’t work, even if you lose ever­y­thing. We have to keep rea­ching out, because it is the only way forward for all of us.”

Qui Nguyen (Drehbuch):
“The movie was in deve­lo­pment for six years. A lot of the cir­cum­s­tances we are living in now that feel super relevant and timely to the movie that we’re making are not things we initially thought about or could have even pos­sibly pre­dicted. When you’re making a Disney film, you’re trying to make the most tim­eless film pos­sible. The story about trust and coming tog­ether was some­thing that we thought would always be here, but when it came to spe­cifics about the druun being basi­cally a plague in our movie that sort of resembles what we are all living through, that was just hap­pen­stance. And to see the kind of social unrest that was hap­pening in our own country, the movie now feels as timely as ever. It has a message that I hope everyone gets to see and be able to talk about, and hop­efully helps with some healing.”


Über Action und Humor
Qui Nguyen (Drehbuch):
“When it comes to the martial arts, we wanted to reflect what exists in areas of Southeast Asia, spe­ci­fi­cally: pencak silat, muay Thai, arnis, and tra­di­tional Vietnamese wrestling. As a martial artist, these are styles I gra­vi­tated towards, just for me to under­stand my cul­tural back­ground a little bit more. So, it was fun imple­menting things that mat­tered so much to me in my upbringing into essen­tially an action movie.”


Adele Lim (Drehbuch):
“We’re all fans of movies, even before we are film­makers. I loved Hong Kong action movies with strong female prot­ago­nists. Even if they were a girl­friend or a villain, they still had panache and flair. My col­league Qui has a great sense of humor when it comes to the fighting scenes and the trash talk. So that’s where we came from, wanting to create really enter­taining cha­racters, really fasci­nating people, beau­tiful colorful worlds, and then layer in the larger themes.”


Osnat Shurer (Produktion):
“Also, it really helps when you cast someone like Awkwafina as Sisu and you get to do recording ses­sions. The writer will put some­thing down, Awkwafina will take it here, we’ll take it back there and tog­ether, you come up with some­thing. Both she and Kelly Marie Tran are not just funny, there’s also a depth of emotion.”

Über den Einfluss der Pandemie auf den Film
Osnat Shurer (Produktion):
“March of last year, we all went home and we’ve been making this movie from over 450 indi­vidual homes.”

Don Hall (Regie):
“[The film] was cer­tainly made with a thea­trical release in mind. Then, the world got waylaid by COVID and things changed. But for us, we’re actually thrilled that we have a dual release schedule. Where theaters are open, people can see it on the big screen, if they feel com­for­table. And in places where that’s not an option or if people aren’t able to go to theaters, we have Disney+. We just want people to see the movie. We worked really hard on it and are intensely proud of it.”

Im Anschluss hatte ich auch noch die Ehre, die deutsche Synchronsprecherin von Raya, Chrissy Ann Zalamea (YouTuberin “Hello Chrissy” und bekannt für die Webserie Wishlist) zu interviewen.


Chrissy über ihren per­sön­lichen Bezug zur süd­ost­asia­ti­schen Heldin des Films:
“Die erste süd­ost­asia­tische Disney Heldin syn­chro­ni­sieren zu dürfen ist eine Riesenehre. Der Film an sich bedeutet mir und mit meinen süd­ost­asia­ti­schen Wurzeln extrem viel, weil man als Südostasiate nicht damit gerechnet hat, dass man in so einer großen Form, in so einem großen Film reprä­sen­tiert wird und auf eine schöne, lie­be­volle und total coole Art und Weise. Teil davon sein zu dürfen ist eine Riesenehre. Weil Synchronsprechen sowieso auch noch mein Traum ist, ist das unglaublich toll.”

Chrissy über die Gelegenheit, eine Disney-Heldin zu syn­chro­ni­sieren:
“Ich habe ja schon mal in einem Film syn­chro­ni­siert, aber in dieser Größe noch nicht und das war schau­spie­le­risch total spannend, weil man genug Zeit hat, voll in die Figur rein­zu­gehen, voll mit ihr mit­zu­fühlen, die ganze Entwicklung der Figur quasi mit­zu­machen. Als dass du, wie im Synchronjob üblich ist, eigentlich nur für ein paar Takes (Zeilen) rein­gehst, wo du nicht genau weißt, “Was war das über­haupt für ein Film?” und das fand ich besonders an dieser Erfahrung, den ganzen Film richtig mit­er­leben zu können, weil man so gut wie in jeder Szene drin ist. Es ist im Synchron anders als beim Schauspiel nicht üblich, dass man vorher das Drehbuch kriegt. Es ist schon eigentlich so, dass du im Normalfall ins Studio kommst und da siehst du zum ersten Mal deinen Text. Bei Raya hatte ich das Glück, dass ich vorher den Film gucken durfte in einem kleinen Screening und da konnte ich mich schon so ein bisschen ein­fühlen in die Geschichte und da wusste ich so ein bisschen Bescheid wohin ent­wi­ckelt sich die Figur überhaupt.”

Chrissy über das, was Raya von anderen neuen Disney Filmen unter­scheidet:
“Raya an sich macht besonders, dass sie zum einen eine absolute Anführerin ist. Sie sieht sich die Probleme in der Welt an und sieht sich ver­ant­wortlich dafür und will diese Probleme regeln und geht dafür los, für Dinge, die größer sind als sie selbst. Dann finde ich besonders an Raya, dass sie aus­ge­bildet ist als Wächterin des Drachenjuwels und auch als Kämpferin in vielen Kampfkünsten, schon von klein auf. Das sieht man auch im Trailer schon, dass sie als junge Raya es schon richtig drauf hat. Und ich finde, das macht sie zum Beispiel phy­sisch auch zur bisher stärksten Disney Heldin. Und das sind zwei Sachen, die mir direkt ein­fallen, die sie so ein­zig­artig machen. Dann finde ich natürlich den Film an sich besonders und dass er von süd­ost­asia­ti­schen Ländern und Menschen inspi­riert ist und dass die Fantasiewelt von Kumandra so kreativ ver­flochten ist. Das sieht man optisch in den ganzen Details. Das finde ich halt total schön gemacht, zum Beispiel solche coolen Sachen wie, dass ihr Sidekick Tuk Tuk heißt, inspi­riert von den Motor Rikschas in Thailand und auch den Philippinen, und es dann tat­sächlich als Motorrikscha dient. Ich find es halt optisch total schön dar­ge­stellt und ani­miert. Dass Raya als Lone Ranger losgeht und um sich dieses Team bildet von Außenseitern, Misfits, sozu­sagen und dass sie gemeinsam stark sind. Und das finde ich ist eine richtig coole, aben­teu­er­liche Reise.”

Chrissy über den Gesang auf der kon­stru­ierten kuman­drai­schen Sprache in einer Szene:
“Das war super spannend, weil ich ja eigentlich keine Sängerin bin. Ich weiß noch als ich den Film im Original gesehen habe, dachte ich “Oh nein, jetzt muss ich singen.” Die Sprache an sich fand ich total schön und das hat sich sehr leicht ange­fühlt. Tatsächlich hat das Singen an sich auch sehr gut geklappt und der Regisseur hat mich hin­terher total gelobt für meinen Gesang.”

Chrissy über ihre Lieblingsszene:
“So viele Lieblingsszenen. Also, eine Szene die mir spontan ein­fällt ist die, wo Sisu der Raya ihre Geschichte erzählt. Im Trailer selber, da hört man ja auch Sisu sagen “Um Vertrauen zu lernen, musst du den ersten Schritt machen,” das fand ich ganz schön. Im Film geht man da in die Tiefe in die Geschichte von Sisu und dass sie ja auch so eine Figur ist, die gar nicht an sich selber glaubt und von sich selbst nicht denkt, dass sie ein besonders guter Drache ist. Aber ihre Geschwister haben ihr ver­traut und das fand ich war ein sehr schöner Moment. Also hat [Sisu] sich selbst ver­traut. Das war sehr inspi­rierend zu hören. Das ist eine Einstellung, die ich im Alltag gebrauchen kann. Wenn ich mir selbst nicht ver­traue, dass ich mich dann auf die Menschen besinne, die an mich glauben und mich gern haben, und das den Glauben an mich selbst wieder stärkt.”

Chrissy über ihre Lieblingsfiguren (außer Raya):
“Das ist schwer, ich hatte viele Lieblingsfiguren. Natürlich liebe ich Sisu, die ist einfach sau­lustig. Allein dass sie denkt, “Mit Geschenken löst man jedes Problem”, das ist voll süß, ich musste immer wieder lachen. Neben Raya finde ich Namaari echt cool. Die bewundere ich total. Bei jeder Synchron Szene, die ich mit ihr hatte, war ich so mega ehr­fürchtig. Ich musste im Schauspiel gegen sie sein aber ich war ins­geheim voll ihr Fan. Die Namaari ist eine taffe Figur, sehr sehr stark und sehr sehr hart, also das Gegenteil von mir per­sönlich. Aber die Figur hat auch so eine Tiefe. Der Film geht auch noch mal in ihre Geschichte rein und in die Motivation hinter ihrem Handeln.”

Chrissys Schlussworte zum Film:
“Bei Disneys RAYA könnt ihr auf jeden Fall eine geballte Ladung Action, ganz viele Martial Arts Szenen, coole taffe Charaktere und sehr viel Humor erwarten. Ihr werdet sehr viel lachen, aber natürlich ist auch wie für Disney üblich etwas fürs Herz mit dabei. Also, ein Film für jede*n, es wird jede*r Spaß dran haben.”
 
Raya und der letzte Drache wird am 5. März weltweit zeit­gleich in den Kinos und auf Disney+ mit VIP-Zugang starten.

Das Titelbild ist ein Screenshot aus dem Film „Raya und der letzte Drache“, ©Disney.


Zum Autor: Zach Ramon Fitzpatrick ist Doktorand an der University of Illinois at Chicago. In seiner Dissertation forscht er über die über­ra­schend lange Geschichte der asia­ti­schen Repräsentation im deut­schen Film. 2021 erscheint ein Artikel von ihm in dem Sammelband The German-East Asian Screen: Cinematic Entanglements in the 20th and 21st Centuries. Zach ist Filipino American und gründete im Sommer 2019 den Instagram-Account @AsianGermanUpdates.