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Speaker Alert! 🗣️📝 

Wir freuen uns sehr, unser anste­hendes Online-Gespräch mit der Aktivistin, Pädagogin und trans­na­tio­nalen Feministin, Dr. Margo Okazawa-Rey anzukündigen.

Wie hängen Identität(en) und eman­zi­pa­to­rische Kämpfe mit­ein­ander zusammen? Was ist das Schwarze Feministische Manifest vom Combahee River Collective? Wie blickt Dr. Okazawa-Rey als Gründungsmitglied jetzt auf dessen Inhalte, Effekte und Missverständnisse und was können wir für heute daraus lernen?
Und wie kann eine trans­na­tionale, femi­nis­tische, anti­ras­sis­tische Praxis gegen globale Unterdrückung und kapi­ta­lis­tische Strukturen eigentlich aus­sehen?

Wir stellen uns mit Dr. Okazawa-Rey diesen Fragen, weil wir derzeit vor der immer größer wer­denden Herausforderung stehen soli­da­rische Kämpfe zu führen, die Differenzen als auch gemeinsame Ziele pro­duktiv ver­knüpfen können. Deswegen wollen wir in diesem Online-Format von ihren Analysen und ihrer poli­ti­schen Praxis lernen: einer Politik der Hoffnung, Befreiung und auf­rich­tiger Verbindung.

🌟 Es wird Raum geben (u.a. in Kleingruppen) fürs gemeinsame Gespräch und um mit­ein­ander Fragen zu dis­ku­tieren – genauso wie für (Tanz-)Pausen mit Musik!

Online Gespräch und Live-Screening

📅Wann: Freitag, 18.09.2026, 18.00–21.00 Uhr
📍Wo: Online über Zoom & HACKE, Hacketäuerstr.82, 51063 Köln
👥Wer: Community & Friends, alle Interessierten
🗣 Sprache: English
🎫Anmeldung: schreibt eine Mail an koeln(ät)korientation.de

About Dr. Margo Okazawa-Rey

Margo Okazawa-Rey ist eme­ri­tierte Professorin der San Francisco State University und eine Aktivistin-Pädagogin, die seit über 30 Jahren und um die Themen Militarisierung und Gewalt gegen Frauen arbeitet und schreibt. Sie ist seit langem auch außerhalb der USA als Aktivistin aktiv und pflegt dort enge Beziehungen, die ihre poli­tische Perspektiven und Praxis, ins­be­sondere in Bezug auf trans-nationale, femi­nis­tische Solidaritäten prägen. Sie ist Gründungsmitglied des „International Women’s Network against Militarism” und dessen US-Gruppe „Women for Genuine Security“ sowie des in den 1970er Jahren gegrün­deten „Combahee River Collective“. Außerdem pro­du­ziert und mode­riert sie die femi­nis­tische Radiosendung „Women’s Magazine“ auf dem Sender KPFA Berkeley California im „Pacifica-Radio“-Netzwerk und ist als „trans­na­tional feminist virtual dance party” DJ MOR Love and Joy bekannt.

ℹ️ Zugänglichkeit und Barrieren

Online

  • Die Veranstaltung findet Online auf Zoom statt.
  • Die Veranstaltung findet auf eng­li­scher Lautsprache statt.
  • Während der Veranstaltung sind Live-Untertitel via Zoom aktiviert.
  • Eure Beiträge sind mündlich mit Mikrofon oder schriftlich im Chat möglich. 

Vor Ort

  • Sprachen: Die Veranstaltung findet auf eng­li­scher Lautsprache statt.
  • Hinkommen: Die nächsten Bus- & Bahnhaltestellen (Von-Sparr-Str., Berliner Str., Bürgerpark Mühlheim) sind ca. 5–7 Minuten zu Fuß entfernt.
  • Behindertenparkplätze: Es gibt jeweils einen Behindertenparkplatz in der Berliner Str.76 und 77, beides 400m vom Veranstaltungsort.
  • Reinkommen: Der Raum liegt im Erdgeschoss und es gibt 3 Treppenstufen im Eingang, für die eine Rampe bereit haben.
  • Toiletten: Die Toilette liegt eben­falls im EG im Hausflur, ist sehr eng und schmal.
  • Wickeltisch: Es gibt keinen Wickeltisch, der hintere Raum kann jedoch als Rückzugsraum dafür genutzt werden.
  • Infektionsschutz: Bitte seht bei Erkältungs- und Grippesymptomen von einer Teilnahme ab.

FilmVeranstaltungenVerein


Titelbild @studio_yukiko Webseite zum Film: www.staatsschutz-film.de

Community-Screening von „Staatsschutz“ mit Special Q&A im Anschluss 
📅Wann: Donnerstag, 03.09.2026, 19 Uhr
❗️UPDATE – zusätz­liches Screening: 03.09. um 20 Uhr
📍Wo: Kino Central Berlin, Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin, www.kino-central.de
👥Wer: Community & Friends
🗣 Sprache: Deutsche Lautsprache größ­ten­teils
🎫Tickets: Vorverkauf online unter Kinoheld oder direkt an der Kinokasse

🎟️ Tickets mit Community-Rabatt für 9 € (max 2 pro Person)

Online Vorverkauf
- für 03.09. um 19 h (Original mit engl UT) – Link Kinoheld - KORREKTUR! Es sind doch eng­lische UT!
- für 03.09. um 20 h (Original mit engl UT) – Link Kinoheld

Vorverkauf an fol­genden 3 Kinokasse

1) Kino Central (Mitte), Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin https://kino-central.de/
2) Kino Toni (Weißensee), Antonplatz 1, 13086 Berlin, https://kino-toni.de
3) Kino Moviemento (Kreuzberg), Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin https://moviemento.de/

Community-Code:
Wie kommt ihr an den Community-Rabatt?
1) Kontaktiert uns über das Formular weiter unten, dann bekommt ihr das Codewort per Email zuge­schickt.
2) Oder meldet euch auf unserem Insta-Account @korientation per DM, dann erhaltet ihr das als DM.

Beim Ticketkauf an der Kasse müsst ihr der Verkaufsperson den Community-Code sagen, damit ihr den ermä­ßigten Preis erhaltet.

Infos zu Barrierefreiheit im Kino Central:

In beiden Sälen gibt es eine Hörschleife, die den Ton direkt auf Hörgeräte über­trägt.
Einige unserer Filme sind auf Anfrage in bar­rie­re­freier Fassung ver­fügbar.

Das Kino ist nur sehr ein­ge­schränkt für Rollis geeignet.
* Kino 1 ist per Fahrstuhl über den Hof direkt erreichbar. Von dort kommt Ihr nur über einige Stufen ins Foyer & die Toiletten.
* Kino 2 ist über ein paar wenige Stufen direkt über den Hof erreichbar. Auch hier ist der Zugang zum Foyer nur über einige Stufen erreichbar.
Am besten ruft ihr vorher an, wenn ihr mit Rolli kommt: 030 – 285 999 73 (Kinokasse)

Zum Film

Der Spielfilm „Staatsschutz“ in der Regie von Faraz Shariat kommt am 27.08.2026 bun­desweit in die Kinos – mit der ersten Asiatisch-Deutschen Staatsanwältin als Hauptfigur auf der großen Leinwand. In dem Film tritt Staatsanwältin Seyo Kim, gespielt von Chen Emilie Yan, ihre erste Stelle in einer Staatsanwaltschaft in einer fik­tiven ost­deut­schen Stadt an – und geht nach einem ras­sis­ti­schen Anschlag auf ihr Leben in eigener Sache vor Gericht. Um ihren eigenen Fall auf­zu­klären, beginnt sie eigen­sinnig, teil­weise rück­sichtlos und auf eigene Faust, Ermittlungen in rechts­extreme Netzwerke und andere Fälle rechter und ras­sis­ti­scher Gewalt zu führen – gegen den erbit­terten Widerstand von Vorgesetzten und Kolleg*innen. Der Film ver­weist auf die gesell­schaft­lichen Realitäten insti­tu­tio­nellen und struk­tu­rellen Rassismus, die offen­sichtlich vor Justiz und Sicherheitsbehörden nicht halt machen sowie die Gefahren für unsere demo­kra­tisch ver­fasste Gesellschaft, wenn diese Einrichtungen von Rechtsextremen gekapert werden.

Das Drehbuch wurde von Claudia Schaefer als Hauptautorin in Zusammenarbeit mit Sun-Ju Choi und Jee-Un Kim geschrieben. Sun-Ju und Jee-Un haben kori­en­tation mit­ge­gründet und waren über die Jahre hinweg in unter­schied­lichen Rollen und Funktionen im Verein engagiert.

Special Screening am 03.09.2026 mit Q&A

Wir freuen uns daher sehr, dass wir in Kooperation mit unserem „Hauskino“ Kino Central Berlin ein ganz beson­deres Screening am 03.09.2026 organisieren. 

Im Anschluss an den Film werden für das Q&A die Schauspielerin Chen Emilie Yan, die Produzentin Paulina Lorenz von Jünglingen und alle drei Drehbuch-Autor*innen Claudia, Sun-Ju und Jee-Un anwesend sein, um mode­riert durch Nhat Vi Nguyen aus dem korientation-Team mit euch ins Gespräch zu kommen. 

Gäst*innen

Chen Emilie Yan, Schauspielerin

Chen wurde 2000 in Shanghai geboren. Aufgewachsen nahe Düsseldorf, absol­vierte sie zunächst ein Psychologiestudium, bevor sie ihre Schauspielausbildung an der Kunstuniversität Graz abschloss. Ihre Arbeiten führten sie u.a. an das Deutsche Theater Berlin, das Schauspielhaus Graz, das Stadttheater Ingolstadt sowie zu inter­na­tio­nalen Festivals. STAATSSCHUTZ mar­kiert ihr Kinofilmdebüt in der Rolle der Hauptfigur Seyo Kim.
www.filmmakers.eu/de/actors/chen-emilie-yan

Foto: Massimiliano Corteselli


Paulina Lorenz, Produzentin, Jünglinge Film

Paulina ist Produzentin, Drehbuchautorin und Mitgründerin der Produktionsfirma Jünglinge, die Filme und Serien mit einer que­er­fe­mi­nis­ti­schen, post­mi­gran­ti­schen Perspektive ent­wi­ckelt. Hierzu gehören der Kinofilm „Futur Drei“ (2020), die ARD Serie „Schwarze Früchte“ (2024) wie auch der aktuelle Film „Staatsschutz“, der seine Première auf der Berlinale 2026 feierte. 

Foto: Brigitte Dummer


Claudia Schaefer, Hauptautorin Drehbuch

Claudia Schaefer ist Diplompsychologin und stu­dierte später an der dffb Drehbuch. Ihr Leben ist geprägt von poli­ti­schem Aktivismus und so ent­standen auch ihre ersten beiden Kinofilme: WEIL ICH SCHÖNER BIN (2012) und NAOMIS REISE (2017). Ihr dritter Film, nach dem Roman ELLBOGEN von Fatma Aydemir, prä­mierte 2024 auf der Berlinale. 2026 kehrte sie mit STAATSSCHUTZ zur Berlinale zurück. Ihr aktu­elles Projekt KASCHIERT wurde für den deut­schen Drehbuchpreis 2026 nomi­niert.
www.claudia-schaefer-drehbuch.de


Sun-Ju Choi, Co-Autorin Drehbuch, Kuratorin und Autorin

Sun-Ju stu­dierte Literatur an der Universität zu Köln und Drehbuch an der DFFB (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin), ist Gründungsmitglied von kori­en­tation und war lange Jahre im Vorstand des Vereins. Sie setzt sich als Vorstandsmitglied von „Vielfalt im Film“ und den „neuen deut­schen orga­ni­sa­tionen“ wei­terhin für mehr Viefalt und Intersektionalität ein, besonders auch im Film. 


Jee-Un Kim, Co-Autorin Drehbuch

Jee-Un ist Gründungsmitglied und Geschäftsleitung von kori­en­tation. Sie war nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften und Kulturmanagement zunächst anwaltlich tätig, bevor sie als wis­sen­schaft­liche Mitarbeiterin an die Koreanistik Tübingen ging. Seit 2020 arbeitet sie haupt­amtlich für kori­en­tation, mit einem Interesse an Selbstorganisierungen, macht­kri­ti­scher Organisationsentwicklung, Aufbau von post/migrantischen Wissensbeständen und wider­stän­digen Community-orientierten Strategien in einer zunehmend auto­ri­tären Gesellschaft. 

Moderation

Nhat Vi Nguyen, Moderation

Vee (alle Pronomen) ist Viet-Deutsch und chro­nische Virgo. Auf der Bühne ist sie als Musikerin veenus unterwegs, auf Social Media als Strategin/Content Creator aka Social Veedia. Sie bietet sowohl für Gesang als auch für Social Media Workshops an und spricht auf Panels über den Mangel an inter­sek­tio­naler Repräsentation in der Musikbranche. Seit 2022 ver­ant­wortet sie für kori­en­tation alles, was mit Social Media zu tun hat, 2023 unter­stützte teil­weise auch KARAKAYA TALKS. Politisch orga­ni­sierten Gruppen ver­mittelt sie ab und an in Form von Workshops das Wissen, ihre Themen auf Social Media greifbar zu machen.

Community Code für den Community-Rabatt:

Fehler: Kontaktformular wurde nicht gefunden.

FilmKulturVeranstaltungen

Das kori­en­tation Team hat mal wieder eine span­nende Veranstaltung ent­deckt und lädt euch ein, gemeinsam hinzugehen!

Was haben die Arbeitskämpfe der korea­ni­schen Bergarbeiter 1980 in Sabuk (Südkorea) mit deut­scher Geschichte zu tun? Wir möchten mehr über die ver­ges­senen trans­na­tio­nalen Verflechtungen und Solidaritäten von Koreanischen / Koreanisch-Deutschen Graswurzelbewegungen erfahren und gehen des­wegen zum Filmscreening der Dokumentation „1980 Sabuk“, die von der Koreanistik Tübingen ver­an­staltet wird.

🎬 Dokumentarfilm 1980 Sabuk (Park Nam-Bong, Südkorea 2024, 128 min. / OmengU)
mit 🎤 Einführung von Prof. You Jae Lee (Professor für Koreanistik an der Universität Tübingen)
& 💬 anschlie­ßendes Gespräch mit Inuk Hwang (Direktor des Instituts zur Erforschung der regio­nalen Gesellschaft Jeongseon und der Sprecher im Film)
📅 Wann: Sonntag, 01.02.2026, 18 Uhr Veranstaltungsbeginn
🤝 korientation-Treffen: 17.30 Uhr im Foyer – sprecht einfach die Person mit der leuchtend tür­ki­senen Mütze an!
📍 Wo: SİNEMA TRANSTOPIA, Lindower Str. 20/22/Haus C, 13347 Berlin
🎟️ Für wen: Alle, die (zusammen mit uns) eine coole Veranstaltung besuchen möchten
🎫 Tickets: Kauft euch vorab ein Ticket direkt beim SİNEMA TRANSTOPIA!

Links
- Seoul Independent Film Festival 2025: https://siff.kr/en/films/1980-%EC%82%AC%EB%B6%81 (Englisch)
- Offizielle Webseite des Films: www.jcrc.kr (nur koreanisch)

Worum gehts in der Veranstaltung?

Kampf um Arbeitsrechte in Sabuk (Südkorea)

Im April 1980 erhoben sich in Sabuk (Südkorea) rund 3.000 Bergleute, um ihre Arbeitsrechte ein­zu­fordern. Gegen Überwachung und Ausbeutung über­nahmen sie zeit­weise die Kontrolle über Sabuk und gerieten in direkte Konfrontation mit staat­lichen Sicherheitskräften. Die damalige Militärregierung ver­hängte Kriegsrecht über Sabuk und der Aufstand wurde gewaltsam unter­drückt. Dabei gab es zahl­reiche Opfer. Inzwischen sind mehr als 40 Jahre ver­gangen, aber die Wunden der Staatsgewalt sind bis heute nicht ver­heilt. Der Film trägt zur his­to­ri­schen Aufarbeitung bei und hat den anhal­tenden Forderungen nach einer offi­zi­ellen Entschuldigung und Wiedergutmachung durch den Staat eine breite Öffentlichkeit ver­schafft.1 Das Filmscreening in Deutschland spiegelt daher auch den Wunsch der Betroffenen wider, die aktuelle Kampagne zur Durchsetzung ihrer Forderungen inter­na­tional sicht­barer zu machen.

Kämpfe in Deutschland – Bezüge nach Südkorea

Zur gleichen Zeit kämpften im Jahr 1980 in Deutschland 800 korea­nische Bergarbeiter im Ruhrgebiet um ihre Menschenrechte – ins­be­sondere um Aufenthaltsrechte und freie Berufswahl. Sie gehörten zur letzten ver­blie­benen Gruppe der ins­gesamt rund 8.000 korea­ni­schen Bergarbeiter2, die zwi­schen 1963 und 1977 für die Arbeit in den Steinkohlewerken im Ruhrgebiet für 3‑Jahresverträge ange­worben worden waren.

Die Bundesregierung lehnte ihre Forderungen zunächst ab. Als jedoch im Mai 1980 in Gwangju/Südkorea das Militär Bürger*innen mas­sa­krierte3, wäre eine Abschiebung dieser Bergarbeiter nach Korea zu einem Politikum geworden – wodurch sie in Deutschland bleiben konnten.

Gemeinsam mit den Koreanischen Krankenschwestern4 bilden sie seit den 1960er Jahren das Fundament der korea­ni­schen Diaspora in Deutschland. 

Zwei Kämpfe – eine verflochtene Geschichte

In beiden Teilen der Welt kämpften korea­nische Bergarbeiter zeit­gleich für Menschenrechte. Zu der Zeit wussten sie nicht von­ein­ander – obwohl die Opfer in Korea indirekt auch die Ziele der Koreanischen Deutschen ermög­lichten. Der Film gibt Gelegenheit, über die Kämpfe der korea­ni­schen Arbeitsmigrant*innen in Deutschland im Zusammenhang mit den Arbeitskämpfen sowie der Demokratisierungsbewegung in Südkorea zu dis­ku­tieren, die mit­ein­ander ver­flochten waren, auch wenn die Zeitgenossen sich darüber nicht im Klaren waren.

„Transnationale Solidarität an der Basis würdigt die Geschichte gewöhn­licher Menschen, deren Schicksale sonst in den Geschichtsbüchern ver­gessen würden.“ You Jae Lee


  1. Artikel in der Korea Times vom 23.04.2025: www.koreatimes.co.kr/southkorea/society/20250423/reconciliation-through-film-45-years-after-sabuk-incident ↩︎
  2. Unser Lesetipp: You Jae Lee (Hrsg.). Glück Auf! Lebensgeschichten korea­ni­scher Bergarbeiter in Deutschland (2021) ↩︎
  3. Siehe hierzu auch Ausstellungs-Dokumentation zum Gwangju Aufstand des Korea Verbands: https://www.koreaverband.de/downloads/files/Gwangju_Infokatalog.pdf ↩︎
  4. Unser Lesetipp: Heike Berner, Sun-ju Choi (Hrsg.) Zuhause. Erzählungen von deut­schen Koreanerinnen ↩︎


Dich inter­es­siert mehr zu dem Thema? In unserem Ressourcenpool findest du mit der Stichwortsuche „Bergarbeiter“ weitere span­nende Ressourcen.

FilmInterviewsKulturVeranstaltungen

Koloniale Geschichte ist nicht nur Vergangenheit – sie prägt, wie und was wir heute erinnern und wissen (können). Die Filmreihe Decolonial Visions in Diaspora Cinema hin­ter­fragt hege­mo­niale Narrative und eröffnet alter­native Perspektiven durch die Arbeiten asiatisch-diasporischer Filmschaffender.
Diese Werke zeigen als post­ko­lo­niale kul­tu­relle Produktionen neue Sichtweisen auf die von Ausbeutung und Kolonialgeschichte geprägten Wissensarchive unserer Gegenwart auf. 

Die Filmreihe umfasst vier Screenings, gefolgt von Diskussionen mit den Filmschaffenden und wurde kura­tiert von Sun-Ju Choi & Feng Mei Heberer in Kooperation mit der Dekoloniale 2024 und kori­en­tation e.V.

Filmreihe „Decolonial Visions in Diaspora Cinema“
📍 Ort: Sinema Transtopia, Lindower Str. 20⁄22 (Haus C), 13347 Berlin
🎟️ Preise: Regulär 7 Euro hier


📅 12. Dezember 2024, 20:00 Uhr
Gefolgt von einem Gespräch mit Sylvia Schedelbauer, Aykan Safoğlu und Charlotte Ming
🎫 Tickets hier

🎞️ Oh, Butterfly!
Sylvia Schedelbauer, Deutschland, 2022, 20 min. Englisch, Japanisch mit eng­li­schen Untertiteln
🎞️ Dog Star Descending
Aykan Safoğlu, Deutschland, 2021, 12 min. Deutsch mit eng­li­schen Untertiteln
🎞️ Between the Waves
Ye Charlotte Ming, Deutschland, 2024, 12 min. Englisch mit deut­schen Untertiteln


📅 3. Dezember 2024, 20:00 Uhr
🎞️ Fly in Power
Yin Q, Yoon Grace Ra, USA/Australien, 2023, 78 min


📅 27. November 2024, 20:00 Uhr
🎞️ The Lake and the Lake
Sindhu Thirumalaisamy, Indien, 2019, 38 min, Kannada mit eng­li­schen Untertiteln
🎞️ An Asian Ghost Story
Bo Wang, Hongkong/Niederlande, 2023, 37 min, Kantonesisch/Englisch mit eng­li­schen Untertiteln


📅 21. November 2024, 20:00 Uhr
🎞️ Nervous Translation
Shireen Seno, Philippinen, 2018, 90 min, Tagalog mit eng­li­schen Untertiteln


kura­tiert von Sun-Ju Choi & Feng Mei Heberer
in Kooperation mit der Dekoloniale 2024 und kori­en­tation e.V.

BlogVeranstaltungen

WAS: Booklaunch mit einem Gespräch zwi­schen Kien Nghi Ha, Yumin Li, Linh Müller und Irit Neidhart
Wann: 09.07.2024 um 18:30 h
Wo: Savvy Contemporary, Reinickendorfer Straße 17, 13347 Berlin
Sprache: Deutsche Lautsprache
Zugang: Der Eintritt ist frei und die Räume sind eben­erdig und roll­stuhl­freundlich.
Link: https://savvy-contemporary.com

Das Buch wird während der Veranstaltung erhältlich sein!

Save the Date!
Am 18. September 2024 findet von 14:00–18:00 ein beglei­tender Workshop zum Thema im Rahmen der Reihen WEDDING AFFAIRS and COLONIAL NEIGHBOURS bei SAVVY statt. 

Wir freuen uns auf den Booklaunch des Sammelbands zur gleich­na­migen Filmreihe, die 2023 im Sinema Transtopia statt­ge­funden hat und die Gesprächsrunde mit dem Herausgeber Kien Nghi Ha sowie den Autorinnen Yumin Li, Linh Müller und Irit Neidhart im Savvy Contemporary in Berlin. 

Zum Sammelband

Der Band unter­sucht anhand kolonial-kritischer Filmanalysen die nahezu unbe­kannte Geschichte Asiatischer Repräsentationen in Deutschland. Der Fokus liegt auf ori­en­ta­li­sie­renden deut­schen Kinofilmen der Weimarer Zwischenkriegszeit. Nach dem Ende des Imperial Germany wurden Deutschlands kolonial-rassistische Fantasien und Ambitionen ver­stärkt in eine ima­ginäre Kolonialität über­führt. Ihre fil­mi­schen Inszenierungen begeis­terten ein Massenpublikum. Die Filmkulisse, aber auch ihre Produktion und Konsumtion wurden selbst zum kul­tu­rellen Kolonialraum. Ihre Popularität ist Ausweis ihrer gesell­schaft­lichen und zeit­his­to­ri­schen Bedeutsamkeit.

Im Unterschied zur domi­nanten Wahrnehmung, in der Berlin auf­grund der „Goldenen Zwanziger“ als euro­päische Kultur- und Filmstadt von Weltrang gefeiert wird, setzt das Buch auf deko­lo­nia­li­sie­rende Perspektiven. In euro­zen­tri­schen Diskursen wird sys­te­ma­tisch ver­drängt, dass sich unter der Oberfläche der modernen Urbanität ein „wildes Kulturleben“ ver­birgt, das durch kolo­niale Verstrickungen und Exotisierungen geprägt ist. Die fil­mi­schen Arbeiten etwa von Hito Steyerl und Philip Scheffner machen dagegen ver­gessene (Ge)Schichten und Dimensionen der Kolonialmetropole Berlin sichtbar.

Das Buch erweitert die deko­lo­niale Debatte und stellt anti-Asiatischen Rassismus und Orientalismus in den Fokus. Es leistet Pionierarbeit, indem es die „Weltmetropole Berlin“ als kolo­nialen Kulturraum mit (anti-)Asiatischen Bezügen erforscht.

Angaben
Kien Nghi Ha [Hg.]: Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin
Localizing Decolonialization – Dekolonialisierung loka­li­sieren
Berlin: Assoziation A, 2024, 200 Seiten.
16 EUR
Link zum Verlag

Zu den anwesenden Autor*innen

Kien Nghi Ha ist pro­mo­vierter Kultur- und Politikwissenschaftler und leitet den Arbeitsbereich Postcolonial Asian German Studies an der Universität Tübingen. Er hat an der New York University sowie an den Universitäten in Bremen, Heidelberg und Bayreuth geforscht und wurde mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien aus­ge­zeichnet. Als Kurator hat er u.a. im Berliner Haus der Kulturen der Welt, im Hebbel am Ufer-Theater und im Sinema Transtopia ver­schiedene Projekte über Asiatische Diaspora rea­li­siert. Er hat mehr als zehn Bücher zu post­ko­lo­nialer Kritik, Rassismus, Migration und Asian Diaspora geschrieben und edi­tiert. Zuletzt ist der Sammelband Asiatische Deutsche Extended. Vietnamesische Diaspora and Beyond (Assoziation A 2021) als erwei­terte Neuauflage erschienen. 2025 gibt er den Band Anti-Asian Racism in Transatlantic Perspectives: History, Theory, Cultural Representations and Social Movements (tran­script) heraus.

Yumin Li ist Kulturwissenschaftlerin, Expertin für Antidiskrimierung und diver­si­täts­ori­en­tierte Organisationsentwicklung sowie Performerin. In ihrer Dissertation unter­suchte sie Anna May Wongs mehrere Jahrzehnte umspan­nende Karriere auf vier Kontinenten. Li ver­öf­fent­lichte zahl­reiche Aufsätze zu Anna May Wong. Zusammen mit dem Kollektiv and-company&co erar­beitete sie die Theaterperformance „Shanzai Express“, das sich spie­le­risch mit Anna May Wong befasst und an der Volksbühne 2023 Première feierte. 

Linh Müller hat Nordamerikastudien an der Freien Universität Berlin, am Middlebury College und an der Yale University stu­diert und forscht zur affek­tiven Reproduktion und Repräsentation von natio­naler Zugehörigkeit in Sport und Popkultur. In ihren per­sön­lichen Arbeiten ver­handelt sie die Komplexitäten und Verstrickungen, die sich aus ihrer eigenen viet­na­me­si­schen und deut­schen Familiengeschichte ergeben ins­be­sondere in Hinblick auf Identität, Sprache, Krieg und den Nationalsozialismus. Momentan lebt sie in Berlin und arbeitet in einem Projekt zu migran­ti­scher Erinnerung und der Friedensstatue, die in Berlin-Moabit an die so genannten „Trostfrauen“ im Zweiten Weltkrieg erinnert.

Irit Neidhardt ist seit 1995 als Kuratorin und Publizistin zum Themengebiet Kino und ara­bische Welt tätig. Zudem betreibt sie seit 2002 den inter­na­tio­nalen Verleih und Vertrieb „mec film“ für Filme ara­bi­scher Regisseur*innen. Als Koproduzentin war sie an meh­reren preis­ge­krönten Dokumentarfilmen beteiligt. 

Eine Publikation des Projekts DARE (Decolonize Anti-Asian Racist Entanglements).

Das Buch und die Filmreihe sind in Kooperation mit bi’bak e.V (Sinema Transtopia), kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und der Abteilung Koreanistik des Asien-Orient-Instituts der Universität Tübingen ent­standen. Es wurde im Programm „Förderung zeit­ge­schicht­licher und erin­ne­rungs­kul­tu­reller Projekte“ der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa unterstützt.

Blog

The report for the Int. Conference „Anti-Asian Racism: History, Theory, Cultural Representations and Antiracist Movements“ at the University of Tübingen from July 7–8, 2023 was first published on the science portal H‑Soz-Kult on September 6th, 2023, Link: www.hsozkult.de/conferencereport/id/fdkn-138368. We thank the author Sander Diederich and HSozKult for the kind per­mission to repu­blish.

Initiated by the Tübingen con­fe­rences on Asian German Studies in 2022 and on anti-Asian racism in 2023 the anthology “Anti-Asian Racism in Transatlantic Perspectives: History, Theory, Cultural Representations and Social Movements“ (working title) is in pre­pa­ration for early 2025. Tune in here for updates.

Soon after the Covid-19 pan­demic began, reports of racism against (East) Asians, Chinese in par­ti­cular, erupted worldwide. The model minority abruptly trans­formed into the scapegoat for the fearful and angry masses seeking a simple expl­anation for their new­found reality. It seemed that Asians were expe­ri­encing unpre­ce­dented racism. They were not only being belittled, glo­rified, or exo­ti­cized, but also threa­tened and assaulted. For many, this ‘actual racism’ repre­sented a new phe­no­menon marking the emer­gence of ‘anti-Asian racism’ in the German main­stream discourse.

Not sur­pri­singly, anti-Asian racism has a deep history and colonial legacy. The con­fe­rence can be understood as an expression of the necessity and interest of the Asian German com­munity in the subject as well as a con­tri­bution to the decon­s­truction of Whiteness and colonial modernity by desta­bi­lizing and reinter­preting the boun­daries between Whiteness and Asianness. Perspective is crucial to cri­ti­cally under­stand what ‘Asian’ and ‘Asianness’ can or should signify in the face of racial ima­gi­naries and anti-Asian violence.

ROTEM KOWNER (Haifa) shed light on European Colonialism, race theories, and racism using examples from early modern and modern con­ti­nental Asia. Racism was essential for legi­ti­mizing colo­nization, streng­thening racial hier­ar­chization in Europe and its colonies. According to Kowner, China, the center of global com­merce, had long been more than an equal rival for the ‘most civi­lized’ society. He argued that the opening of the Suez Canal brought Asia closer, and steam­ships gua­ranteed European naval supe­riority in the Opium Wars. This revealed China’s vul­nerability and bols­tered European self-confidence. Thus, the nar­rative of China as the ‘country of wonders’ gra­dually gave way to ima­gi­naries of deceitfulness, dys­func­tion­ality, and ‘the yellow peril’. KIEN NGHI HA (Tübingen) noted that (East) Asians were usually ranked second after Europeans in the racial hier­archy. Kowner sug­gested this resulted from China being the last obs­tacle to European world domi­nation, the color choice yellow reflecting the (East) Asians‘ ‘almost Whiteness’ whereas South Asians were clearly depicted as brown.

LOK SIU (Berkeley) con­tinued the dis­cussion by tracing 240 years of Asian pre­sence in the United States, focusing on con­tested belonging, exclusion, and recurring waves of anti-Asianism by ana­lyzing dif­ferent phases of immi­gration and rest­riction through eco­nomic impe­ra­tives and poli­tical struc­tures. The Proclamation of Emancipation in 1863 marked the formal end of slavery and the beginning of mass (inden­tured) labor migration from Asia, notably China and India.

LUCAS POY (Amsterdam) depicted an Era of Mass Migration (1880–1930), high­lighting Chinese exclusion from labor orga­niza­tions and blame for harsh con­di­tions and lowered White working-class stan­dards. Chinese inden­tured labor migrants were blamed for the effects of the eco­nomic impe­ra­tives by which they them­selves were being sub­ju­gated. Their unfree labor status was natu­ra­lized and inscribed as racial cha­rac­te­ristics of pas­sivity. Poy deemed this an important com­ponent for the con­s­truction of Whiteness, as Asians were rele­gated to the second place in the racial taxonomy on the grounds that they posed a threat pre­cisely because they were diligent but lacked the capa­cities of the White subject to organize.

Siu described how the trinity of ima­gined cul­tural, eco­nomic, and bio­po­li­tical threats posed espe­cially by the Chinese dif­fused regio­nally in North America and the Caribbean, fueling scores of anti-Asian riots. This leads to incre­asingly rest­rictive Exclusion Laws sub­se­quently encom­passing not only Chinese but all Asians, labeling them as ‘per­petual for­eigners’ unable to inte­grate into society. These laws were repealed only in 1960 but by this time had already sparked orga­nized resis­tance and a sense of coll­ective Asian subjectivity.

Amid the civil rights movement, the nar­rative of the ‘model minority’ was spawned, splitting and pitting racial mino­rities against each other. According to Siu, in this context, debates on Whiteness can be better understood as gen­dered, classed, and racia­lized nego­tia­tions of belonging and citi­zenship. Today, she argued, the waters seem to be murkier, as there is a resur­gence of the ‘deserving model minority’ trope on the one hand, while on the other hand, it is being uti­lized to strengthen Whiteness by dele­gi­ti­mizing affir­mative action.

QUINNA SHEN (Bryn Mawr) traced the role of early German film in per­pe­tuating a variety of Asian racist ste­reo­types and found a clearly gen­dered notion of Asianness. According to Shen, Asian women were por­trayed as hel­p­lessly attracted to White men, who were ima­gined as sexually superior to Asian men. Asian men, in turn, were framed as tre­acherous, lurking, mur­derous rapists who used immoral means such as opium to attain their lowly revenge against the White heroes. Shen con­cluded that while some films did cri­tique British colonial rule, they simul­ta­neously por­trayed Asian libe­ration struggles as under­handed, cri­minal, and ignoble. Additionally, the films con­veyed the message that colonial romance leads to tragedy if not death, and as such, that ‘the other’ will always remain ‘the other’.

A second type of dis­cursive media ana­lysis was under­taken by ANNO DEDERICHS (Tübingen), who focused his research on the images of China por­trayed in the German poli­tical arena over the course of several decades. He found that the dif­ferent topoi of threat, rival and partner were repeated over time but were always embedded in their spe­cific his­toric context. Dominant themes for depic­tions seemed to be related to colonial (yellow) or com­munist (red) imagery. Dederichs showed great interest in the ease with which ideo­lo­gical dif­fe­rences were overcome with the pro­spect of eco­nomic prowess, and how the nature of the threat posed by China changed from ideo­lo­gical (com­munist), to moral (auto­cratic), to tech­no­lo­gical, geo­po­li­tical, and bio­po­li­tical threat (Covid-19). He con­cluded that the depic­tions of China tell us more about German needs and fears rather than the actual situation in China.

Another focus of the con­fe­rence was Asian dia­sporic com­mu­nities and their liveli­hoods, self-organization, and resis­tance. YOU JAE LEE (Tübingen) empha­sized the importance of inter­na­tional exchange on the issue of anti-Asian racism, espe­cially since Asian dia­sporas in Germany have failed to form a coll­ective sense of Asianness. They remain divided as ethnic or national mino­rities in their respective struggles instead of com­bining their efforts or fighting alongside each other. Using families of Korean labor migrants in Germany as an example, he depicted a shift occurring over the course of three gene­ra­tions, in which the expl­anatory value of meri­to­cracy dwindled, and expe­ri­ences of dis­cri­mi­nation are incre­asingly understood as con­se­quences of (anti-Asian) racism.

In con­trast, the situation in France was regarded as more hopeful by YA-HAN CHUANG (Paris). She depicted three his­toric phases of Asian com­munity orga­nizing, namely, the struggle for (1) ethnic soli­darity, (2) reco­gnition, and (3) ack­now­led­gement. Currently, she sees chances of cross-community soli­darity with Arab and African mino­rities by building coali­tions through nar­ra­tives of deco­lo­nization. Chuang comes to a similar con­clusion as You Jae Lee con­cerning the gene­ra­tional dif­fe­rences within the Asian dia­sporic com­mu­nities but did not regard dif­fering posi­tio­na­lities as a fun­da­mental hurdle for orga­nizing. Instead, she found potential for syn­ergies by uti­lizing these gene­ra­tional dif­fe­rences stra­te­gi­cally to intervene in the dominant discourse.

By focusing on the insti­tu­tional dimension of anti-Asian racism in Germany, Kien Nghi Ha explained how a dis­re­mem­bering of anti-Asian racism could occur despite the pogrom in Rostock-Lichtenhagen. Ha argued that German state insti­tu­tions coll­ec­tively failed to provide safety for the Vietnamese guest workers due to the ongoing poli­tical project of the state to revise laws on poli­tical asylum. According to Ha, the pogrom could only unfold due to the failure of the police and the judi­ciary and gains texture against the backdrop of natio­nalist revival fol­lowing German uni­fi­cation, as well as the high unem­ployment in East Germany at that time.

In oppo­sition to this, CUSO EHRICH (Gießen) follows an aboli­tionist per­spective as it enables thinking about necessary societal trans­for­ma­tions in the future. From this per­spective, the police would not be attri­buted failure but instead success according to the racist logic of the nation-state. Finding ori­en­tation in self-organized refugee groups or Women in Exile, Ehrich pro­poses to regard the logic of punishment as neither pre­venting crime nor rein­stating justice, as it does not meet the victims‘ needs. Additionally positing that inc­ar­ce­ration is classed and racia­lized, thus leading to the per­pe­tuation of struc­tural ine­qua­lities. Instead of these des­tructive prac­tices, they plead for life-affirming per­spec­tives and imple­menting aboli­tionism on the ground by bringing people tog­ether to find solu­tions outside of state logics while being aware of attempts of neo­li­beral take­overs. FENG-MEI HEBERER (New York) added that regarding politics of Asian self-representation through German grass­roots orga­niza­tions in limbo should not neces­s­arily be understood as failed. Instead, dis­ruption and slowness should be com­pre­hended as con­ti­nua­tions of self-organization.

SARA DJAHIM (Berlin) and TAE JUN KIM (Berlin) ques­tioned the utility of the terms ‘Asian’ and ‘anti-Asian racism’ altog­ether. In a similar manner to Rotem Kowner, they posited that racism is the grounds upon which the cate­gories of race, such as ‘Asian’, emerge and become salient, but that ‘Asianness’ itself is not essential to the over­ar­ching issue of racism. As the sub­jec­tivity of ‘Asianness’ is dependent on the con­ti­nuity of ‘anti-Asian racism’, they do not deem ‘Asian’ as a useful coll­ective identity category for a long-term anti-racist struggle. Their idea not being that there are no spe­cific con­se­quences for people marked as ‘Asians’, but rather that ‘anti-Asian’ sen­timent is not necessary for the mani­fes­tation of racist effects against them. If decon­s­tructed con­se­quently, they con­cluded, there are no ‘Asians’, only people per­ceived as ‘Asian’.

In regard to this issue Jee-Un Kim stressed the rela­tional utility of poli­tical labels such as ‘Asian’ or ‘Asian German’. According to her, it is pivotal to express the societal con­di­tions while decon­s­tructing them at the same time. Depending on who we are pitting our­selves against, certain com­mo­n­a­lities have to be under­lined, whereas some­times it is more pro­ductive to high­light par­ti­cular dif­fe­rences. Thus, the usage of ter­mi­nology such as ‘Asian’, ‘anti-Asian racism’, or ‘dia­sporic Asians’ must be situa­tional, stra­tegic, and always rela­tional. Kien Nghi Ha added that the term ‘Asian German’ is an offer to the com­munity that may be ignored or con­tested, as there is also no sin­gular way of under­standing it. Instead, it poses an oppor­tunity to deal with spe­ci­fi­cally German anti-Asian for­ma­tions in a playful manner.

In summary, the con­fe­rence encom­passed a diverse array of inquiries, spanning from fun­da­mental dis­course on ter­mi­nology to the exami­nation of theo­re­tical under­pin­nings and his­to­rical origins of the phe­no­menon. The pro­cee­dings also encom­passed empi­rical inves­ti­ga­tions into dis­course dynamics and the poli­tical ori­en­ta­tions of grass­roots move­ments. Moreover, You Jae Lee expressed concern over the absence of a dedi­cated aca­demic disci­pline focusing on Asian German Studies, while Lok Siu empha­sized the scho­larly duty to engender know­ledge that con­fronts societal con­cerns and fosters utopian perspectives.

Rotem Kowner observed that, con­tingent upon the chosen metrics, Asians con­stitute a demo­graphic per­centage ranging from eight to ten percent of the total German popu­lation, con­se­quently forming the most pro­minent racial minority. Kowner further asserted that mere sen­si­tization to anti-Asian racism is insuf­fi­cient; instead, a resolute and com­pre­hensive effort against racism as an over­ar­ching con­s­truct is imperative.

While marking the inception of the first-ever con­fe­rence on anti-Asian racism in Germany, the panels effec­tively addressed fun­da­mental ele­ments, thereby situating the phe­no­menon within the German aca­demic dis­course. Regrettably, the exten­si­veness of coverage was cons­trained by prac­tical limi­ta­tions, which led to the omission of deli­be­ration on the Asianness of Arabs, and spe­ci­fi­cally Turks and Kurds in Germany. Nonetheless, the signi­fi­cance of this subject to the Asian com­munity was made visible through the diversity of attendees, including young non-academics from various regions of Germany. This con­fluence faci­li­tated syn­er­gistic dis­cus­sions between scholars and cul­tural pro­ducers, both during and sub­se­quent to the con­fe­rence, paving the way for further exchange and dia­logue. Notably extending from the pre­vious year’s con­fe­rence, cen­tered on the fea­si­bility of a disci­pline in Asian German Studies, the incor­po­ration of an inter­na­tional deli­be­ration added nuance and con­trast to the dis­course. Ultimately, the impli­ca­tions and con­se­quences of anti-Asian racism persist as a con­ten­tious topic both within aca­demic spheres and on the ground.

Conference overview:

Introduction

Kien Nghi Ha (Tübingen) / You Jae Lee (Tübingen)

Keynote History
Chair: Bernd-Stefan Grewe (Tübingen)

Lok Siu (Berkeley): Making Asians Foreign: Methods of Exclusion and Contingent Belonging

Panel History
Chair: Jee-Un Kim (Berlin)

You Jae Lee (Tübingen): Discrimination, Resistance, and Meritocracy. Korean Guest Workers in Germany

Kien Nghi Ha (Tübingen): The Pogrom in Rostock-Lichtenhagen as Institutional Racism

Keynote Theory
Chair: Antony Pattathu (Tübingen)

Rotem Kowner (Haifa): The Intersections between European Racial Constructions and Modern Colonialism: Theoretical Issues and the Place of Asia

Panel Theory
Chair: Bani Gill (Tübingen)

Lucas Poy (Amsterdam): Socialists and Anti-Asian Sentiment in the Era of Mass Migration (1880–1930)

Cuso Ehrich (Gießen): Abolitionist Perspectives on Demands of Asian-German Formations

Keynote Cultural Representations
Chair: Fei Huang (Tübingen)

Quinna Shen (Bryn Mawr): Racialized Screen in Early German Cinema: What Asian German Studies Can Address

Panel Cultural Representations
Chair: Zach Ramon Fitzpatrick (Madison)

Feng-Mei Heberer (New York): Anti-Asian Racism and the Politics of Asian Self-Representation in Germany: the Asian Film Festival Berlin

Anno Dederichs (Tübingen): Opportunity and Threat: Ambivalent Reporting on China in Der Spiegel, 1947–2023

Panel Antiracist Movements
Chair: Yewon Lee (Tübingen)

Sara Djahim (Berlin) / Tae Jun Kim (Berlin): “Take Off Your Masks“: The Invisibility and Visibility of Anti-Asian Racism in Germany

Ya-Han Chuang (Paris): Yellow is the new Black? Emergence and Development of Asian Antiracist Activism in France

Round Table: Challenging Anti-Asian Racism in Society and Academia
Chair: Kien Nghi Ha

Panelists: Quinna Shen, Lok Siu, Rotem Kowner, You Jae Lee

Author
Sander Diederich is a socio­logist enrolled in the master’s program Diversity and Society at the University of Tübingen and is a member of UnKUT (Undisciplined Knowledge at the University of Tübingen). Their work has cen­tered around the moral dimen­sions of (tran­si­tional) justice, anti-Asian racism, and the inter­ac­tional dis­cri­mi­nation of trans­gender persons. Their inte­rests range from feminist epis­te­mo­logies to utopian per­spec­tives and the nor­mative aspects of (aca­demic) scho­larship. Currently, they are exploring notions of ‚the good life‘, with a spe­cific focus on under­standing the con­s­truction and effect of commonalities/differences using lenses such as com­mu­ni­ta­rianism, soli­darity, diversity, and belonging.

BlogFilmKulturVeranstaltungen

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Eine Filmreihe des Projekts DARE (Decolonize Anti-Asian Racist Entanglements)
in Kooperation mit Sinema Transtopia/bi’bak, sup­ported von korientation

Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin
Localizing Decolonialization – Dekolonialisierung loka­li­sieren
Filme – Vorträge – Diskussionen
Kurator und Projektleitung: Dr. Kien Nghi Ha

WO: SİNEMA TRANSTOPIA vom 11.04. – 20.06.2023
Lindower Str. 20–22, Haus C, 13347 Berlin, U+S‑Bahn Wedding

Flyer Download hier

Zur Filmreihe

Deutschlands kolonial-rassistischen Fantasien und Ambitionen wurde nach dem Abgang des Imperial
Germany ver­stärkt in eine ima­ginäre Kolonialität über­führt. Ihre fil­mi­schen Inszenierungen begeis­terten nicht nur ein Massenpublikum, sondern führten auch zu einer mehr­deu­tigen Überlagerung von Fiktion und Realität. Die Filmkulisse, aber auch ihre Produktion und Konsumption wurden selbst zum kul­tu­rellen Kolonialraum. Das Film‑, Vortrags- und Gesprächsprogramm leistet Pionierarbeit, indem wir die „wilde Weltmetropole Berlin der Goldenen Zwanziger“ als kolo­nialen Kulturraum mit (anti-)Asiatischen Bezügen erfor­schen. Gleichzeitig wird die deko­lo­niale Debatte um anti-Asiatischen Rassismus sowie Orientalismus erweitert und dadurch mul­ti­per­spek­ti­vi­scher. Ende 2023 wird ein Sammelband im Verlag Assoziation A erscheinen.

Filmprogramm mit Einführungsvorträgen und Gesprächen

11.04.2023 um 19 Uhr: Das indische Grabmal – Die Sendung des Yoghi (1921) von Joe May, OmU, 132 Min.

„Der Welt größter Film” – die so ange­kün­digte Großproduktion mit Kolonialambiente war ein Publikumsmagnet. Joe May beschwor darin das mys­tische Indien und ver­wan­delte die Filmstadt Berlin-Woltersdorf in einen „indi­schen“ Ort mit präch­tigen Tempeln und Palästen, der von Statist:innen in Fantasiekostümen und Elefanten bevölkert wird. Angereichert mit sexua­li­sierter weib­licher Exotik erzählt er eine ver­wi­ckelte Geschichte, in der der bös­artige Maharadscha Rache an seiner Frau und ihrem bri­ti­schen Geliebten nimmt. Dieses Setting war so fas­zi­nierend, dass nach einem Remake in den 1930ern Jahren Fritz Lang, der bereits an der ersten Produktion beteiligt war, 1959 den Stoff erneut verfilmte.

Einführung:
Dr. Subin Nijhawan, British Empire, German Illusion – Über Tiger und Grabmale in der Kolonialzeit

Moderation: Anujah Fernando / Kien Nghi Ha

25.04.2023 um 19 Uhr: Die Herrin der Welt – Die Freundin des gelben Mannes (1919) von Joe May,
OV, 90 Min.
Live-Musik: Stummfilmpianist Jürgen Kurz

Unmittelbar nach dem Verlust der außer­eu­ro­päi­schen Kolonien ent­stand 1919 unter der Regie von Joe May in der heute ver­ges­senen Filmstadt Berlin-Woltersdorf ein monu­men­taler Kolonialepos, der acht Teile umfasst. Unter großem Aufwand gedreht, wird die aben­teu­er­liche Geschichte der jungen, schönen wie Weißen Maud Gregaards erzählt. Im ersten Teil ihre welt­um­span­nenden Reise gerät die Erzieherin im süd­chi­ne­si­schen Kanton in die Fänge des bru­talen Bordellbesitzers Hai-Fung. Mit Hilfe von Dr. Kien
Lung wird sie befreit, der sich aber eben­falls als dubiose Gestalt herausstellt.

Einführung
Dr. Tobias Nagl (via Zoom), Entfreundet: Die Freundin des gelben Mannes (1919/20), asia­tische Präsenz und anti­ras­sis­tische Filmproteste in der Weimarer Republik

Moderation: Joshua Kwesi Aikins / Kien Nghi Ha

09.05.2023 um 19 Uhr: Sumurun (1920) von Ernst Lubitsch, OmeU, 103 Min.

Im Unterschied zu Joe May war Ernst Lubitsch nicht nur ein Meister des Weimarer Kinos, sondern avan­cierte auch zu einem Starregisseur in Hollywood. In seinem frühen Filmschaffen nutzte er mehrfach Orient- und Roma-Stereotypen um seine Karriere in der Unterhaltungsindustrie zu befördern. Bereits 1910 von Max Reinhardt für das Theater dra­ma­ti­siert und ver­filmt, wurde der Stoff 1920 mit Starbesetzung monu­mental in den Ufa-Studios in Berlin-Tempelhof erneut insze­niert. Sumurun ist Lubitschs Version von Tausendundeine Nacht – ein Eifersuchtsdrama im vor­mo­dernen Morgenland, dass mit euro­päi­schen Fantasien über das Harem, ver­sklavten Tänzerinnen und ori­en­ta­li­scher Despotie spielt.

Introduction
Prof. Dr. Qinna Shen: A Berliner’s One Arabian Night: Lubitsch’s Orientalist Parody

Moderation: Sun-ju Choi / Kien Nghi Ha

23.05.2023 um 19 Uhr: Piccadilly – Nachtwelt (1929) von Ewald André Dupont, OmeU, 109 Min.

„Piccadilly“ ist nicht wie die anderen Filme der Reihe in einem ima­gi­nären Asien ange­siedelt, sondern spielt sich im Herzen des modernen Londons mit exo­ti­schen Ausflügen nach Chinatown ab. Trotz dieses Settings bleiben die ste­reo­typen Rollen nahezu unver­ändert: Der US-Star Anna May Wong ver­körpert in diesem tra­gi­schen Liebes- und Eifersuchtsdrama eine Chinesin, die mit viel ethnic chic zum sexuell begeh­rens­werten Revuegirl im Nachtclub auf­steigt und dann tra­gisch endet. Sie ist eine asia­tische Arbeitsmigrantin, die als ver­füh­re­rische femme fatale den Weißen Mann bedroht, aber auch
befriedigt und gleich­zeitig Opfer ihrer eigenen kul­tu­rellen Herkunft wird.

Einführung
Yumin Li, Anna May Wong – ein chinesisch-amerikanischer Hollywoodstar in Berlin

Moderation: Kimiko Suda / Kien Nghi Ha

Dieses Screening findet als Teil des korientation-Festivals zu(sammen)künfte (20.–27.05.2023) statt.

06.06.2023 um 19 Uhr: Hito Steyerl Special – Babenhausen (1997), 4 Min. / Die leere Mitte (1998), 62 Min. / Normalität 1‑X (1999–2001), 37 Min. Alle Filme OmeU

Die Trilogie aus dem Frühwerk von Hito Steyerl lässt sich viel­schichtig lesen. Sie ist nicht nur zeit­his­to­ri­sches Dokument und künst­le­rische wie akti­vis­tische Positionierung, sondern stellt auch ein her­aus­ra­gendes Filmessay dar. Entstanden zwi­schen 1990–1998 unter­sucht die ein­drück­liche Langzeitstudie „Die leere Mitte“ die unsichtbar gemachten Zusammenhänge zwi­schen Antisemitismus, Kolonialismus und Rassismus im Berliner Kultur- und Stadtraum. Ein Beispiel ist die Geschichte des „Haus Vaterland“ am heu­tigen Potsdamer Platz. Gleichzeitig nehmen diese Filme auch migran­tische Protestbewegungen und asiatisch-diasporische Stimmen in den Fokus, die sich gegen kolo­niale Kontinuitäten und ras­sis­tische Gewalt zur Wehr setzen.

Mit anschlie­ßendem Gespräch: Hito Steyerl, Gülşah Stapel, Kien Nghi Ha

20.06.2023 um 19 Uhr: Halfmoon Files (2006) von Philip Scheffner, OmeU, 87 Min.

Unweit von Berlin wurde am 11. Dezember 1916 im Kriegsgefangenenlager Wünsdorf die Stimme des bri­ti­schen Kolonialsoldaten Mall Singh auf­ge­nommen. Die Aufnahmen wurden im Auftrag von Militär, Wissenschaft und Unterhaltungsindustrie erstellt und waren Bestandteil des Tonarchivs „Sämtlicher Völker der Erde“. Heute befinden sie sich im Lautarchiv der Humboldt Universität Berlin und ver­weisen auf den kolo­nialen Charakter des Ersten Weltkrieges und des Lagers: Um sich als für­sorg­liche Kolonialmacht zu insze­nieren, wurde im Halbmondlager für afri­ka­nische, ara­bische und (süd-)asiatische Gefangene die erste Moschee Deutschlands für reli­giöse Praktiken gebaut. Gleichzeitig wurden Lager und Insassen als Filmkulisse für die deutsche Kolonial-propaganda genutzt. Der Film geht diesen ver­wischten kolo­nialen Verbindungen im Berliner Umland nach.

Mit anschlie­ßendem Gespräch: Philip Scheffner, Merle Kröger, Kien Nghi Ha

Sprecher:innen

Joshua Kwesi Aikins ist Politikwissenschaftler und Menschenrechtsaktivist. Er arbeitet als wis­sen­schaft­licher Mitarbeiter im Fachgebiet „Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien“ der Universität Kassel und enga­giert sich u.a. im Beirat der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD). Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. kul­tu­relle und poli­tische Repräsentation der afri­ka­ni­schen Diaspora, Kolonialität und Erinnerungspolitik. sowie Empowerment und Gleichstellungsdaten. Er ist Co-Autor des „Afrozensus“, einer Befragung Schwarzer, afri­ka­ni­scher und afro­dia­spo­ri­scher Menschen in Deutschland.

Sun-ju Choi stu­dierte Literatur an der Universität zu Köln und Drehbuch an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. 2017 erschien ihre Dissertation “Vater Staat und Mutter Partei: Familienkonzepte und Repräsentation von Familie im nord­ko­rea­ni­schen Film”. Sie enga­giert sich ehren­amtlich im Vorstand von ndo e.V. und kori­en­tation e.V..

Anujah Fernando arbeitet als Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin. In recher­che­ba­sierten Ausstellungen und Texten sowie in doku­men­ta­ri­schen Filmprojekten, arbeitet sie zu erin­ne­rungs­po­li­ti­schen Themen rund um Migration und Kolonialismus. Sie inter­es­siert sich besonders für die sprach­lichen und kul­tu­rellen Aushandlungsprozesse zwi­schen erster und zweiter Migrationsgeneration. Zuletzt co-kuratierte sie die Ausstellung „Trotz Allem: Migration in die Kolonialmetropole Berlin“ am Museum FHXB.

Dr. Kien Nghi Ha, Kultur- und Politikwissenschaftler, forscht zu Asian German Studies an der Universität Tübingen. Zahlreiche Publikationen zu post­ko­lo­nialer Kritik, Rassismus und Migration. Herausgeber von Asiatische Deutsche Extended. Vietnamesische Diaspora and Beyond (2012/2021). Seine Monografie „Unrein und ver­mischt. Postkoloniale Grenzgänge durch die Kulturgeschichte der Hybridität und der kolo­nialen ‚Rassenbastarde‘“ (tran­script, 2010) wurde mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien aus­ge­zeichnet. https://uni-tuebingen.de/de/208381

Merle Kröger arbeitet als Autorin, Dramaturgin und Kuratorin in Berlin und ist seit 2001 Teil von pong Film. Auch ist sie als Hochschuldozentin in Halle sowie Mainz tätig. Bisher hat sie fünf Romane ver­öf­fent­licht, dar­unter Grenzfall (2012), Havarie (2015) und Die Experten (2021). Als Kuratorin arbeitet sie seit 2007 mit dem Arsenal Institut für Film und Videokunst e.V., u.a. an den Projekten Work in Progress, Living Archive und Die fünfte Wand. Navina Sundaram: Innenansichten einer Außenseiterin oder Außenansichten einer Innenseiterin, das eine Nominierung für den Grimme Online Award 2022 erhielt. www.merlekroeger.de

Jürgen Kurz ist Improvisationskünstler. Ob am prä­pa­rierten Flügel, Elektro-Piano oder am ver­staubten Klavier, er bringt die Saiten zum Klingen und Tasten zum Klirren. Nach dem Studium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin hat er sich als Komponist, Theatermusiker (u. a. Volksbühne) und Pianist einen Namen gemacht. Insbesondere als Stummfilmpianist – live im Kino, Open-Air und auf Festivals. So zum Beispiel im Freiluftkino Friedrichshain, bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin, im Kino Babylon, im Kino Krokodil oder auf dem Fusion Festival. Dabei gleicht keine Vorstellung der anderen, denn die nun um die hun­dert­jäh­rigen Filme, erstrahlen stets in neuen impro­vi­sierten Tongewändern.

Yumin Li ist Kulturwissenschaftlerin und unter­sucht in ihrer Dissertation Anna May Wongs mehrere Jahrzehnte umspan­nende Karriere auf vier Kontinenten. Zusammen mit dem Kollektiv andcompany&Co. erar­beitet sie die Theaterperformance „Shanzhai Express“, das sich spie­le­risch mit Anna May Wong befasst (Première 10.6.2023 Volksbühne Berlin).

Dr. Tobias Nagl ist Film- und Musikkritiker, DJ und seit 2007 Associate Professor für Filmwissenschaft an der University of Western Ontario in Kanada. Forschungsschwerpunkte: Filmtheorie, Stummfilm, Avantgardefilm, (Post-)Kolonialismus, afro­deutsche Geschichte vor 1945, kri­tische Theorie. Buchveröffentlichungen: „Die unheim­liche Maschine: Rasse und Repräsentation im Weimarer Kino“ (2009) und (zusammen mit Janelle Blankenship) „European Vision: Small Cinemas in Transition“ (2015).

Dr. Subin Nijhawan ist wis­sen­schaft­licher Mitarbeiter am Institut für England- und Amerikastudien der Goethe-Universität Frankfurt. In seinem Postdoc-Projekt arbeitet er zu dem Thema Mehrsprachigkeit und Nachhaltigkeit, was auch lite­ra­rische und künst­le­rische Quellen ein­schließt, um inter­sek­tionale Zugänge zu ermög­lichen. Hierzu gehören auch neue Modelle zur glo­balen Gerechtigkeit und einer kos­mo­po­li­ti­schen Weltbürger:innenschaft, um einer euro­zen­tri­schen Dominanz des Diskurses vorzubeugen.

Philip Scheffner arbeitet seit 1985 als Visual Artist. Seine abend­fül­lenden künst­le­ri­schen Dokumentarfilme The Halfmoon Files (2007), Der Tag des Spatzen (2010), Revision (2012), And-Ek Ghes… (2016) und Havarie (2016) wurden weltweit gezeigt und mit zahl­reichen Preisen aus­ge­zeichnet. Seit 2021 ist er Professor für Dokumentarische Praxen an der KHM Köln. Sein neuer Film Europe feierte 2022 Première auf der Berlinale. Scheffner ist Teil der Berliner Produktionsplattform / Kollektivs pong (zusammen mit Merle Kröger, Alex Gerbaulet, Caroline Kirberg und Mareike Bernien).

Qinna Shen ist Associate Professor of German am Bryn Mawr College, Pennsylvania. Nach einem Germanistik-Studium in Beijing und Heidelberg pro­mo­vierte sie 2008 an der Yale Universität in den USA. Sie ist Autorin von „The Politics of Magic: DEFA Fairy-Tale Films“ und Mitherausgeberin von „Beyond Alterity: German Encounters with Modern East Asia.“ Sie hat viel über deutsch-asiatische Themen veröffentlicht.

Dr. Gülşah Stapel stu­dierte Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin mit einem Schwerpunkt auf Denkmalpflege. Ihre Forschungsexpertise liegt in der Untersuchung von Identitäts- und Erbekonstruktionen im öffent­lichen Raum und Berliner Stadtgeschichte. Seit 2020 arbeitet sie als Kuratorin für Outreach für die Stiftung Berliner Mauer. Soeben ist ihr Buch „Recht auf Erbe in der Migrationsgesellschaft. Eine Studie an Erinnerungsorten tür­kei­stäm­miger Berliner:innen“ (Urbanophil 2023) erschienen.

Hito Steyerl ist Professorin für Experimentalfilm und Video an der Universität der Künste Berlin. Sie ist Medienkünstlerin, Filmemacherin, Kulturkritikerin und ‑theo­re­ti­kerin. Ihre inter­na­tional bekannten medien‑, technologie- und kul­tur­kri­ti­schen Arbeiten wurden mit zahl­reichen Preisen aus­ge­zeichnet. Die Ausstellung „I Will Survive. Films and Installations“ (gleich­na­miger Katalog von Spector Books) bildet die bisher größte Retrospektive ihres Gesamtwerks und wurde 2020 zunächst im K21 des Düsseldorfer Ständehaus, dann 2021 im Pariser Centre Pompidou gezeigt.

Dr. Kimiko Suda arbeitet an der Technischen Universität Berlin zu insti­tu­tio­nellem Rassismus in Deutschland. Sie ist ehren­amtlich bei kori­en­tation e.V. zu dekolonialer/antirassistischer Erinnerungskultur aktiv. Von 2011–2017 hat sie mit Dr. Sun-ju Choi das Asian Film Festival Berlin geleitet.

Impressum

Kurator und Projektleitung: Dr. Kien Nghi Ha.

In Kooperation mit bi’bak e.V., kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und der Abteilung Koreanistik des Asien-Orient-Instituts der Universität Tübingen. 

Mit Filmen aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Wiesbaden.

Gefördert im Programm „Förderung zeit­ge­schicht­licher und erin­ne­rungs­kul­tu­reller Projekte“ der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.


ENGLISH VERSION

A Film Program of the Project
DARE (Decolonize Anti-Asian Racist Entanglements)

in co-operation with SİNEMA TRANSTOPIA, sup­ported by kori­en­tation

Asian Presences in the Colonial Metropolis of Berlin
Localizing Decolonialization – Dekolonialisierung loka­li­sieren
Movies – Lectures – Discussions
Curator and project leader: Dr. Kien Nghi Ha

At SİNEMA TRANSTOPIA from 11.04. to 20.06.2023
Lindower Str. 20–22, House C, 13347 Berlin, subway and train station: Wedding
Info: sinematranstopia.com

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About the Film Program

After the end of Imperial Germany, colonial-racist fan­tasies and ambi­tions were incre­asingly trans­formed into an ima­ginary colo­niality. Their cine­matic sta­gings not only delighted a mass audience, but also led to an ambi­guous over­lapping of fiction and reality. Not only film sets but film pro­duction and con­sumption also became cul­tural colonial spaces. This film, lecture and dis­cussion program is a pio­neering explo­ration of the “wild cos­mo­po­litan metro­polis Berlin in the Golden Twenties” as a colonial cul­tural space with (anti-)Asian refe­rences. At the same time, the deco­lonial debate will be expanded to include anti-Asian racism and ori­en­talism, and thus becoming more multi-perspectival. A book is planned for the end of 2023 (Assoziation A).

Film Screenings

11.04.2023 at 19:00: Das indische Grabmal – Die Sendung des Yoghi (1921) by Joe May, OmU, 132 Min.

“The world’s greatest film” – this large-scale pro­duction with colonial ambience was a crowd puller. In it, Joe May con­jured up mys­tical India, trans­forming the film city of Berlin-Woltersdorf into an “Indian” space with magni­ficent temples and palaces, popu­lated by dummies in fantasy cos­tumes and ele­phants. Enriched with sexua­lized female exo­ticism, it tells an intricate story in which the evil maha­rajah seeks revenge on his native wife and her British lover. This setting was so fasci­nating that after a German remake in the 1930s, Fritz Lang, who was already involved in the first pro­duction, filmed this nar­rative again in 1959.

Introduction by Dr. Subin Nijhawan:
British Empire, German Illusion – Über Tiger und Grabmale in der Kolonialzeit

Moderation: Anujah Fernando / Kien Nghi Ha

25.04.2023 at 19:00: Die Herrin der Welt – Die Freundin des gelben Mannes (1919) by Joe May, OV, 90 Min. With live music by silent film pianist Jürgen Kurz

Immediately after the loss of the non-European colonies, a monu­mental colonial epic com­prising eight parts was made in the now for­gotten film city of Berlin-Woltersdorf. Shot at great expense, it tells the adven­turous story of Maud Gregaards, a young woman as beau­tiful as she is white. In the first part
of her world-spanning journey, the edu­cator falls into the clutches of the brutal brothel owner Hai-Fung in the sou­thern Chinese city of Canton. She is freed with the help of Dr. Kien Lung, who, however, also turns out to be a dubious character.

Introduction by Dr. Tobias Nagl (via Zoom)
Entfreundet: Die Freundin des gelben Mannes (1919/20), asia­tische Präsenz und anti­ras­sis­tische Filmproteste in der Weimarer Republik

Moderation: Joshua Kwesi Aikins / Kien Nghi Ha

09.05.2023 at 19:00: Sumurun (1920) by Ernst Lubitsch, OmeU, 103 Min.

Unlike Joe May, Ernst Lubitsch was not only a master of Weimar cinema, but also became a star director in Hollywood. In his early film work, he repea­tedly used Oriental and Roma ste­reo­types to advance his career in the enter­tainment industry. Already filmed and dra­ma­tized by Max Reinhardt for the theater in 1910, just ten years later Lubitsch staged the material again in a monu­mental manner with a star cast at the Ufa studios in Berlin-Tempelhof. Sumurun is Lubitsch’s version of One Thousand and One Nights – a jea­lousy drama set in the pre-modern Orient that plays with European fan­tasies about the harem, ens­laved dancers and ori­ental despotism.

Introduction by Prof. Dr. Qinna Shen
A Berliner’s One Arabian Night: Lubitsch Orientalist Parody

Moderation: Sun-ju Choi / Kien Nghi Ha

23.05.2023 at 19:00: Piccadilly – Nachtwelt (1929) by Ewald André Dupont, OmeU, 109 Min.

Unlike the other films in the series, “Piccadilly” is not set in an ima­ginary Asia, but takes place in the heart of modern London with exotic excur­sions to Chinatown. Despite this setting, the ste­reo­ty­pical roles remain vir­tually unch­anged: in this tragic drama of love and jea­lousy, the US star Anna May Wong embodies a Chinese woman who, with ethnic chic, rises to become a sexually desi­rable showgirl in a nightclub but meets a tragic end. She is an Asian migrant worker who, as a seductive femme fatale, threatens but also satisfies the White man whilst at the same time becoming a victim of her own cul­tural origins.

Introduction by Yumin Li
Anna May Wong – ein chinesisch-amerikanischer Hollywoodstar in Berlin

Moderation: Kimiko Suda / Kien Nghi Ha

This Screening is part of the korientation-Festival zu(sammen)künfte (20.–27.05.2023).

06.06.2023 at 19:00: Hito Steyerl SPECIAL – Babenhausen (1997), 4 Min., Die leere Mitte (1998), 62 Min. Normalität 1‑X, (1999–2001), 37 Min. With OmeU.

This trilogy of Hito Steyerl’s early work can be read in many dif­ferent ways. It is not only a document of con­tem­porary history and an artistic and activist posi­tioning, but also an out­standing film essay. Created between 1990–1998, the impressive long-term study “The Empty Center” examines the invi­sible con­nec­tions between anti-Semitism, colo­nialism and racism in Berlin’s cul­tural and urban spaces. One example is the history of the “Haus Vaterland” located at today’s Potsdamer Platz. At the same time, these films also focus on migrant protest move­ments and Asian-diasporic voices resisting colonial con­ti­nuity and racist violence.

Followed by a Talk with Hito Steyerl, Gülşah Stapel, Kien Nghi Ha

20.06.2023 at 19:00: Halfmoon Files (2006) by Philip Scheffner, OmeU, 87 Min.

Not far from Berlin, the voice of the British colonial soldier Mall Singh was recorded on December 11, 1916 in the pri­soner of war camp Wünsdorf. The recor­dings, com­mis­sioned by the military, science and enter­tainment industry, were part of the sound archive “All Peoples of the World”. Today they are housed in the sound archive of the Humboldt University Berlin and refer to the colonial cha­racter of the First World War and the camp: In order to present itself as a caring colonial power, Germany’s first mosque for reli­gious prac­tices was built in the halfmoon camp for African, Arab and (South) Asian pri­soners. At the
same time, the camp and its inmates were used as film sets for German colonial pro­pa­ganda. Halfmoon Files traces these blurred colonial con­nec­tions in the Berlin area.

Followed by a talk with Philip Scheffner, Merle Kröger, Kien Nghi Ha

Speakers

Joshua Kwesi Aikins is a poli­tical sci­entist and human rights activist. He works as a research assistant in the department of “Development Policy and Postcolonial Studies” at the University of Kassel and is active, among other things, on the advisory board of the Initiative Black People in Germany (ISD). His research inte­rests include cul­tural and poli­tical repre­sen­tation of the African dia­spora, colo­niality and the politics of memory. as well as empowerment and gender equality data. He is co-author of the “Afrozensus”, a survey of Black, African and Afrodiasporic people in Germany.

Sun-ju Choi studied lite­rature at the University of Cologne and screen­writing at the German Film and Television Academy in Berlin. Her dissertation,„Vater Staat und Mutter Partei: Familienkonzepte und Repräsentation von Familie im nord­ko­rea­ni­schen Film“ was published in 2017. She serves as an honorary member of the board of directors for ndo e.V. and kori­en­tation e.V.

Anujah Fernando works as a cul­tural scholar and curator based in Berlin. Her work focuses on the politics of coll­ective memory as they relate to migration and colo­nialism. She pro­duces research-based exhi­bi­tions, publi­ca­tions and docu­mentary film pro­jects. Her par­ti­cular interest is on the prac­tices first and second gene­ration of migrants use to nego­tiate lan­guage and culture. Most recently, she co-curated the exhi­bition „Despite All: Migration to the Colonial Metropolis of Berlin“ at the FHXB Museum.

Dr. Kien Nghi Ha, cul­tural and poli­tical sci­entist, is a Postdoc rese­archer of Asian German Studies at the University of Tübingen. Numerous publi­ca­tions on post­co­lonial cri­ticism, racism and migration. Editor of „Asiatische Deutsche Extended. Vietnamesische Diaspora and Beyond“ (Assoziation A, 2012; 2021). His mono­graph „Unrein und ver­mischt. Postkoloniale Grenzgänge durch die Kulturgeschichte der Hybridität und der kolo­nialen ‚Rassenbastarde‘“ (tran­script, 2010) was awarded with the Augsburg Science Prize for Intercultural Studies. https://uni-tuebingen.de/en/208381

Merle Kröger works as an author, dra­ma­turge and curator in Berlin and has been part of pong Film since 2001. She also works as a uni­versity lec­turer in Halle and Mainz. She has published five novels, including Grenzfall (2012), Havarie (2015) and Die Experten (2021). As a curator, she has worked with Arsenal Institut für Film und Videokunst e.V. since 2007 on pro­jects including Work in Progress, Living Archive, and Die fünfte Wand. Navina Sundaram: Innenansichten einer Außenseiterin oder Außenansichten einer Innenseiterin, which received a nomi­nation for the Grimme Online Award 2022. www.merlekroeger.de

Jürgen Kurz is an impro­vi­sation artist. Whether on the pre­pared grand piano, electric piano or dusty piano, he makes the strings sound and keys clink. After stu­dying at the Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, he made a name for himself as a com­poser, theater musician (including Volksbühne) and pianist, espe­cially as a silent film pianist – live in the cinema, open-air and at fes­tivals. For example at the Freiluftkino Friedrichshain, the Berlin International Film Festival, in the cinemas Babylon, Krokodil and at the Fusion Festival. No two per­for­mances are the same, because the films, which are now around a hundred years old, always shine dressed with new impro­vised sound.

Yumin Li is a cul­tural his­torian whose dis­ser­tation examines Anna May Wong’s career spanning several decades on four con­ti­nents. Together with
the coll­ective andcompany&Co. she is deve­loping the theater per­for­mance Shanzhai Express, which playfully deals with Anna May Wong (pre­mière 10.6.2023 at Volksbühne Berlin).

Dr. Tobias Nagl is a film and music critic, DJ, and has been Associate Professor of Film Studies at the University of Western Ontario in Canada since 2007. Research inte­rests: Film theory, silent film, avant-garde film, (post-)colonialism, Afro-German history before 1945, cri­tical theory. Book publi­ca­tions: “The Uncanny Machine: Race and Representation in Weimar Cinema” (2009) and (with Janelle Blankenship) “European Vision: Small Cinemas in Transition” (2015).

Dr. Subin Nijhawan is a research asso­ciate at the Institute of English and American Studies at Goethe University Frankfurt. His postdoc project gra­vi­tates around the nexus of mul­ti­l­in­gualism and sus­taina­bility, incor­po­rating lite­rature and media, in order to faci­litate an inter­sec­tional view. This also includes new models for global justice and a cos­mo­po­litan world citi­zenship, for pre­venting a Eurocentric domi­nance in discourses.

Philip Scheffner has been working as a visual artist since 1985. His feature-length artistic docu­men­taries The Halfmoon Files (2007), The Day of the Sparrow (2010), Revision (2012), And-Ek Ghes… (2016), and Havarie (2016) have been screened worldwide and won num­erous awards. Since 2021 he is Professor of Documentary Practices at the KHM Cologne. His new film Europe pre­miered at the Berlinale in 2022. Scheffner is part of the Berlin pro­duction platform / coll­ective pong (tog­ether with Merle Kröger, Alex Gerbaulet, Caroline Kirberg and Mareike Bernien).

Qinna Shen ist Associate Professor of German am Bryn Mawr College, Pennsylvania. Nach einem Germanistik-Studium in Beijing und Heidelberg pro­mo­vierte sie 2008 an der Yale Universität in den USA. Sie ist Autorin von „The Politics of Magic: DEFA Fairy-Tale Films“ und Mitherausgeberin von „Beyond Alterity: German Encounters with Modern East Asia.“ Sie hat viel über deutsch-asiatische Themen veröffentlicht.

Dr. Gülşah Stapel studied urban and regional planning at the TU Berlin with a focus on his­toric pre­ser­vation. Her research expertise lies in the study of identity and heritage con­s­truction in public space and Berlin urban history. Since 2020, she has worked as an out­reach curator for the Berlin Wall Foundation. She has just published her book „Recht auf Erbe in der Migrationsgesellschaft“ (Urbanophil 2023), a study on places of remem­berance of Berliners with a family back­ground from Turkey.

Hito Steyerl is pro­fessor of expe­ri­mental film and video at the Berlin University of the Arts. She is a media artist, film­maker, cul­tural critic and theorist. Her inter­na­tio­nally renowned media‑, technology- and culture-critical works have been awarded num­erous prizes. The exhi­bition „I Will Survive. Films and Installations“ (catalog published by Spector Books) is the largest retro­s­pective of her entire oeuvre to date and was first shown at the K21 of the Düsseldorf Ständehaus in 2020, then at the Centre Pompidou in Paris in 2021.

Dr. Kimiko Suda works at the Technical University of Berlin on insti­tu­tional racism in Germany. She is an active member of kori­en­tation e.V. and inte­rested in decolonial/antiracist memory culture. From 2011-
2017, she co-directed the Asian Film Festival Berlin with Dr. Sun-ju Choi.

Imprint

Curator and project leader: Dr. Kien Nghi Ha.

In coope­ration with bi’bak e.V., kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. and the
Department of Korean Studies, Institute of Asian and Oriental Studies at the University of Tübingen.

With films from the hol­dings of the Friedrich Wilhelm Murnau Foundation (www.murnau-stiftung.de) in Wiesbaden.

Funded by the program Promotion of Contemporary History and Remembrance Culture of the Berlin Senate Department for Culture and Europe.

FilmVeranstaltungenVerein

* viet­na­me­sische Übersetzung unten*

Am 31. Januar 1997 wurde Phan Văn Toàn Opfer einer ras­sis­ti­schen Gewalttat am S‑Bahnhof Fredersdorf. Drei Monate später stirbt er an den direkten Folgen dieses Angriffs. Als Gedenkinitiative für Phan Văn Toàn machen wir immer wieder auf diese schreck­liche Tat und auf Phan Văn Toàn als Person auf­merksam. Wir wissen bis heute wenig über sein Leben. Vermutlich zog Phan Văn Toản als Student oder Vertragsarbeiter aus Vietnam in die DDR.

Verschiedene Filmemachende haben sich mit viet­na­me­si­scher Diaspora in der DDR und nach der Wende beschäftigt. Am 17. Februar 2023 möchten wir deshalb die beiden Filme „Sorge 87“ (deutsch mit viet­na­me­si­schen Untertiteln) sowie „Bruderland ist abge­brannt“ (deutsch bzw. deut­sches Voiceover über viet­na­me­si­schen Originalton) zeigen.

Anschließend daran möchten wir mit Thúy Nguyen, die am Film „Sorge 87“ beteiligt war und Angelika Bach Ngoc Nguyen, der Filmemacherin von „Bruderland ist abge­brannt“ ins Gespräch kommen. Das Gespräch findet auf Deutsch mit Übersetzung ins Vietnamesische statt.

Mehr Informationen zu Phan Văn Toàn und der Arbeit der Gedenkinitiative findet Ihr auf https://phanvantoan.de.

Wann: Fr. 17.02.2023 um 19:00 Uhr
Wo: Haus der Generationen, Lindenallee 12, 15366 Hoppegarten
Es gibt eine gemeinsame Anreise vom S‑Bahnhof Ostkreuz um 18:00 Uhr am Gleis/vorderer Wagon – Richtung Hoppegarten und auch ein gemein­samer Rückweg zum S‑Bahnhof Hoppegarten wird ange­boten.

Für wen: Alle sind will­kommen, wir laden ins­be­sondere Menschen der ersten und zweiten Generation aus vietnamesischen/viet-deutschen Communities ein.

Anmeldung: eine Anmeldung ist nicht erfor­derlich
Corona-Regelung: Bitte schützt Euch und andere und kommt getestet. 

Vào ngày 31 tháng 1 năm 1997, một vụ sát hại đau lòng đã xảy do phân biệt chủng tộc ở trạm S‑bahn Fredersdorf. Nạn nhân là Phan Văn Toàn. Ba tháng sau đó, Phan Văn Toàn qua đời vì chấn thương nặng từ cuộc án mạng.

Để tưởng nhớ về Phan Văn Toàn, hàng năm chúng tôi tổ chức một buổi tưởng niệm để cùng nhau ghi nhớ về sự hy sinh của anh và lên án hành động của kẻ sát hại cũng như nạn phân biệt chủng tộc chống lại người da màu. Tuy nhiên, cho đến nay chúng tôi vẫn không có nhiều thông tin về cuộc đời của anh ấy. Theo phỏng đoán, có lẽ anh Phan Văn Toàn đã nhập cư vào Cộng Hoà Dân Chủ Đức với tư cách là một sinh viên hoặc là một công nhân hợp đồng từ Việt Nam sang.

Hiện nay, nhiều nhà sản xuất phim đã đồng hành và hợp tác với cộng đồng Việt Kiều ở Đức đã trải qua thời gian trước thống nhất và sau thống nhất đất nước. Vì vậy, vào ngày 17/02/2023 chúng tôi xin được phép giới thiệu hai bộ phim: Sorge 87 (Tạm dịch: Việt Kiều ở Đức – có dịch thuật tiếng Việt trong bộ phim) và Bruderland ist abge­brannt (Tạm dịch: Cuộc sống thân quen trên ngọn lửa – có lồng tiếng Đức và tiếng Việt trong bộ phim). Kế tiếp chúng tôi sẽ trò chuyện với cô Thuý Nguyễn, người đã tham gia bộ phim Việt Kiều ở Đức và cô Angelika Bách Ngọc Nguyễn, nhà sản xuất bộ phim Cuộc sống thân quen trên ngọn lửa. Buổi trò chuyện này sẽ được diễn ra bằng tiếng Đức và có đi kèm dịch thuật tiếng Việt.

Chương trình sẽ bắt đầu vào 19 giờ. Mọi người sẽ tập trung ở trạm tàu Ostkreuz lúc 18 giờ (cụ thể là sẽ sử dụng tàu S5 hướng Strausberg Nord và điểm tập trung ở phía đầu tàu theo hướng di chuyển của tàu), và có thể đi cùng nhau đến trạm tàu Hoppegarten sau khi chương trình kết thúc. Tưởng nhớ về Phan Văn ToànRa mắt họp báo giới thiệu bộ phim „Việt Kiều ở Đức“ và “Cuộc sống thân quen trên ngọn lửa“

Vielen Dank an Son Tra Ngo für die Übersetzung.

AllgemeinVeranstaltungen

Wir wün­schen allen schöne Feiertage, einen guten Jahresausklang und einen noch bes­seren Rutsch ins neue Jahr. Bis zum 9. Januar machen wir Büropause und starten dann direkt mit ein paar schönen Angeboten ins Jahr 2023. Also merkt Euch gerne schon mal vor:

21.01. MEGA New Year Vernetzungstreffen in Berlin
27.01. RADAR Netzwerktreffen in Köln
31.01. Digitaler VaryAsians Salon #2: “Make it South Asian for Everyone” hosted by Sarah & Manik aus dem Vorstand
17.02. Filmveranstaltung mit „Bruderland ist abge­brannt“ und „Sorge87“ in Hoppegarten, orga­ni­siert von der Initiative in Gedenken an Phan Văn Toản


Wir sagen Danke an die Community und all die tollen Leute, mit denen wir 2022 zusam­men­ar­beiten und die wir ken­nen­lernen durften und freuen uns auf ein neues Jahr mit Euch und vielen span­nenden Inhalten!

Euer korientation-Team

BlogVeranstaltungenWorkshop

Was können wir von den akti­vis­ti­schen Praktiken mar­gi­na­li­sierter Gruppen über Konflikte und Vertrauensbildung lernen? Welche Erkenntnisse eröffnen ins­be­sondere inter­sek­tionale Grassroots-Perspektiven über die Anforderungen und Herausforderungen von Gemeinschafts-Bildung und Solidarität? Welche Rolle spielen Medien, in ver­schie­denster Form, in der Mobilisierung von poli­ti­schem Bewusstsein und kon­kreter Änderung? Diesen und ähn­lichen Fragen widmet sich unser Workshop Asiatisch Deutscher Kultur-Aktivismus: Medien, Repräsentation, Generationen. Mit Fallbeispielen aus der relativ unbe­kannten Geschichte von asia­tisch deut­schen Aktivismen von den 1970er Jahren bis zur Gegenwart unter­suchen wir Formen von kul­tu­reller und Medien-Arbeit, die mar­gi­na­li­sierte Gruppen leisten und leisten müssen, um ihre Position in einem Mehrheitsumfeld zu behaupten und ein gerech­teres und inte­gra­ti­veres Umfeld zu schaffen. Diese Formen von Arbeit sind letzt­endlich auch unab­dingbar für die Ausübung demo­kra­ti­scher Kultur.

In zwei Gesprächsrunden laden wir zu einer gemein­samen Diskussion mit Aktivist*innen und Kulturschaffenden aus der asia­tisch deut­schen Community ein. Dabei wird es sowohl um eigene Erfahrungen im akti­vis­ti­schen Arbeiten gehen, als auch um über­grei­fende Fragen nach Kontinuitäten, Differenzen und Spannungsfelder zwi­schen Generationen und innerhalb der Communities.

DATUM: 16. Dezember 2022, 15:00 – 18:30 h
ORT: Goethe-Universität Frankfurt a.Main, Gebäude „Normative Ordnungen“
Raum EG.01 Max-Horkheimer-Str. 2, 60323 Frankfurt
Um Anmeldung wird gebeten unter: office@normativeorders.net

VERANSTALTER: „ConTrust. Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“ – ein Clusterprojekt des Landes Hessen am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Link: https://contrust.uni-frankfurt.de/event/asiatisch-deutscher-kultur-aktivismus-medien-repraesentation-generationen/


Programm

15.00 – 16:30
In der ersten Runde dis­ku­tieren Dr. Sun-ju Choi, Cuso Ehrich und Jee-Un Kim von kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. gene­ra­tio­nen­spe­zi­fische Zugehörigkeitspolitiken und Verständnisse von Selbstrepräsentation, Kollektivität und poli­ti­scher Mobilisierung: Vom orga­ni­sierten Widerstand der ersten Generation süd­ko­rea­ni­scher Krankenschwestern Ende der 1970er Jahre, über die inter­sek­tionale Kulturarbeit der zweiten Generation, zu der trans­na­tional ver­netzten Social Media-Landschaft einer jün­geren Generation von asia­tisch dia­spo­ri­schen Menschen.

16.30 – 17.00
Kaffeepause

17.00 – 18.30
Eine weitere Diskussionsrunde führen Drehbuchautorin Viktoria So Hee Alz und die Regisseure Dieu Hao Do und Duc Ngo Ngoc als Filmschaffende der asia­ti­schen Diaspora in Deutschland. Ausgehend vom aktu­ellen Trend, mehr Sichtbarkeit für BIPOC und Diversität zu schaffen, z.B. mit der Studie „Vielfalt im Film“, dis­ku­tieren sie, warum Repräsentation so wichtig ist und welche struk­tu­rellen Hindernisse den Zugang für mar­gi­na­li­sierte Gruppen nach wie vor erschweren. Darüber hinaus wagen die Filmschaffenden einen Blick in die Zukunft, sprechen über Best-Practices und stellen kon­krete Forderungen und Wünsche auf, um die Film- und Fernsehbranche viel­fäl­tiger und nach­haltig gerechter zu gestalten.

Beide Gesprächsrunden sind jeweils 90 Minuten und bieten fokus­sierte Beiträge wie auch Raum für direkten Dialog mit allen Anwesenden. 

Moderiert wird der Workshop von Feng-Mei Heberer.


Personen

Viktoria So Hee Alz – geboren in Südkorea, auf­ge­wachsen in Deutschland – ist Drehbuchautorin und Aktivistin aus Berlin. Neben ihrer Headautorinnenarbeit bei PARA – Wir sind King und DRUCK, lie­ferte sie 2020 sowohl Idee als auch Bücher für die Web-Serie #heuldoch – Therapie wie noch nie. Des Weiteren setzt sie sich für struk­tu­relle Veränderungen in der Film- und Fernsehlandschaft ein und hält Workshops, Panels und Mentoring Sessions mit Fokus auf Gender & Diversität. 

Dr. Sun-Ju Choi ist Autorin und Kulturschaffende. Sie stu­dierte Literatur an der Universität zu Köln und Drehbuch an der DFFB (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin) und ist bei den Neuen deut­schen Medienmacher*innen e.V. als stell­ver­tre­tende Geschäftsführerin tätig. Sie ist außerdem Gründungsmitglied von kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und leitet seit 2007 gemeinsam mit Kimiko Suda das Asian Film Festival Berlin.

Dieu Hao Do ist Künstler, Filmemacher und Filmaktivist. Seine Filme erfor­schen neue Perspektiven auf Geschichtserinnerung des Amerikanischen Kriegs in Vietnam. Mit dem Ziel, neue BIPOC Stimmen fürs Erzählen zu empowern, enga­giert er sich u.a. für #VielfaltImFilm. Er ist aktives Mitglied der gemein­nüt­zigen Initiative Berlin Asian Film Network (BAFNET), die sich seit 2012 für dif­fe­ren­zierte Repräsentationen asia­tisch deut­scher Lebensrealitäten in Film und Fernsehen engagiert.

Cuso Ehrich ist seit 2022 bei kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und leitet dort das Projekt RADAR (Ressourcen von/für Asiatische Deutsche gegen anti-asiatischen Rassismus). Schwerpunkte sind u.a. kri­tische poli­tische Bildungsarbeit, anti-asiatischer Rassismus sowie Intersektionen von Kolonialismus und Geschlecht. Neben Vorstands- und Gremiumsarbeit orga­ni­siert sich Cuso in poli­ti­schen Kleingruppen und ver­sucht durch Podcasts Ressourcen für soziale Bewegungen zu erarbeiten.

Feng-Mei Heberer ist Assistant Professor am Fachbereich Filmwissenschaft an der New York University. Ihre Forschung umfasst die Bereiche trans­na­tionale Medien, Intersektionalität, Migration und Arbeit. Ihr Buch, Asians On Demand: Mediating Race in Video Art and Activism erscheint nächsten Herbst bei der University of Minnesota Press. Seit 2008 ist sie Teil des Asian Film Festival Berlin Teams.

Jee-Un Kim ist Juristin, Kulturmanagerin und Gründungsmitglied von kori­en­tation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. Sie stu­dierte Jura und Kulturmanagement in Berlin und war als Anwältin in eigener Kanzlei tätig, bis sie als wis­sen­schaft­liche Mitarbeiterin an die Koreanistik der Universität Tübingen wech­selte. Seit Anfang 2020 ist sie Geschäftsführung bei kori­en­tation und Projektleiterin von MEGA (Media and Empowerment for German Asians).

Duc Ngo Ngoc ist Filmemacher für Spiel- und Dokumentarfilme. Neben seinen eigenen Arbeiten, die u.a. mit dem Max Ophüls Publikumspreis aus­ge­zeichnet wurden, rea­li­sierte er Radio-Dokumentationen, Filme und serielle Formate für öffentlich-rechtliche Sender (NDR, rrb, BR, ZDF, KIKA). Er ist außerdem Initiator und Projektleiter des Workshops Dreh’s Um – deutsch-vietnamesische Perspektiven, bei dem deutsch-vietnamesische Jugendliche lernen ihre eigenen Geschichten zu erzählen.