korientation ist eine (post)migrantische Selbstorganisation und ein Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven mit einem gesellschaftskritischen Blick auf Kultur, Medien und Politik.
Wir freuen uns sehr, unser anstehendes Online-Gespräch mit der Aktivistin, Pädagogin und transnationalen Feministin, Dr. Margo Okazawa-Rey anzukündigen.
Wie hängen Identität(en) und emanzipatorische Kämpfe miteinander zusammen? Was ist das Schwarze Feministische Manifest vom Combahee River Collective? Wie blickt Dr. Okazawa-Rey als Gründungsmitglied jetzt auf dessen Inhalte, Effekte und Missverständnisse und was können wir für heute daraus lernen? Und wie kann eine transnationale, feministische, antirassistische Praxis gegen globale Unterdrückung und kapitalistische Strukturen eigentlich aussehen?
Wir stellen uns mit Dr. Okazawa-Rey diesen Fragen, weil wir derzeit vor der immer größer werdenden Herausforderung stehen solidarische Kämpfe zu führen, die Differenzen als auch gemeinsame Ziele produktiv verknüpfen können. Deswegen wollen wir in diesem Online-Format von ihren Analysen und ihrer politischen Praxis lernen: einer Politik der Hoffnung, Befreiung und aufrichtiger Verbindung.
🌟 Es wird Raum geben (u.a. in Kleingruppen) fürs gemeinsame Gespräch und um miteinander Fragen zu diskutieren – genauso wie für (Tanz-)Pausen mit Musik!
Das Gespräch findet in englischer Lautsprache statt. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch!
Online Gespräch und Live-Screening
📅Wann: Freitag, 18.09.2026, 18.00–21.00 Uhr 📍Wo: Online über Zoom & HACKE, Hacketäuerstr.82, 51063 Köln 👥Wer: Community & Friends, alle Interessierten 🗣 Sprache: English 🎫Anmeldung: schreibt eine Mail an koeln(ät)korientation.de
About Dr. Margo Okazawa-Rey
Margo Okazawa-Rey ist emeritierte Professorin der San Francisco State University und eine Aktivistin-Pädagogin, die seit über 30 Jahren und um die Themen Militarisierung und Gewalt gegen Frauen arbeitet und schreibt. Sie ist seit langem auch außerhalb der USA als Aktivistin aktiv und pflegt dort enge Beziehungen, die ihre politische Perspektiven und Praxis, insbesondere in Bezug auf trans-nationale, feministische Solidaritäten prägen. Sie ist Gründungsmitglied des „International Women’s Network against Militarism” und dessen US-Gruppe „Women for Genuine Security“ sowie des in den 1970er Jahren gegründeten „Combahee River Collective“. Außerdem produziert und moderiert sie die feministische Radiosendung „Women’s Magazine“ auf dem Sender KPFA Berkeley California im „Pacifica-Radio“-Netzwerk und ist als „transnational feminist virtual dance party” DJ MOR Love and Joy bekannt.
ℹ️ Zugänglichkeit und Barrieren
Online
Die Veranstaltung findet Online auf Zoom statt.
Die Veranstaltung findet auf englischer Lautsprache statt.
Während der Veranstaltung sind Live-Untertitel via Zoom aktiviert.
Eure Beiträge sind mündlich mit Mikrofon oder schriftlich im Chat möglich.
Vor Ort
HACKE – House of Asian Community Knowledge and Education (korientation e.V.) Hacketäuerstraße 82, Erdgeschoss vorne 51103 Köln
Sprachen: Die Veranstaltung findet auf englischer Lautsprache statt.
Hinkommen: Die nächsten Bus- & Bahnhaltestellen (Von-Sparr-Str., Berliner Str., Bürgerpark Mühlheim) sind ca. 5–7 Minuten zu Fuß entfernt.
Behindertenparkplätze: Es gibt jeweils einen Behindertenparkplatz in der Berliner Str.76 und 77, beides 400m vom Veranstaltungsort.
Reinkommen: Der Raum liegt im Erdgeschoss und es gibt 3 Treppenstufen im Eingang, für die eine Rampe bereit haben.
Toiletten: Die Toilette liegt ebenfalls im EG im Hausflur, ist sehr eng und schmal.
Wickeltisch: Es gibt keinen Wickeltisch, der hintere Raum kann jedoch als Rückzugsraum dafür genutzt werden.
Infektionsschutz: Bitte seht bei Erkältungs- und Grippesymptomen von einer Teilnahme ab.
Community-Screening von „Staatsschutz“ mit Special Q&A im Anschluss 📅Wann: Donnerstag, 03.09.2026, 19 Uhr ❗️UPDATE – zusätzliches Screening: 03.09. um 20 Uhr 📍Wo: Kino Central Berlin, Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin, www.kino-central.de 👥Wer: Community & Friends 🗣 Sprache: Deutsche Lautsprache größtenteils 🎫Tickets: Vorverkauf online unter Kinoheld oder direkt an der Kinokasse
🎟️ Tickets mit Community-Rabatt für 9 € (max 2 pro Person)
Online Vorverkauf - für 03.09. um 19 h (Original mit engl UT) – Link Kinoheld - KORREKTUR! Es sind doch englische UT! - für 03.09. um 20 h (Original mit engl UT) – Link Kinoheld
Community-Code: Wie kommt ihr an den Community-Rabatt? 1) Kontaktiert uns über das Formular weiter unten, dann bekommt ihr das Codewort per Email zugeschickt. 2) Oder meldet euch auf unserem Insta-Account @korientation per DM, dann erhaltet ihr das als DM.
Beim Ticketkauf an der Kasse müsst ihr der Verkaufsperson den Community-Code sagen, damit ihr den ermäßigten Preis erhaltet.
In beiden Sälen gibt es eine Hörschleife, die den Ton direkt auf Hörgeräte überträgt. Einige unserer Filme sind auf Anfrage in barrierefreier Fassung verfügbar.
Das Kino ist nur sehr eingeschränkt für Rollis geeignet. * Kino 1 ist per Fahrstuhl über den Hof direkt erreichbar. Von dort kommt Ihr nur über einige Stufen ins Foyer & die Toiletten. * Kino 2 ist über ein paar wenige Stufen direkt über den Hof erreichbar. Auch hier ist der Zugang zum Foyer nur über einige Stufen erreichbar. Am besten ruft ihr vorher an, wenn ihr mit Rolli kommt: 030 – 285 999 73 (Kinokasse)
Zum Film
Der Spielfilm „Staatsschutz“ in der Regie von Faraz Shariat kommt am 27.08.2026 bundesweit in die Kinos – mit der ersten Asiatisch-Deutschen Staatsanwältin als Hauptfigur auf der großen Leinwand. In dem Film tritt Staatsanwältin Seyo Kim, gespielt von Chen Emilie Yan, ihre erste Stelle in einer Staatsanwaltschaft in einer fiktiven ostdeutschen Stadt an – und geht nach einem rassistischen Anschlag auf ihr Leben in eigener Sache vor Gericht. Um ihren eigenen Fall aufzuklären, beginnt sie eigensinnig, teilweise rücksichtlos und auf eigene Faust, Ermittlungen in rechtsextreme Netzwerke und andere Fälle rechter und rassistischer Gewalt zu führen – gegen den erbitterten Widerstand von Vorgesetzten und Kolleg*innen. Der Film verweist auf die gesellschaftlichen Realitäten institutionellen und strukturellen Rassismus, die offensichtlich vor Justiz und Sicherheitsbehörden nicht halt machen sowie die Gefahren für unsere demokratisch verfasste Gesellschaft, wenn diese Einrichtungen von Rechtsextremen gekapert werden.
Das Drehbuch wurde von Claudia Schaefer als Hauptautorin in Zusammenarbeit mit Sun-Ju Choi und Jee-Un Kim geschrieben. Sun-Ju und Jee-Un haben korientation mitgegründet und waren über die Jahre hinweg in unterschiedlichen Rollen und Funktionen im Verein engagiert.
Mehr Infos zum Film und weitere Screening-Termine findet ihr auf der offiziellen Webseite: www.staatsschutz-film.de
Wir freuen uns daher sehr, dass wir in Kooperation mit unserem „Hauskino“ Kino Central Berlin ein ganz besonderes Screening am 03.09.2026 organisieren.
Im Anschluss an den Film werden für das Q&A die Schauspielerin Chen Emilie Yan, die Produzentin Paulina Lorenz von Jünglingen und alle drei Drehbuch-Autor*innen Claudia, Sun-Ju und Jee-Un anwesend sein, um moderiert durch Nhat Vi Nguyen aus dem korientation-Team mit euch ins Gespräch zu kommen.
Gäst*innen
Chen Emilie Yan, Schauspielerin
Chen wurde 2000 in Shanghai geboren. Aufgewachsen nahe Düsseldorf, absolvierte sie zunächst ein Psychologiestudium, bevor sie ihre Schauspielausbildung an der Kunstuniversität Graz abschloss. Ihre Arbeiten führten sie u.a. an das Deutsche Theater Berlin, das Schauspielhaus Graz, das Stadttheater Ingolstadt sowie zu internationalen Festivals. STAATSSCHUTZ markiert ihr Kinofilmdebüt in der Rolle der Hauptfigur Seyo Kim. www.filmmakers.eu/de/actors/chen-emilie-yan
Foto: Massimiliano Corteselli
Paulina Lorenz, Produzentin, Jünglinge Film
Paulina ist Produzentin, Drehbuchautorin und Mitgründerin der Produktionsfirma Jünglinge, die Filme und Serien mit einer queerfeministischen, postmigrantischen Perspektive entwickelt. Hierzu gehören der Kinofilm „Futur Drei“ (2020), die ARD Serie „Schwarze Früchte“ (2024) wie auch der aktuelle Film „Staatsschutz“, der seine Première auf der Berlinale 2026 feierte.
Foto: Brigitte Dummer
Claudia Schaefer, Hauptautorin Drehbuch
Claudia Schaefer ist Diplompsychologin und studierte später an der dffb Drehbuch. Ihr Leben ist geprägt von politischem Aktivismus und so entstanden auch ihre ersten beiden Kinofilme: WEIL ICH SCHÖNER BIN (2012) und NAOMIS REISE (2017). Ihr dritter Film, nach dem Roman ELLBOGEN von Fatma Aydemir, prämierte 2024 auf der Berlinale. 2026 kehrte sie mit STAATSSCHUTZ zur Berlinale zurück. Ihr aktuelles Projekt KASCHIERT wurde für den deutschen Drehbuchpreis 2026 nominiert. www.claudia-schaefer-drehbuch.de
Sun-Ju Choi, Co-Autorin Drehbuch, Kuratorin und Autorin
Sun-Ju studierte Literatur an der Universität zu Köln und Drehbuch an der DFFB (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin), ist Gründungsmitglied von korientation und war lange Jahre im Vorstand des Vereins. Sie setzt sich als Vorstandsmitglied von „Vielfalt im Film“ und den „neuen deutschen organisationen“ weiterhin für mehr Viefalt und Intersektionalität ein, besonders auch im Film.
Jee-Un Kim, Co-Autorin Drehbuch
Jee-Un ist Gründungsmitglied und Geschäftsleitung von korientation. Sie war nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften und Kulturmanagement zunächst anwaltlich tätig, bevor sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Koreanistik Tübingen ging. Seit 2020 arbeitet sie hauptamtlich für korientation, mit einem Interesse an Selbstorganisierungen, machtkritischer Organisationsentwicklung, Aufbau von post/migrantischen Wissensbeständen und widerständigen Community-orientierten Strategien in einer zunehmend autoritären Gesellschaft.
Moderation
Nhat Vi Nguyen, Moderation
Vee (alle Pronomen) ist Viet-Deutsch und chronische Virgo. Auf der Bühne ist sie als Musikerin veenus unterwegs, auf Social Media als Strategin/Content Creator aka Social Veedia. Sie bietet sowohl für Gesang als auch für Social Media Workshops an und spricht auf Panels über den Mangel an intersektionaler Repräsentation in der Musikbranche. Seit 2022 verantwortet sie für korientation alles, was mit Social Media zu tun hat, 2023 unterstützte teilweise auch KARAKAYA TALKS. Politisch organisierten Gruppen vermittelt sie ab und an in Form von Workshops das Wissen, ihre Themen auf Social Media greifbar zu machen.
Das korientation Team hat mal wieder eine spannende Veranstaltung entdeckt und lädt euch ein, gemeinsam hinzugehen!
Was haben die Arbeitskämpfe der koreanischen Bergarbeiter 1980 in Sabuk (Südkorea) mit deutscher Geschichte zu tun? Wir möchten mehr über die vergessenen transnationalen Verflechtungen und Solidaritäten von Koreanischen / Koreanisch-Deutschen Graswurzelbewegungen erfahren und gehen deswegen zum Filmscreening der Dokumentation „1980 Sabuk“, die von der Koreanistik Tübingen veranstaltet wird.
🎬 Dokumentarfilm 1980 Sabuk (Park Nam-Bong, Südkorea 2024, 128 min. / OmengU) mit 🎤 Einführungvon Prof. You Jae Lee (Professor für Koreanistik an der Universität Tübingen) & 💬 anschließendes Gespräch mit Inuk Hwang (Direktor des Instituts zur Erforschung der regionalen Gesellschaft Jeongseon und der Sprecher im Film) 📅 Wann: Sonntag, 01.02.2026, 18 Uhr Veranstaltungsbeginn 🤝 korientation-Treffen: 17.30 Uhr im Foyer – sprecht einfach die Person mit der leuchtend türkisenen Mütze an! 📍 Wo: SİNEMA TRANSTOPIA, Lindower Str. 20/22/Haus C, 13347 Berlin 🎟️ Für wen: Alle, die (zusammen mit uns) eine coole Veranstaltung besuchen möchten 🎫 Tickets: Kauft euch vorab ein Ticket direkt beim SİNEMA TRANSTOPIA!
Im April 1980 erhoben sich in Sabuk (Südkorea) rund 3.000 Bergleute, um ihre Arbeitsrechte einzufordern. Gegen Überwachung und Ausbeutung übernahmen sie zeitweise die Kontrolle über Sabuk und gerieten in direkte Konfrontation mit staatlichen Sicherheitskräften. Die damalige Militärregierung verhängte Kriegsrecht über Sabuk und der Aufstand wurde gewaltsam unterdrückt. Dabei gab es zahlreiche Opfer. Inzwischen sind mehr als 40 Jahre vergangen, aber die Wunden der Staatsgewalt sind bis heute nicht verheilt. Der Film trägt zur historischen Aufarbeitung bei und hat den anhaltenden Forderungen nach einer offiziellen Entschuldigung und Wiedergutmachung durch den Staat eine breite Öffentlichkeit verschafft.1 Das Filmscreening in Deutschland spiegelt daher auch den Wunsch der Betroffenen wider, die aktuelle Kampagne zur Durchsetzung ihrer Forderungen international sichtbarer zu machen.
Kämpfe in Deutschland – Bezüge nach Südkorea
Zur gleichen Zeit kämpften im Jahr 1980 in Deutschland 800 koreanische Bergarbeiter im Ruhrgebiet um ihre Menschenrechte – insbesondere um Aufenthaltsrechte und freie Berufswahl. Sie gehörten zur letzten verbliebenen Gruppe der insgesamt rund 8.000 koreanischen Bergarbeiter2, die zwischen 1963 und 1977 für die Arbeit in den Steinkohlewerken im Ruhrgebiet für 3‑Jahresverträge angeworben worden waren.
Die Bundesregierung lehnte ihre Forderungen zunächst ab. Als jedoch im Mai 1980 in Gwangju/Südkorea das Militär Bürger*innen massakrierte3, wäre eine Abschiebung dieser Bergarbeiter nach Korea zu einem Politikum geworden – wodurch sie in Deutschland bleiben konnten.
Gemeinsam mit den Koreanischen Krankenschwestern4 bilden sie seit den 1960er Jahren das Fundament der koreanischen Diaspora in Deutschland.
Zwei Kämpfe – eine verflochtene Geschichte
In beiden Teilen der Welt kämpften koreanische Bergarbeiter zeitgleich für Menschenrechte. Zu der Zeit wussten sie nicht voneinander – obwohl die Opfer in Korea indirekt auch die Ziele der Koreanischen Deutschen ermöglichten. Der Film gibt Gelegenheit, über die Kämpfe der koreanischen Arbeitsmigrant*innen in Deutschland im Zusammenhang mit den Arbeitskämpfen sowie der Demokratisierungsbewegung in Südkorea zu diskutieren, die miteinander verflochten waren, auch wenn die Zeitgenossen sich darüber nicht im Klaren waren.
„Transnationale Solidarität an der Basis würdigt die Geschichte gewöhnlicher Menschen, deren Schicksale sonst in den Geschichtsbüchern vergessen würden.“ You Jae Lee
Koloniale Geschichte ist nicht nur Vergangenheit – sie prägt, wie und was wir heute erinnern und wissen (können). Die Filmreihe Decolonial Visions in Diaspora Cinema hinterfragt hegemoniale Narrative und eröffnet alternative Perspektiven durch die Arbeiten asiatisch-diasporischer Filmschaffender. Diese Werke zeigen als postkoloniale kulturelle Produktionen neue Sichtweisen auf die von Ausbeutung und Kolonialgeschichte geprägten Wissensarchive unserer Gegenwart auf.
Die Filmreihe umfasst vier Screenings, gefolgt von Diskussionen mit den Filmschaffenden und wurde kuratiert von Sun-Ju Choi & Feng Mei Heberer in Kooperation mit der Dekoloniale 2024 und korientation e.V.
Filmreihe „Decolonial Visions in Diaspora Cinema“ 📍 Ort: Sinema Transtopia, Lindower Str. 20⁄22 (Haus C), 13347 Berlin 🎟️ Preise: Regulär 7 Euro hier
📅 12. Dezember 2024, 20:00 Uhr Gefolgt von einem Gespräch mit Sylvia Schedelbauer, Aykan Safoğlu und Charlotte Ming 🎫 Tickets hier
🎞️ Oh, Butterfly! Sylvia Schedelbauer, Deutschland, 2022, 20 min. Englisch, Japanisch mit englischen Untertiteln 🎞️ Dog Star Descending Aykan Safoğlu, Deutschland, 2021, 12 min. Deutsch mit englischen Untertiteln 🎞️ Between the Waves Ye Charlotte Ming, Deutschland, 2024, 12 min. Englisch mit deutschen Untertiteln
📅 3. Dezember 2024, 20:00 Uhr 🎞️ Fly in Power Yin Q, Yoon Grace Ra, USA/Australien, 2023, 78 min
📅 27. November 2024, 20:00 Uhr 🎞️ The Lake and the Lake Sindhu Thirumalaisamy, Indien, 2019, 38 min, Kannada mit englischen Untertiteln 🎞️ An Asian Ghost Story Bo Wang, Hongkong/Niederlande, 2023, 37 min, Kantonesisch/Englisch mit englischen Untertiteln
📅 21. November 2024, 20:00 Uhr 🎞️ Nervous Translation Shireen Seno, Philippinen, 2018, 90 min, Tagalog mit englischen Untertiteln
kuratiert von Sun-Ju Choi & Feng Mei Heberer in Kooperation mit der Dekoloniale 2024 und korientation e.V.
WAS: Booklaunch mit einem Gespräch zwischen Kien Nghi Ha, Yumin Li, Linh Müller und Irit Neidhart Wann: 09.07.2024 um 18:30 h Wo: Savvy Contemporary, Reinickendorfer Straße 17, 13347 Berlin Sprache: Deutsche Lautsprache Zugang: Der Eintritt ist frei und die Räume sind ebenerdig und rollstuhlfreundlich. Link: https://savvy-contemporary.com
Das Buch wird während der Veranstaltung erhältlich sein!
Save the Date! Am 18. September 2024 findet von 14:00–18:00 ein begleitender Workshop zum Thema im Rahmen der Reihen WEDDING AFFAIRS and COLONIAL NEIGHBOURS bei SAVVY statt.
Wir freuen uns auf den Booklaunch des Sammelbands zur gleichnamigen Filmreihe, die 2023 im Sinema Transtopia stattgefunden hat und die Gesprächsrunde mit dem Herausgeber Kien Nghi Ha sowie den Autorinnen Yumin Li, Linh Müller und Irit Neidhart im Savvy Contemporary in Berlin.
Zum Sammelband
Der Band untersucht anhand kolonial-kritischer Filmanalysen die nahezu unbekannte Geschichte Asiatischer Repräsentationen in Deutschland. Der Fokus liegt auf orientalisierenden deutschen Kinofilmen der Weimarer Zwischenkriegszeit. Nach dem Ende des Imperial Germany wurden Deutschlands kolonial-rassistische Fantasien und Ambitionen verstärkt in eine imaginäre Kolonialität überführt. Ihre filmischen Inszenierungen begeisterten ein Massenpublikum. Die Filmkulisse, aber auch ihre Produktion und Konsumtion wurden selbst zum kulturellen Kolonialraum. Ihre Popularität ist Ausweis ihrer gesellschaftlichen und zeithistorischen Bedeutsamkeit.
Im Unterschied zur dominanten Wahrnehmung, in der Berlin aufgrund der „Goldenen Zwanziger“ als europäische Kultur- und Filmstadt von Weltrang gefeiert wird, setzt das Buch auf dekolonialisierende Perspektiven. In eurozentrischen Diskursen wird systematisch verdrängt, dass sich unter der Oberfläche der modernen Urbanität ein „wildes Kulturleben“ verbirgt, das durch koloniale Verstrickungen und Exotisierungen geprägt ist. Die filmischen Arbeiten etwa von Hito Steyerl und Philip Scheffner machen dagegen vergessene (Ge)Schichten und Dimensionen der Kolonialmetropole Berlin sichtbar.
Das Buch erweitert die dekoloniale Debatte und stellt anti-Asiatischen Rassismus und Orientalismus in den Fokus. Es leistet Pionierarbeit, indem es die „Weltmetropole Berlin“ als kolonialen Kulturraum mit (anti-)Asiatischen Bezügen erforscht.
Angaben Kien Nghi Ha [Hg.]: Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin Localizing Decolonialization – Dekolonialisierung lokalisieren Berlin: Assoziation A, 2024, 200 Seiten. 16 EUR Link zum Verlag
Zu den anwesenden Autor*innen
Kien Nghi Ha ist promovierter Kultur- und Politikwissenschaftler und leitet den Arbeitsbereich Postcolonial Asian German Studies an der Universität Tübingen. Er hat an der New York University sowie an den Universitäten in Bremen, Heidelberg und Bayreuth geforscht und wurde mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien ausgezeichnet. Als Kurator hat er u.a. im Berliner Haus der Kulturen der Welt, im Hebbel am Ufer-Theater und im Sinema Transtopia verschiedene Projekte über Asiatische Diaspora realisiert. Er hat mehr als zehn Bücher zu postkolonialer Kritik, Rassismus, Migration und Asian Diaspora geschrieben und editiert. Zuletzt ist der Sammelband Asiatische Deutsche Extended. Vietnamesische Diaspora and Beyond (Assoziation A 2021) als erweiterte Neuauflage erschienen. 2025 gibt er den Band Anti-Asian Racism in Transatlantic Perspectives: History, Theory, Cultural Representations and Social Movements (transcript) heraus.
Yumin Li ist Kulturwissenschaftlerin, Expertin für Antidiskrimierung und diversitätsorientierte Organisationsentwicklung sowie Performerin. In ihrer Dissertation untersuchte sie Anna May Wongs mehrere Jahrzehnte umspannende Karriere auf vier Kontinenten. Li veröffentlichte zahlreiche Aufsätze zu Anna May Wong. Zusammen mit dem Kollektiv and-company&co erarbeitete sie die Theaterperformance „Shanzai Express“, das sich spielerisch mit Anna May Wong befasst und an der Volksbühne 2023 Première feierte.
Linh Müller hat Nordamerikastudien an der Freien Universität Berlin, am Middlebury College und an der Yale University studiert und forscht zur affektiven Reproduktion und Repräsentation von nationaler Zugehörigkeit in Sport und Popkultur. In ihren persönlichen Arbeiten verhandelt sie die Komplexitäten und Verstrickungen, die sich aus ihrer eigenen vietnamesischen und deutschen Familiengeschichte ergeben insbesondere in Hinblick auf Identität, Sprache, Krieg und den Nationalsozialismus. Momentan lebt sie in Berlin und arbeitet in einem Projekt zu migrantischer Erinnerung und der Friedensstatue, die in Berlin-Moabit an die so genannten „Trostfrauen“ im Zweiten Weltkrieg erinnert.
Irit Neidhardtist seit 1995 als Kuratorin und Publizistin zum Themengebiet Kino und arabische Welt tätig. Zudem betreibt sie seit 2002 den internationalen Verleih und Vertrieb „mec film“ für Filme arabischer Regisseur*innen. Als Koproduzentin war sie an mehreren preisgekrönten Dokumentarfilmen beteiligt.
Eine Publikation des Projekts DARE (Decolonize Anti-Asian Racist Entanglements).
Initiated by the Tübingen conferences on Asian German Studies in 2022 and on anti-Asian racism in 2023the anthology “Anti-Asian Racism in Transatlantic Perspectives: History, Theory, Cultural Representations and Social Movements“ (working title) is in preparation for early 2025. Tune in here for updates.
Soon after the Covid-19 pandemic began, reports of racism against (East) Asians, Chinese in particular, erupted worldwide. The model minority abruptly transformed into the scapegoat for the fearful and angry masses seeking a simple explanation for their newfound reality. It seemed that Asians were experiencing unprecedented racism. They were not only being belittled, glorified, or exoticized, but also threatened and assaulted. For many, this ‘actual racism’ represented a new phenomenon marking the emergence of ‘anti-Asian racism’ in the German mainstream discourse.
Not surprisingly, anti-Asian racism has a deep history and colonial legacy. The conference can be understood as an expression of the necessity and interest of the Asian German community in the subject as well as a contribution to the deconstruction of Whiteness and colonial modernity by destabilizing and reinterpreting the boundaries between Whiteness and Asianness. Perspective is crucial to critically understand what ‘Asian’ and ‘Asianness’ can or should signify in the face of racial imaginaries and anti-Asian violence.
ROTEM KOWNER (Haifa) shed light on European Colonialism, race theories, and racism using examples from early modern and modern continental Asia. Racism was essential for legitimizing colonization, strengthening racial hierarchization in Europe and its colonies. According to Kowner, China, the center of global commerce, had long been more than an equal rival for the ‘most civilized’ society. He argued that the opening of the Suez Canal brought Asia closer, and steamships guaranteed European naval superiority in the Opium Wars. This revealed China’s vulnerability and bolstered European self-confidence. Thus, the narrative of China as the ‘country of wonders’ gradually gave way to imaginaries of deceitfulness, dysfunctionality, and ‘the yellow peril’. KIEN NGHI HA (Tübingen) noted that (East) Asians were usually ranked second after Europeans in the racial hierarchy. Kowner suggested this resulted from China being the last obstacle to European world domination, the color choice yellow reflecting the (East) Asians‘ ‘almost Whiteness’ whereas South Asians were clearly depicted as brown.
LOK SIU (Berkeley) continued the discussion by tracing 240 years of Asian presence in the United States, focusing on contested belonging, exclusion, and recurring waves of anti-Asianism by analyzing different phases of immigration and restriction through economic imperatives and political structures. The Proclamation of Emancipation in 1863 marked the formal end of slavery and the beginning of mass (indentured) labor migration from Asia, notably China and India.
LUCAS POY (Amsterdam) depicted an Era of Mass Migration (1880–1930), highlighting Chinese exclusion from labor organizations and blame for harsh conditions and lowered White working-class standards. Chinese indentured labor migrants were blamed for the effects of the economic imperatives by which they themselves were being subjugated. Their unfree labor status was naturalized and inscribed as racial characteristics of passivity. Poy deemed this an important component for the construction of Whiteness, as Asians were relegated to the second place in the racial taxonomy on the grounds that they posed a threat precisely because they were diligent but lacked the capacities of the White subject to organize.
Siu described how the trinity of imagined cultural, economic, and biopolitical threats posed especially by the Chinese diffused regionally in North America and the Caribbean, fueling scores of anti-Asian riots. This leads to increasingly restrictive Exclusion Laws subsequently encompassing not only Chinese but all Asians, labeling them as ‘perpetual foreigners’ unable to integrate into society. These laws were repealed only in 1960 but by this time had already sparked organized resistance and a sense of collective Asian subjectivity.
Amid the civil rights movement, the narrative of the ‘model minority’ was spawned, splitting and pitting racial minorities against each other. According to Siu, in this context, debates on Whiteness can be better understood as gendered, classed, and racialized negotiations of belonging and citizenship. Today, she argued, the waters seem to be murkier, as there is a resurgence of the ‘deserving model minority’ trope on the one hand, while on the other hand, it is being utilized to strengthen Whiteness by delegitimizing affirmative action.
QUINNA SHEN (Bryn Mawr) traced the role of early German film in perpetuating a variety of Asian racist stereotypes and found a clearly gendered notion of Asianness. According to Shen, Asian women were portrayed as helplessly attracted to White men, who were imagined as sexually superior to Asian men. Asian men, in turn, were framed as treacherous, lurking, murderous rapists who used immoral means such as opium to attain their lowly revenge against the White heroes. Shen concluded that while some films did critique British colonial rule, they simultaneously portrayed Asian liberation struggles as underhanded, criminal, and ignoble. Additionally, the films conveyed the message that colonial romance leads to tragedy if not death, and as such, that ‘the other’ will always remain ‘the other’.
A second type of discursive media analysis was undertaken by ANNO DEDERICHS (Tübingen), who focused his research on the images of China portrayed in the German political arena over the course of several decades. He found that the different topoi of threat, rival and partner were repeated over time but were always embedded in their specific historic context. Dominant themes for depictions seemed to be related to colonial (yellow) or communist (red) imagery. Dederichs showed great interest in the ease with which ideological differences were overcome with the prospect of economic prowess, and how the nature of the threat posed by China changed from ideological (communist), to moral (autocratic), to technological, geopolitical, and biopolitical threat (Covid-19). He concluded that the depictions of China tell us more about German needs and fears rather than the actual situation in China.
Another focus of the conference was Asian diasporic communities and their livelihoods, self-organization, and resistance. YOU JAE LEE (Tübingen) emphasized the importance of international exchange on the issue of anti-Asian racism, especially since Asian diasporas in Germany have failed to form a collective sense of Asianness. They remain divided as ethnic or national minorities in their respective struggles instead of combining their efforts or fighting alongside each other. Using families of Korean labor migrants in Germany as an example, he depicted a shift occurring over the course of three generations, in which the explanatory value of meritocracy dwindled, and experiences of discrimination are increasingly understood as consequences of (anti-Asian) racism.
In contrast, the situation in France was regarded as more hopeful by YA-HAN CHUANG (Paris). She depicted three historic phases of Asian community organizing, namely, the struggle for (1) ethnic solidarity, (2) recognition, and (3) acknowledgement. Currently, she sees chances of cross-community solidarity with Arab and African minorities by building coalitions through narratives of decolonization. Chuang comes to a similar conclusion as You Jae Lee concerning the generational differences within the Asian diasporic communities but did not regard differing positionalities as a fundamental hurdle for organizing. Instead, she found potential for synergies by utilizing these generational differences strategically to intervene in the dominant discourse.
By focusing on the institutional dimension of anti-Asian racism in Germany, Kien Nghi Ha explained how a disremembering of anti-Asian racism could occur despite the pogrom in Rostock-Lichtenhagen. Ha argued that German state institutions collectively failed to provide safety for the Vietnamese guest workers due to the ongoing political project of the state to revise laws on political asylum. According to Ha, the pogrom could only unfold due to the failure of the police and the judiciary and gains texture against the backdrop of nationalist revival following German unification, as well as the high unemployment in East Germany at that time.
In opposition to this, CUSO EHRICH (Gießen) follows an abolitionist perspective as it enables thinking about necessary societal transformations in the future. From this perspective, the police would not be attributed failure but instead success according to the racist logic of the nation-state. Finding orientation in self-organized refugee groups or Women in Exile, Ehrich proposes to regard the logic of punishment as neither preventing crime nor reinstating justice, as it does not meet the victims‘ needs. Additionally positing that incarceration is classed and racialized, thus leading to the perpetuation of structural inequalities. Instead of these destructive practices, they plead for life-affirming perspectives and implementing abolitionism on the ground by bringing people together to find solutions outside of state logics while being aware of attempts of neoliberal takeovers. FENG-MEI HEBERER (New York) added that regarding politics of Asian self-representation through German grassroots organizations in limbo should not necessarily be understood as failed. Instead, disruption and slowness should be comprehended as continuations of self-organization.
SARA DJAHIM (Berlin) and TAE JUN KIM (Berlin) questioned the utility of the terms ‘Asian’ and ‘anti-Asian racism’ altogether. In a similar manner to Rotem Kowner, they posited that racism is the grounds upon which the categories of race, such as ‘Asian’, emerge and become salient, but that ‘Asianness’ itself is not essential to the overarching issue of racism. As the subjectivity of ‘Asianness’ is dependent on the continuity of ‘anti-Asian racism’, they do not deem ‘Asian’ as a useful collective identity category for a long-term anti-racist struggle. Their idea not being that there are no specific consequences for people marked as ‘Asians’, but rather that ‘anti-Asian’ sentiment is not necessary for the manifestation of racist effects against them. If deconstructed consequently, they concluded, there are no ‘Asians’, only people perceived as ‘Asian’.
In regard to this issue Jee-Un Kim stressed the relational utility of political labels such as ‘Asian’ or ‘Asian German’. According to her, it is pivotal to express the societal conditions while deconstructing them at the same time. Depending on who we are pitting ourselves against, certain commonalities have to be underlined, whereas sometimes it is more productive to highlight particular differences. Thus, the usage of terminology such as ‘Asian’, ‘anti-Asian racism’, or ‘diasporic Asians’ must be situational, strategic, and always relational. Kien Nghi Ha added that the term ‘Asian German’ is an offer to the community that may be ignored or contested, as there is also no singular way of understanding it. Instead, it poses an opportunity to deal with specifically German anti-Asian formations in a playful manner.
In summary, the conference encompassed a diverse array of inquiries, spanning from fundamental discourse on terminology to the examination of theoretical underpinnings and historical origins of the phenomenon. The proceedings also encompassed empirical investigations into discourse dynamics and the political orientations of grassroots movements. Moreover, You Jae Lee expressed concern over the absence of a dedicated academic discipline focusing on Asian German Studies, while Lok Siu emphasized the scholarly duty to engender knowledge that confronts societal concerns and fosters utopian perspectives.
Rotem Kowner observed that, contingent upon the chosen metrics, Asians constitute a demographic percentage ranging from eight to ten percent of the total German population, consequently forming the most prominent racial minority. Kowner further asserted that mere sensitization to anti-Asian racism is insufficient; instead, a resolute and comprehensive effort against racism as an overarching construct is imperative.
While marking the inception of the first-ever conference on anti-Asian racism in Germany, the panels effectively addressed fundamental elements, thereby situating the phenomenon within the German academic discourse. Regrettably, the extensiveness of coverage was constrained by practical limitations, which led to the omission of deliberation on the Asianness of Arabs, and specifically Turks and Kurds in Germany. Nonetheless, the significance of this subject to the Asian community was made visible through the diversity of attendees, including young non-academics from various regions of Germany. This confluence facilitated synergistic discussions between scholars and cultural producers, both during and subsequent to the conference, paving the way for further exchange and dialogue. Notably extending from the previous year’s conference, centered on the feasibility of a discipline in Asian German Studies, the incorporation of an international deliberation added nuance and contrast to the discourse. Ultimately, the implications and consequences of anti-Asian racism persist as a contentious topic both within academic spheres and on the ground.
Conference overview:
Introduction
Kien Nghi Ha (Tübingen) / You Jae Lee (Tübingen)
Keynote History Chair: Bernd-Stefan Grewe (Tübingen)
Lok Siu (Berkeley): Making Asians Foreign: Methods of Exclusion and Contingent Belonging
Panel History Chair: Jee-Un Kim (Berlin)
You Jae Lee (Tübingen): Discrimination, Resistance, and Meritocracy. Korean Guest Workers in Germany
Kien Nghi Ha (Tübingen): The Pogrom in Rostock-Lichtenhagen as Institutional Racism
Keynote Theory Chair: Antony Pattathu (Tübingen)
Rotem Kowner (Haifa): The Intersections between European Racial Constructions and Modern Colonialism: Theoretical Issues and the Place of Asia
Panel Theory Chair: Bani Gill (Tübingen)
Lucas Poy (Amsterdam): Socialists and Anti-Asian Sentiment in the Era of Mass Migration (1880–1930)
Cuso Ehrich (Gießen): Abolitionist Perspectives on Demands of Asian-German Formations
Keynote Cultural Representations Chair: Fei Huang (Tübingen)
Quinna Shen (Bryn Mawr): Racialized Screen in Early German Cinema: What Asian German Studies Can Address
Panel Cultural Representations Chair: Zach Ramon Fitzpatrick (Madison)
Feng-Mei Heberer (New York): Anti-Asian Racism and the Politics of Asian Self-Representation in Germany: the Asian Film Festival Berlin
Anno Dederichs (Tübingen): Opportunity and Threat: Ambivalent Reporting on China in Der Spiegel, 1947–2023
Panel Antiracist Movements Chair: Yewon Lee (Tübingen)
Sara Djahim (Berlin) / Tae Jun Kim (Berlin): “Take Off Your Masks“: The Invisibility and Visibility of Anti-Asian Racism in Germany
Ya-Han Chuang (Paris): Yellow is the new Black? Emergence and Development of Asian Antiracist Activism in France
Round Table: Challenging Anti-Asian Racism in Society and Academia Chair: Kien Nghi Ha
Panelists: Quinna Shen, Lok Siu, Rotem Kowner, You Jae Lee
Author Sander Diederich is a sociologist enrolled in the master’s program Diversity and Society at the University of Tübingen and is a member of UnKUT(Undisciplined Knowledge at the University of Tübingen). Their work has centered around the moral dimensions of (transitional) justice, anti-Asian racism, and the interactional discrimination of transgender persons. Their interests range from feminist epistemologies to utopian perspectives and the normative aspects of (academic) scholarship. Currently, they are exploring notions of ‚the good life‘, with a specific focus on understanding the construction and effect of commonalities/differences using lenses such as communitarianism, solidarity, diversity, and belonging.
Eine Filmreihe des Projekts DARE (Decolonize Anti-Asian Racist Entanglements) in Kooperation mit Sinema Transtopia/bi’bak, supported von korientation
Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin Localizing Decolonialization – Dekolonialisierung lokalisieren Filme – Vorträge – Diskussionen Kurator und Projektleitung: Dr. Kien Nghi Ha
WO: SİNEMA TRANSTOPIA vom 11.04. – 20.06.2023 Lindower Str. 20–22, Haus C, 13347 Berlin, U+S‑Bahn Wedding
Deutschlands kolonial-rassistischen Fantasien und Ambitionen wurde nach dem Abgang des Imperial Germany verstärkt in eine imaginäre Kolonialität überführt. Ihre filmischen Inszenierungen begeisterten nicht nur ein Massenpublikum, sondern führten auch zu einer mehrdeutigen Überlagerung von Fiktion und Realität. Die Filmkulisse, aber auch ihre Produktion und Konsumption wurden selbst zum kulturellen Kolonialraum. Das Film‑, Vortrags- und Gesprächsprogramm leistet Pionierarbeit, indem wir die „wilde Weltmetropole Berlin der Goldenen Zwanziger“ als kolonialen Kulturraum mit (anti-)Asiatischen Bezügen erforschen. Gleichzeitig wird die dekoloniale Debatte um anti-Asiatischen Rassismus sowie Orientalismus erweitert und dadurch multiperspektivischer. Ende 2023 wird ein Sammelband im Verlag Assoziation A erscheinen.
Filmprogramm mit Einführungsvorträgen und Gesprächen
11.04.2023 um 19 Uhr: Das indische Grabmal – Die Sendung des Yoghi (1921) von Joe May, OmU, 132 Min.
„Der Welt größter Film” – die so angekündigte Großproduktion mit Kolonialambiente war ein Publikumsmagnet. Joe May beschwor darin das mystische Indien und verwandelte die Filmstadt Berlin-Woltersdorf in einen „indischen“ Ort mit prächtigen Tempeln und Palästen, der von Statist:innen in Fantasiekostümen und Elefanten bevölkert wird. Angereichert mit sexualisierter weiblicher Exotik erzählt er eine verwickelte Geschichte, in der der bösartige Maharadscha Rache an seiner Frau und ihrem britischen Geliebten nimmt. Dieses Setting war so faszinierend, dass nach einem Remake in den 1930ern Jahren Fritz Lang, der bereits an der ersten Produktion beteiligt war, 1959 den Stoff erneut verfilmte.
Einführung: Dr. Subin Nijhawan, British Empire, German Illusion – Über Tiger und Grabmale in der Kolonialzeit
Moderation: Anujah Fernando / Kien Nghi Ha
25.04.2023 um 19 Uhr: Die Herrin der Welt – Die Freundin des gelben Mannes (1919) von Joe May, OV, 90 Min. Live-Musik: Stummfilmpianist Jürgen Kurz
Unmittelbar nach dem Verlust der außereuropäischen Kolonien entstand 1919 unter der Regie von Joe May in der heute vergessenen Filmstadt Berlin-Woltersdorf ein monumentaler Kolonialepos, der acht Teile umfasst. Unter großem Aufwand gedreht, wird die abenteuerliche Geschichte der jungen, schönen wie Weißen Maud Gregaards erzählt. Im ersten Teil ihre weltumspannenden Reise gerät die Erzieherin im südchinesischen Kanton in die Fänge des brutalen Bordellbesitzers Hai-Fung. Mit Hilfe von Dr. Kien Lung wird sie befreit, der sich aber ebenfalls als dubiose Gestalt herausstellt.
Einführung Dr. Tobias Nagl (via Zoom), Entfreundet: Die Freundin des gelben Mannes (1919/20), asiatische Präsenz und antirassistische Filmproteste in der Weimarer Republik
Moderation: Joshua Kwesi Aikins / Kien Nghi Ha
09.05.2023 um 19 Uhr: Sumurun (1920) von Ernst Lubitsch, OmeU, 103 Min.
Im Unterschied zu Joe May war Ernst Lubitsch nicht nur ein Meister des Weimarer Kinos, sondern avancierte auch zu einem Starregisseur in Hollywood. In seinem frühen Filmschaffen nutzte er mehrfach Orient- und Roma-Stereotypen um seine Karriere in der Unterhaltungsindustrie zu befördern. Bereits 1910 von Max Reinhardt für das Theater dramatisiert und verfilmt, wurde der Stoff 1920 mit Starbesetzung monumental in den Ufa-Studios in Berlin-Tempelhof erneut inszeniert. Sumurun ist Lubitschs Version von Tausendundeine Nacht – ein Eifersuchtsdrama im vormodernen Morgenland, dass mit europäischen Fantasien über das Harem, versklavten Tänzerinnen und orientalischer Despotie spielt.
Introduction Prof. Dr. Qinna Shen: A Berliner’s One Arabian Night: Lubitsch’s Orientalist Parody
Moderation: Sun-ju Choi / Kien Nghi Ha
23.05.2023 um 19 Uhr: Piccadilly – Nachtwelt (1929) von Ewald André Dupont, OmeU, 109 Min.
„Piccadilly“ ist nicht wie die anderen Filme der Reihe in einem imaginären Asien angesiedelt, sondern spielt sich im Herzen des modernen Londons mit exotischen Ausflügen nach Chinatown ab. Trotz dieses Settings bleiben die stereotypen Rollen nahezu unverändert: Der US-Star Anna May Wong verkörpert in diesem tragischen Liebes- und Eifersuchtsdrama eine Chinesin, die mit viel ethnic chic zum sexuell begehrenswerten Revuegirl im Nachtclub aufsteigt und dann tragisch endet. Sie ist eine asiatische Arbeitsmigrantin, die als verführerische femme fatale den Weißen Mann bedroht, aber auch befriedigt und gleichzeitig Opfer ihrer eigenen kulturellen Herkunft wird.
Einführung Yumin Li, Anna May Wong – ein chinesisch-amerikanischer Hollywoodstar in Berlin
06.06.2023 um 19 Uhr: Hito Steyerl Special – Babenhausen (1997), 4 Min. / Die leere Mitte (1998), 62 Min. / Normalität 1‑X (1999–2001), 37 Min. Alle Filme OmeU
Die Trilogie aus dem Frühwerk von Hito Steyerl lässt sich vielschichtig lesen. Sie ist nicht nur zeithistorisches Dokument und künstlerische wie aktivistische Positionierung, sondern stellt auch ein herausragendes Filmessay dar. Entstanden zwischen 1990–1998 untersucht die eindrückliche Langzeitstudie „Die leere Mitte“ die unsichtbar gemachten Zusammenhänge zwischen Antisemitismus, Kolonialismus und Rassismus im Berliner Kultur- und Stadtraum. Ein Beispiel ist die Geschichte des „Haus Vaterland“ am heutigen Potsdamer Platz. Gleichzeitig nehmen diese Filme auch migrantische Protestbewegungen und asiatisch-diasporische Stimmen in den Fokus, die sich gegen koloniale Kontinuitäten und rassistische Gewalt zur Wehr setzen.
Mit anschließendem Gespräch: Hito Steyerl, Gülşah Stapel, Kien Nghi Ha
20.06.2023 um 19 Uhr: Halfmoon Files (2006) von Philip Scheffner, OmeU, 87 Min.
Unweit von Berlin wurde am 11. Dezember 1916 im Kriegsgefangenenlager Wünsdorf die Stimme des britischen Kolonialsoldaten Mall Singh aufgenommen. Die Aufnahmen wurden im Auftrag von Militär, Wissenschaft und Unterhaltungsindustrie erstellt und waren Bestandteil des Tonarchivs „Sämtlicher Völker der Erde“. Heute befinden sie sich im Lautarchiv der Humboldt Universität Berlin und verweisen auf den kolonialen Charakter des Ersten Weltkrieges und des Lagers: Um sich als fürsorgliche Kolonialmacht zu inszenieren, wurde im Halbmondlager für afrikanische, arabische und (süd-)asiatische Gefangene die erste Moschee Deutschlands für religiöse Praktiken gebaut. Gleichzeitig wurden Lager und Insassen als Filmkulisse für die deutsche Kolonial-propaganda genutzt. Der Film geht diesen verwischten kolonialen Verbindungen im Berliner Umland nach.
Mit anschließendemGespräch: Philip Scheffner, Merle Kröger, Kien Nghi Ha
Sprecher:innen
Joshua Kwesi Aikins ist Politikwissenschaftler und Menschenrechtsaktivist. Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet „Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien“ der Universität Kassel und engagiert sich u.a. im Beirat der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD). Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. kulturelle und politische Repräsentation der afrikanischen Diaspora, Kolonialität und Erinnerungspolitik. sowie Empowerment und Gleichstellungsdaten. Er ist Co-Autor des „Afrozensus“, einer Befragung Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Menschen in Deutschland.
Sun-ju Choi studierte Literatur an der Universität zu Köln und Drehbuch an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. 2017 erschien ihre Dissertation “Vater Staat und Mutter Partei: Familienkonzepte und Repräsentation von Familie im nordkoreanischen Film”. Sie engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand von ndo e.V. und korientation e.V..
Anujah Fernando arbeitet als Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin. In recherchebasierten Ausstellungen und Texten sowie in dokumentarischen Filmprojekten, arbeitet sie zu erinnerungspolitischen Themen rund um Migration und Kolonialismus. Sie interessiert sich besonders für die sprachlichen und kulturellen Aushandlungsprozesse zwischen erster und zweiter Migrationsgeneration. Zuletzt co-kuratierte sie die Ausstellung „Trotz Allem: Migration in die Kolonialmetropole Berlin“ am Museum FHXB.
Dr. Kien Nghi Ha, Kultur- und Politikwissenschaftler, forscht zu Asian German Studies an der Universität Tübingen. Zahlreiche Publikationen zu postkolonialer Kritik, Rassismus und Migration. Herausgeber von Asiatische Deutsche Extended. Vietnamesische Diaspora and Beyond (2012/2021). Seine Monografie „Unrein und vermischt. Postkoloniale Grenzgänge durch die Kulturgeschichte der Hybridität und der kolonialen ‚Rassenbastarde‘“ (transcript, 2010) wurde mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien ausgezeichnet. https://uni-tuebingen.de/de/208381
Merle Kröger arbeitet als Autorin, Dramaturgin und Kuratorin in Berlin und ist seit 2001 Teil von pong Film. Auch ist sie als Hochschuldozentin in Halle sowie Mainz tätig. Bisher hat sie fünf Romane veröffentlicht, darunter Grenzfall (2012), Havarie (2015) und Die Experten (2021). Als Kuratorin arbeitet sie seit 2007 mit dem Arsenal Institut für Film und Videokunst e.V., u.a. an den Projekten Work in Progress, Living Archive und Die fünfte Wand. Navina Sundaram: Innenansichten einer Außenseiterin oder Außenansichten einer Innenseiterin, das eine Nominierung für den Grimme Online Award 2022 erhielt. www.merlekroeger.de
Jürgen Kurz ist Improvisationskünstler. Ob am präparierten Flügel, Elektro-Piano oder am verstaubten Klavier, er bringt die Saiten zum Klingen und Tasten zum Klirren. Nach dem Studium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin hat er sich als Komponist, Theatermusiker (u. a. Volksbühne) und Pianist einen Namen gemacht. Insbesondere als Stummfilmpianist – live im Kino, Open-Air und auf Festivals. So zum Beispiel im Freiluftkino Friedrichshain, bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin, im Kino Babylon, im Kino Krokodil oder auf dem Fusion Festival. Dabei gleicht keine Vorstellung der anderen, denn die nun um die hundertjährigen Filme, erstrahlen stets in neuen improvisierten Tongewändern.
Yumin Li ist Kulturwissenschaftlerin und untersucht in ihrer Dissertation Anna May Wongs mehrere Jahrzehnte umspannende Karriere auf vier Kontinenten. Zusammen mit dem Kollektiv andcompany&Co. erarbeitet sie die Theaterperformance „Shanzhai Express“, das sich spielerisch mit Anna May Wong befasst (Première 10.6.2023 Volksbühne Berlin).
Dr. Tobias Nagl ist Film- und Musikkritiker, DJ und seit 2007 Associate Professor für Filmwissenschaft an der University of Western Ontario in Kanada. Forschungsschwerpunkte: Filmtheorie, Stummfilm, Avantgardefilm, (Post-)Kolonialismus, afrodeutsche Geschichte vor 1945, kritische Theorie. Buchveröffentlichungen: „Die unheimliche Maschine: Rasse und Repräsentation im Weimarer Kino“ (2009) und (zusammen mit Janelle Blankenship) „European Vision: Small Cinemas in Transition“ (2015).
Dr. Subin Nijhawan ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für England- und Amerikastudien der Goethe-Universität Frankfurt. In seinem Postdoc-Projekt arbeitet er zu dem Thema Mehrsprachigkeit und Nachhaltigkeit, was auch literarische und künstlerische Quellen einschließt, um intersektionale Zugänge zu ermöglichen. Hierzu gehören auch neue Modelle zur globalen Gerechtigkeit und einer kosmopolitischen Weltbürger:innenschaft, um einer eurozentrischen Dominanz des Diskurses vorzubeugen.
Philip Scheffner arbeitet seit 1985 als Visual Artist. Seine abendfüllenden künstlerischen Dokumentarfilme The Halfmoon Files (2007), Der Tag des Spatzen (2010), Revision (2012), And-Ek Ghes… (2016) und Havarie (2016) wurden weltweit gezeigt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Seit 2021 ist er Professor für Dokumentarische Praxen an der KHM Köln. Sein neuer Film Europe feierte 2022 Première auf der Berlinale. Scheffner ist Teil der Berliner Produktionsplattform / Kollektivs pong (zusammen mit Merle Kröger, Alex Gerbaulet, Caroline Kirberg und Mareike Bernien).
Qinna Shen ist Associate Professor of German am Bryn Mawr College, Pennsylvania. Nach einem Germanistik-Studium in Beijing und Heidelberg promovierte sie 2008 an der Yale Universität in den USA. Sie ist Autorin von „The Politics of Magic: DEFA Fairy-Tale Films“ und Mitherausgeberin von „Beyond Alterity: German Encounters with Modern East Asia.“ Sie hat viel über deutsch-asiatische Themen veröffentlicht.
Dr. Gülşah Stapel studierte Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin mit einem Schwerpunkt auf Denkmalpflege. Ihre Forschungsexpertise liegt in der Untersuchung von Identitäts- und Erbekonstruktionen im öffentlichen Raum und Berliner Stadtgeschichte. Seit 2020 arbeitet sie als Kuratorin für Outreach für die Stiftung Berliner Mauer. Soeben ist ihr Buch „Recht auf Erbe in der Migrationsgesellschaft. Eine Studie an Erinnerungsorten türkeistämmiger Berliner:innen“ (Urbanophil 2023) erschienen.
Hito Steyerl ist Professorin für Experimentalfilm und Video an der Universität der Künste Berlin. Sie ist Medienkünstlerin, Filmemacherin, Kulturkritikerin und ‑theoretikerin. Ihre international bekannten medien‑, technologie- und kulturkritischen Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Die Ausstellung „I Will Survive. Films and Installations“ (gleichnamiger Katalog von Spector Books) bildet die bisher größte Retrospektive ihres Gesamtwerks und wurde 2020 zunächst im K21 des Düsseldorfer Ständehaus, dann 2021 im Pariser Centre Pompidou gezeigt.
Dr. Kimiko Suda arbeitet an der Technischen Universität Berlin zu institutionellem Rassismus in Deutschland. Sie ist ehrenamtlich bei korientation e.V. zu dekolonialer/antirassistischer Erinnerungskultur aktiv. Von 2011–2017 hat sie mit Dr. Sun-ju Choi das Asian Film Festival Berlin geleitet.
Impressum
Kurator und Projektleitung: Dr. Kien Nghi Ha.
In Kooperation mit bi’bak e.V., korientation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und der Abteilung Koreanistik des Asien-Orient-Instituts der Universität Tübingen.
Mit Filmen aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Wiesbaden.
Gefördert im Programm „Förderung zeitgeschichtlicher und erinnerungskultureller Projekte“ der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.
ENGLISH VERSION
A Film Program of the Project DARE (Decolonize Anti-Asian Racist Entanglements)
in co-operation with SİNEMA TRANSTOPIA, supported by korientation
Asian Presences in the Colonial Metropolis of Berlin Localizing Decolonialization – Dekolonialisierung lokalisieren Movies – Lectures – Discussions Curator and project leader: Dr. Kien Nghi Ha
At SİNEMA TRANSTOPIA from 11.04. to 20.06.2023 Lindower Str. 20–22, House C, 13347 Berlin, subway and train station: Wedding Info: sinematranstopia.com
After the end of Imperial Germany, colonial-racist fantasies and ambitions were increasingly transformed into an imaginary coloniality. Their cinematic stagings not only delighted a mass audience, but also led to an ambiguous overlapping of fiction and reality. Not only film sets but film production and consumption also became cultural colonial spaces. This film, lecture and discussion program is a pioneering exploration of the “wild cosmopolitan metropolis Berlin in the Golden Twenties” as a colonial cultural space with (anti-)Asian references. At the same time, the decolonial debate will be expanded to include anti-Asian racism and orientalism, and thus becoming more multi-perspectival. A book is planned for the end of 2023 (Assoziation A).
Film Screenings
11.04.2023 at 19:00: Das indische Grabmal – Die Sendung des Yoghi (1921) by Joe May, OmU, 132 Min.
“The world’s greatest film” – this large-scale production with colonial ambience was a crowd puller. In it, Joe May conjured up mystical India, transforming the film city of Berlin-Woltersdorf into an “Indian” space with magnificent temples and palaces, populated by dummies in fantasy costumes and elephants. Enriched with sexualized female exoticism, it tells an intricate story in which the evil maharajah seeks revenge on his native wife and her British lover. This setting was so fascinating that after a German remake in the 1930s, Fritz Lang, who was already involved in the first production, filmed this narrative again in 1959.
Introduction by Dr. Subin Nijhawan: British Empire, German Illusion – Über Tiger und Grabmale in der Kolonialzeit
Moderation: Anujah Fernando / Kien Nghi Ha
25.04.2023 at 19:00: Die Herrin der Welt – Die Freundin des gelben Mannes (1919) by Joe May, OV, 90 Min. With live music by silent film pianist Jürgen Kurz
Immediately after the loss of the non-European colonies, a monumental colonial epic comprising eight parts was made in the now forgotten film city of Berlin-Woltersdorf. Shot at great expense, it tells the adventurous story of Maud Gregaards, a young woman as beautiful as she is white. In the first part of her world-spanning journey, the educator falls into the clutches of the brutal brothel owner Hai-Fung in the southern Chinese city of Canton. She is freed with the help of Dr. Kien Lung, who, however, also turns out to be a dubious character.
Introduction by Dr. Tobias Nagl (via Zoom) Entfreundet: Die Freundin des gelben Mannes (1919/20), asiatische Präsenz und antirassistische Filmproteste in der Weimarer Republik
Moderation: Joshua Kwesi Aikins / Kien Nghi Ha
09.05.2023 at 19:00: Sumurun (1920) by Ernst Lubitsch, OmeU, 103 Min.
Unlike Joe May, Ernst Lubitsch was not only a master of Weimar cinema, but also became a star director in Hollywood. In his early film work, he repeatedly used Oriental and Roma stereotypes to advance his career in the entertainment industry. Already filmed and dramatized by Max Reinhardt for the theater in 1910, just ten years later Lubitsch staged the material again in a monumental manner with a star cast at the Ufa studios in Berlin-Tempelhof. Sumurun is Lubitsch’s version of One Thousand and One Nights – a jealousy drama set in the pre-modern Orient that plays with European fantasies about the harem, enslaved dancers and oriental despotism.
Introduction by Prof. Dr. Qinna Shen A Berliner’s One Arabian Night: Lubitsch Orientalist Parody
Moderation: Sun-ju Choi / Kien Nghi Ha
23.05.2023 at 19:00: Piccadilly – Nachtwelt (1929) by Ewald André Dupont, OmeU, 109 Min.
Unlike the other films in the series, “Piccadilly” is not set in an imaginary Asia, but takes place in the heart of modern London with exotic excursions to Chinatown. Despite this setting, the stereotypical roles remain virtually unchanged: in this tragic drama of love and jealousy, the US star Anna May Wong embodies a Chinese woman who, with ethnic chic, rises to become a sexually desirable showgirl in a nightclub but meets a tragic end. She is an Asian migrant worker who, as a seductive femme fatale, threatens but also satisfies the White man whilst at the same time becoming a victim of her own cultural origins.
Introduction by Yumin Li Anna May Wong – ein chinesisch-amerikanischer Hollywoodstar in Berlin
Moderation: Kimiko Suda / Kien Nghi Ha
This Screening is part of the korientation-Festival zu(sammen)künfte (20.–27.05.2023).
06.06.2023 at 19:00: Hito Steyerl SPECIAL – Babenhausen (1997), 4 Min., Die leere Mitte (1998), 62 Min. Normalität 1‑X, (1999–2001), 37 Min. With OmeU.
This trilogy of Hito Steyerl’s early work can be read in many different ways. It is not only a document of contemporary history and an artistic and activist positioning, but also an outstanding film essay. Created between 1990–1998, the impressive long-term study “The Empty Center” examines the invisible connections between anti-Semitism, colonialism and racism in Berlin’s cultural and urban spaces. One example is the history of the “Haus Vaterland” located at today’s Potsdamer Platz. At the same time, these films also focus on migrant protest movements and Asian-diasporic voices resisting colonial continuity and racist violence.
Followed by a Talk with Hito Steyerl, Gülşah Stapel, Kien Nghi Ha
20.06.2023 at 19:00: Halfmoon Files (2006) by Philip Scheffner, OmeU, 87 Min.
Not far from Berlin, the voice of the British colonial soldier Mall Singh was recorded on December 11, 1916 in the prisoner of war camp Wünsdorf. The recordings, commissioned by the military, science and entertainment industry, were part of the sound archive “All Peoples of the World”. Today they are housed in the sound archive of the Humboldt University Berlin and refer to the colonial character of the First World War and the camp: In order to present itself as a caring colonial power, Germany’s first mosque for religious practices was built in the halfmoon camp for African, Arab and (South) Asian prisoners. At the same time, the camp and its inmates were used as film sets for German colonial propaganda. Halfmoon Files traces these blurred colonial connections in the Berlin area.
Followed by a talk with Philip Scheffner, Merle Kröger, Kien Nghi Ha
Speakers
Joshua Kwesi Aikins is a political scientist and human rights activist. He works as a research assistant in the department of “Development Policy and Postcolonial Studies” at the University of Kassel and is active, among other things, on the advisory board of the Initiative Black People in Germany (ISD). His research interests include cultural and political representation of the African diaspora, coloniality and the politics of memory. as well as empowerment and gender equality data. He is co-author of the “Afrozensus”, a survey of Black, African and Afrodiasporic people in Germany.
Sun-ju Choi studied literature at the University of Cologne and screenwriting at the German Film and Television Academy in Berlin. Her dissertation,„Vater Staat und Mutter Partei: Familienkonzepte und Repräsentation von Familie im nordkoreanischen Film“ was published in 2017. She serves as an honorary member of the board of directors for ndo e.V. and korientation e.V.
Anujah Fernando works as a cultural scholar and curator based in Berlin. Her work focuses on the politics of collective memory as they relate to migration and colonialism. She produces research-based exhibitions, publications and documentary film projects. Her particular interest is on the practices first and second generation of migrants use to negotiate language and culture. Most recently, she co-curated the exhibition „Despite All: Migration to the Colonial Metropolis of Berlin“ at the FHXB Museum.
Dr. Kien Nghi Ha, cultural and political scientist, is a Postdoc researcher of Asian German Studies at the University of Tübingen. Numerous publications on postcolonial criticism, racism and migration. Editor of „Asiatische Deutsche Extended. Vietnamesische Diaspora and Beyond“ (Assoziation A, 2012; 2021). His monograph „Unrein und vermischt. Postkoloniale Grenzgänge durch die Kulturgeschichte der Hybridität und der kolonialen ‚Rassenbastarde‘“ (transcript, 2010) was awarded with the Augsburg Science Prize for Intercultural Studies. https://uni-tuebingen.de/en/208381
Merle Kröger works as an author, dramaturge and curator in Berlin and has been part of pong Film since 2001. She also works as a university lecturer in Halle and Mainz. She has published five novels, including Grenzfall (2012), Havarie (2015) and Die Experten (2021). As a curator, she has worked with Arsenal Institut für Film und Videokunst e.V. since 2007 on projects including Work in Progress, Living Archive, and Die fünfte Wand. Navina Sundaram: Innenansichten einer Außenseiterin oder Außenansichten einer Innenseiterin, which received a nomination for the Grimme Online Award 2022. www.merlekroeger.de
Jürgen Kurz is an improvisation artist. Whether on the prepared grand piano, electric piano or dusty piano, he makes the strings sound and keys clink. After studying at the Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, he made a name for himself as a composer, theater musician (including Volksbühne) and pianist, especially as a silent film pianist – live in the cinema, open-air and at festivals. For example at the Freiluftkino Friedrichshain, the Berlin International Film Festival, in the cinemas Babylon, Krokodil and at the Fusion Festival. No two performances are the same, because the films, which are now around a hundred years old, always shine dressed with new improvised sound.
Yumin Li is a cultural historian whose dissertation examines Anna May Wong’s career spanning several decades on four continents. Together with the collective andcompany&Co. she is developing the theater performance Shanzhai Express, which playfully deals with Anna May Wong (première 10.6.2023 at Volksbühne Berlin).
Dr. Tobias Nagl is a film and music critic, DJ, and has been Associate Professor of Film Studies at the University of Western Ontario in Canada since 2007. Research interests: Film theory, silent film, avant-garde film, (post-)colonialism, Afro-German history before 1945, critical theory. Book publications: “The Uncanny Machine: Race and Representation in Weimar Cinema” (2009) and (with Janelle Blankenship) “European Vision: Small Cinemas in Transition” (2015).
Dr. Subin Nijhawan is a research associate at the Institute of English and American Studies at Goethe University Frankfurt. His postdoc project gravitates around the nexus of multilingualism and sustainability, incorporating literature and media, in order to facilitate an intersectional view. This also includes new models for global justice and a cosmopolitan world citizenship, for preventing a Eurocentric dominance in discourses.
Philip Scheffner has been working as a visual artist since 1985. His feature-length artistic documentaries The Halfmoon Files (2007), The Day of the Sparrow (2010), Revision (2012), And-Ek Ghes… (2016), and Havarie (2016) have been screened worldwide and won numerous awards. Since 2021 he is Professor of Documentary Practices at the KHM Cologne. His new film Europe premiered at the Berlinale in 2022. Scheffner is part of the Berlin production platform / collective pong (together with Merle Kröger, Alex Gerbaulet, Caroline Kirberg and Mareike Bernien).
Qinna Shen ist Associate Professor of German am Bryn Mawr College, Pennsylvania. Nach einem Germanistik-Studium in Beijing und Heidelberg promovierte sie 2008 an der Yale Universität in den USA. Sie ist Autorin von „The Politics of Magic: DEFA Fairy-Tale Films“ und Mitherausgeberin von „Beyond Alterity: German Encounters with Modern East Asia.“ Sie hat viel über deutsch-asiatische Themen veröffentlicht.
Dr. Gülşah Stapel studied urban and regional planning at the TU Berlin with a focus on historic preservation. Her research expertise lies in the study of identity and heritage construction in public space and Berlin urban history. Since 2020, she has worked as an outreach curator for the Berlin Wall Foundation. She has just published her book „Recht auf Erbe in der Migrationsgesellschaft“ (Urbanophil 2023), a study on places of rememberance of Berliners with a family background from Turkey.
Hito Steyerl is professor of experimental film and video at the Berlin University of the Arts. She is a media artist, filmmaker, cultural critic and theorist. Her internationally renowned media‑, technology- and culture-critical works have been awarded numerous prizes. The exhibition „I Will Survive. Films and Installations“ (catalog published by Spector Books) is the largest retrospective of her entire oeuvre to date and was first shown at the K21 of the Düsseldorf Ständehaus in 2020, then at the Centre Pompidou in Paris in 2021.
Dr. Kimiko Suda works at the Technical University of Berlin on institutional racism in Germany. She is an active member of korientation e.V. and interested in decolonial/antiracist memory culture. From 2011- 2017, she co-directed the Asian Film Festival Berlin with Dr. Sun-ju Choi.
Imprint
Curator and project leader: Dr. Kien Nghi Ha.
In cooperation with bi’bak e.V., korientation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. and the Department of Korean Studies, Institute of Asian and Oriental Studies at the University of Tübingen.
With films from the holdings of the Friedrich Wilhelm Murnau Foundation (www.murnau-stiftung.de) in Wiesbaden.
Funded by the program Promotion of Contemporary History and Remembrance Culture of the Berlin Senate Department for Culture and Europe.
Am 31. Januar 1997 wurde Phan Văn Toàn Opfer einer rassistischen Gewalttat am S‑Bahnhof Fredersdorf. Drei Monate später stirbt er an den direkten Folgen dieses Angriffs. Als Gedenkinitiative für Phan Văn Toàn machen wir immer wieder auf diese schreckliche Tat und auf Phan Văn Toàn als Person aufmerksam. Wir wissen bis heute wenig über sein Leben. Vermutlich zog Phan Văn Toản als Student oder Vertragsarbeiter aus Vietnam in die DDR.
Verschiedene Filmemachende haben sich mit vietnamesischer Diaspora in der DDR und nach der Wende beschäftigt. Am 17. Februar 2023 möchten wir deshalb die beiden Filme „Sorge 87“ (deutsch mit vietnamesischen Untertiteln) sowie „Bruderland ist abgebrannt“ (deutsch bzw. deutsches Voiceover über vietnamesischen Originalton) zeigen.
Anschließend daran möchten wir mit Thúy Nguyen, die am Film „Sorge 87“ beteiligt war und Angelika Bach Ngoc Nguyen, der Filmemacherin von „Bruderland ist abgebrannt“ ins Gespräch kommen. Das Gespräch findet auf Deutsch mit Übersetzung ins Vietnamesische statt.
Mehr Informationen zu Phan Văn Toàn und der Arbeit der Gedenkinitiative findet Ihr auf https://phanvantoan.de.
Wann: Fr. 17.02.2023 um 19:00 Uhr Wo: Haus der Generationen, Lindenallee 12, 15366 Hoppegarten Es gibt eine gemeinsame Anreise vom S‑Bahnhof Ostkreuz um 18:00 Uhr am Gleis/vorderer Wagon – Richtung Hoppegarten und auch ein gemeinsamer Rückweg zum S‑Bahnhof Hoppegarten wird angeboten.
Für wen: Alle sind willkommen, wir laden insbesondere Menschen der ersten und zweiten Generation aus vietnamesischen/viet-deutschen Communities ein.
Anmeldung: eine Anmeldung ist nicht erforderlich Corona-Regelung: Bitte schützt Euch und andere und kommt getestet.
Vào ngày 31 tháng 1 năm 1997, một vụ sát hại đau lòng đã xảy do phân biệt chủng tộc ở trạm S‑bahn Fredersdorf. Nạn nhân là Phan Văn Toàn. Ba tháng sau đó, Phan Văn Toàn qua đời vì chấn thương nặng từ cuộc án mạng.
Để tưởng nhớ về Phan Văn Toàn, hàng năm chúng tôi tổ chức một buổi tưởng niệm để cùng nhau ghi nhớ về sự hy sinh của anh và lên án hành động của kẻ sát hại cũng như nạn phân biệt chủng tộc chống lại người da màu. Tuy nhiên, cho đến nay chúng tôi vẫn không có nhiều thông tin về cuộc đời của anh ấy. Theo phỏng đoán, có lẽ anh Phan Văn Toàn đã nhập cư vào Cộng Hoà Dân Chủ Đức với tư cách là một sinh viên hoặc là một công nhân hợp đồng từ Việt Nam sang.
Hiện nay, nhiều nhà sản xuất phim đã đồng hành và hợp tác với cộng đồng Việt Kiều ở Đức đã trải qua thời gian trước thống nhất và sau thống nhất đất nước. Vì vậy, vào ngày 17/02/2023 chúng tôi xin được phép giới thiệu hai bộ phim: Sorge 87 (Tạm dịch: Việt Kiều ở Đức – có dịch thuật tiếng Việt trong bộ phim) và Bruderland ist abgebrannt (Tạm dịch: Cuộc sống thân quen trên ngọn lửa – có lồng tiếng Đức và tiếng Việt trong bộ phim). Kế tiếp chúng tôi sẽ trò chuyện với cô Thuý Nguyễn, người đã tham gia bộ phim Việt Kiều ở Đức và cô Angelika Bách Ngọc Nguyễn, nhà sản xuất bộ phim Cuộc sống thân quen trên ngọn lửa. Buổi trò chuyện này sẽ được diễn ra bằng tiếng Đức và có đi kèm dịch thuật tiếng Việt.
Chương trình sẽ bắt đầu vào 19 giờ. Mọi người sẽ tập trung ở trạm tàu Ostkreuz lúc 18 giờ (cụ thể là sẽ sử dụng tàu S5 hướng Strausberg Nord và điểm tập trung ở phía đầu tàu theo hướng di chuyển của tàu), và có thể đi cùng nhau đến trạm tàu Hoppegarten sau khi chương trình kết thúc. Tưởng nhớ về Phan Văn ToànRa mắt họp báo giới thiệu bộ phim „Việt Kiều ở Đức“ và “Cuộc sống thân quen trên ngọn lửa“
Wir wünschen allen schöne Feiertage, einen guten Jahresausklang und einen noch besseren Rutsch ins neue Jahr. Bis zum 9. Januar machen wir Büropause und starten dann direkt mit ein paar schönen Angeboten ins Jahr 2023. Also merkt Euch gerne schon mal vor:
21.01.MEGA New Year Vernetzungstreffen in Berlin 27.01. RADAR Netzwerktreffen in Köln 31.01. Digitaler VaryAsians Salon #2: “Make it South Asian for Everyone” hosted by Sarah & Manik aus dem Vorstand 17.02. Filmveranstaltung mit „Bruderland ist abgebrannt“ und „Sorge87“in Hoppegarten, organisiert von der Initiative in Gedenken an Phan Văn Toản
Wir sagen Danke an die Community und all die tollen Leute, mit denen wir 2022 zusammenarbeiten und die wir kennenlernen durften und freuen uns auf ein neues Jahr mit Euch und vielen spannenden Inhalten!
Was können wir von den aktivistischen Praktiken marginalisierter Gruppen über Konflikte und Vertrauensbildung lernen? Welche Erkenntnisse eröffnen insbesondere intersektionale Grassroots-Perspektiven über die Anforderungen und Herausforderungen von Gemeinschafts-Bildung und Solidarität? Welche Rolle spielen Medien, in verschiedenster Form, in der Mobilisierung von politischem Bewusstsein und konkreter Änderung? Diesen und ähnlichen Fragen widmet sich unser Workshop Asiatisch Deutscher Kultur-Aktivismus: Medien, Repräsentation, Generationen. Mit Fallbeispielen aus der relativ unbekannten Geschichte von asiatisch deutschen Aktivismen von den 1970er Jahren bis zur Gegenwart untersuchen wir Formen von kultureller und Medien-Arbeit, die marginalisierte Gruppen leisten und leisten müssen, um ihre Position in einem Mehrheitsumfeld zu behaupten und ein gerechteres und integrativeres Umfeld zu schaffen. Diese Formen von Arbeit sind letztendlich auch unabdingbar für die Ausübung demokratischer Kultur.
In zwei Gesprächsrunden laden wir zu einer gemeinsamen Diskussion mit Aktivist*innen und Kulturschaffenden aus der asiatisch deutschen Community ein. Dabei wird es sowohl um eigene Erfahrungen im aktivistischen Arbeiten gehen, als auch um übergreifende Fragen nach Kontinuitäten, Differenzen und Spannungsfelder zwischen Generationen und innerhalb der Communities.
DATUM: 16. Dezember 2022, 15:00 – 18:30 h ORT: Goethe-Universität Frankfurt a.Main, Gebäude „Normative Ordnungen“ Raum EG.01 Max-Horkheimer-Str. 2, 60323 Frankfurt Um Anmeldung wird gebeten unter: office@normativeorders.net
VERANSTALTER: „ConTrust. Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“ – ein Clusterprojekt des Landes Hessen am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main
15.00 – 16:30 In der ersten Runde diskutieren Dr. Sun-ju Choi, Cuso Ehrich und Jee-Un Kim von korientation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. generationenspezifische Zugehörigkeitspolitiken und Verständnisse von Selbstrepräsentation, Kollektivität und politischer Mobilisierung: Vom organisierten Widerstand der ersten Generation südkoreanischer Krankenschwestern Ende der 1970er Jahre, über die intersektionale Kulturarbeit der zweiten Generation, zu der transnational vernetzten Social Media-Landschaft einer jüngeren Generation von asiatisch diasporischen Menschen.
16.30 – 17.00 Kaffeepause
17.00 – 18.30 Eine weitere Diskussionsrunde führen Drehbuchautorin Viktoria So Hee Alz und die Regisseure Dieu Hao Do und Duc Ngo Ngoc als Filmschaffende der asiatischen Diaspora in Deutschland. Ausgehend vom aktuellen Trend, mehr Sichtbarkeit für BIPOC und Diversität zu schaffen, z.B. mit der Studie „Vielfalt im Film“, diskutieren sie, warum Repräsentation so wichtig ist und welche strukturellen Hindernisse den Zugang für marginalisierte Gruppen nach wie vor erschweren. Darüber hinaus wagen die Filmschaffenden einen Blick in die Zukunft, sprechen über Best-Practices und stellen konkrete Forderungen und Wünsche auf, um die Film- und Fernsehbranche vielfältiger und nachhaltig gerechter zu gestalten.
Beide Gesprächsrunden sind jeweils 90 Minuten und bieten fokussierte Beiträge wie auch Raum für direkten Dialog mit allen Anwesenden.
Moderiert wird der Workshop von Feng-Mei Heberer.
Personen
Viktoria So Hee Alz – geboren in Südkorea, aufgewachsen in Deutschland – ist Drehbuchautorin und Aktivistin aus Berlin. Neben ihrer Headautorinnenarbeit bei PARA – Wir sind King und DRUCK, lieferte sie 2020 sowohl Idee als auch Bücher für die Web-Serie #heuldoch – Therapie wie noch nie. Des Weiteren setzt sie sich für strukturelle Veränderungen in der Film- und Fernsehlandschaft ein und hält Workshops, Panels und Mentoring Sessions mit Fokus auf Gender & Diversität.
Dr. Sun-Ju Choi ist Autorin und Kulturschaffende. Sie studierte Literatur an der Universität zu Köln und Drehbuch an der DFFB (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin) und ist bei den Neuen deutschen Medienmacher*innen e.V. als stellvertretende Geschäftsführerin tätig. Sie ist außerdem Gründungsmitglied von korientation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und leitet seit 2007 gemeinsam mit Kimiko Suda das Asian Film Festival Berlin.
Dieu Hao Do ist Künstler, Filmemacher und Filmaktivist. Seine Filme erforschen neue Perspektiven auf Geschichtserinnerung des Amerikanischen Kriegs in Vietnam. Mit dem Ziel, neue BIPOC Stimmen fürs Erzählen zu empowern, engagiert er sich u.a. für #VielfaltImFilm. Er ist aktives Mitglied der gemeinnützigen Initiative Berlin Asian Film Network (BAFNET), die sich seit 2012 für differenzierte Repräsentationen asiatisch deutscher Lebensrealitäten in Film und Fernsehen engagiert.
Cuso Ehrich ist seit 2022 bei korientation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und leitet dort das Projekt RADAR (Ressourcen von/für Asiatische Deutsche gegen anti-asiatischen Rassismus). Schwerpunkte sind u.a. kritische politische Bildungsarbeit, anti-asiatischer Rassismus sowie Intersektionen von Kolonialismus und Geschlecht. Neben Vorstands- und Gremiumsarbeit organisiert sich Cuso in politischen Kleingruppen und versucht durch Podcasts Ressourcen für soziale Bewegungen zu erarbeiten.
Feng-Mei Heberer ist Assistant Professor am Fachbereich Filmwissenschaft an der New York University. Ihre Forschung umfasst die Bereiche transnationale Medien, Intersektionalität, Migration und Arbeit. Ihr Buch, Asians On Demand: Mediating Race in Video Art and Activism erscheint nächsten Herbst bei der University of Minnesota Press. Seit 2008 ist sie Teil des Asian Film Festival Berlin Teams.
Jee-Un Kim ist Juristin, Kulturmanagerin und Gründungsmitglied von korientation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. Sie studierte Jura und Kulturmanagement in Berlin und war als Anwältin in eigener Kanzlei tätig, bis sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Koreanistik der Universität Tübingen wechselte. Seit Anfang 2020 ist sie Geschäftsführung bei korientation und Projektleiterin von MEGA (Media and Empowerment for German Asians).
Duc Ngo Ngoc ist Filmemacher für Spiel- und Dokumentarfilme. Neben seinen eigenen Arbeiten, die u.a. mit dem Max Ophüls Publikumspreis ausgezeichnet wurden, realisierte er Radio-Dokumentationen, Filme und serielle Formate für öffentlich-rechtliche Sender (NDR, rrb, BR, ZDF, KIKA). Er ist außerdem Initiator und Projektleiter des Workshops Dreh’s Um – deutsch-vietnamesische Perspektiven, bei dem deutsch-vietnamesische Jugendliche lernen ihre eigenen Geschichten zu erzählen.
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Anjuli Aggarwal
Anjuli Aggarwal, 33, M.A. South Asian Studies an der Universität Heidelberg.
Studienfokus: Medical Anthropology (Erleben und Praktizieren von Gesundheit, Krankheit und Heilung in unterschiedlichen soziokulturellen Lebensrealitäten) und Hindi (Muttersprache meines Vaters).
Mein wissenschaftlicher Fokus liegt in den Erfahrungen und Praktiken von Südasiat*innen (in der Diaspora) rund um die Themen Tod und Sterben. Die Einblicke in die vielfältigen und komplexen Lebensrealitäten und Bedürfnisse von in Deutschland lebenden (und sterbenden) Südasiat*innen, sollen deren Sichtbarkeit erhöhen und zur Verbesserung des End-of-life und Death Care in Deutschland beitragen. Dabei fließen meine persönlichen Erfahrungen um den Tod meiner in Deutschland und Indien verstorbenen Großeltern, als auch meine ehrenamtliche Tätigkeit als Sterbebegleiterin, in meine Arbeit mit ein.
Anthropolog*innen erzählen Geschichten aus dem Leben von Menschen, die darüber in ihren eigenen Worten berichten. Dafür möchte ich einen Raum eröffnen und alle, die sich zu diesen Themen angesprochen fühlen, einladen, sich auszutauschen.