korientation ist eine (post)migrantische Selbstorganisation und ein Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven mit einem gesellschaftskritischen Blick auf Kultur, Medien und Politik.
Bei Colorism fungiert die Schattierung der Haut als Grundlage für die Bevorzugung oder Benachteiligung einer Person: Menschen mit einem dunkleren Hautton erfahren mehr Diskriminierung als Menschen mit einem helleren Hautton. Auch in vielen Ländern Asiens und der asiatischen Diaspora werden Personen mit hellerer Haut favorisiert. Colorism kommt dabei selten allein und ist – nicht nur aber auch – mit Class und Gender verwoben.
Diese etablierte Praxis ist eine weitere Dimension von Diskriminierung, die konkrete Auswirkungen auf unser Leben hat. Und doch sprechen wir so wenig darüber. Warum eigentlich? Zeit also, dieses unbequeme Thema aufzugreifen und darüber zu diskutieren; über unsere eigenen Erfahrungen mit Colorism – auch unter Familienmitgliedern und Freund*innen – und wie wir Colorism verlernen und entgegenwirken können.
⚡️ Wann: Mittwoch, 19.06.2024, 19 Uhr ⚡️ Wo: Online auf Zoom (Link kommt per Email) ⚡️ Wer: korientation-Mitglieder mit Bezügen zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-)Asien (Möchtest du Mitglied werden? Link zur Seite 😊) ⚡️ Sprache: Deutsche Lautsprache ⚡️ Anmeldungüber das Formular unten: 18.06.2024, 18 Uhr
Wir sind uns bewusst, dass VaryAsians ein fließender Prozess ist, in dem es kein Richtig und Falsch gibt. Gerne möchten wir deshalb mit Euch in Austausch treten und laden Euch herzlich ein, mit uns diesen Salon zu gestalten.
Community im Südwesten Deutschlands! MEGA & das Melting Pot Collective haben gemeinsam zum Vernetzen eingeladen.
Wir haben uns sehr gefreut, dass einige aus der Umgebung nach Heidelberg angereist sind.
Wir haben uns beim Potluck (Jede*r bringt was Leckeres fürs gemeinsame Buffet mit 🍱🥟🍒) miteinander ausgetauscht: Was braucht ihr? Was brauchen wir? Wie ist die Vernetzung in Südwestdeutschland und wo gibt es Ausbaubedarf?
Ob interessierte oder aktivistische Einzelpersonen, ob als Gruppe organisiert, schon bekannt mit den Melting Pots oder korientation/MEGA oder nicht – Es war ein wundervolles Wiedersehen und neu Kennenlernen!
Euer MEGA Team & Melting Pot Collective
Zum Melting Pot Collective
Das Melting Pot Collective versteht sich als lokales Empowerment-Angebot für Menschen in Heidelberg, die anti-asiatischen Rassismus erleben und/oder sich als asia*tisch verstehen. Das Wort asia*tisch wird bewusst verwendet, um der Verallgemeinerung und dem eurozentrischen Sammelbegriffes entgegenzuwirken. Es veranstaltet Empowerment-Angebote und arbeitet an Aufklärung und Antidiskrimierung.
Am Vernetzungstreffen in Leipzig kamen 36 sowohl politisch und in Gruppen organisierte Personen als auch neugierige Menschen, die zum ersten Mal Anschluss gesucht haben, zusammen, um sich kennenzulernen, auszutauschen und gemeinsam zu essen. Ein besonderes Ergebnis des Treffens war die nachhaltige Vernetzung, da sich vor Ort Personen fanden, die inzwischen regelmäßige Treffen in Leipzig organisieren. Gehostet wurde die Veranstaltung von David Oey, ehemaliger MEGA Teilnehmer und Mitglied der Gleiserei.
Wir brauchen mehr Räume. Mehr Räume für uns, für unsere Themen, unsere Geschichten und unsere Perspektiven. Für mehr Selbstrepräsentation – denn RepresentAsian matters!
Vom 16. März bis 15. April 2024 haben wir deswegen zum ersten Mal – erfolgreich! – ein Crowdfunding durchgeführt. Dank eurer großzügigen Spenden und eurer tollen Unterstützung konnten wir rund 25.347,41 €* von rund 300 Spender*innen sammeln, haben unser Ziel von 25.000 € sogar übertroffen und können schon mal sicher sein, dass wir ins Haus der Statistik einziehen können! (Aktuelle Infos zum Haus der Statistik findet ihr hier.)
Wir danken allen unseren Unterstützer*innen nicht nur für den finanziellen, sondern auch den immensen Hands-On Support durch Weitersagen, Mitanpacken, Dabeisein und die Bescherung von unvergesslichen Community & Friends-Momenten bei unseren Crowdfunding Events. Ihr seid großartig. Eure mit Liebe verpackten Dankeschöns sind bereits auf dem Weg zu euch. 💝
*Diese Summe setzt sich aus euren Spenden über die Crowdfunding-Plattform Startnext als auch den seperaten Spenden per Überweisung auf unser Vereinskonto (über diesen Weg könnt ihr weiterhin spenden!) zusammen. Stand: 07.05.24
Short Facts zum Crowdfunding (16. März bis 15. April 2024) und zur Raumnutzung 🔷 Wofür: Genossenschaftsanteile an der AndersMachen e.G. im Haus der Statistik 🔷 Ziel: insgesamt 25.000 € für 100m² 🔷 Plattform: www.startnext.com/representasian 🔷 Einzug in die Räume – geplant ab Anfang 2026
🚀 JEDE einzelne Spende von euch war und ist weiterhin eine wertvolle Investition in unsere Vision von mehr RepresentAsian! 🙏 Wir haben mit dem Spendenziel von 25.000 € nämlich „nur“ die Möglichkeit gesichert, rund 100 m² an „Rohbaufläche“ zu mieten – aber es werden in der Zukunft noch Kosten für den Ausbau der Räume anfallen. Außerdem könnten wir dann auch die Ausgaben für die Crowdfunding-Kampagne decken, die teilweise noch offen sind. Falls ihr uns hierbei unterstützen möchtet, freuen wir uns sehr!
Für eure Spenden gab es tolle Dankeschöns, die vom korientation-Büro-Team, Vorstandsmitgliedern, korientation-Mitgliedern und korientation-Freund*innen bereit gestellt wurden. TAUSEND DANK deswegen auch an (beliebige Reihenfolge!) den Verlag Assoziation A, an Sina, Vee, Sarah, An, Jee-Un, Lili, Sue, Maria, akiko, Su-Ran und Manik für die Bereitstellung, Spende, den Versand, die Umsetzung und die Herstellung der tollen Goodies, welche die erfolgreiche Umsetzung der Kampagne ermöglicht haben!
Veranstaltungenim Rahmen des Crowdfunding-Kampagne
🌟 RepresentAsian Crowdfunding: Vernetzungstreffen mit Karaōke Samstag, 06.04.2024, um 17 Uhr 🎤🪩 👉 Mehr Infos hier
🌟 Crowdfunding-Launchder Kampagne „RepresentAsian“ Samstag, 16.03.2024, 16–18 Uhr, im Haus der Statistik, Konserve Otto-Braun-Straße 70–72, 10178 Berlin. Wir waren direkt vor Ort neben der großen Baustelle aka Haus der Statistik und haben unseren Kampagnen-Launch mit Euch zusammen gestartet. Es gab einen „Dankeschön-Catwalk“, Möglichkeiten zum Austausch und natürlich Raum für all eure Fragen in einer entspannten Atmosphäre! Das Event war offen für alle. Danke, dass ihr dabei wart!
Danke nochmal an alle, die uns bei der Kampagne (auf welche Weise auch immer) supportet haben <3
Euer Crowdfunding-Team Vee, Jee-Un, Manik, An & Lili
FAQs
Gibt es eine steuerlich absetzbare Spendenquittung ?
Ja! Bis zu einem Betrag von 300 EUR könnt Ihr ein Dokument herunterladen, das ihr für den Spendennachweis benötigt und mit Eurem Kontoauszug bei Euren Steuerunterlagen aufbewahren.
Ab einem Betrag von 300 € (also wenn Ihr uns 300,01 EUR spendet) braucht Ihr eine individualisierte Steuerbescheinigung von uns.
Die Genossenschaftsanteile von 25.000 € ermöglichen uns, überhaupt Teil des Haus der Statistik zu werden. Die Nutzung der Räume erfolgt dann durch Mietverträge, die uns langfristigere und günstigere Mieten als auf dem freien Markt sichern und die wir durch zukünftige Projektförderungen decken wollen, so wie wir das derzeit bereits tun.
Wozu braucht ihr mehr Räume? Ihr habt doch schon ein Büro?
Wir haben momentan ein süßes Büro, das wir auch sehr mögen. Allerdings ist nicht klar, wie lange wir dort bleiben können und zu welchen Konditionen. Tatsächlich wird es in absehbarer Zeit auch zu klein für uns sein und die Räume sind eigentlich nicht auf Büronutzung ausgelegt. Das Haus der Statistik ist eine seltene Gelegenheit, etwas längerfristig zu planen und einen Ort für uns alle aufzubauen, der neben dem Headquarter für korientation noch weitaus mehr Ressourcen und Möglichkeiten bereithalten soll, um unterschiedlichste Veranstaltungen und Angebote zu realisieren, die nicht nur für uns, sondern auch die breitere Community interessant sind.
DA STEHT MONTAG – aber wir meinten SAMSTAG!^^ Wir sehen uns am 06.04.2024 um 17 h!
Stell dir vor…
korientation startet eine 🔗Crowdfunding-Kampagne für mehr „RepresentAsian“! Ihr wart dabei und habt uns tatkräftig unterstützt bei unserem Ziel, bezahlbare Büroräume für unseren Verein zu sichern und BPoC-Community-Spaces in Berlin zu schaffen.
Beim Karaōke sind wir für ein Community&Friends-Event zusammengekommen – und haben euch kennengelernt! Danke für unvergessliche Momente beim gemeinsamen Singen, Feiern und Tanzen. Ein großes Shoutout an euch und eure Performances.🎤🪩
Unser korientation Crowdfunding-Karaōke war offen für alle. Es war toll zu sehen, wie viele Freund*innen, Familie und Kolleg*innen ihr mitgebracht habt und für eine gute Sache und Spaß mobilisieren konntet. Wir sind immer noch erfüllt von so viel Zuspruch und Support! ✊✨
„Spende gegen Song“
Unter dem Motto haben wir eure Lieblingshits gehört, die ihr gegen eine Spende für und mit uns gesungen habt. Außerdem hat die viet-deutsche Sängerin veenus* eure Songwünsche für euch gesungen. Es war WOW!
WAS: korientation Crowdfunding-Vernetzungstreffen „Spende gegen Song“ WANN: Samstag, 06.04.2024, um 17 Uhr WO: Spreefeld Bootshaus, Wilhelmine-Gemberg-Weg 14 direkt an der Spree, Berlin ( ⛴️🫧) WER: Alle, die dabei sein wollen! ANMELDUNG: geschlossen
Für VaryAsians#5 haben wir die Autorin Hami Nguyen eingeladen, mit euch und uns ins Gespräch zu kommen. Als Host sind unsere Vorstandsmitglieder Su-Ran Sichling und Maria Nguyen mit dabei.
Buchbesprechung „Das Ende der Unsichtbarkeit“
In diesem persönlichen Buch verhandelt Hami Nguyen die Themen Rassismus und Klasse am Beispiel ihrer eigenen Lebensgeschichte. Anti-asiatischer Rassismus wird in der öffentlichen Debatte oft ausgeklammert, weil asiatisch gelesene Menschen als »angepasst« gelten. Sie sind unsichtbar – dabei sind sie ein Teil der deutschen Geschichte.
Wir wollen uns mit den Themen auseinandersetzen, die in diesem Buch aufgegriffen werden. Die Lektüre des Buchs ist keine notwendige Voraussetzung, um teilzunehmen.
Wir freuen uns schon, auch deine Sichtweise zu hören!
⚡️ Wann: Donnerstag, 25.01.2024, 19–21 h Uhr ⚡️ Wo: Online auf Zoom (Link kommt per Email) ⚡️ Wer: korientation-Mitglieder mit Bezügen zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-)Asien (Möchtest du Mitglied werden? Link zur Seite 😊) ⚡️ Sprache: Deutsche Lautsprache ⚡️ Anmeldungüber das Formular unten: bis 25.01.2024, 18 Uhr
Wir sind uns bewusst, dass VaryAsians ein fließender Prozess ist, in dem es kein Richtig und Falsch gibt. Gerne möchten wir deshalb mit Euch in Austausch treten und laden Euch herzlich ein, mit uns diesen Salon zu gestalten.
Vielen Dank an alle, die bei unserem Vernetzungstreffen Anfang April 2024 dabei waren!
Wir hatten eine großartige Zeit mit euch im Spreefeld Bootshaus in Kreuzberg bei einem tollen Ausblick aufs Wasser. Es gab unvergessliche Momente beim gemeinsamen Singen, Feiern und Tanzen. Ihr habt nicht nur Banger-Performances der üblichen Hits an den Tag bzw. Abend gelegt, sondern auch ein paar musikalische Goldschätze aus verschiedenen Ländern des asiatischen Kontinents ausgepackt. Das Karaōke war eine fantastischer Anlass zum Zusammenkommen und Kennenlernen in lockerer Atmosphäre und um endlich mal die Showqueens aus uns rauszulocken!
Außerdem gab es an unserer separaten Ramyun-Ruhe-Station die Möglichkeit zum gemütlichen Austausch-Plausch.
Special Guest war zudem die viet-deutsche Sängerin veenus*, die eure Songwünsche für euch performt hat.
WAS: Vernetzungstreffen Karaōke Edition WANN: Samstag, 06.04.2024, um 17 Uhr WO: Spreefeld Bootshaus, Wilhelmine-Gemberg-Weg 14 direkt an der Spree, Berlin WER: Asiatisch-Deutsche, asiatisch-diasporische Personen und BPoC mit Bezug zu (Süd‑, Ost‑, West‑, Nord‑, Zentral- oder Südost-)Asien & alle Freund*innen, die dabei sein wollen! ANMELDUNG: geschlossen
Diese Veranstaltung wurde im Rahmen des Modellprojekts MEGA durchgeführt. MEGA wird durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und durch die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms gefördert.
VaryAsians#4findet diesmal unter dem Thema „Asiancy“ mit den Gäst*innen akiko und Cuso vom korientation Projektteam RADAR statt. Als Host sind wieder unsere Vorstandsmitglieder Maria Nguyen und Sue Glaeser mit dabei.
„Asiancy“ – Selbstzuschreibung und Handlungsfähigkeit
Die letzten Male ging es vor allem um Selbstbezeichnungen und Positionierungen. Jetzt fragen wir uns: „Wann sind wir handlungsfähig? Könnten Selbstbezeichnungen auch handlungsunfähig machen?“
Wir möchten außerdem die unterschiedlichen Gründe für Bezeichnungen Asiatisch-Deutscher Menschen beleuchten: Beispielsweise als Mittel politischer Bündnisse, als eigene Identitätszuschreibung, als Werkzeug, um ein „wir“ zu schaffen.
Kommt vorbei und tauscht mit uns Erfahrungen sowie Einstellungen aus. Lasst uns Wege besprechen, um „Asiancy“ zu erlangen sowie anti-asiatischem Rassismus entgegen zu treten.
Wir möchten mit VaryAsians einen Austauschraum bieten, um bestärkende Aspekte von Selbtszuschreibungen in den Fokus zu nehmen, aber auch den Druck nehmen, sich zwingend irgendwie in eine Kategorie einordnen zu müssen.
Wir freuen uns sehr auf euch!
Sue & Maria
PS: Wir sind uns bewusst, dass VaryAsians ein fließender Prozess ist, in dem es kein Richtig und Falsch gibt. Gerne möchten wir deshalb mit Euch in Austausch treten und laden Euch herzlich ein, mit uns diesen Salon zu gestalten.
⚡️ Wann: Mittwoch, 20.09.2023, 19–21 h Uhr ⚡️ Wo: Online auf Zoom (Link kommt per Email) ⚡️ Wer: korientation-Mitglieder mit Bezügen zu Asien (Möchtest du Mitglied werden? Link zur Seite 😊) ⚡️ Sprache: Deutsche Lautsprache ⚡️ Anmeldung [geschlossen]
Ein Angebot für Asians in der politischen Bildungsarbeit
Sa. 04. & So. 05. November 2023 im aquarium am Südblock Berlin
Wie sieht politische Bildungsarbeit aus kolonialismuskritischer Perspektive aus? Was haben Identität und Selbstzuschreibungen mit Kolonialismus zu tun? Wie können wir Praxen in der politischen Bildungsarbeit schaffen und ausbauen, die auf Solidarität mit anderen rassifizierten und marginalisierten Communities basieren und auf Augenhöhe mit Menschen arbeiten, die nicht rassifiziert werden? Welche Werkzeuge und Strategien brauchen wir, um den Mythos der Vorzeigeminderheit aufzudecken und aktiv gegen das Teile-und-Herrsche-Prinzip vorzugehen? Auf welche Art und Weise vermitteln wir Wissen in den Lernräumen, die wir kreieren? Und wie kann ein gemeinsamer Austausch aussehen, in dem wir uns in Selbstkritik und Verantwortungsübername in unserer Praxis üben?
Das Projekt RADAR von korientation lädt Anfang Anfang November Aktive aus der politischen Bildungsarbeit zu einer zwei-tägigen Zukunftswerkstatt in Berlin ein. Wir werden gemeinsam diesen Fragen nachgehen und dabei immer wieder die Verbindung zur Reflektion über Kolonialität beibehalten. Wir freuen uns auf euch!
Einen Rückblick auf die Zukunftswerkstatt, die in Köln stattfand, findet ihr hier.
Ziele
Reflexion über Identitätskonstruktionen und eigene Verbindung zu ihnen
Selbstkritischer Blick auf die eigene Praxis der politischen Bildungsarbeit
Methodenentwicklung zur Thematisierung vom Mythos Vorzeigeminderheit
Erkundung von Notwendigkeiten und Möglichkeiten zur Solidarisierung mit verschiedenen Positionierungen
Materialsammlung für eine kritische, dekoloniale politische Bildungsarbeit mit Schwerpunkten auf verschiedene asiatische Diasporen entwickeln
Programm
Samstag04.11.
Sonntag 05.11.
10.00 – 11.30 Uhr
Ankommen, Kennenlernen, Thematische Einführung
Thematischer Input zur Verbindung von kritischen Perspektiven auf politische Bildung und wieso kolonialkritische Perspektiven ausschlaggebend für das Netzwerktreffen sind.
Ankommen und Open Space
Möglichkeit Bedürfnisorientierte Spaces zu gestalten.
11.45 – 13.30
Block 1 Selbstzuschreibung und Identität „Ich fühl mich so zwischen zwei Stühlen hin- und hergerissen.“ Wir wollen wissen, wie diese Stühle gebaut werden und wieso Menschen sich so fühlen, als müssten sie einen guten Stuhl für sich finden.
Block 3 Mythos Vorzeigeminderheit
Gemeinsam Strategien finden, den Mythos zu thematisieren & aufzudecken, wie er die realen Gewalterfahrungen unsichtbar macht, aber auch versucht Asians als Schachfiguren weißer Vorherrschaft einzusetzen. Nicht mit Uns.
Pause
15.00- 16.45
Block 2 Community-übergreifende Solidarität
Bildungsräume schaffen, die positioniert arbeiten und sich gleichzeitig in Solidarität mit anderen Positionierungen treffen.
Block 4 Intervisions- und Reflexionsräume aufbauen Praxisübung zu kollegialer Fallberatung und Aufbau eines regelmäßigen Intervisionstreffens. Austausch zu Räumen der (Selbst-)Kritik und Verantwortungsübernahme.
Pause
17.00- 17.30
Abschluss und Ausblick Tag 2
Abschluss
Optionales gemeinsames Abendessen
Ressourcen nach Themenblöcken
Im Laufe der Zukunftswerkstatt werden wir die Themenblöcke behandeln und die Ressourcen darauf untersuchen, inwiefern sie mit Theorien, Praktiken und Verständnissen zusammenhängen, die gewaltsam durch Kolonialismus etabliert wurden.
Diese Liste wird sich immer weiter mit Ressourcen füllen.
Sie richtet sich an in der politischen Bildungsarbeit aktive BIPoC, die Bezüge zu Nord-/Süd-/Ost-/Südost-/Vorder- oder Zentralasien strategisch für sich wählen (können), um ihre vielfältigen Lebensrealitäten sichtbar zu machen und Fragen von Rassismus und anderen Ausschlüssen aus einer spezifischen Perspektive solidarisch anzusprechen. > Wenn Du Zweifel hast und nicht weißt, ob diese Selbstbezeichnung für Dich funktioniert oder ob Du dich darunter wiederfindest, melde Dich gerne bei uns und wir sprechen darüber!
Anmeldungen
Ihr könnt Euch bis zum 17.09.2023 für die Zukunftswerkstatt in Berlin anmelden.
Falls mehr Anmeldungen eingehen, als wir Plätze vergeben können, wählen wir nach thematischen Überschneidungen mit der Praxis der politischen Bildungsarbeit und Wohngebiet aus.
Die Anmeldungen sind geschlossen.
Unterkunft und Anfahrt
Die Anfahrtskosten können übernommen werden. Schlafplätze können wir leider nicht stellen, und werden daher eine selbstorganisierte Schlafplatzbörse anbieten.
Barrierenabbau
Hinkommen: Die Zukunftswerkstatt wird im aquarium im Südblock in Berlin-Kreuzberg stattfinden. Die nächsten Bus- & U‑Bahnhaltestellen (Kottbusser Tor, Aufzug vorhanden) sind ca. 5 Minuten zu Fuß entfernt. Falls du einen Parkplatz direkt am aquarium benötigst, gib das bitte in der Anmeldung an oder schreib uns eine Mail.
Reinkommen: Es gibt ebenerdige Eingänge und Toiletten. Die Zukunftswerkstatt ist umsonst.
Klarkommen: Wir werden am Anfang eine Accessibility Need Runde (Bedürfnisrunde zu Zugänglichkeit & Barrieren) machen, in der alle ihre Bedürfnisse äußern können, um gut an der Zukunftswerkstatt teilnehmen zu können.
Corona: Wir werden uns alle an beiden Morgen auf Covid selbsttesten. Weitere Hygieneabstimmungen können wir gemeinsam treffen.
Schreib uns auch gerne im Vorhinein und teil uns mit, was du brauchst, um gut am Treffen teilnehmen zu können.
Dan Thy Nguyen, der sich bisher vor allem als Theatermacher, Festivalleiter und Schauspieler einen Namen gemacht hat, hat mit dem Band „Über Wasser und Tote“ ein sehr persönliches und poetisches Buch vorgelegt. Das Buch ist eine kleine, aber feine und eindrückliche Gedichtsammlung, die vier Abschnitte umfasst. Es hat insgesamt 67 Seiten und beginnt mit einem berühmten Zitat des buddhistischen Lehrmeisters Thích Nhất Hạnh: „Menschen fällt es schwer, ihr Leiden loszulassen. Aus Angst vor dem Unbekannten bevorzugen sie das vertraute Leiden“. Weitere Kapitel werden durch Zitate von Novalis („Wir sind nichts, was wir suchen, ist alles“) und Martin Luther King („Der alte Grundsatz ‚Auge um Auge‘ macht schließlich alle blind“) eingeleitet. Die Kapitel sind nach ihren Themen benannt: 1. „Boat Peoplezyklus“ (6–27), 2. „Über meine Mutter“ (28–37), 3. „Semra Ertan – Ein Gedichtzyklus in neun Bildern“ und 4. „Über die Reform des Theaters“ (54–67). Die ersten beiden Kapitel sind die persönlichsten und behandeln Themen, die vielen Menschen in der vietnamesischen Diaspora sehr vertraut sind, darunter eine breite Palette von Themen wie Krieg, Tod, Geschichte, Flucht, Erinnerung, Identität, familiäre Beziehungen, Exil und die Suche nach einer neuen Heimat, hier in Hamburg.
Die Kombination aus historischen, persönlichen und kulturellen Bildern mit vietnamesisch-diasporischem Hintergrund wird mit einem Gefühl für die Lokalität und den politischen Kämpfen anderer marginalisierter Gemeinschaften verflochten. So erinnert der Autor an die türkisch-deutsche Arbeitsmigrantin und Dichterin Semra Ertan, die sich 1982 in Hamburg selbst in Brand setzte, um gegen den zunehmenden Rassismus in Deutschland zu protestieren. Ihr Werk war lange vergessen. Eine Sammlung ihrer Gedichte „Mein Name ist Ausländer“ wurde erst 2020 von dem linken Verlag edition asssemblage veröffentlicht und erhielt dadurch etwas öffentliche Anerkennung. In diesem Kapitel verwendet Dan Thy häufig Parallelen und Analogien, die unterschiedliche Geschichten miteinander verbinden – etwa indem er auf die politische Selbstverbrennung des buddhistischen Mönchs Thích Quảng Đức 1963 in Saigon gegen den neokolonialen US-Krieg in Vietnam verweist.
Eine andere, sehr nahe liegende, wenn auch etwas anders gelagerte Parallele taucht dagegen im Buch erstaunlicherweise gar nicht auf und verdient deswegen hier eine ausführlichere Erwähnung. Am 22. August 1980 wurden in der Hamburger Halskestrasse Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân von Rechtsextremisten verbrannt. Beide wurden kurz zuvor von der Hansestadt aus Lagern in Malaysia ausgeflogen und als Boat People aufgenommen. Obwohl Đỗ Anh Lân sogar in einer vom Hamburger Wochenblatt „Die Zeit“ gesponserten Hilfsaktion hergeholt wurde, interessierten sich die Medien nach einer kurzen Meldung nicht mehr für diese Geschichte. Dieser Fall geriet auf diese Weise schnell in Vergessenheit und wurde erst 2012 im Zuge der Recherchen zum Hamburger NSU-Opfer Süleyman Taşköprü vom freien Journalisten Frank Keil wieder ausgegraben. Zwei Jahre später formierte sich vor Ort eine anti-rassistische Gedenkinitiative und lud mich zur ersten öffentlichen Diskussionsveranstaltung ein, die zur ersten öffentlichen Gedenkveranstaltung nach der Beerdigung aufrief. Erst 42 Jahre nach den Morden, und nach acht Jahren unermüdlicher wie mühseliger Lobby‑, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit lenkte die Stadtverwaltung endlich ein und verkündete 2022, dass der Abschnitt am Tatort in Châu-und-Lân-Straße umbenannt werden soll. Die Forderungen nach einer öffentlichen Lern- und Gedenkstätte wurden dagegen bisher nicht erfüllt.
Dan Thy, dessen Eltern ebenfalls als Boat People in der BRD ankamen, erinnert hier in anderer Weise an diese Hamburger Geschichte. Ein Gedicht, das in unterschiedlichen Abwandlungen den Anfang und das Ende des Boat People-Zyklus umrahmt und in Handschrift auf dem Backcover aufgedruckt ist, fängt so an:
„An den Hamburger Landungsbrücken hat jemand ein bronzenes Buch aufgeschlagen. Ganz unscheinbar steht es da und sehnt sich danach gesehen zu werden.“
Foto: privat
Eine Initiative ehemaliger Boat People hat 2009 anlässlich des 30jährigen Jubiläums der Aufnahme den „Gedenkstein der Dankbarkeit gegenüber dem deutschen Volk und den deutschen Regierungen“ errichtet und im Beisein des damaligen Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble das Denkmal an den Hamburger Landungsbrücken enthüllt. Damals spielte weder Rostock-Lichtenhagen noch das Schicksal der ertrinkenden Boat People im Mittelmeer eine Rolle. Selbst das Schicksal von Châu und Lân wurde ausgeblendet. Gegen Verblendung hilft nur die Kraft sich zu erinnern. Wichtig ist nicht nur an was und wie wir uns erinnern. Mindestens genauso wichtig ist, woran wir uns nicht erinnern.
Ein Gedichtband kann natürlich kein Geschichtsbuch ersetzen, aber als subjektive kulturelle Verarbeitung ist „Über Wasser und Tote“ ein spannendes und kraftvolles Kleinod. Es bleibt zu wünschen, dass die vom deutsch-arabischen Lyriker Hassan Hasune El-Choly neu gegründete edition neje tieden, was soviel wie „neue Zeiten“ auf Friesisch heißt, nach diesem doppelten Debüt vom Autor und Verlag bald weitere Werke mit frischen Stimmen auflegt, die unerhörte Geschichten erzählen.
Kiek mol wedder in!
PS: Bestellt bitte direkt beim Verlag oder unterstützt Eure lokalen Buchdealer.
Kien Nghi Ha wurde 1979 als Kind mit seiner Familie als Boat People aufgenommen und wuchs im Märkischen Viertel in West-Berlin auf. Später studierte er Politikwissenschaften und promovierte in der Kulturwissenschaft. Er leitet den Arbeitsbereich Asian German Studies am Asien-Orient-Institut der Universität Tübingen. Aktuell editiert er den Sammelband Asiatische Präsenzen in der Kolonialmetropole Berlin (Assoziation A, 2023) und schreibt am Essay Boat People – Vom schutzwürdigen Flüchtling zur Zielscheibe des Anti-Asiatischen Rassismus für den Ausstellungskatalog „Alfredo Jaar – The Kindness of Strangers“ (2024) des Museums der Moderne Salzburg.
Im Erscheinen: Verwobene Geschichten in Hito Steyerls „Die leere Mitte“ (1998) aus Asiatisch-deutscher Perspektive. In: Ömer Alkin/Alena Strohmaier (Hg.): Rassismus und Film. Marburg: Schüren Verlag, 2023. Zur kolonialen Matrix des anti-Asiatischen Rassismus: Gelbe Gefahr, Unsichtbarkeit und Exotisierung. In: Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) (Hg.): Rassismusforschung: Rassismen, Communities und antirassistische Bewegungen, Bd. 2, Bielefeld: transcript 2023. Das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen als institutionalisierter Rassismus. In: Gudrun Heinrich/David Jünger/Oliver Plessow/Cornelia Sylla (Hg.): Perspektiven aus der Wissenschaft auf 30 Jahre Lichtenhagen 1992. Berlin: Neofelis 2023.
Dein Ressourcenvorschlag
Feedback/Frage zum Digitalen Ressourcenpool
Anjuli Aggarwal
Anjuli Aggarwal, 33, M.A. South Asian Studies an der Universität Heidelberg.
Studienfokus: Medical Anthropology (Erleben und Praktizieren von Gesundheit, Krankheit und Heilung in unterschiedlichen soziokulturellen Lebensrealitäten) und Hindi (Muttersprache meines Vaters).
Mein wissenschaftlicher Fokus liegt in den Erfahrungen und Praktiken von Südasiat*innen (in der Diaspora) rund um die Themen Tod und Sterben. Die Einblicke in die vielfältigen und komplexen Lebensrealitäten und Bedürfnisse von in Deutschland lebenden (und sterbenden) Südasiat*innen, sollen deren Sichtbarkeit erhöhen und zur Verbesserung des End-of-life und Death Care in Deutschland beitragen. Dabei fließen meine persönlichen Erfahrungen um den Tod meiner in Deutschland und Indien verstorbenen Großeltern, als auch meine ehrenamtliche Tätigkeit als Sterbebegleiterin, in meine Arbeit mit ein.
Anthropolog*innen erzählen Geschichten aus dem Leben von Menschen, die darüber in ihren eigenen Worten berichten. Dafür möchte ich einen Raum eröffnen und alle, die sich zu diesen Themen angesprochen fühlen, einladen, sich auszutauschen.